KILLSWITCH ENGAGE   SYLOSIS   HEARTIST  
24.04.2013 @ Arena

Knapp 10 lange Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet – Die US-Metaller und Mitbegründer der New Wave Of American Heavy Metal KILLSWITCH ENGAGE in ihrer besten Form – nämlich mit Gründungsmitglied und Heimkehrer Jesse Leach am Mikro. Damals mit „Killswitch Engage“ und vor allem dem Meisterwerk „Alive Or Just Breathing“ revolutionierten die Männer das Genre und bliesen alles an die Wand. Leider musste 2003 Jesse das Mikro an Howard Jones übergeben. Versteht mich nicht falsch, ich sehe Howard als starken Sänger mit viel Ausdruck, jedoch fehlte ihm das, was Mister Leach mitbrachte, das aus KSE machte, was es eben ist. Außerdem verfielen die Amis in immer softere Gefilde bis das Mikro wieder zurückgegeben wurde.

Soweit so gut. Bevor ich KSE endlich im (fast) Original-Line Up in der Wiener Arena bewundern durfte, starteten die Youngsters, Landskollegen und Labelmates HEARTIST in den Abend. Den Eindruck den ich von der Debüt EP „Nothing You Didn´t Deserve“ erhielt, der übertrug sich auch auf die Bühne. Voller Elan, mit einer zu Beginn brachialen Soundwand, wirbelten die Jungs aus Orange County über die Bühne und gaben sich Mühe die Leute bei der Hitze bei der Stange zu halten, begeisterten aber mit ihrem modernen, progressiven und teils etwas weichgespülten Sound nur bedingt. Nach gut 20 Minuten hatten sich die Herren durch ihre EP durchgespielt und verließen die Bühne um für SYLOSIS Platz zu machen.





Setlist HEARTIST:

Nothing You Didn´t Deserve
Rhinestone
Tangled
The Answer
Where Did I Go Wrong?
Disconnected

SYLOSIS feierten mit ihren letzten Platten „Edge Of The Earth“ und „Monolith“ brachiale Erfolge. Die Briten erspielten sich sehr schnell einen Namen und zeigten, dass es auch ohne viele Melodien und cleane Vocals geht. Eine gute Spur professioneller und sicherer als noch HEARTIST agierten SYLOSIS mit ihrer Bühnenerfahrung schon überzeugender. Brutal, kompromisslos und technisch versiert führte das Vierergespann durch gut 40 Minuten Material ohne erkennbare Schwächen, doch wirklich Höhepunkte gab es trotz anspruchsvollem Songmaterial nicht. Kurzum: souverän, solide, brutal und kompromisslos, aber eben auch highlightlos wärmten SYLOSIS die sowieso schon, von der vorsommerlichen Nacht, verschwitzten Metalheads auf.





Setlist SYLOSIS:

Fear The World
Sands Of Time
Stained Humanity
Reflection Through Fire
Teras
All Is Not Well
Altered States Of Consciousness
Empyreal, Part 1


Zum Glück ließen sich die legendären KILLSWITCH ENGAGE rund um Gitarrenmeister und Produzent Adam D. nicht lange bitten und stolzierten gemütlich während des Intros auf die Bühne und ließen sich bejubeln. Danach ging es aber ohne Umschweife los. „The Hell In Me“ vom aktuellen Machwerk und „A Bid Farewell“ machten zu Beginn gleich eine gute Figur, aber der „Alive Or Just Breathing“ Klassiker „Fixation On The Dakness“ ließ dann die Fans zum ersten Mal richtig abgehen. Jesse und seine Mannen hatten sichtlich Spaß, wie man an den grinsenden Musikern erkennen konnte, ließen aber nicht wirklich etwas anbrennen und spurteten ohne große Pausen durch ihr grandioses Set. Vom neuen Kracher „Disarm The Descent“ gab es einiges zu hören und die dazugehörigen Songs „No End In Sight“, die Single „In Due Time“ und das zum allerersten Mal live präsentierte „All We Have“ fügten sich nahtlos ins Set ein. Wenn dann doch mal das Wort an die Fans gerichtet wurde, dann übernahm das zumeist Adam, der auf der Bühne wie ein Verrückter abging, hin und her hampelte und eigentlich nur am „schmäh führen“ war. Sogar neue Freunde wurden gemacht – und Adams neuer Freunde durfte im Circlepit gleich mittig, halbnackt den Klassenclown machen.





Natürlich heizten solche Aktionen die Fans umso mehr an und die sowieso schon komplett durchgeschwitzte Arena gab ebenso wie die Band Vollgas, was eine geniale Stimmung zu Folge hatte. Es wurde lauthals mitgesungen, mit den Musikern ein Hit nach dem anderen abgefeiert und gemosht, was der Körper hergab.

Natürlich wurde auch die Ära Howard Jones ausgiebig präsentiert, wobei Jesse, der in der stimmlichen Form seines Lebens zu sein scheint, seine ganz eigene Note in die Stücke bringt und nicht einmal daran denkt seinen zwischenzeitlichen Ersatz nachzuahmen. Spätestens bei dem Doppelkracher „Numbered Days“ (Gänsehaut) und „Self Revolution“ fühlte es sich so an, als ob er nie weg gewesen wäre. KSE agieren auch heute noch wie eine Einheit und haben wohl durch die Umbesetzung einen wahrlichen Energieschub erhalten. Die Zeit verflog so schnell, dass die 17 gebotenen Songs nur so an einem vorbeibretterten. Gegen Ende hin meinte Adam dann, dass es nur noch ein paar Songs geben wird und er sich normalerweise zu dem Zeitpunkt eine Dose Bier Ex in den Körper kippt, aber da es in Wien ja die tollen „Käsekrainer“, wie er sie in astreinem englischem Slang aussprach, gibt, würde er improvisieren. Gesagt, getan und nach dem etwas laschen „My Curse“ und „The End Of Heartache“ verabschiedeten sich KILLSWITCH ENGAGE hinter die Bühne – aber da war doch noch etwas! Ein Auftritt ohne „My Last Serenade“ gibt's nicht, und das wissen nicht nur die Fans, sondern KSE selbst auch.





Setlist KILLSWITCH ENGAGE:

Intro
The Hell In Me
A Bid Farewell
Fixation On The Darkness
The New Awekening
Life To Lifeless
No End In Sight
Take This Oath
The Arms Of Sorrow
This Is Absolution
All We Have
Rose Of Sharyn
Numbered Days
Self Revolution
In Due Time
My Curse
The End Of Heartache
-
My Last Serenade


Und so boten die Herren nochmal volle Wucht KSE und eine gute Prise Gänsehaut, ehe man die Fans in den warmen sommerlichen Abend entließ. Meine Erwartungen an Jesse und KILLSWITCH ENGAGE waren enorm, doch diese konnten mühelos erfüllt werden. Die Band wirkt frischer und energischer denn je und Jesse Leach bewies einmal mehr seine Qualitäten als überragender Sänger mit einem unglaublichen Gesangsspektrum. Abgesehen von den eher nicht sonderlich überzeugenden Supportern, konnte man von einem genialen Abend sprechen. Bitte bald wieder!


FOTOS + E-CARDS
www.killswitchengage.com

maxomer
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Beitrag vom 30.04.2013
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