DANKO JONES   BOMBUS   GUIDELINE  
08.05.2013 @ Posthof

Der kanadische Power-Rocker Danko Jones ist mit seinen immer mal wieder wechselnden Jungs seiner gleichnamigen Band DANKO JONES seit fast 20 Jahren ein Garant für kurzweiligen Rock, mehr als soliden Platten und actiongeladene Shows bekannt. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass der sympathische Mann auch mit seinem aktuellen Album „Rock N Roll Is Black And Blue“ ausgiebig touren geht. Schon mehrmals habe ich von seinen Live-Qualitäten gehört und da der Mann nicht zum ersten Mal in Linz zu Gast war, wurde es auch höchste Zeit ihm auf die Finger zu schauen. Als heimischer Supporter agierten die Welser GUIDELINE, während die Schweden mit dem interessanten Namen BOMBUS den regulären Supporter mimten.

Pünktlich starteten die Welser, von denen ich schon einiges (wenn auch noch nichts Musikalisches) gehört habe, in ihr Set. Und bereits nach den ersten paar Tönen, war ich, sowie viele andere Anwesende, begeistert von dem Sound des Quartetts. Die Alternative Metaller mit Grundge-Einschlag lieferten eine überaus solide Leistung mit tollen, intensiven Songs ab, freuten sich über die Resonanz des Posthofs und zeigten, dass sie sich hinter Genregrößen nicht verstecken müssen. Leider wirkten die vier Herren auf der Bühne sehr steif und zu konzentriert, um wirklich die Leute in Stimmung zu bringen. Etwas mehr Bewegung und Ausstrahlung würde der Performance von GUIDELINE sicher gut tun. Auf musikalischer Ebene gibt es da aber absolut nichts zu bemängeln.

Eine weitere Live-Überraschung waren BOMBUS. Die Schweden mochten musikalisch so überhaupt nicht ins Bild passen, doch drei Bands an einen Abend die komplett ident klingen braucht eh keiner, darum verbreitete sich die Begeisterung schnell im Saal und dieser füllte sich nach nur wenigen Minuten immer mehr. Wie bereits angesprochen passen die Herren wohl eher ins Vorprogramm von Bands wie MASTODON oder BARONESS. Energiegeladen und mit fettem, alles niederwalzenden Sound zogen die vier Herren eine starke Show ab. Anfangs war die Befürchtung groß, dass man diese Intensität aufgrund von möglicher Monotinie nicht halten kann, doch BOMBUS hatten so manches Ass im Ärmel und überraschten mit halbwegs abwechslungsreicher Kost, zwei Sängern und einer Nummer, die wie eine Mischung aus MOTÖRHEAD auf Speed und Hummeln (das bedeutet Bombus nämlich) im Arsch klingt. Aktuell promoten die Männer ihre 7“ Single „Apparatus“ und spielten natürlich auch Songs diese Veröffentlichung, inklusive einem bisher noch nie live gespielten Song. Aber auch ältere Tracks wie dem stampfenden „Biblical“ gaben sie zum Besten. Was GUIDELINE versäumten, holten BOMBUS mühelos nach. Allem voran Bassist Jonas stand keine Sekunde ruhig auf der Bühne, aber auch Feffe und Matte nutzten jeden Zentimeter der Bühne, wenn sie nicht gerade hinter dem Micro standen und solierten.






Für Fans von MASTODON und Co. sind BOMBUS ein absolutes Muss, aber wie man an diesem Abend merkte, können sicher auch Freunde der gewöhnlicheren Rock- und Metalklänge etwas mit den abgefahreneren Schweden anfangen.

Setlist BOMBUS:

Biblical
Outsider
Poet
A Safe Passage
Raised By Pigs
Enter The Night
Appartacus
Into The Fire


DANKO JONES und seine Männer ließen sich nicht lange bitten und stolzierten gegen 22:00 Uhr auf die Bühne, um ein ausführliches und unterhaltsames Set zu liefern. Das kanadische Power-Trio legte fulminant und mit viel Elan los. „Had Enough“ vom 2010er Werk „Below The Belt“ und das acht Jahre ältere „Play The Blues“ zeigten schön, dass sich Danko immer treu blieb und bildeten einen guten Auftakt zu diesem nahtlosen Set. Zwischendurch ergriff der Mann auch das Wort und das nicht zu knapp. „Nice to be back in Linz! Last time we played in the smaller hall“, erinnerte er sich und setzte nach: „Next time we are here, we want to see even more people and fill the hall so that i cannot read the signs back there anymore!“ Mit viel Pathos und stimmgewaltig zog er seine überlangen Ansagen durch und unterhielt so die Zuschauer umso mehr.





Leider konnte man trotz einem starken Drum-Solo von Meister Adam „Atom“ Willard (THE OFFSPRING, ANGELS & AIRWAVES, SOCIAL DISTORTION, ALKALINE TRIO uva.) und viel Mühe das Niveau nicht über die ganze Distanz halten. Zu ähnlich sind die Songs des Trios aufgebaut und zu wenig große Hits konnten geboten werden. Für Fans der Band zahlte sich der Abend aber dennoch aus, denn Mr. Jones zeigte mehrfach sein Können an der Gitarre und bewies auch mit Songs wie „Full Of Regret“ oder Cadillac“, dass er ein guter Songwriter ist und weiß wie man Party macht. Gegen Ende zollte er noch verstorbenen Metal-Helden Tribut, worunter man Namen wie Ronnie James Dio, Cliff Burton, einige der RAMONES und auch den erst fünf Tage zuvor von uns gegangenen Jeff Hanneman fand. Sehr sympathisch. Die Zugabe mit „I Think Bad Thoughts“, dem bluesigen „Legs“ und „Mountain“ konnte nochmal neue Energien entfesseln, ehe sich die drei Männer von der Bühne verabschiedeten.


Setlist DANKO JONES:

Had Enough
Play The Blues
Sticky Situation
First Date
Just A Beautiful Day
Dance
Code Of The Road
Sugar Chocolate
Full Of Regret (inkl. Drum Solo)
Lovercall
Conceited
Cadillac
I Believed In God
-
I Think Bad Thoughts
Legs
Mountain


So verschieden die drei Bands dieses abends auch waren, so sehr konnten auch alle überzeugen. Vielleicht hätte ich mir von DANKO JONES etwas mehr gewünscht, jedoch kann das auch an der hohen Erwartungshaltung liegen, denn falsch an dem Auftritt war absolut nichts. Alle drei Bands sind auf jeden Fall eine Empfehlung wert.


maxomer
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Beitrag vom 10.05.2013
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