ORPHANED LAND   BILOCATE   KLONE   THE MARS CHRONICLES   CONXIUS  
05.10.2013 @ Reigen

Es ist Samstag der 5.10.2013 und ich hab mich auf den Weg in den Reigen Club in Wien Hietzing gemacht, um ORPHANED LAND wiederzusehen. Die Informationen zu diesem Konzert waren eher spärlich und viele wussten wohl gar nicht, dass ORPHANED LAND an diesem Abend gespielt haben. Ich war zum ersten Mal im Reigen Club und muss sagen, diese Location ist wirklich empfehlenswert. In dem Raum in dem sich die Bühne befindet, gibt es eine Bar und auch einige Sitzgelegenheiten, für den Fall, dass man im Verlauf des Abends einmal schwächeln sollte. Als Raucher wird man nicht in die Kälte vertrieben, sondern es gibt einen Raum gleich nebenan, in dem Rauchen erlaubt ist. Der Club ist fast direkt an der U4-Station Hietzing, also auch sehr gut erreichbar.

Nun zum Konzertabend – trotz Recherche hab ich vor dem Konzert nicht sehr viel darüber gefunden. Auf der Website des Clubs standen nur zwei Bands und als Beginnzeit war 20.45 angegeben. Ich war dann schon um 20.00 dort und sehr erstaunt, dass die erste Band schon auf der Bühne stand – vor sehr wenigen Leuten, aber das passiert halt, wenn die Infos fehlen.

Weiters hat mich erstaunt, dass Merchandise von Bands verkauft wurde, von denen ich noch nie gehört hatte. Ziemlich verwirrt hab ich mich auf die Suche nach einer Running Order gemacht – Fehlanzeige, die gab es nicht. Erst durch ein Gespräch mit der netten Dame vom Merch-Verkauf hab ich erfahren, dass noch drei Bands spielen werden. Also Motto des Abends war – „Zahl 2 und krieg 5!“

CONXIOUS aus Wien hatten diesen Abend eröffnet und mussten leider nur vor ganz wenigen Leuten spielen – wegen der falschen Beginnzeit. Vom Genre her sind sie eine Progressive Rock-Band und sie haben wirklich alles gegeben, um Stimmung zu erzeugen. Der Sänger hat erzählt, dass sie an diesem Abend auch Veranstalter wären und kündigte noch die weiteren Bands an, die mir völlig unbekannt waren, aber es ist ja schön, auch wieder einmal was Neues zu entdecken.






Als nächstes kamen THE MARS CHRONICLES auf die Bühne. Die Alternative/Post Metalband aus Frankreich brachte nach einer guten Eröffnung sehr abwechslungsreiche Musik dem mittlerweile etwas zahlreicheren Publikum zu Gehör. Zwischendurch waren vom Band auch extraterrestrische Töne zu hören, die wohl den Bezug zu ihrem Bandnamen herstellen sollten. Ihre Musik war sehr angenehm anzuhören und sie konnten viel Applaus einheimsen.





Danach war noch eine französische Band an der Reihe – KLONE ist eine Formation, die sich nur sehr schwer einordnen lässt. Laut Internet werden sie als Progressive Metal-Band bezeichnet, aber dafür ist ihre Musik meiner Meinung nach zu hart. Diese Band besteht schon sehr lange, aber mir sind sie bis jetzt nicht untergekommen. Stampfende Rhythmen animierten das Publikum zum Mitmachen und die Stimmung war während ihres Auftritts sehr gut. Bei einem Song zog der Sänger eine Runde durch das Publikum, was wohl den Meisten sehr gut gefallen hat. Sie haben einen bunten Mix aus vielen verschiedenen Musikrichtungen abgeliefert und einen sehr engagierten Auftritt hingelegt.





Dann war es Zeit für die dritte „Überraschungsband“ des Abends – BILOCATE aus Jordanien kamen auf die Bühne. Diese Band vereinigt viele musikalische Elemente zu einem verdammt guten Ganzen. Ihr Musikstil wird als Dark Oriental Metal bezeichnet, mir fiel dazu aber auch orientalischer Paganmetal ein. Ihr druckvoller Sound gemischt mit orientalischen Klängen ist einfach super anzuhören. Optisch sind sie Vertreter ihrer Heimat, der Gitarrist hatte ein sogenanntes Palästinsertuch auf dem Kopf und der Sänger hatte eines über den Mikroständer gehängt. Leider hatten sie das Pech, dass während ihres Auftrittes eine Gitarre kaputt ging, aber auch dieses Missgeschick haben sie nett überbrückt und der Bassist hat mit einer Dame auf der Bühne getanzt, nachdem er eine Ansprache darüber gehalten hat, dass BILOCATE drei Religionen friedlich vereint. Zum Glück konnte die Gitarre wieder repariert werden und sie konnten ihren tollen Auftritt dann noch zu Ende bringen. Tja, und danach bin ich zum Merch-Stand gegangen und hab mir eine CD von ihnen gekauft.





Endlich war es so weit – leider relativ spät an diesem Abend bahnten sich ORPHANED LAND ihren Weg durchs Publikum in Richtung Bühne. Mittlerweile war der „Reigen Club“ auch relativ gut gefüllt, sodass ihrem Auftritt vor einem erwartungsvollen Publikum nichts mehr im Wege stand. Diese Israelische Band konnte ja in letzter Zeit sehr viele Erfolge feiern und ihre letzten beiden Alben haben sich gut verkauft. Man hat auch darüber gelesen, wie schwer sie es mit ihrer Musik in ihrer Heimat haben, umso bewundernswerter ist es, dass sie sich doch nicht davon abbringen lassen. Ihre Musik wird als „Middle Eastern Folk Metal“ bezeichnet und das ist auf jeden Fall zutreffend. ORPHANED LAND hatten von den ersten Takten an ein begeistertes Publikum vor sich, das zu ihrer Musik fast durchgehend geklatscht hat, oder auch dazu gehüpft ist. So ein dynamisches Publikum hab ich schon eine Weile nicht mehr erlebt und man hat bemerkt, wie gut die Stimmung in der Band ob dieser Reaktionen war.





Im Hintergrund liefen auf einer Leinwand Videoprojektionen ab, die zu den einzelnen Titeln gepasst haben. Bei einem Song kam der Sänger von BILOCATE auf die Bühne um mitzufeiern und er überreichte dem Sänger von ORPHANED LAND ein Tuch, das erst um den Hals des Sängers und dann über den Mikroständer gehängt wurde – als Zeichen der Völkerverständigung. Es war ein wirklich toller Auftritt und für mich war es sehr schlimm, dass ich das Konzert früher verlassen musste, weil ich sonst nicht mehr heimgekommen wäre.





Setlist ORPHANED LAND:

Through Fire
All Is One
Barakah
The Simple Man
Brother
Birth
Let The Truce
Sapari
Children
Ocean Land
El Meod Na´ala
Ya Benaye
In Thy
Norra

Fazit dieses Abends: Genaue Angaben im Internet von Beginnzeiten bescheren auch den ersten Bands mehr Publikum – das sollten die Veranstalter beherzigen. Eine Running-Order sollte auch irgendwo sichtbar vorhanden sein. Ansonsten wieder mal ein sehr schöner Konzertabend mit vielen positiven Überraschungen die Bands betreffend.
www.orphaned-land.com

Metalmama
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Beitrag vom 15.10.2013
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