...AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD   RIBOZYME  
13.04.2013 @ WUK

„Ich vergeude nicht meine Zeit damit, an Erfolge zu denken, die hinter uns liegen“, sagt Conrad Keely, Sänger und Gitarrist von …AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD vor dem Konzert im Gespräch mit earshot. Das mag schon stimmen, dennoch: Am heutigen Abend klingen TRAIL OF DEAD so wie sie vielleicht vor 15 Jahren geklungen haben. Roh, hart und laut.

Vor dem Hauptact geben die drei Norweger von RIBOZYME als zweite Vorband ihr erstes Österreich Gastspiel. „Wir sehen unsere Musik nicht in festen Genres. Wir versuchen Teile und Riffs in Songs zu packen, die so etwas wie Landschaften ergeben“, sagt der etwas schüchterne Bassist Bård Bøge vor seiner Show. „Nur noch zehn Minuten, wir müssen jetzt langsam zur Bühne.“





On stage machen RIBOZYME nichts falsch. Cato Olaisen macht am Schlagzeug eine gute Figur und kommt auch mächtig ins Schwitzen. Nicht zu vergessen Sänger Kjartan Ericsson, auch er macht seine Sache gut. Man kann nachvollziehen wie es die Band mit ihrer bunten Mischung, aus Rock, Prog Rock, Rock’n’Roll-Elementen und kleinen Elektro-Spielereien geschafft hat, sich in ihrer Heimat eine breite Fanbase aufzubauen. Im Wiener Publikum kommt der Sound zwar an, wirkliche Begeisterung sieht aber anders aus. „Auf der Tour haben wir TRAIL OF DEAD jetzt schon über zehn Mal gesehen, die Band liefert jeden Tag so eine gute Leistung ab. Das motiviert“, sagt Bård Bøge. Im Vergleich mit den Headlinern wird das klar: Bei allem handwerklichen Können, wirklich berühren kann RIBOZYME heute Abend nicht.





Seit 2011 ist die Band statt zu fünft nur noch zu viert unterwegs und von der Anfangscrew sind auch nur noch die beiden Sänger Conrad Keely und Jason Reece übrig. Seit knapp 20 Jahren machen die beiden schon gemeinsam Musik. Wie schafft man so eine lange Zeit. „Freundschaft hilft. Und es hilft das zu machen, was man liebt“, sagt Keely. Das kann man hören.

Nach dem kurzen „Ode to Isis“ kracht TRAIL OF DEAD los. Heute Abend gibt es keine epischen Riffs, kein perfekt ausgeklügeltes Songwriting. Zumindest hört man es den Songs nicht mehr an. Jeder Track wird doppelt so schnell abgespielt, es wird kaum gesungen, meist geschrien und es gibt keine instrumentalen Verschnaufpausen. Und doch fühlt es sich nicht an, als wären sie frustriert. Vielmehr sieht man heute Abend eine Band, die äußerst erfolgreich ihre Hardcore-Seite wieder aufleben lässt. Die Zeiten des popig, perfekten Major-Label Sounds sind vorbei.

Das WUK ist bestenfalls halb gefüllt, und das Publikum durfte mit einem etwas anderen Sound rechnen. Trotzdem ist mehr los als bei den bisherigen TRAIL OF DEAD-Shows in Wien. Fliegende Bierbecher und die Anfänge eines Circle Pits inklusive. Belohnt werden sie mit Köperkontakt mit Jason Reece und einem zum Angreifen nahen Autry Fulbright II – dem gelenkigen Bassisten.






Was sind die nächsten Pläne: „Ich werde mein Buch fertigstellen“, sagt Keely. Und natürlich wird weiter Musik geschrieben. „Ihr habt in Europa eine beeindruckende und inspirierende Architektur“, erzählt er, während er den Efeubewuchs des WUKs in sein Notizbuch zeichnet. Und natürlich schreiben sie gerade wieder an einer neuen Platte, die wird wohl noch mehr nach Europa klingen.


FOTOS + E-CARDS
andyouwillknowusbythetrailofdead.bandpage.com/

doubleRR
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Beitrag vom 26.04.2013
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