DARK AVENGER (MANOWAR)   JUDAS RISING (JUDAS PRIEST)   SPERMTROOPERS OF DESTRUCTION   MAN IN THE BOX (ALICE IN CHAINS)  
30.06.2013 @ Virgin Oil, Helsinki

Drei Tage TUSKA voller Highlights und dem finalen epischen Schlag NIGHTWISH ging am Sonntag gegen 21:00 bereits mit einem spektakulären Feuerwerk zu Ende. Und was tut der Finne nun? Ins Bett gehen? Blöde Frage – natürlich geht der Finne auf eins der zahlreichen Konzerte. Nachdem wir im Club Tavastia schon unsere Freude an den Bands hatten, besuchten wir an unserem letzten Abend in Helsinki den Club Virgin Oil, in dem an diesem Abend einige Cover-Bands angesagt waren.

Die erste Überraschung war aber schon die Venue selbst. Ein richtig schicker großer Eingang und dahinter eine edle Bar, wo es gutes Essen und Wein aller Art gibt. Zuerst denken wir, hier sind wir falsch, doch als wir dann die Treppen in den ersten Stock empor steigen und sich uns eine geniale Konzertlocation mit überraschend großer Bühne zeigt, sind wir zufrieden. Es sollte etwas dauern bis MAN IN THE BOX den Abend, bzw. die Nacht (es ist mittlerweile 21:45) eröffnen. Der Name sollte jedem Alternative Rock und Grundge Fan etwas sagen, denn war das doch ein großer Hit der Truppe ALICE IN CHAINS. So startete das Quartett gleich in die ersten Klassiker ihrer Idole. „We Die Young“, „Them Bones“ oder eben „Man In The Box“ sollten die Herzen der Fans, die immer zahlreicher wurden, sofort höher schlagen lassen. Optisch gab man sich nicht allzu viel Mühe, was aber bei dieser Band auch nicht nötig ist, denn auch die Shows von AIC waren immer schon minimalistisch gehalten. Nur der Frontmann, der die Vocals sehr authentisch rüberbrachte, versuchte mit Sonnenbrille und seinem Stageacting Layne Staley zu imitieren. Einziges Manko war der viel zu laut aufgedrehte Sound, für den man die Band selbst natürlich nicht verantwortlich machen kann.





Setlist MAN IN THE BOX:

We Die Young
Grind
Them Bones
Dam That River
Angry Chair
Man In The Box
It Ain´t Like That
Rooster
Again
Check My Brain
Would?

Vor der nächsten Cover Band durfte die einzige Band mit eigenen Songs ran. Diese hört auf den merkwürdigen Namen SPERMTROOPERS OF DESTRUCTION, die um der Cover Night gerecht zu werden mit „plays S.O.D.“ angekündigt wurden. Wir waren schon gespannt und etwas ängstlich, was uns denn da erwarten soll. Und schon flogen uns die Finnen um die Ohren. Gitarrist, Bassist und Drummer gaben Vollstoff, bis ein Hüne mit Skelettmaske am Kopf und Zigarre in den Zähnen auf die Bühne kam. Ab da gab es keine Sekunde mehr zu verschnaufen. Was sich nämlich abspielte, ist nur schwer in Worte zu fassen. Die Zuschauer wurden plötzlich wie von der Tarantel gestochen munter und nutzten die ganze Fläche zum Moshen, Abgehen und Durchdrehen. Die flotte Musik der Finnen kann man kurz als betrunkene SLAYER auf Speed mit einem Schuss Hardcore beschreiben. Fette Highspeed-Thrash Riffs, moshende Rhythmik und ein Brüllwürfel am Micro machten diesen Auftritt schon unvergessen, aber mit verschiedenen Kostümen und Accessoires peppten die Herren den Gig nochmal etwas auf. So konnte man den Frontmann auch als Freddy Krüger erleben, während man zu dem Song „We Want Milk“ aus einem Lidl Sackerl heraus leere Milchtüten verschleuderte. Songtitel wie „Speak English Or Die“, in dem es ein kurzes „Raining Blood“ Intermezzo gab, „Mosh“ und irgendwas mit „Pussy“ zeigten auch, dass die Band den Spaß absolut in den Vordergrund stellt. Laut Aushang stellte sich S.O.D. aus Mitgliedern von THE SCOURGER, BARREN EARTH und RYTMIHÄIRIÖ zusammen.





Nach einer kurzen Pause erwarteten wir eigentlich eine MANOWAR Cover-Band, stattdessen bekamen wir JUDAS PRIEST serviert. Die Band namens JUDAS RISING legte mit den Hits „Rapid Fire“ „Touch Of Evil“ und „Turbo Lover“ gleich gewaltig vor. Was mir bei MAN IN THE BOX egal war, störte mich hier schon eine gute Spur mehr, denn die fünf Männer auf der Bühne waren wie Salzsäulen und boten nur wenig Authentizität. In ganz normaler Straßenkleidung zockte man fast nur Klassiker aus den ersten Tagen von JUDAS PRIEST, das dafür aber wirklich gut. Vor allem der Frontmann wusste wie man richtig schön screamt, auch wenn er etwas mehr nach Ralf Scheepers, denn Rob Halford klang. Klar „Breaking The Law“ oder „Living After Midnight“ sind nicht die großen Herausforderungen, vor allem weil ja die Zuschauer hier sowieso den größten Part übernehmen, aber spätestens beim abschließenden „Painkiller“ konnte der junge Finne sein Können vollends beweisen. Zwischendurch hopste dann auch eine Dame in enger Latex-Begleitung auf die Bühne um etwas mehr Schwung in die Sache zu bringen, da die Musiker selbst aber dann auch nicht mit ihr interagieren, und sie selbst etwas hyperaktiv wirkte, nutzte das der Performance auch nicht besonders viel. JUDAS RISING waren musikalisch Top, von der Ausstrahlung auf der Bühne her ginge da aber noch einiges.





Setlist JUDAS RISING:

Rapid Fire
Touch Of Evil
The Hell Patrol
The Helion / Electric Eye
Hell Bent For Leather
Living After Midnight
Some Heads Gonna Roll
Breaking The Law
Painkiller

Zu guter Letzt enterten DARK AVENGER als MANOWAR Cover-Band die Bühne. Und – hoppla – das sind ja dieselben Kerle als von JUDAS RISING! Gut, somit brauche ich zur Optik des Auftritts nichts mehr sagen, denn da ergab sich komplett das gleiche Bild, auch die hopsende Dame war wieder mit dabei. Musikalisch konnte man auch nichts Negatives behaupten, denn die MANOWAR Hits „Kill With Power“, „Gods Made Heavy Metal“ oder „Bridge Of Death“ ließen keine Wünsche offen. So ging gegen 02:00 Uhr ein gelungener Abend bzw. Tag zu Ende. Auch wenn man sich natürlich mehr an die TUSKA Highlights wie NIGHTWISH, STRATOVARIUS oder BATTLE BEAST erinnerte, machte diese Aftershow Party sehr viel Spaß.





Setlist DARK AVENGER:

Return Of The Warlord
Thor
Blood Of My Enemies
Gods Made Heavy Metal
Battle Hymn
Hail And Kill
Holy War
Bridge Of Death
Power Of Thy Sword

Aber auch um diese Uhrzeit wollte an diesem Sonntag noch keine Ruhe in Helsinki einkehren. Die Bars waren bis zum Anschlag voll und auch außerhalb dieser ging es noch überall rund. Diese Stadt schläft im Sommer wohl gar nicht.


FOTOS + E-CARDS
www.virginoil.fi

maxomer
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Beitrag vom 06.07.2013
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