PRETTY MAIDS   PINK CREAM 69   SPEED LIMIT  
26.09.2013 @ Rockhouse

Es ist noch gar nicht lange her, da tummelten sich noch tausende Metalheads wochenends in der Sonne vor kleinen bis riesigen Bühnen und feierten Open Airs – und schon stehen wir mitten in der Herbst-Konzert Saison. Die Clubs und Hallen kochen wieder. Da freut man sich auch auf eine schnelle Reise ins Rockhouse in Salzburg, die für Metalfans in den letzten Jahren ja kontinuierlich seltener wurde. Noch dazu kommt, dass wir mit den PRETTY MAIDS und PINK CREAM 69 zwei legendäre sowie sehr rare Gäste in Österreich begrüßen durften. Da Ronnie Atkins und seine hübschen Jungfrauen mit „Motherland“ ja auch ein wirklich heißes Album im Gepäck haben und auch die Creamies dank „Ceremonial“ ein starkes Comeback feierten, konnte sowieso nichts mehr schief gehen.

Den Abend eröffneten aber die Lokalmatadoren SPEED LIMIT. Von den Herren hörte ich schon oft, live zu Gesicht bekam ich die Salzburger aber bisher aus mir unerfindlichen Gründen nicht. Schnell merkte man nicht nur, dass SPEED LIMIT eine große Fanbase haben, sondern auch, dass die Männer wissen, wie man der Meute einheizt. So war die Stimmung eigentlich von Anfang an super und es konnte dank ihrem auch sehr guten Songmaterial nichts mehr schief gehen. Dass die Truppe schon über 20 Jahre lang zusammen musiziert, sah man an der Live-Performance, die trotz einiger Besetzungswechsel in den letzten Jahren doch ziemlich gut funktioniert. Und es zeigt natürlich, dass auch in Österreich noch in so manchem Akt Potential zu größerem schlummert. Die Melodic Rocker bescherten uns somit einen wirklich gelungenen Start in den Abend.





PINK CREAM 69, die Truppe um UNISONIC Gründer Dennis Ward kann schön langsam auch in den Legenden-Status erhoben werden. Etwas ruhig wurde es in den letzten Jahren trotzdem um die Deutschen. Kein Wunder, war der Meister doch auch mit Hansen und Kiske fleißig auf Tour und kümmerte sich um andere Projekte. Trotz turbulentem Werdegang, einigen Wechseln im LineUp und einer 5-jährigen Pause, stehen PINK CREAM 69 mit neuem Album im Gepäck felsenfest auf den Brettern. Die Melodic Metaller agierten als perfekte Einheit und spielten sich mehr als solide durch das mehr als 60 Minuten dauernde Set. Mit „Keep Your Eye On The Twisted“ und „Hell´s Gone Crazy“ startete man mit zwei Bandklassikern ins Set, die sofort zum Mitsingen animierten, ehe der Rocker „Special“ den ersten neuen Kracher markierte. Der britische Frontmann David Readman, der nächstes Jahr sein 20-Jähriges als Andi Deris (HELLOWEEN) Nachfolger feiert, führte souverän und charmant durch die Show, während die Bandmitglieder fleißig posierten. Einziges Manko an diesem Gig war der viel zu laute Bass Sound von Dennis, der sich großteils überschlug. Fans der Band durften auch mit der Setlist zufrieden sein, denn die Pinkys hüpften in der Diskografie hin und her, lieferten so einige Hits, aber hätten etwas mehr Abwechslung einbringen können.





Setlist PINK CREAM 69:

Keep Your Eye On The Twisted
Hell´s Gone Crazy
Lost In Illusion
Talk To The Moon
Break The Silence
Do You Like It Like That
The Tide
The Spirit
No Way Out
Livin´ My Life For You
Wasted Years
Welcome To The Night
Shame

Bereits seit dem letzten starken Output “Pandemonioum” freute ich mich riesig auf einen Live-Besuch der bereits vor 32 Jahren gegründeten NWOBHM Legende PRETTY MAIDS. Bisher hat es ja leider noch nicht sein sollen. Doch Dank des Erfolgs des neuen Meisterwerks „Motherland“ beehrten uns Ronnie Atkins und seine Mannen endlich wieder in Österreich. Es sollte zwar etwas dauern, aber als die Männer dann die Bühne betraten, wurde es laut und der neue Doppelschlag mit „Mother Of All Lies“ und dem heftigen „I See Ghosts“ machte klar, dass die PRETTY MAIDS hier nicht nur zum Spaß eingetroffen sind. Perfekt auf die Bühne transportiert und mit einem Ronnie in bester Form erzeugten die Dänen jetzt schon zum ersten Mal Gänsehaut. Der sympathische Fronter begrüßte uns und schon gibt es einen Quantensprung zurück ins Jahr 1987 zu „Love Games“ um gleich wieder im Hier und Jetzt mit der tollen Powerballade „Sad To See You Suffer“ zu landen. Der Sound im sehr gut gefüllten Rockhouse hat sich gebessert und die Tracks erschallen fast glasklar, während die Fans zu Hits wie „Yellow Rain“ –auch vom 87er „Future World“ Album - mitsingen. Es sollte gleich nochmal Gänsehautstimmung aufkommen, denn der letzte neue und meiner Meinung nach beste Track des aktuellen Werkes „Why So Serious?“ war an der Reihe.





Nun nahmen sich die Maids Zeit um einen Ausflug durch die Diskografie zu unternehmen. Ruhiger wurde es vor und auf der Bühne dennoch nicht. Mr. Atkins kannte man das Alter in seiner Performance und stimmlichen Leistung absolut nicht an und seine Kollegen waren auch nicht gerade bewegungsunfreudig. So sollte es auch sein – auch nach über 30 Jahren! Gegen Ende packten sie auch einige Hits vom 2010er Album „Pandemonioum“ aus, ehe man dann in der Zugabe mit dem absoluten Bandhit „Future World“ nochmal alles aus den Zuschauern herausholte und sich endgültig von den Fans verabschiedete.





Setlist PRETTY MAIDS:

Mother Of All Lies
I See Ghosts
Neeldes In The Dark
Love Games
Sad To See You Suffer
Why So Serious?
Yellow Rain
Queen Of Dreams
It Comes At Night
Rodeo
Please Don´t Leave Me
I.N.V.U.
Red, Hot And Heavy
-
Intro
Back To Back
Little Drops Of Heaven
Future World

Ein gelungener Abend mit einem tollen Opener, überaus soliden PINK CREAM 69 und über jeden Zweifel erhabenen PRETTY MAIDS ging viel zu schnell zu Ende. Hoffentlich beehren uns diese Truppen nun wieder öfter in Österreich. An der Stimmung konnte es auf jeden Fall nicht liegen, denn diese war grandios.


FOTOS + E-CARDS
www.prettymaids.dk

maxomer
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Beitrag vom 30.09.2013
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