ANDY MCKEE   PRESTON REED   ANTOINE DUFOUR  
24.11.2012 @ Posthof

Etwas abseits des Metal-Genres und doch näher dran als man denkt, bewegen sich drei Ausnahme-Gitarristen, die am 24. November den Posthof in Linz verzauberten. Durch Youtube zu einem der bekanntesten Gitarristen der Welt geworden, beehrte Andy McKee im Rahmen der Guitar Masters Tour 2012 gemeinsam mit seinem langjährigen Freunden und Inspirationsquelle PRESTON REED und ANTOINE DUFOUR das österreichische Publikum.

Eines fiel an diesem Abend sofort auf, viele Metalheads haben sich zu diesem Akustikgitarren-Konzert der besonderen Art verirrt. Doch verwundert war ich nicht, hat Andy McKee doch durch METALLICA, IRON MAIDEN, DREAM THEATER & Co. zu seiner heutigen Gitarren-Leidenschaft gefunden und hört auch heut noch gern Metal. Ansonsten hat man besonders viele Jungs mit väterlicher Begleitung im Publikum gesehen, was einfach wieder zeigt, dass diese Musik ein generationsübergreifendes Phänomen ist und bleibt.

Den Anfang machte ANTOINE DUFOUR – ein französisch-kanadischer Gitarrist und Komponist. Wie auch bei den andren Gitarristen des Abends, wurde man nicht nur durch die unglaublich schöne Musik, sondern auch von den großartigen Persönlichkeiten der Musiker berührt. Mit seiner lustigen und herzlichen Art gewann er auch zwischen den Songs die Menge für sich. Seine Lieder sind besonders aufgrund der Spieltechniken - angefangen von intensivem Tapping bis hin zu perkussiven Effekten – so unglaublich einzigartig. Seinen Song „En T’attendant“ schrieb er für sein Kind als es noch im Mutterleib war und der Titel bedeutet etwa „während ich auf dich warte“. Gänsehaut pur bevor im fliegenden Wechsel der nächste Act des Abends am Programm stand.





PRESTON REED – was soll ich über ihn noch schreiben? Ein Fingerstyle-Gitarrist, der das akustische Gitarrenspiel revolutionierte und mit über 15 veröffentlichten Alben auf über 30 erfolgreiche Jahre Musikgeschichte zurückblicken kann. Seine Leidenschaft und Ausdrucksstärke sind unnachahmbar und seine bodenständige Persönlichkeit hat es ihm wohl beschert, dass er noch nicht als Gitarren-Gott gehuldigt wird, was er sich allerdings verdient hätte. Neben fingerpicking und two-hand tapping perfektioniert auch er perkussive Elemente, was bei seinem Song „Rainmaker“ fast in einem Drum-Solo ausartet. Er war wie immer bei bester Laune und scherzte gerne zwischen den Liedern mit dem Publikum, wie etwa: „My next song is called ‚Train‘. However, in the last couple of years I enjoyed playing it with a delayed effect so much that I changed its title to ‚Delayed Train‘”. Des Weiteren spielte auch er einen Song mit französischem Titel „La Valse Des Escargots“ – den Schneckenwalzer zu Deutsch, was wiederum für Lacher sorgte. Für mich war es eine Ehre einem so begnadeten Gitarristen zu lauschen und freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen.





ANDY MCKEE betrat nun die Bühne und wurde mit tosendem Applaus begrüßt. Nicht viele schaffen es auf Youtube tatsächlich nur mit Talent berühmt zu werden. Wer von Andy McKee und Co. übrigens noch überhaupt nie etwas gehört haben sollte, dem rate ich dringendst spätestens an dieser Stelle Youtube aufzusuchen, da man diese Musik nur schwer mit Worten beschreiben kann. Der sympathische Gitarrist und Komponist aus Kansas, der anfangs durch Metal und Rock Musik und später durch Preston Reed zu seinem heutigen Lebenswerk gekommen ist, begann mit einem seiner bekanntesten Lieder „Drifting“ sein Set. Nach „Hunter’s Moon“ folgte das wunderschöne „Rylynn“ bevor die Luft zum Schneiden wurde, als er den für seinen verstorbenen Vater geschriebenen Song „For My Father“ darbot. Am Ende bedankte er sich bei all den vielen Musikern und Gitarristen, die ihn inspirieren mit zwei Covernummern. Das bekannte „Africa“ (TOTO-Cover) spielte er meines Wissens aber lediglich in Wien und blieb in Linz ungehört.





Setlist Andy McKee:

Drifting
Hunter’s Moon
Rylynn
For My Father
Ebon Coast
Tight Trite Night (DON ROSS Cover)
Flower (MASAAKI KISHIBE Cover)

Nach den Einzelperformances war der Abend aber noch nicht zu Ende. Nun kamen alle drei Musiker auf die Bühne und spielten gemeinsam zuerst einen Antoine Dufour Song „A Hiding Place For The Moon“ und danach „Dependant Arising“ (ANDY MCKEE) und „Ladies Night“ (PRESTON REED). Als Abschluss wählte man dann noch einen weiteren PRESTON REED Song, nämlich „Fat Boy“, wobei hier angemerkt werden sollte, dass die Nummer von einem Harley-Davidson Model handelt.





Der Posthofgig war übrigens der letzte der Guitar Masters Tour und war deswegen noch ein Stückchen emotionaler als sonst. Gegenseitige Lobenshymnen folgten bevor Andy McKee mit den Worten „Until we meet again, remember to be kind, for everyone you meet is fighting a hard battle“ das mehr als 2,5 stündige Gitarrenspektakel (ohne Pause!) beendete. Ganz locker konnte man danach noch am Merchandise Stand Autogramme ergattern und freundlich mit den Musikern plaudern. Einen so schönen musikalischen Abend hatte ich schon lange nicht mehr erlebt und kann diese Konzerterfahrung jedem wahren Musikfan nur sehr ans Herz legen.
www.andymckee.com

Sunny
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Beitrag vom 27.11.2012
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