FREQUENCY 2013 - TAG3: DIE TOTEN HOSEN   BILLY TALENT   SKUNK ANANSIE   THE GASLIGHT ANTHEM  
17.08.2013 @ Green Park

Die Muskeln schmerzen schon und die Stimme ist schlichtweg nicht mehr vorhanden… heiser und sonnengebrannt begibt man sich an jenem letzten Tage eher spät zur Bühne…

THE GASLIGHT ANTHEM bieten da zum Glück gewohnt chilligen „feel good“ Indie Rock. Die Band spielt mit sehr viel Leidenschaft und Empathie, Fronter Brian Fallon plaudert dauergrinsend mit der Menge und gleitet durch ohrwurmige Songs wie „Old White Lincoln“ oder „Mulholland Drive“. „Boxer“ wird lässig langsamer gespielt und der relaxte Flair, den die Band verbreitet, wird intensiviert. Die Jungs aus New Jersey fühlen sich schlichtweg wohl beim Musikmachen, locker werden die Riffs gespielt, gemütlich wird hinterm Drumset gesessen. Das ist bodenständiger Alternative Rock wie er sein sollte. Das Material bietet zunehmend Mitsing-Potential und „Old Haunts“wird sogar extra auf Fan Anfrage per Schild gespielt. Die finalen „Great Expectations“ und „American Slang“ lassen keinen Zweifel aufkommen: THE GASLIGHT ANTHEM sind eine verdammt geile Liveband!

Setlist THE GASLIGHT ANTHEM:

Handwritten
Old White Lincoln
Mulholland Drive
Boxer
Howl
Biloxi Parish
Halloween
45
Blue Dahlia
We Came To Dance
Too Much Blood
The Queen Of Lower Chelsea
Old Haunts
Great Expectations
American Slang


Nun vom locker flockigen Sound hin zu der furiosen Attitüde von SKUNK ANANSIE, insbesondere deren Frontsau Skin. Jene tobt und rennt nämlich über die Bühne, als gäbe es kein Morgen – vom ersten bis zum letzten Song. Was für eine Energie! Flankiert wird sie von einer wirklich tighten Saitenfraktion und somit knacken die Songs in herrlich gutem Sound aus den Boxen. Die Band war 2010 schon am Frequency zu Gast und ihr Ruf ist ihnen vorausgeeilt, eine sehr prall gefüllte Stage Area feiert mit und wird von der Energie der Band gefesselt. Natürlich wird der Hit „Because Of You“ besonders frenetisch abgefeiert, kennen viele von uns den Song doch aus den guten alten 90ern. Skin fühlt sich in ihrer Frontrolle wie kaum ein anderer wohl und flirtet mit dem Publikum wo auch immer es nur geht. Ständig steigt sie auf die Boxen im Fotopit und irgendwann kommt eh das unvermeidbare: Crowd Surfing like a Boss! Die Fans lieben sie, die Fans lieben die Band, die Fans lieben die Songs. Gut so und gerne bald wieder am Frequency!





Setlist SKUNK ANANSIE:

The Skank Heads
I Will Break You
I Believed In You
God Loves Only You
I Can Dream
Weak
Because Of You
My Ugly Boy
Yes It's Fucking Political
Spit You Out
Hedonism (Just Because You Feel Good)
Charlie Big Potato
100 Ways To Be A Good Girl
Twisted (Everyday Hurts)
Little Baby Swastikkka


