TUSKA 2013 - TAG3: NIGHTWISH   STRATOVARIUS   BATTLE BEAST   BARBE-Q-BARBIES  
30.06.2013 @ Suvilahti, Helsinki

Wie die Zeit vergeht. Nach zwei phänomenalen Festival-Tagen starteten wir ein letztes Mal für dieses Jahr in Richtung Suvilahti und dem Industriegelände, wo das Tuska nun schon zum dritten Male stattfand. Da es keine Camping-Möglichkeit am Tuska gibt, weil es die Infrastruktur nicht zulässt, sitzen unzählige Schwarzgewandete in den wenigen grünen Verkehrsinseln, trinken Bier, spielen Gitarre und haben einfach Spaß.

Als wir ankamen spielte die Mädelstruppe BARBE-Q-BARBIES auf der Inferno-Stage auf. Die fünf finnischen Damen gaben von Beginn an Vollgas und versuchten die Schar Besucher vor der Bühne bei Laune zu halten, was ihnen offensichtlich nicht schwer fiel. Mit Texten, die man den GUNS´N´ROSES zuschreiben könnte, kombiniert mit deftigen AC/DC Riffs und einer rockenden Frontfrau mit rauer Stimme, hatten die Barbies auf jeden Fall alle Trümpfe in der Hand. Trotzdem hielten sich der Jubel und der Zuschaueransturm noch recht in Grenzen.





Eigentlich hätten die Engländer von ASKING ALEXANDRIA nun die Mainstage entern sollen, diese hatten aber, wie man schon am Vortag auf der Homepage ankündigte, Einreiseprobleme. Aber wir wären nicht in Finnland, wo sowieso an jeder Bushaltestelle eine Metal Band zu finden ist, wenn man nicht sofort für Ersatz gesorgt hätte. Und dieser hatte es in sich, denn auf die Heavy Metal Überflieger BATTLE BEAST freute ich mich dann schon riesig.





Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Die junge Truppe, sprudelnd vor Energie und Elan zogen eine Stunde lang eine geniale Show voller Heavy Metal ab. Obwohl die Herren rund um Frontdame Noora, die kürzlich Nitte Valo ersetzte, erst seit ein paar Jahren aktiv sind und nur zwei Alben im Petto haben, haben sie den Slot auf der Mainstage schon jetzt verdient. Bereits beim eröffnenden Kracher „Let It Roar“ konnte der Funke überspringen. Aber auch „Raven“, „Neuromancer“ und „Out On The Streets“, allesamt vom aktuellen selbstbetitelten Album, hielten das Niveau und die Stimmung mühelos. Mit dem sechsten Song „Show Me How To Live“ bekamen wir dann einen Song vom Debüt zu hören. Und Noora, die sowieso die geborene Rampensau ist, schaffte es trotz ihrer melodischeren Stimme, den Song von Nitte genauso fett rüberzubringen. Aber auch die Jungs, also Anton, Eero und Juuso liefen wie von Wespen verfolgt immer wieder quer über die Bühne und das trotz strahlendem Sonnenschein in Richtung Stage und sengender Hitze. Keyboarder Janne traute sich nur hier und da mit seiner Keytar nach vorne, um mitzufeiern.





Nach knapp 30 Minuten verschwanden die Biester dann schon hinter der Bühne, aber nur um dem Intro „Golden Age“ genügend Raum zu lassen, denn BATTLE BEAST waren noch lange nicht fertig und servierten weitere Kracher namens „Black Ninja“, „Out Of Control“, in das Bassist Jusso einen Teil vom QUEEN Klassiker „Another One Bites The Dust“ einbaute oder dem fetten Rausschmeißer „Enter The Metal World“. Der Ausfall von ASKING ALEXANDRIA war also wahrscheinlich für so ziemlich jeden Besucher und die Band eine wahre Freude – eine Win-Win Situation also.

