HELLOWEEN   GAMMA RAY   SHADOWSIDE  
22.03.2013 @ Tipsport Aréna

Da war gerade mal Frühlingsbeginn und dann ist schon wieder Halloween – pardon HELLOWEEN! Die Herren haben mit „Straight Out Of Hell“ erneut bewiesen, dass sie nicht nur Erfinder des Power Metals sind, sondern auch über 25 Jahre später noch ein wichtiges Wörtchen mitzureden haben. Gemeinsam mit den Hamburger Freunden von GAMMA RAY, mit denen man 2007 schon fleißig unterwegs war, führt man aktuell die Hellish Rock Tour Part II durch. Da man wieder mal auf einen Gig in Österreich verzichtete, pilgerten wir allzu gerne nach Prag. GAMMA RAY mit FREEDOM CALL waren dort ja zu seiner Zeit auch ein riesen Erfolg.

Pünktlich um 20:00 Uhr durften aber erst mal die Brasilianer von SHADOWSIDE mit ihrem düster anmutenden Heavy/Power Metal auf die großen Bretter. Überwältigt von der enormen Größe der Tipsport Arena in Prag, die normalerweise als Eishockey-Halle verwendet wird und die Wiener Stadthalle mühelos übertrifft, holten wir uns erst zu günstigen Konditionen das erste Bier, und dann konnte es natürlich auch schon losgehen. SHADOWSIDE gaben auf der Bühne von der ersten Minute alles, hatten aber sichtlich Mühe, die bereits sehr große Zuschauerzahl zu ermutigen. Dazu trug natürlich auch der durchwachsene Sound bei, aber mit gelungenem Soundmaterial wie dem aktuellen Album „Inner Monster Out“ legten die Jungs rund um Frontdame Dani Nolden einen souveränen Auftritt hin. Neben ihren eigenen Songs wie „Gag Order“ oder „Waste Of Life“ vom aktuellen Werk, präsentierten sie noch eine interessante Version des MOTÖRHEAD Klassikers „Ace Of Spades“. Nach knapp 30 Minuten verabschiedeten sich die Süd-Amerikaner nach getaner Arbeit wieder hinter die Bühne und machten Platz für die Hauptacts GAMMA RAY und HELLOWEEN, auf die schon tausende Fans warteten.





Setlist SHADOWSIDE:

I´m Your Mind
A.D.D.
Highlight
Hideaway
Gag Order
Ace Of Spades
Waste Of Life
Angel With Horns


GAMMA RAY hauten gerade eben noch die EP „Master Of Confusion“ mit zwei neuen Krachern auf dem Markt, um auch neues Material bieten zu können, was sie natürlich auch taten. Die Klassiker ließen die Hamburger Power Metaller natürlich auch nicht vermissen. Dabei gingen Kai Hansen und Co. sehr mutig an die Sache ran. Habe ich in den letzten Jahren noch die immer wieder sehr ähnliche Setlit bekritelt, so boten die Jungs mit neuem Drummer Michael Ehré nun gleich zu Beginn eher rare Songs wie „Anywhere In The Galaxy“ oder „Men, Martians And Machines“ oder das grandiose BIRTHCONTROL Cover „Gamma Ray“ – der Party Hit schlechthin. Auch die neuen Songs „Master Of Confusion“ und das brutale „Empire Of The Undead“, die auf das kommende Album Lust machen sollen, schlugen ein wie eine Bombe. Kai war bei bester Laune und Stimme und führte sehr sympathisch durch das Set. Der Sound hatte sich zum Glück enorm gebessert und so stand den Herren nichts mehr im Weg um einen wirklich starken Auftritt hinzulegen. Naja, außer vielleicht die Spielzeit, die mit einer knappen Stunde doch sehr eng bemessen war.






Obwohl HELLOWEEN schon mehr oder weniger in den Startlöchern standen, bot man überraschenderweise auch noch den Klassiker „Future World“ inklusive Mitsingspielchen. Zu guter Letzt griff man dann doch noch auf einen Dauerbrenner zurück und schloss das Set mit „Send Me A Sign“ perfekt ab. Dennoch hoffe ich, dass die Herren nächstes Jahr wieder eine ordentliche Headliner-Tour hinlegen.





