EXTREMEFEST 2013 - TAG1: LEGION OF THE DAMNED   VOMITORY   ENSLAVED   ZOMBIE INC.   BROKEN HOPE   ANTROPOMORPHIA   HATE  
23.05.2013 @ Flugplatz Schwarze Heide

Trotz verheerender Wettervorhersage begab sich earshot.at auf die lange und abenteuerliche Reise (8h) von Österreich quer durch ganz Deutschland zum Extremefest 2013 am Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe (Nähe Oberhausen). Doch soviel vielleicht gleich vor weg, die Reise war es definitiv wert. Verteilt auf 2 Bühnen auf dem kleinen aber feinen Festival-Gelände spielte sich nämlich an 3 Tagen so ziemlich alles ab, was es im extremen Metalbereich aufzubahren gibt. Von LEGION OF THE DAMNED über BEHEMOTH bis hin zu VADER, GRAVE und EXHUMED wurden einem heuer wieder fast alle Line-Up Wünsche erfüllt. Doch erstmal ganz von vorn.

Was als erstes aufiel, war die Tatsache, dass hier Camping und Parken getrennt voneinander stattfinden. Find ich es persönlich gemütlicher neben dem eigenen Auto zu zelten, störte es aber auch nicht weiters, da das Festival sehr überschaubar ist und sich die Gehzeiten von einem Ende zum anderen relativ in Grenzen hält. Das Festival hatte insgesamt 2 Campingareas. In einem befand sich die Tentstage, die sich im Laufe des Festivals nicht nur als akustisch sehr gute Bühne, sondern auch als Unterschlupf vor Regen hervorragend eignete. Gleich anschließend ans Campingareal lag das Konzertgelände mit den Merchandise-Ständen, Ess-/Trink- und Sitzgelegenheiten und natürlich der Open-Air-Bühne. Alles im kleinen Rahmen, was ich hier als positiv vermerken möchte, denn durch die kurzen Distanzen war das Festival fast schon familiär und man traf Bekannte sehr viel öfter als auf vielen anderen Open-Air-Festivals. Qualität der Verpflegung sowie die Preise waren mehr als in Ordnung und so kann ich dem Ambiente - vom Wetter abgesehen - ein dickes Plus geben.

Der Wettergott hat es übrigens anfangs auch noch gut mit uns gemeint und somit konnten wir unser Lager bei leicht bewölkten Himmel gemütlich aufschlagen, bevor es dann zu der von uns als erstes besuchten Band des Tages zur Mainstage ging.


HATE bauten dort gerade ihre Instrumente auf und boten uns anschließend einen wunderbaren Festivalauftakt, denn die Show hatte es in sich! Trotz des tragischen Verlust von Bassisten Slawek „Mortifer“ Archangielskij spielten HATE - im Gedenken an ihren verlorenen Bandkollegen - ein würdiges Set. Nach so einem Vorfall so schnell wieder weiterzumachen und für die Fans da zu sein, zeigt schon einiges. Ersetzt wurde Slawek durch Piotr Kolakowski, der schon zuvor bei HATE als Session Musiker gearbeitet hat und hier eine gute Leistung zeigte. Einzig fahler Beigeschmack war der schlecht abgemischte Sound, ironischerweise war unter anderem genau der Bass viel zu laut.






Danach ging es rüber in die Tentstage, um zu sehen, was sich da so abspielte. Dort zockten gerade die Jungs von ANTROPOMORPHIA aus Holland. Sie boten soliden Death Metal, jedoch ohne besonders hohe Ansprüche, aber dafür mit düsterklingenden Riffs, die dem ein oder anderen sicher gut gefallen haben.





Dann ging es wieder raus aufs Open-Air Gelände zu BROKEN HOPE. Diese lieferten wie immer eine Show erster Sahne mit ihrem Oldschool Death Metal amerikanischer Art. Auf die Jungs aus Chicago war ich schon mehr als gespannt, hatten sie doch ihren neusten Streich "Omen of Disease" mit im Gepäck. Auf die Gusterstücke vom ersten Album "Swamped in Gore" wurde aber zum Glück auch nicht ganz vergessen. Was noch zu betonen wäre ist, dass trotz des kuriosen Todesfall des Originalsängers im Jahre 2010, BROKEN HOPE ihre umglaubliche Live-Kraft behalten haben, die sie auf diesem Festival einmal mehr unter Beweis stellten - und der Sound war hier etwas besser arrangiert. Für mich ganz klar eine der besten Performances am ersten Festivaltag.





