ANTHRAX   FOZZY  
07.08.2013 @ Kufa (Kulturfabrik)

Die Thrasher ANTHRAX schieben mitten im Sommer einfach mal ein paar Club-Gigs ein, um die Zeit zwischen den Festivals sinnvoll zu nutzen. Da kann es dann auch schon mal passieren, dass eine Band dieses Kalibers im Alpendörfchen Kufstein im Kufa bei knapp 800 Leute einschlagen. Mit den Stimmungskanonen FOZZY im Gepäck war eigentlich klar, dass der Gig restlos ausverkauft war.

Bei der Ankunft im Kufa, das eignetlich wie eine nette, gemütliche Location wirkt, stellte sich im jetzt schon relativ sauerstoffleeren Saal der erste Schock ein. Erst sah es so aus, als gäbe es keine Bühne und ANTHRAX müssten am Boden spielen, doch als wir die selbige dann fanden, waren wir nicht gerade erleichtert, denn in der knapp 3,5 Meter Hohen Halle, wurde den Musikern nur eine Stage von knapp 30-40cm vergönnt. Klar, für die Leute in der ersten Reihe ein Erlebnis der hautnahen Art, doch für alle anderen nur ein Konzert der Klänge, denn zu sehen würde da nicht sehr viel sein.





Gut, FOZZY wirkten dem Umstand entgegen und stellten Front-Wrestling-Star Chris Jericho eine kleine Plattform auf die Stage, damit wenigstens dieser ausfindig zu machen war. Musikalisch und von der Stimmung her wurden FOZZY erneut ihrem Namen gerecht und feierten mit den neuen Songs "Spider In My Mouth" und "Sandpaper" eine grandiose Party, bei der der jetzt schon halbwegs gut gefüllte Saal gleich alles gab. Natürlich liegt der Fokus bei den Amerikanern nach wie vor auf dem neuen Album, weshalb dann noch das heavy "Shine Forever" dem Titeltrack "Sin And Bones" und der aggressivste Song der Bandgeschichte "Blood Happens" noch so manch Schmankerl vom letztjährigen Streich folgte. Nur die Hymne "Enemy" und "God Pounds Nails" wurden aus älteren Zeiten ausgegraben. Aber egal, welchen Song der immer Grimassen-ziehende Duke Ward, Chris und ihre agilen Mannen boten, die Stimmung war toll und überall war viel Bewegung zu erkennen. Auch wenn der Gig nicht ganz so intensiv war, wie vor einigen Monaten in Wien mit DROWNING POOL, so wurden FOZZY erneut ihren Namen als echte Live-Granaten gerecht. Wer aber auf dieser Tour Bassist Paul DiLeo vertrat und warum dieser nicht anwesend war, wurde leider nicht aufgeklärt. Nach nur knapp 40 Minuten war dann aber leider schon wieder Schluss.





Setlist FOZZY:

Spider In My Mouth
Sandpaper
God Pounds Nails
Shine Forever
Sin And Bones
Enemy
Blood Happens

Nachdem das Publikum von FOZZY mehr als nur gut angeheizt wurden (im wahrsten Sinne des Wortes) ging es dann um kurz nach halb Zehn los. ANTHRAX enterten die Bühne, eröffneten mit "Among The Living" und die Menge begann zu toben, was sich auch bis zum Ende nicht mehr ändern sollte. Trotz der immer größer werdenden Hitze im Saal gaben Band und Fans ihr Bestes. Belladonna, Ian, Benante und allen voran Energiebündel Bello trotzten der Hitze und gaben sich bewegungsfreudig wie eh und je.





Ein Klassiker folgte dem anderen, gelegentlich von einem neuem Song unterbrochen und so sorgten "Caught In A Mosh", "N.F.L". (mit nettem A capella Anfang), "Deathrider", "Indians" und "I Am The Law" für genauso gute Stimmung wie "In The End" und "Fight Em Till You Can't". Natürlich durfte auch die Eine oder Andere Coverversion nicht fehlen und so gab es diesmal neben dem obligatorischen JOE JACKSON Cover "Got The Time" diesmal als Überraschung "T.N.T." von AC/DC, welches man als durchaus gelungen bezeichnen kann. In typischer ANTHRAX Manier dargeboten macht der Song live doch ziemlich Spaß. Nach zehn Nummern war dann der reguläre Teil des Sets dann auch schon zu Ende und der Großteil des Publikums am Selbigen, da die Verhältnisse in der Halle mittlerweile unmenschliche Konditionen erreicht hatte. Grob geschätzt könnte man sagen, dass es ca. 45 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 150 % hatte, das Kondenswasser von der Decke tropfte und auch die Wände klatschnass waren. Viele Besucher versuchten immer wieder draußen Frischluft zu tanken, da es auch im angrenzenden Beisl nicht besser auszuhalten war. Dass da der eine oder andere benommene Zuschauer rausgeschleift werden musste, ist nicht wirklich verwunderlich.

So war es auch keine allzu große Überraschung, dass die Pause vor den Zugaben nur knapp zwei Minuten dauerte und ANTHRAX bei den verbleibenden Fans mit "Madhouse" und dem TRUST Cover "Antisocial" noch mal für Stimmung sorgten. Nach gut 70 Minuten war es dann vorbei und das war auch gut so, denn all zu lange hätte wohl niemand mehr durchgehalten. Hut ab vor allen Beteiligten.





Setlist ANTHRAX:

Among The Living
Caught In A Mosh
Efilnikufesin (N.F.L.)
In The End
Deathrider
T.N.T.
Indians
Got The Time
Fight Em Till You Can´t
I Am The Law
-
Mad House
Antisocial

Zusammenfassend muss man sagen, dass ANTHRAX eine wirklich starke, tighte und trotz der Verhältnisse extrem energiegeladene Show abgeliefert haben, die gerade wegen diesen aufs Wesentliche, also die Musik, reduziert wurde (soll heißen, keine langen Ansagen und wenig Konversation mit den Fans) und aufs Neue bewiesen haben, warum sie zu den Big 4 gehören. Für jeden Thrasher ein absolutes Pflichtprogramm, das man sich immer wieder anschauen kann.

www.fozzyrock.com
www.anthrax.com


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Tom
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Beitrag vom 09.08.2013
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