Setlist BATTLE BEAST:

Let It Roar
Out On The Streets
Neuromancer
Raven
Into The Heart Of Danger
Show Me How To Live
Golden Age (Intro)
Kingdom
Black Ninja
Fight, Kill, Die
Iron Hand
Out Of Control
Enter The Metal World


Es blieb zwar heavy, wurde aber trotzdem eine gute Spur melodischer, den mit STRATOVARIUS stand ein weiteres Power Metal Highlight an. Wie gewohnt lieferten Timo Kotipelto und seine immer jünger werdende Truppe, eine großartige musikalische Darbietung ab. Mit dem Jungspund Rolf Pilve (Ex-DREAMTALE), der den langjährigen Drummer Jörg Michael ersetzte, machten die Finnen absolut keinen Fehlgriff, denn dieser hat die Songs der Band absolut drauf und gibt dem Ganzen noch eine Spur mehr Schwung. Aber mit den Klassikern „Kiss Of Judas“, dem flotten Phoenix“ oder dem Gänsehaut Song „Black Diamond“ konnte die Band sowieso nichts falsch machen. Auch die zahlreichen neuen Tracks von „Nemesis“ fügten sich schön ins Set ein. „Dragons“, die Single „Unbreakable“ und der Album-Opener „Abandon“, der auch hier den Beginn machen sollte.





Technisch war hier natürlich wie immer alles top und Timo bemühte sich auch die Leute bei Laune zu halten, während Mattias und Lauri, der gewöhnungsbedürftig gekleidet war, für Bewegung sorgten. Da der Sound auch toll war, gab es eigentlich nichts zu bemängeln, außer vielleicht, dass sich die Show optisch etwas unspektakulär war, was aber spätestens beim rausschmeißenden Hit „Hunting High And Low“ wieder vergessen war. Leider blieben uns aufgrund des kurzen Sets natürlich Highlights wie „Eagleheart“ vorenthalten. Man kann aber bekanntlich nicht alles haben und so flohen wir vor den Möwenschwärmen, die das Festivalgelände ständig zwecks Futtersuche umkreisten, zum letzten Headliner des Festivals.





Setlist STRATOVARIUS:

Abandon
Speed Of Light
Halcyon Days
Bass Solo
The Kiss Of Judas
Phoenix
Dragons
Against The Wind
Keyboard Solo
Black Diamond
Unbreakabale
Hunting High And Low

Ich muss zugeben, dass ich nie der große NIGHTWISH Fan war, doch so manch Song und vor allem deren oppulenten Live-Darbietungen haben mich schon immer sehr beeindruckt. Nachdem man sich nun endlich Anette Olzon und ihrer schwachbrüstigen Stimme entledigt hat, war ich natürlich gespannt, wie die finnischen Superstars denn nun mit Toursängerin Floor Jansen (AFTER FOREVER, REVAMP) klingen würden. Und siehe da, ich ging ohne große Erwartungen an dieses Konzert ran und wurde mehr als positiv überrascht.



Mit dem überlangen Intro „Crimson Tide“ von HANS ZIMMER, welches vom „Pirates Of The Carribean“ Soundtrack stammt, machten es Meister Toumas und Co. schon recht spannend. Zuerst enterte aber Trommler Jukka, der erste Jubelschrei entfachte, die Bühne, doch spätestens mit den fulminanten Auftritten von Tuomas, Marco und Emppu ging es richtig rund. Zuletzt stapfte Floor auf die Bühne und schon ging es los mit dem mittlerweile zum Klassiker gewordenen Hit „Dark Chest Of Wonders“. Die Bühne in wunderschönem Outfit und Mega-Bildschirm im Hintergrund machte optisch richtig was her, was man von Marco Hietalas Sonnenbrille nicht behaupten konnte, dafür gabs aber wieder das beeindruckende Keyboard von Meister Holopainen hinter dem er mit schickem Zylinder kräftig posierte. Und schon machte es einen Knall und die Pyros flogen uns nur so um die Ohren. Die davon ausgehende Hitze spürte man bis in die letzten Reihen, doch noch wärmer wurde es mit „Wish I Hand An Angel“ bei der nicht nur Floor glänzte, sondern auch Marco sein gesangliches Können einmal mehr bewies. Auf der erwähnten Leinwand gab es allerlei Anzeigen, Grafiken und Videos, die den Besucher des Konzertes gebannt Richtung Bühne starren ließen, auf der sich so viel tat wie nie zuvor an diesem Wochenende. Leider war es zu diesem Zeitpunkt noch recht hell, wodurch das optische Klimbim nicht ganz so wirken konnte.



