ANNIHILATOR   THE GENREALS  
25.10.2013 @ Szene

Es ist schon wieder einige Zeit her, dass ANNIHILATOR, die Thrash Metal Veteranen aus Kanada, Österreich als Headliner beehrten. Zwar kamen, sahen und siegten sie mühelos am Metal Invasion in Kaltenbach, die letzte Clubshow wurde aber vor fast genau drei Jahren bestritten. Gemeinsam mit SVÖLK machten sie damals Wörgl unsicher. Dieses Mal verschlug es sie samt den Schweden THE GENERALS und neuem Killer-Album namens „Feast“ wiedermal nach Wien. Und es sollte in mehrerlei Hinsicht eine ganz spezielle Show werden.

Gegen 20:00 Uhr betraten die mir bisher gänzlich unbekannten THE GENERALS aus Schweden die Bühne. Was die vier jungen Herren abzogen, konnte sich aber sehen und vor allem hören lassen. Energisch, heftig und doch eingängig servierten sie eine Melange aus Old-School Thrash in modernem Soundgewand. Wahrlich gut drauf und voller Elan zockten die Schweden ihr Set und zeigten sich professionell sowie technisch ausgereift. Zwischendurch scherzte Fronter und Bassist Hednar mit den Zuschauern. Zu diesem Zeitpunkt war die ((Szene)) schon ganz gut gefüllt, Platz zum Moshen war jedoch genug zu finden. Leider blieb es im Publikum aber beim Headbangen, Jubeln und Klatschen. So komplett zum Ausrasten konnten THE GENERALS die Meute noch nicht bringen, obwohl das Material durchaus das Zeug dazu hat. Von den talentierten sowie ambitionierten Schweden werden wir auf jeden Fall noch etwas hören, denn das kürzlich veröffentlichte Werk „Blood For Blood“ hat es durchaus in sich.






Setlist THE GENREALS:

Dig Two Graves
Stand Up Straight
Blood For Blood
Shotgun Serenade
Hunger
My Own Demise
Consulting With The Sinner
The Illusionist
Blessing In Disguise
Evil Transcends


Es sollte zwar etwas dauern, aber gleich vorne weg – das Warten sollte sich mehr als lohnen. Gemütlich schlenderten Jeff, Dave und Alberto gegen 21:15 auf die Bühne und starteten überraschend mit dem üblicherweise als Rausschmeißer dienenden Überhit „Alice In Hell“ in das Set. Mit diesem Song zu Beginn konnte man eigentlich nur gewinnen, doch ANNIHILATOR brachen das Hitfeuerwerk noch nicht ab, den „W.T.Y.D.“, dass meist auch erst gegen Ende zu hören ist, gab im Anschluss gleich noch mehr Gas. Grinsend und voller Spielfreude wirbelten Jeff Waters und Alberto Campuzano immer wieder über die Bühne, während Dave sein Können als bester ANNIHILATOR-Sänger der Geschichte unter Beweis stellte. Wir schlossen vorab schon Wetten ab, ob die Kanadier erneut den Schlagzeuger wechselten, aber Mike Harshaw hält immer noch durch und gab eine tighte Performance hinter der Schießbude. Das Publikum wurde begrüßt und man schwenkte kurz zu etwas weniger bekannten Songs. „Knight Jumps Queen“ und “Reduced To Ash” haben alle Trademarks der Band und brauchen sich nicht zu verstecken, aber die größeren Hits sind halt doch “Never Neverland”, “Refresh The Demon” oder der flotte Klassiker “I Am In Command”.





Die Dynamik zwischen Dave und Jeff funktioniert wie eh und je und so übernimmt Jeff mittlerweile immer mehr Gesangsparts, so dass Dave auch mal etwas mehr Zeit zum Headbangen und Wandern bekommt. Der Meister wanderte wie immer in halb geduckter Körperhaltung quer über die Bühne, zog Grimassen, grinste unentwegt und klatschte immer wieder mit dem Publikum ab. Leider übertrieb der Meister es etwas und verpasste dem in diesem Moment einzigen Security mit seiner Gitarre eine Platzwunde. Noch während des Songs erkundigte sich Jeff aber nach ihm und gab gleich Entwarnung. Als er seine Bandkollegen und die Zuschauer aufklärte, was passiert war, feixte Dave nur über seinen Kollegen: „Bastard“, und grinste.

Bald wurde es wieder laut, denn „The Fun Palace“ wurde angestimmt und es bildeten sich einige Moshs, ehe man nach weiteren, eher seltenen Songs wie „Fiasco“ und „Bliss“ ein Balladen-Medley, dass laut der Band von den österreichischen Fans immer wieder gewünscht wird, anstimmte. Dabei kam die nächste Überraschung. Nicht nur Dave zeigte einmal mehr sein Gesangstalent, auch Alberto übernahm einige Gesangspassagen und das alles andere als schlecht. Nach kurzer Gänsehautatmosphäre war aber Mike an der Reihe und ballerte ein Schlagzeug-Solo raus. Mittlerweile war auch der Security wieder da und bekam nachher noch mehrfach Entschuldigungen von Jeff, der ihn zusätzlich mit einem T-Shirt tröstete, zu hören. Ein wirklich nette Geste. Die mittlerweile kochende Halle, die eine Luftfeuchtigkeit von gefühlten 150% bot, war am Ausrasten und nach 90 Minuten alles andere als müde. Die Band beteuerte mehrmals, wie genial das Publikum ist und kürte Wien zum besten Gig der bisherigen Tour.





Als man gegen Ende noch die neuen Kracher „No Way Out“, „Smear Campaign“ und Deadlock“ vom erwähnten neuen Werk „Feast“ präsentierte, verabschiedete man sich ausgiebig vom schwitzenden Publikum, das aber prompt mit „one more song“– Rufen die Band auf die Bühne zurückkomplimentierte. Jeff meinte dazu nur: „One more song? Fuck you, we play three!“ Gesagt, getan – “Ultra Motion” und “King Of The Kill” sind Thrash Metal-Kracher sondergleichen, doch mit “Phantasmagoria”, das nicht mal auf der Setlist stand und bisher exklusiv in Wien gespielt wurde, bedankte man sich mit einem zusätzlich Song für das tolle Publikum.





Setlist ANNIHILATOR:

Alice In Hell
W.T.Y.D.
Knight Jumps Queen
Reduced To Ash
Set The World On Fire
Refresh The Demon
Never, Neverland
No Zone
The Fun Palace
Fiasco
Bliss
Second To None
I Am In Command
Phoenix Rising / Sounds Good To Me / Snake In The Grass
Drum Solo
No Way Out
Smear Campaign
Time Bomb
Ambush
Deadlock
-
Ultra-Motion
King Of The Kill
Phantasmagoria


Ich hatte zwar eine starke und fetzige Show von ANNIHILATOR erwartet, doch dass uns Jeff, Dave und ihre Jungs gleich 120 ganze Minuten bei Laune halten würden, hätte ich beim besten Willen nicht erwartet. Energie wäre auf beiden Seiten noch da gewesen und ich denke, dass es die Kanadier prinzipiell nicht gestört hätte weiter zu zocken, aber irgendwann muss halt doch Schluss sein. Danke ANNIHILATOR für diesen besonderen Abend. Zwei Stunden ANNIHILATOR - total Annihilation!


FOTOS + E-CARDS
www.annihilatormetal.com

maxomer
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Beitrag vom 26.10.2013
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