So, jetzt wird’s aber Zeit für den letzten Pre-Höhepunkt des Festivals: BILLY TALENT. Jene Burschen haben sich in den letzten Jahren eine dermaßen große und treue Fanbase aufgebaut, dass sie den Co-Headliner Posten mehr als verdient haben. Die Jungs sind nicht nur in Sachen Live Erfahrung, sondern auch als Musiker extrem gereift und spielen tight und routiniert wie nie. Mit „Devil In A Midnight Mass“ geht’s los und als die Drums einsetzen herrscht Chaos im Wave Breaker, hier wird getanzt, dort wird gemosht, soviel Energie… Sänger Benjamin Kowalewicz rennt wie immer von einem Bühnenende zum anderen, während Gitarrist Ian D'Sa einen Traumriff nach dem anderen aus seinen talentierten Pro-Fingern zaubert. Die Band wurde von uns schon sehr oft begutachtet, doch sie scheinen heute in Höchstform. „This Suffering“ ist stellvertretend für das Hitfeuerwerk, das uns heute geboten wird. Natürlich gibt’s auch neueres Material, das sich sehr gut in die Hits einfügt: Beispielsweise „Viking Death March“ oder „Stand Up And Run“ vom aktuellen Album„Dead Silence“. Auch bei „Fallen Leaves“ kann keiner mehr ruhig stehen bleiben.„Surprise Surprise“ geht schön ab und beim letzten Song „Red Flag“ wird erwartungsgemäß alles gegeben. BILLY TALENT haben sich mehr als verdient vom Teenie-Phänomen zur mächtigen Rockband entwickelt!





Setlist BILLY TALENT:

Devil In A Midnight Mass
Viking Death March
This Suffering
Love Was Still Around
Stand Up And Run
Show Me The Way
Rusted From The Rain
Surrender
Try Honesty
Devil On My Shoulder
Fallen Leaves
Surprise Surprise
Red Flag


Ja, was soll man über die TOTEN HOSEN noch großartig sagen? Und auch heute kommen, sehen und siegen sie. Wie erwartet entern die Überväter des Deutschpunks die Bühne unter frenetischem Jubel. Das Intro, „Ballast Der Republik“ und „Altes Fieber“ bilden gleich mal einen fetten Block vom neuen Album, das bereits sehr gut ankommt. Mit „Auswärtsspiel“ gibt’s den ersten Evergreen. Die Band spielt wie gewohnt tight und Campino ist wie immer DER Entertainer schlechthin. Die Band hat in Österreich natürlich halben Heimvorteil und somit wird mit viel Witz und Sympathie die Crowd ins Unermessliche aufgeheizt. „Alles Was War“ – eine ihrer vielen Hymnen, „Heute Hier, Morgen Dort“ – herrlich gefühlvoll performt und „Bonnie & Clyde“ – der erste Höhepunkt mit viel Bewegung innerhalb und außerhalb des Wavebreakers. Erst jetzt fällt uns die sehr geniale Leinwandshow im Rücken der Band auf. Da haben die HOSEN sehr viel Mühe reingesteckt und es zahlt sich aus – ein Augenschmaus!

Irgendwann wird kurz inne gehalten und Campino lästert gewohnt liebevoll über manche Fans, die nicht ganz so textsicher seien, daher suchen sie für den nächsten Song jemanden, der’s „ganz sicher nicht verkackt“. Campino bemerkt ein kleines schüchternes Mädchen mit Schildchen im Publikum. Sie wird auf die Bühne geholt. Es ist der Moment ihres Lebens… „Schau wie sie hyperventiliert!“ höre ich meinen Kollegen neben mir sagen und ja, sie wirkt als ob sie nicht mehr lange stehen könnte. Campino weiß jedoch damit umzugehen, hier ein kleiner Witz, hier ein gutes Wort der Beruhigung und schon ist sie fit für den Song gemacht: „Paradies“. Motiviert kreischt der kleine Rotschopf ins Mikro, kann den Text wirklich perfekt und somit geht das Publikum mit immens viel Sympathie mit und applaudiert dem jungen Mädchen zu. Singen kann sie auch noch und kommt immer mehr aus sich rau- schön mitanzusehen.

„Niemals einer Meinung“ folgt und bei„Alles aus Liebe“ verarscht Campino mit typisch deutschem Schmäh das Publikum, indem er behauptet, die Band habe extra für das Frequency die Pyrotechnik von den Kollegen von RAMMSTEIN ausgeborgt. Long story short, jene „Pyrotechnik“besteht lediglich aus einem Feuerzeug in seiner Hand.

