KREATOR   MORBID ANGEL   NILE   FUELED BY FIRE  
27.11.2012 @ Club Vaudeville

Angesichts der Tatsache dass Anfang der Woche ein Konzert nicht um 18 Uhr starten sollte schaffte ich es leider nicht die erste Band, FUELED BY FIRE, zu sehen. Eine kurze Recherche ergab dass auch sie dem älteren Thrash Metal frönen. Höchstwahrscheinlich ein Wunsch von KREATOR, denn die beiden anderen Bands des Abends passen nicht recht zu diesem altbackenen Sound.

NILE konnte ich leider nur von der Kassa aus beobachten bzw. hören weil es administrative Probleme und kein Handynetz gab...was da zu hören war klang sehr gut. CD Qualität fast schon. Beim letzten NILE Konzert in diesem Club war deren Sound sehr schlecht. Laut, undefiniert und viel zu chaotisch. Dieses Mal klang alles sehr transparent. Fairerweise habe ich in der Umbaupause ein paar Anwesende nach deren Eindruck gefragt. Klarerweise gab es nur zwei Sichten. „Sehr gut, spitzen Sound“ oder eben „ahhh, das hat nicht sehr gut geklungen. Schade, die CD klingt so gut“. Aber sind wir uns ehrlich, können NILE überhaupt schlecht sein? Eigentlich nicht, doch den Sound der Agyptologen, die interessanterweise noch nie in dem Land der Pharaonen zu Gast waren, muss man schon mögen. Dass NILE eine unglaubliche Atmosphäre als Death Metal Band zusammenbringen muss man ihnen hoch anrechnen, dennoch klingt alles doch irgendwie sehr ähnlich.





Setlist NILE:

Sacrifice Unto Sebek
Defiling the Gates of Ishtar
Kafir
Hittite Dung Incantation
Enduring the Eternal Molestation of Flame
Sarcophagus
Supreme Humanism of Megalomania
Cast Down the Heretic
Black Seeds of Vengeance


Und dann enterten MORBID ANGEL die Bühne. Um ebenfalls wieder bei der Wahrheit zu bleiben ging ich von einem soliden Konzert aus, nicht aber von dieser brachialen Kunst welche David Vincent und Co. da abliefern konnten. Dass bereits der dritte Song „Rapture“ war soll zeigen dass hier ein Highlight nach dem anderen abgefeuert wurde. Schmunzeln lies uns David der locker auch als Blackie Lawless Double hätte durchgehen können. Die schwarz gefärbten Haare in Kombination mit der glänzenden Spandex hatte schon was sehr Spezielles. Auch das Mikro stand untypischerweise neben ihm anstatt vor sich. An diesem Tag hatten MORBID ANGEL auch den Geburtstag ihres Schlagzeugers Tim Yeung, der sowieso über jeden Zweifer erhaben ist und die Highspeed-Songs mit einer Leichtigkeit spielt, als würde er gerade Zähne putzen oder Zeitung lesen, zu feiern. Er dankte es ihnen mit teilweise noch schneller gespielten Songs. Ein unglaublicher Techniker und schnell wie die Hölle der seinen alternden Bandkollegen sauber in den Arsch getreten hat. David Vincent gab sich ungewöhnlich sympathisch, hielt aber keine großen Ansprachen, während Trey Azagtoth sein Gesicht wie gehabt immer hinter seiner schwarzen Haarpracht versteckte und sich mit Thor Gitarrenduelle lieferte.





Gegen Ende glänzte man dann noch mit Highlights wie "Where The Slime Lives" und dem monumentalen "God Of Emptiness", welche die Stimmung nochmal hoben. MORBID ANGEL sind 2012 so stark wie schon lange nicht mehr. Da verzeiht man ihnen auch den musikalischen Ausflug in die elektronische Szene am aktuellen Album "Illud Divinum Insanus".





Setlist MORBID ANGEL:

Immortal Rites
Fall From Grace
Rapture
Maze of Torment
Existo Vulgoré
Nevermore
Lord of All Fevers and Plague
Chapel of Ghouls
Dawn Of The Angry
Where The Slime Live
Bil Ur-Sag
God Of Emptiness
World Of Shit (The Promised Land)

KREATOR waren ganz klar die Helden des Abends. Mille dieser alternde Thrasher konnte vom Start weg die Leute auf seine Seite ziehen. Auf der anderen Seite gab es mir eine Art Genugtuung weil es beweisst dass man mit einem vernünftigen Lineup nach wie vor Konzerte voll bekommt. Und vorallem zeigt es eines – es gibt noch die Metalfans die auf Konzerte gehen. Und das ist gut so. KREATOR zogen knapp 90 Minuten ihr Ding durch, wie immer, ließen zwar Überraschungen oder irgendwelche Spielereien außen vor. Abgesehen von den nicht besonders beeindruckenden CO2 ausstößen in Richtung Zuschauer ließ man den brachialen Thrash der Veteranen für sich sprechen. So kombinierte man aktuelle und modern-melodische Nummern wie "Phantom Antichrist", "From Flood Into Fire" vom aktuellen Werk oder die ein paar Jahre älteren "Voices Of The Dead" und "Hordes Of Chaos" mit Thrashgranaten der 80er. Darunter natürlich die unverzichtbaren "Extreme Aggression", "Pleasure To Kill" und das typische Rausschmeisser-Doppelpack "Flag Of Hate / Tormentor", die sowieso immer nahtlos rausgedonnert werden.





Leider schmeisst man das nervige "Phobia" immer noch nicht aus dem Set und die deutschen Ansagen von Mille, der ja interessanterweise kürzlich noch einen totalen Ausraster auf einem Konzert hatte, werden auch nicht besser und verdienen teilweise sogar das Prädikat peinlich. Ansonsten kann man KREATOR nichts vorwerfen. Wer die Thrasher mag, der bekam an diesem Abend wie immer die volle Bedienung.





Setlist KREATOR:

Mars Mantra
Phantom Antichrist
From Flood Into Fire
Enemy of God
Phobia
Hordes of Chaos (A Necrologue for the Elite)
Extreme Aggression
Voices of the Dead
Civilization Collapse
People of the Lie
Death to the World
Endless Pain
Pleasure to Kill
The Patriarch
Violent Revolution
United in Hate
Betrayer
Flag of Hate
Tormentor

Wehmutstropfen des Abends war der stolze Eintrittspreis von € 35. Da hätte man noch was machen können...



FOTOS + E-CARDS
www.kreator-terrorzone.de

nano
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Beitrag vom 07.12.2012
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