Einmal mehr verschlug es uns in die Tentstage, wo es bereits zu gruseln begann, denn ZOMBIE INC. standen schon in den Startlöchern. Die Truppe aus unserer Heimat Österreich hatte nicht nur musikalisch, sondern auch visuell einiges zu bieten. Hervorheben möchte ich hier besonders die extrem starke Performance des Sängers (ex-PUNGENT STENCH). Natürlich performte die Truppe typgerecht in voller Zombie-Montur und es wurde geshreddert, was das Zeug hielt und das begeisterte das leider noch viel zu spärlich gefüllte Party-Zelt.




Weiter ging es auf die Mainstage zu den Norwegern von ENSLAVED. Ihr progressiver Black Metal zündete von Anfang an und ihre Viking-Elemente sorgten dafür, dass schon ordentlich Stimmung im Zuseherbereich aufkam. Eröffnet wurde mit dem wunderbaren "Thoughts Like Hammers", welches auch der Opener ihres aktuellen Albums "Riitiir" ist und teilweise sogar nach Doom Metal klingt. Nach nur drei oder vier weiteren Stücken war die Spielzeit aber auch leider schon wieder vorbei. Dabei gilt natürlich zu sagen, dass ENSLAVED Tracks einen Hang zur Überlänge haben. Alles in allem, ein sehr athmosphärischer Auftritt, der mir persönlich sehr gut gefallen hat.






Bevor es Zeit für den Headliner auf der Hauptbühne wurde, wagte ich einen kurzen Blick zur Zeltbühne, wo gerade VOMITORY voll im Gange waren. Zum Glück hatten die Herren etwas später wie geplant begonnen, weswegen es möglich war sich ENSLAVED und VOMITORY anzusehen, auch wenn diese Bands ja eher unterschiedliche Zielgruppen haben. Für mich waren jedenfalls beide interessant und ich war froh, von beiden fast die ganze Show zu sehen. Die Schweden klingen nämlich nicht nur nach exzellentem nordischen Death, sondern auch nach einer ordentlichen Portion US-amerikanischem Extreme Metal. Besonders gut wirkten die neuen Songs vom letzten Album "Opus Mortis VIII". Da kam schon ordentlich Stimmung auf und der Sound war wirklich unglaublich gut! Nach dem Auftritt wünschte man sich dann wahrlich, die Gerüchte um die angebliche Auflösung der Band 2013 würden gar nicht erst existieren.





Zu bereits Kühlschrank-ähnlichen Tempraturen begab man sich zum Headliner des Abends, und der war niemand geringeres als die Death/Thrash-Urgewalt aus den Niederlanden LEGION OF THE DAMNED. Sind sie doch für jeden, der sie zum ersten Mal live sieht wirklich mehr als druckvoll, so verlieren sie doch nach ein paar Konzertbesuchen ihre Live-Gewalt und so war es für mich ein eher durchschnittlicher Auftritt, der mich nicht zu 100 % überzeugen konnte. Auch die Gesangdarbietung von Maurice Swinkels war diesmal nicht so besonders. Dennoch war der Headliner mehr als Festival-würdig und so sammelten sich doch recht viele Zuseher vor der Bühne, um den schnellen und energievollen Sound der Truppe live miterleben zu können. Dazu trug vielleicht auch der neue zweite live-Gitarrist Hein Willekens bei.





Der erste Tag war für uns schon ein musikalischer Hochgenuss, doch was der zweite Tag alles mit sich brachte, könnt ihr im zweiten Teil der Live-Reportage des Extremefestes 2013 nachlesen. Seid gespannt!


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Sunny
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Beitrag vom 13.06.2013
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