Generell ist die Songauswahl sehr gut gemischt, Altes trifft auf Neues, fast jeder kommt auf seine Kosten. Es zünden zwar nicht alles Songs, aber dennoch ist es ihnen hoch anzurechnen, dass sie nicht nur die typischen Evergreens zocken. Als nächstes kommt ein Cover von„einer kleinen Band aus Berlin, gebt ihnen ne Chance…“ Und natürlich gibt’s jetzt von DIE ÄRZTE „Schrei Nach Liebe“ und etliche Fußballfackeln werden im Publikum gezündet. Die Securities freuen sich über die extra Arbeit und als ersten Zugabenblock gibt’s das geniale „Should I Stay Or Should I Go“ Cover von THE CLASH. Kollektives Feiern der alten Helden kann natürlich nur mit Musikerkollegen geschehen, also werden kurzerhand die Jungs von BILLY TALENT auf die Bühne geholt. Schön – die Hosen-Show ist immer voller Überraschungen.

„Alles Wird Vorübergehen“, „Far Far Away“,„Zehn Kleine Jägermeister“ und das Finale „Schönen Gruß, Auf Wiederseh’n“ –eine wahre Gefühlsachterbahn, irgendwann gibt’s Konfetti und Girlanden en masse- was für ein Anblick, was für eine Stimmung. Zuvor muss Campino wie immer eine Bierdose von der Bühne bis zum Soundturm befördern „mit allem, was da dranhängt“ – herrlich.





„Bis Zum Bitteren Ende“, „Freunde“ und das wirklich finale „You’ll Never Walk Alone“ gibt’s dann noch nach gut zwei Stunden. Die Hosen sind so eine derartige Wand… In Sachen Live Präsenz die deutschen METALLICA… So viele Hits, dass einfach kein Platz mehr für „Bayern“und „Kein Akohol“ war, aber das ist wieder Meckern auf sehr hohem Niveau. Die Hosen sind eben die Hosen.

Setlist TOTEN HOSEN:

Intro (Drei Kreuze (Dass Wir Hier Sind))
Ballast Der Republik
Altes Fieber
Auswärtsspiel
Das Ist Der Moment
Alles Was War
Heute Hier, Morgen Dort (HANNES WADER Cover)
Bonnie & Clyde
Ein Guter Tag Zum Fliegen
Paradies
Niemals Einer Meinung
Alles Aus Liebe
Pushed Again
Schrei Nach Liebe (DIE ÄRZTE Cover)
Liebeslied
Steh Auf, Wenn Du Am Boden Bist
Hier Kommt Alex
Wünsch DIR Was
Tage Wie Eiese
-
Should I Stay Or Should I Go (THE CLASH Cover)
Alles Wird vorübergehen
Far Far Away (SLADE Cover)
Zehn Kleine Jägermeister
Schönen Gruß, Auf Wiederseh'n
-
Draußen Vor Der Tür
Wort Zum Sonntag
Bis Zum Bitteren Ende
Freunde
You'll Never Walk Alone (GERRY & THE PACEMAKERS Cover)

Somit geht auch schon der letzte geniale Tag des heurigen FM4 FREQUENCY Festivals zu Ende. Wie immer in Sachen Organisation alles tip top, die Crowd ist stets gut gelaunt, die Umwelt wird zunehmend mehr und mehr beachtet (großes „Daumen hoch!“) und auch abseits der Musik gibt’s genug zu tun: Jack Daniels Bühne auf der man Songs covern kann, der Zipfer Karaoke Truck inklusive gratis Shirt und Video (!), der Night Park zum Party machen, der Fluss zum Abkühlen und vieles mehr. Danke, FREQUENCY, für dieses gelungene Wochenende und gerne nächstes Jahr wieder!


FOTOS + E-CARDS
www.frequency.at

Doano
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Beitrag vom 12.09.2013
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