PAIN   MOONSPELL   SWALLOW THE SUN   LAKE OF TEARS  
16.11.2012 @ Arena

Namentlich zur herbstlichen Tagesverkürzung passend, wurde in der Wiener Arena im Rahmen der „Into Darkness Tour 2012“ ein musikalisches Rahmenprogramm für die düstere Jahreszeit geboten. Mit LAKE OF TEARS, SWALLOW THE SUN, MOONSPELL und PAIN fügten sich auch die Namen der auf dem Billing stehenden Bands in dieses Konzept ein.

Die Schweden von LAKE OF TEARS legten mit ihrer Mischung aus Doom Metal und Psychedelic Rock einen leider etwas verhaltenen Start hin, die in erster Linie durch die mitunter etwas ulkig anmutende verkrampfte Körperhaltung und Spielweise von Drummer Johan Oudhuis auffiel. Probleme gab’s sowohl sound- als auch spieltechnisch. Gitarrensoli konnte man die halbe Zeit nur anhand der Spielbewegungen der Gitarristen ausmachen, Sänger Daniel Brennare kämpfte mit den richtigen Tönen, Oudhuis übertrieben minimalistisches Getrommel und seine Weigerung sein Spiel an die Dynamik der Songs anzupassen taten sein Übriges. Die Resonanz des Publikums war dementsprechend verhalten und die Ansätze zur Publikumsanimation verliefen sich über die 45 Minuten Playtime fast immer sehr schnell wieder.





Setlist LAKE OF TEARS:

Taste Of Hell
ILLWILL
Demon You / Lily Anne
Raven Land
The Greymen
Boogie Bubble
So Fell Autumn Rain
House Of The Setting Sun
Crazyman


Als nächstes boten SWALLOW THE SUN ein etwas rasanteres Programm, wobei vor allem Drummer Kai Hahto (manchen vielleicht von WINTERSUN bekannt) mit seinen komplexen Drumlines und bemerkenswerter Präzision zu beeindrucken wusste. Zugegebenermaßen neigte das wilde Getrommel dazu, die Songs etwas zu überladen, vor allem wenn auch die Keyboards und Gitarren etwas verspielter wurden. Ansonsten wurde der Auftritt aber sehr souverän über die Bühne gebracht und auch die in erster Linie aus alten Songs bestehende Setlist, die diesmal deutlich härter und aggressiver wie beim letzten Gastspiel in Wien ausfiel, sorgte über die 45 Minuten für sehr gute Unterhaltung.





Setlist SWALLOW THE SUN:

Emeral Forest And The Blackbrid
Out Of This Gloomy Light
Labyrinth Of London (Horror Pt. IV)
Cathedral Walls
Descending Winters
Night WIll Forgive Us


MOONSPELL, die auf dieser Tour als Co-Headliner fungierten, boten mit imposanten Bühnenbild und gutem Sound eine sehenswerte Show, die den letzten, etwas verpatzen Österreich-Auftritt am diesjährigen Metalfest wieder wettmachte. Wie für eine MOONSPELL-Show typisch betrat Frontman Fernando Ribeiro mit seinem markanten, hochglanz-polierten Helm die Bühne um damit den Opener der aktuellen Scheibe, „Axis Mundi“ zu intonieren. Generell lieferte die Band einen guten Auftritt ab, vor allem die Gitarrensoli kamen an diesem Abend gut zur Geltung, was den Lieder einiges an Drive verlieh. Die Setlist war gut durchgemischt und die neuen Songs wie „Lickanthrope“ harmonierten gut mit den älteren Jahrgängen wie „Opium“ oder „Alma Mater“. Mit dem ebenfalls schon etwas in die Jahre gekommen Klassiker „Full Moon Madness“ wurde das Set recht stimmig abgeschlossen.





Setlist MOONSPELL:

Axis Mundi
Alpha Noir
Opium
Awake
Wolfshade (A Werewolf Masqurade)
Lickanthrope
Em Nome Do Medo
Vampiria
Alma Mater
Full Moon Madness

Nach einer Stunde düsterer Goth-Stimmung gab es dann wieder einen Stilbruch in Richtung Industrial mit Popallüren in Form von PAIN. Persönlich stelle ich ja die Vermutung auf, dass es dem hochsympathischen Peter Tägtgren ja per Gesetz verboten ist, eine schlechte Show zu spielen. Das mag jetzt etwas spekulativ klingen, aber zumindest deuten einige Jahre durchgehend sehenswerter Shows darauf hin und dieser Abend sollte keine Ausnahme sein. Adrett in eine Zwangsjacke gekleidet wurde gleich mit „Same Old Song“ eine metaphorische Granate auf das Publikum gefeuert. Die Setlist war in erster Linie auf das letzte Studioalbum ausgelegt, wobei sich zum Glück noch genügend Klassiker wie „Zombie Slam“ oder das unverzichtbare „Shut Your Mouth“ als offiziellen Schlusspunkt, bei dem natürlich aus vollem Halse mitgesungen wurde.

Das Publikum ließ sich gerne von der Band einspannen und klatschte, pumpte, bangte und sang fröhlich vor sich hin. Nebenbei wurde auch noch der etwas schüchtern wirkende Live-Gitarrist Michael Bohlin, ob seiner großelterlichen Wurzeln in Österreich als Halb-Österreicher geoutet. Zum Abschied gab es dann noch eine auf den ersten Blick spontan wirkende Zugabe in Form des eher verzichtbaren „Bye/Die“, bei dem Peter noch dazu den Text einer Strophe vergurkte und dem Ganzen noch eine etwas chaotische Note mitgab.





Setlist PAIN:

Same Old Song
I´m Going In
Walking On Glass
Zombie Slam
Dirty Woman
Monkey Business
End Of The Line
The Great Pretender
Dark Fields Of Pain
It´s Only Them
Let Me Out
On And On
Shut You Mouth
Bye/Die

Aber sei’s drum, die Show war wirklich gut und Peter stimmgewaltig wie eh und je, da kann man sich ja kaum mehr wünschen.



Danke an die Sabine und Moremetal für die Fotos.
arena.co.at

Asator
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Beitrag vom 04.12.2012
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