JACK FROST   SATURNINE  
20.09.2013 @ Stadtwerkstatt

Exakt fünf Jahre und einen Tag ist es her, dass ich JACK FROST zuletzt live erleben durfte – nun im September 2013 treffen wir uns also erneut in der Stadtwerkstatt und erleben das 20-Jährige dieser Linzer Ausnahmeband. In den letzten Jahren war es ja recht ruhig um das Vierergespann, denn abgesehen von ganz seltenen Auftritten und dem Nebenprojekt THE BRODERLINERS, bei denen sich ja einige JF Mitglieder tummeln, gab es nicht viel zu sehen. Neues Material suchte man natürlich auch vergeblich.

Doch nun haben die Düster Metaller wieder Lust bekommen und laden an diesem Abend zu „20 Years Of Loserdom“ ein. Als Ehrengast gesellen sich SATURNINE aus Italien in die Runde. Die Stadtwerkstatt ist am Abend schon ganz gut gefüllt, doch der Uhrzeiger muss sich erst in Richtung 22:00 bewegen, bis die italienischen Mädels von SATURNINE endlich die Bretter betreten. Düster, räudig, dreckig, aber auch groovend und rockig kommt der Sound der Südländerinnen aus den Boxen, zieht sich aber wie Strudelteig zäh über die ganze Distanz des Auftritts. Nur zwischendurch blitzen interessante Parts auf – hängen bleibt aber leider nichts. Mittlerweile stellt sich aber trotzdem sengende Hitze im Saal ein und die Fans freuen sich auf das Linz-Comeback von den verloren geglaubten JACK FROST.





Es dauert zum Glück nicht mehr allzu lange bis Phred Phinster, Mournful Morales, Gary Gloom und Collossos Rossos die Bühne betreten und in bestem JF-Sound mit „She Must Come Down“ in das Set einsteigen. Die Atmosphäre verdüstert sich schlagartig, die Klänge nehmen einen gefangen und die Stimmung ist großartig. Vielleicht ist es nicht die beste Entscheidung mit einem neuen, bisher unveröffentlichten Song ein Set nach so vielen Jahren zu beginnen, aber irgendwie funktioniert es doch und der Übergang zu „One Hundred Percent Pain“ verläuft nahtlos, was zeigt, dass JACK FROST auch heute noch ihrer Linie treu sind. Es sollte noch ein zweiter neuer Song in Form von „Half A Man“ folgen, doch zuvor spielt man sich quer durch die Diskografie von „Dirty Old Man“ und „Still“ aus „My Own Private Hell“, über „Whore“ oder „In Gloom“ bis zurück zu „Embedded“ vom „Elsewhere“ Album aus dem Jahr 1996. Dazu gibt es ein paar sympathische Ansagen und eine Bandperformance, die einen, wenn man sich auf JACK FROST voll und ganz einlässt, in Trance zu versetzen mag.





Die Zeit verfliegt und schon verabschieden sich die vier Herren mit „You Are The Cancer“ von der Bühne, wenn zum Glück auch nur für kurz, denn die Melancholie geht noch bis weit nach Mitternacht weiter. Es gibt ja noch österreichisches Kulturgut, das präsentiert werden will – „Heite Drah I Mi Ham“ von WOLFGANG AMBROS ist im JACK FROST Outfit immer wieder eine Freude – oder Trauer – wie man´s halt nimmt. Den endgültigen Abschluss bildet dann „Queen“, worauf trotz lauten Zugabe-Rufen leider nichts mehr folgt.





Setlist JACK FROST:

She Must Come Down
One Hundered Percent Pain
Dirty Old Man
Whore
Embedded
Still
In Gloom
Leaving The Fields
My Silent Brother
Half A Man
You Are The Cancer
-
Heite Drah I Mi Ham
Queen


Fans Österreichischen Untergrundes können sich mehr als nur freuen, dass JACK FROST wieder unter uns weilen. Ein neues Album könnte uns bald heimsuchen und dann hoffen wir doch stark, dass die Herren sich nicht wieder mehrere Jahre bitten lassen.


FOTOS + E-CARDS
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maxomer
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Beitrag vom 26.09.2013
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