Setlist GAMMA RAY:

Anywhere In The Galaxy
Men, Martians And Machines
The Spirit
Gamma Ray
Master Of Confusion
Empire Of The Undead
Empathy
Rise
Future World
To The Metal
-
Send Me A Sign

Auch HELLOWEEN ließen sich nicht lange bitten und kamen pünktlich auf die Bühne, wenn auch hinter einem Tarnnetz versteckt und servierten das kurze aber intensive Intro-Stück “Wanna Be God” vom aktuellen Album. Der Vorhang fiel und das überlange „Nabataea“ startete die Party endgültig. Die Stimmung in den vorderen Reihen der Tipsport Arena war großartig und HELLOWEEN gaben sofort Vollstoff. Natürlich musste man da nachsetzen und punktete mit dem Klassiker „Eagle Fly Free“, sprang dann aber gleich wieder 26 Jahre nach vor in die Gegenwart und präsentierte das flotte „Straight Out Of Hell“ vom diesjährigen Release. Danach ließ man aber meiner Meinung von den gewählten Songs her etwas nach. „Waiting For The Thunder“ ist für mich einer der schwächsten Songs des aktuellen Albums und „Steel Tormentor“ ist auch nicht gerade die beste Live-Nummer. Nach einem kurzen und ebenso verzichtbaren Drum Solo konnte man aber mit der Hymne „I´m Alive“ und „Live Now!“, bei dem Andi Deris die Fans zu fleißigen Mitsingspielchen motivierte, wieder punkten und die Stimmung nach oben schrauben.






Aber leider holte man die Fans gleich wieder brutal runter, denn die Ballade „Hold Me In Your Arms“, so schön sie auch ist, war mit seinen Akustik-Gitarren doch etwas deplaziert, während man mit „If I Could Fly“ nur langsam wieder in Fahrt kam, aber dafür mit „Hell Was Made In Heaven“ die Happy Metal-Party wieder entfachen konnte. Bis zu diesem Punkt war der Auftritt von HELLOWEEN ein Wechselbad der Gefühle. Deris und die restlichen Jungs waren gut drauf, bewegten sich viel, ließen aber anmerken, dass sie die Energie der letzten Jahre doch etwas eingebüßt haben – kratzen die Urgesteine Großkopf, Weikath und Deris doch schon am 50er. Doch die großen Momente des Abends sollten nun erst kommen. In der Zugabe ließ „Dr. Stein“ den alten HELLOWEEN-Spirit aufleben und mit Kai Hansen auf der Bühne sollten „Halloween“, „How Many Tears“ und „Heavy Metal (Is The Law)" im Medley eine jetzt schon legendäre Performance hinlegen. Im Anschluss und zu guter Letzt wurde es dann noch richtig voll auf der Bühne, denn die restliche Rays kamen auf die Bühne und feierten mit „I Want Out“ gemeinsam mit HELLOWEEN den ausklingenden Abend mit den Fans. Wirklich großartig! Und zu "A Tale That Wasn´t Right" in der "Unarmed" Version wurden wir dann in die eiskalte Frühlingsnacht entlassen und kämpften uns durch Prag zurück zum Hotel.









Setlist HELLOWEEN:

Wanna Be God
Nabataea
Eagle Fly Free
Straight Out Of Hell
Where The Sinners Go
Waiting For The Thunder
Steel Tormentor
Drum Solo
I´m Alive
Live Now!
Hold Me In Your Arms
If I Could Fly
Hell Was Made In Heaven
Power
-
Are You Metal?
Dr. Stein
-
Halloween / How Many Tears / Heavy Metal (Is The Law)
I Want Out

Wie schon erwähnt überzeugten GAMMA RAY von Anfang bis Ende, dafür ließen HELLOWEEN zwischendurch etwas nach, was teilweise an der unausgewogenen Setlist und etwas Energieverlust gelegen haben dürfte. Einen Besuch beider Bands ist es aber auch heute noch uneingeschränkt wert.


FOTOS + E-CARDS
www.helloween.org

maxomer
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Beitrag vom 25.03.2013
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