DEEP PURPLE   SERGEANT STEEL  
17.07.2013 @ Burg Clam

DEEP PURPLE, oh DEEP PURPLE… Seit sagenumwobenen 45 Jahren (mit Unterbrechung) gibt es diese legendärste der legendären Rockbands schon. Abertausende von Fans haben sie inspiriert, gelten als Mitbegründer des Heavy Metals, füllten Stadien, schrieben weltberühmte Songs und ja, auch einen kleinen Doano haben sie im zarten Alter von 13 Jahren zum Rock gezogen. „Smoke on the Water“ – für viele der erste Riff ihres Lebens.

Klaro, 45 Jahre Sex, Drugs and Rock ‘n Roll ziehen nicht spurlos an einem vorüber und so haben auch Ian Gillan, Roger Glover, Ian Pace und Co. durch viele Ups und Downs gehen müssen. Der Ausstieg vieler top Musiker (unter anderem Legende Ritchie Blackmore) und vor allem der Tod des Hammonorgel-Übervaters Jon Lord vor knapp einem Jahr zählen bestimmt zu den Tiefschlägen.





Doch umso bewundernswerter und erfreulicher ist es, DEEP PURPLE immer noch am Touren zu sehen. Das mittlerweile 19te Studioalbum „Now What?!“ wird nämlich promotet und so rocken die Altväter doch tatsächlich auch Österreich. Natürlich - die wilden Jahre sind vorbei, doch der Legendenstoff, steinern wie er ist, hat sich noch mehr als robust gehalten.

Die Burg Clam im schönen Niederösterreich ist da eine mehr als passende Location und so rocken die Supporter von SERGEANT STEEL verdammt gut den bereits gut gefüllten Grund vor der Burg. Die Herren aus der Gegend sind sympathisch, haben echt geile Songs und können nicht nur Instrumental mehr als nur überzeugen. Da wird mit viel Leidenschaft, Können und auch Schmäh gezockt was das Zeug hält. Die pralle Abendsonne stört sie nicht und somit können die Herren die Menge gut auf Betriebstemperatur bringen.

Pünktlich um halb 10 heißt‘s dann Old-School Legenden Rock. Die Lichter gehen aus und die in Zwielicht getauchte Burg beginnt unter dem Intro „The Planets“ von Sir Simon Rattle zu beben. ROBBIE WILLIAMS in der Krieau hin oder her, es haben sich immer noch genug Rockfans zusammengefunden, um den heutigen Tage im Zeichen des Rocks zu zelebrieren.





Die Band betritt die Stage, ein sehr, sehr alter Ian Paice zuerst. Er mag zwar alt und weiß aussehen, doch hat er an Agilität an den Drums nichts eingebüßt. Roger Glover is next, er hingegen sieht seit 30 Jahren gleich aus, Respekt. Don Airey als Keyboarder, schon seit über 10 Jahren für Deep Purple aktiv, erntet ebenso Applaus. Hier kommt auch schon Steve Morse, seines Zeichens selber schon fast Legende, obwohl er es anfangs noch schwer hatte, in die riesigen Fußstapfen eines Ritchie Blackmores zu steigen. Ian Gillan kommt wie gewohnt als letzter und wirkt anfangs noch etwas zurückhaltend was Bewegung und Euphorie betrifft.

Ohne großes Labern geht’s schon in die Flotte Nummer „Fireball“ über. Ein toller Klassiker. Der Sound ist verdammt gut und die Band spielt tight. Bewegung gibt’s nicht viel, doch als der Gitarrensolo-Part kommen sollte gibt’s schon die erste Überraschung. Roger Glover glänzt durch ein fetziges Basssolo und bringt die Fans zum Staunen. Nahtlos wird in „Into The Fire“ übergegangen. „Hard Lovin‘ Man“ und „Vincent Price“ vom neuen Album folgen. Letzteres ein überraschend guter Song mit viel Potential. Applaus und Kollektivgrinsen im Publikum, DEEP PURPLE spielen sich wärmer und fangen an, sich immer mehr zu bewegen. „Strange Kind Of Woman“ - Boom, der erste Hit und man ist sich sicher: DEEP PURPLE haben’s immer noch drauf. Erst jetzt wird mal gut gelaunt begrüßt und Ian Gillan meldet sich zu Wort.