Dafür stand die Wirkung der Songs „Storytime“ und „I Want My Tears Back“ bei dem zum ersten Male Troy Donockley mit seiner Uillean Pipe den Sound von NIGHTWISH immer mal wieder aufpeppte und so auch einen keltischen bzw. oftmals auch maritimen Touch beisteuerte. Weitere Highlights für die Fans waren die Hitsingles „Nemo“, das zum Glück nicht wieder als schrullige Ballade gespielt wurde und „Amaranth“, welches mit Floor am Gesang eine viel bessere Wirkung erzielt. Vielleicht mag die Dame nicht ganz die Höhen von Tarja erreichen, doch mit ihrer kraftvollen Stimme schlägt sie meiner Meinung nach beide Vorgängerinnen mühelos und gibt NIGHTWISH endlich die nötige Power, die man in den letzten Jahren so sehr vermissen ließ. Somit hoffe ich wirklich, dass man sich die Dame in ihren Reihen auch für kommende Alben behält.



Es sollte noch etwas dauern bis man in den Genuss von „Over The Hills And Far Away“, den NIGHTWISH-Hit schlechthin serviert bekam, dafür zündete dieser umso besser. Zwischendurch überzeugte Frau Jansen auch mit sympathischen Ansagen, die dank ihrer niederländischen Herkunft großteils auf Englisch vorgetragen wurden und mit wunderbarer Bühnenperformance. Leider fehlte nur etwas die Interaktion mit Marco bei den Duetten. Auch das schönste Festival hat einmal ein Ende und so verabschiedeten sich NIGHTWISH fulminant und pompös mit „Last Ride Of The Day“, aber nicht ohne fettem Feuerwerk und dem Outro „Imaginaerum“.





Setlist NIGHTWISH:

Crimson Tide (Intro)
Dark Checst Of Wonders
Wish I Had An Angel
She Is My Sin
Ever Dream
Storytime
I Want My Tears Back
Nemo
Last Of The Wilds
Bless The Child
Romanticide
Amaranth
Ghost River
Over The Hills And Far Away
Ghost Love Score
Song Of Myself
Last Ride Of The Day
Imaginaerum (Outro)

So ging das 16. Tuska Festival, welches gleichzeitig das erst für uns war, mit einem würdigen Headliner zu Ende. Vielleicht mag die Besucheranzahl für ein Heimspiel dieser Band etwas mager gewirkt haben, dennoch waren es auf die drei Tage verteilt 25.000 zahlende Gäste, und man darf nicht vergessen, das NIGHTWISH und Co. ja regelmäßiger hier spielen und nur ein paar Wochen zuvor beim nahegelegenen Sauna Open Air schon aufspielten. Wer einmal ein Festival, der professionellsten Art sehen will, der markiere sich das nächste Tuska Open Air schleunigst im Kalender. Wir waren, sind und bleiben beigeistert!



Tuska 2013 (16. Ausgabe)
3-Tages-Festival
Location: Suvilahti, Helsinki
Tickets: ca. 120,-

Bier: 7,- (0,5L) 12,- (1L)
Alkoholfreie Getränke: 4,- (0,5)
Pfand: 2,-
Essen: 5,- bis 10,- (Pizza, Bratwurstteller, Fischteller, gebratenes Brot, Pommes, Hamburger, usw.)

Merchandise:
T-Shirst: 20,- bis 25,-
Sweater: 40,- bis 45,-
Kleinzeug: 5,- bis 15,-

Besonderheiten: eigene Bier-Area, Garderobe, 3 Stages (1 Indoor), keine Camping-Möglichkeit


FOTOS + E-CARDS
www.tuska-festival.fi

maxomer
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Beitrag vom 16.07.2013
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