TWO DAYS A WEEK - TAG2: IN FLAMES   ENTER SHIKARI   HEAVEN SHALL BURN   JENNIFER ROSTOCK   ALL TIME LOW   KNORKATOR   TURISAS  
01.09.2012 @ Wiesen

Nach einer sehr regnerischen Nacht bewahrheitet sich für manche Besucher wieder das Motto „Nicht das Wetter ist schlecht, sondern nur die eigene Ausrüstung“. Zumindest eine Zeltnachbarin wird sich dies in Zukunft auf die Stirn schreiben.

Mittlerweile dürften schon einige abgehärtet worden sein, denn vor TURISAS hatte sich schon eine ganz beachtliche Menge angesammelt. Mit einem sehr mythisch angehauchten Intro legten die rot-schwarz bemalten Finnenkrieger los, welchem dann zahlreiche Schlachtgesänge aus ihren drei Alben folgten. Zum Klassiker „Battle Metal“ konnte man sein Genick für die kommenden Bands ganz gut aufwärmen. „Stand Up And Fight“ und der Live-Kracher „Rasputin“ durften da natürlich nicht fehlen. Sehr abwechslungsreich ging es weiter im Programm, immerhin durfte die selbsternannte „meiste Band der Welt“ KNORKATOR die Bühne betreten. Wer Knorkator live noch nicht gesehen hatte, der wurde durch ein lebendes glitzerndes Ganzkörpergummi, einer buddhistischen Mönchskutte und einem Keyboardrad (!) optisch regelrecht erschlagen. Doch Skurilität, Spaß und jede Menge Blödsinn gehören zum Programm um die Mannen von Stumpe. Natürlich kamen Publikumsdialoge nicht zu kurz und so überrascht es nicht, dass gegen Ende hin das Keyboard kurz und klein geprügelt wurde. Selbst die Fotografen kamen auf ihre Kosten, so durften sie immerhin ihren tristen Graben verlassen und wurden auf die Bühne gebeten.





Vor ein paar Jahren schossen Deutschrock-Bands wieder regelrecht wie Pilze aus dem Boden, unter anderem auch JENNIFER ROSTOCK. Die Konversation zum Publikum war jedoch fast ausschließlich auf Sex fokusiert. Sängerin Jennifer Weist beschränkte sich nachmittags darauf die Brüste der Mädels sehen zu wollen und spendierte einem Typen aus dem Publikum, der nicht so recht wusste was mit ihm passierte, einen Lapdance. Musikalisch war eher tote Hose, doch dürfte der bandinterne Alkoholkonsum während des Sets diese Tatsache erfolgreich kaschiert haben.


Setlist JENNIFER ROSTOCK:

Intro
Meine bessere Hälfte
Feuer
Himalaya
Mein Mikrofon
Es Tut Wieder Weh
Irgendwo anders
Der Kapitän
Du Willst Mir An Die Wäsche
Insekten im Eis
Es War Nicht Alles Schlecht


Die Reaktionen zu ALL TIME LOW erinnerten gleich von Beginn an an die am Vortrag aufgetretenen ANGELS & AIRWAVES: Kreischalarm erster Güte! Kein Wunder, klang der Sound doch stark verdächtig nach BLINK-182. Die Burschen hatten sichtlich ihren Spaß und hätten nach dem Konzert die Unterwäscheladen ihrer Freundinnen locker aufstocken können, wenn sie sich die Mühe gemacht hätten all das auf die Bühne geworfene Zeug aufzusammeln.

Nachdem die Bühnentechniker sich dieser Aufgabe gewidmet hatten, war es wieder an der Zeit die Sau rauszulassen. HEAVEN SHALL BURN knüppelten von der ersten Sekunde an drauf los, dass es nur so eine Freude war. Die pure Energie der Thüringer übertrug sich vollkommen auf das Publikum: Circle-Pits, Crowdsurfing und die eine oder andere Wall of Death griffen mit Metalcore so ineinander, dass zum Ende hin so ziemlich jeder ein Schleudertrauma vorweisen konnte. Unter dieser elektrisierenden Atmosphäre ging es dann zeitverzögert mit ENTER SHIKARI weiter, weil die Lufthansa deren gesamtes Equipment intelligenterweise wohl nach Australia anstatt Austria verschickt hatte.





Setlist ENTER SHIKARI:

System...
...Meltdown
Sorry, You're Not a Winner
The Jester
Destabilise
Mothership (Motherstep Intro)
Warm Smiles Do Not Make You Welcome Here
Gandhi Mate, Gandhi
Juggernauts (Blue Bear's True Tiger Remix)
Arguing with Thermometers
Sssnakepit (Hamilton Remix)
Zzzonked

Nachdem man sich von Kollegen der anderen Bands das benötigte Zeug ausgeborgt hatte, konnte es endlich weitergehen. Und auf einmal war die inzwischen verpuffte Energie von HEAVEN SHALL BURN wieder zurück. Großen Anteil daran hatte Sänger Rou, der über die Bühne fegte, den VIP Bereich erkletterte und sich ins Publikum stürzte bis beinahe das Mikrofonkabel riss. In den Ohren des Autors war die Band zwar eher am Abstellgleis angesiedelt, doch etliche Besucher handelten ENTER SHIKARI schon als ihren geheimen Headliner. Tja, Geschmäcker sind nun mal verschieden. Dem Publikum hat es jedenfalls gefallen. Durch die Lufthansa induzierte Verzögerung kamen IN FLAMES folglich auch verspätet zu ihrem Startschuss, dieser war jedoch gekonnt: Mit „Cloud Connected“ und „Trigger“ wurden gleich einmal zwei Publikumsgranaten gezündet, dass nur so die Fetzen flogen. Kommunikationstechnisch und soundtechnisch waren die Schweden wieder einmal on top und so ging es dann auf eine gut einenhalbstündige Rundreise durch deren Diskografie. „Only for the Weak“, „Reroute to Remain“, „Deliver Us“ und „Alias“ dienen hier nur als grobe Anhaltspunkte. Anders Fridén und seine Truppe beherrschen nun mal ihr Handwerk und waren somit ein mehr als würdiger Headliner für dieses Festival.





Setlist IN FLAMES:

Cloud Connected
Trigger
Where the Dead Ships Dwell
Only for the Weak
Reroute to Remain
Crawl Through Knives
Delight and Angers
The Quiet Place
The Chosen Pessimist
Fear Is the Weakness
Alias
The Mirror's Truth
System
Deliver Us
Take This Life
My Sweet Shadow

Das Two Days A Week ist eigentlich nicht dafür bekannt neue, innovative Bands auf die Bühne zu bitten. Dennoch machte es Spaß Bands aus der eigenen Jugendzeit wieder zu hören, selbst der Regen konnte dies nicht verhindern – insgesamt also auch ein gelungenes Ende einer langen Festivalsaison.


FOTOS + E-CARDS


gast
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Beitrag vom 29.10.2012
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