Schon bald stimmt sich der typische Deep Purple Live Flair ein, es wird viel gejammt und die Musik wird genossen. Das erste Gitarrensolo wird zum Besten gegeben und Steve Morse beweist einmal mehr, was für einen unglaublichen Gitarristen sich DEEP PURPLE da vor Jahren geangelt haben. „The Mule“ wird Roger Bannister gewidmet, seines Zeichens der erste Athlet, der die Meile unter 4 Minuten laufen konnte. Mit dem Klassiker „Lazy“ geht’s weiter. Die Band spielt sich immer mehr in State und es herrscht immer mehr Bewegung. Lässiges Drumsolo hier, Mundharmonika-Einsatz da. Und natürlich kommt’s irgendwann zum berühmten Duo zwischen Gesang und Gitarre: Gillan singt vor, Morse spielt nach. Doch nicht nur der Gesang wird imitiert. Später duellieren sich auch Airey’s Keyboards mit Morse und den Fans gefällt’s.

„Above and Beyond“ ist ein weiterer Song des neuen Albums und wieder nickt das Publikum begeistert mit. „Now What?!“ ist definitiv ein sehr heißes Teil und für Fans von DEEP PURPLE schwer zu empfehlen!

Gerade als die Fans sich schon zufrieden gegenseitig bestätigen, dass DEEP PURPLE genial sind, fahren die Rockstars die schweren Geschütze auf: „Perfect Strangers“, „Space Truckin‘“ und das legendäre „Smoke On The Water“. Wow, was für eine Stimmung, was für eine Wand.

Unter tobendem Applaus verabschieden sich die Meister ohne große Gesten, doch das Publikum hat natürlich noch nicht genug, selbst wenn aus tausenden Kehlen „Smoooooke on the Water“ gegröhlt kam, ist noch genügend Energie in den Fans vorhanden.

Mit „Green Onions“ wird unter frenetischem Jubel die Bühne noch einmal geentert. „Hush“ löst Freudenschreie aus, unglaubliche Solos, der Mond ist aufgegangen, das Publikum tanzt herum, die Band schwitzt und die Fäuste sind gen Himmel gereckt. Jetzt herrscht eine derartige Energie auf und vor der Bühne… man ist sich sicher, Rock will never die! Don Airey spielt sich in die Herzen der Österreicher indem er Mozart auf seinen Hammondorgeln zum Besten gibt und spätestens bei einer düsteren Version des Wiener Walzers gibt’s Gänsehaut. Noch einmal gibt es eine fette Ladung Bass und Drum Solos und in fulminantem Klimax wird gegipfelt indem Steve Morse lässig und gewohnt grinsend in „Black Night“ übergeht. Herrgott nochmal, unglaublich wie sehr man rocken kann!





Nach fetten 2 Stunden heißt es dann aber doch Adé und gut gelaunt verabschieden sich die Herren ausgiebig von den überglücklichen jungen und alten Fans. Plektren hier, Drumsticks dort, danke, danke, danke.


Die Songs von DEEP PURPLE:

Fireball
Into the Fire
Hard Lovin' Man
Vincent Price
Strange Kind Of Woman
Contact Lost
Guitar Solo
All the Time in the World
The Well-Dressed Guitar
The Mule (with Drum Solo by Ian Paice)
Lazy
Above and Beyond
No One Came
Keyboard Solo
Perfect Strangers
Space Truckin'
Smoke on the Water
-
Green Onions (BOOKER T. & THE MG’S Cover)
Hush (BILLY JOEL ROYAL Cover)
Bass and Drum Solos
Black Night

Über jeden Zweifel erhaben beseitigten DEEP PURPLE an jenem Abend jegliches zynisches Denken mit viel, viel Power, Skills und derselben Leidenschaft, wie vor 40 Jahren. DEEP PURPLE, ich bin froh dabei gewesen zu sein, möget ihr noch weitere 40 Jahre rocken!


FOTOS + E-CARDS
www.deeppurple.com

Doano
Weitere Beiträge von Doano


Zurück

Beitrag vom 01.08.2013
War dieser Bericht
interessant?

344 Stimme(n)
Durchschnitt: 5.35
Diesen Beitrag bewerten:
  
Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: