AVENGED SEVENFOLD   FIVE FINGER DEATH PUNCH   AVATAR  
22.11.2013 @ Stadthalle Wien

Die Herren von AVENGED SEFVENFOLD verierten sich bisher wirklich nur selten nach Österreich. Das letzte Club-Konzert in der Nähe sollte vor ein paar Jahren in München stattfinden, dieses wurde aber nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt. Kein Wunder, dass sich da Heerscharen in die Wiener Stadthalle bewegten. Ihre Platten sind sowieso schon lange Megaseller, was vielleicht aber auch an der MTV-Generation und der immer mainstreamtauglicheren Musik der Amis liegen mag. Mit den Senkrechtstartern FIVE FINGER DEATH PUNCH im Gepäck, versprach man sich natürlich ein denkwürdiges Konzert.

Den Anfang des Abends machten die schwedischen Herren von AVATAR, die Glück im Unglück hatten. Es sollten nämlich eigentlich DEVICE die Konzerte dieser Tour eröffnen, diese sagten aber kürzlich ab und so durften sich die Schweden den Slot sichern. Ganz unbedarft gingen wir an die Sache ran und wurden gleich von den ersten Tönen an schwer positiv überrascht. Aber nicht nur die Musik hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die Outfits, das Auftreten und das Stageacting der Göteborger suchten Ihresgleichen. Wie ein Joker aus der Hölle stammend gekleidet führte Frontmann Johannes Eckerström durch das kurze aber mehr als knackige und ebenso abwechslungsreiche Set, während die Kollegen für viel Bewegung und Stimmung sorgten. Die Stadthalle war zu diesem Zeitpunkt bereits ganz gut gefüllt und die Stimmung großartig. Die Eindrücke von AVATAR reichten von RAMMSTEIN über die DEATHSTARS bis hin zu KING DIAMOND. Wobei hier nichts kopiert oder geklaut wurde, aber bessere Vergleiche wollen mir im Moment nicht einfallen. Die Rhythmik rockte und groovte ohne Ende, die Songs gestalteten sich eingängig und die industriellen Elemente gaben dem Ganzen das gewisse Etwas. Das Rumgehüpfe, die Grimassen, der aggressive Gesang und eben das Outfit vom Fronter, bestehend aus Zylinder, Mantel und Gehstock, setzten dem Ganzen das Sahnehäubchen auf.





AVATAR waren für mich und viele andere die Überraschung des Abends. Das aktuelle und fünfte Werk „Black Waltz“ sei an dieser Stelle noch wärmstens empfohlen, denn der Opener-Slot wurde durch sie mehr als nur gefüllt.

Setlist AVATAR:

Torn Apart
Let It Burn
Paint Me Red
Ready For The Ride
Black Waltz
Vultures Fly
Smells Like A Freakshow


Am meisten freute ich mich im Vorfeld auf FIVE FINGER DEATH PUNCH denn im direkten Vergleich mit den Headlinern haben die Kalifornier mit ihrem aktuellen Werk bzw. eigentlich Werken, denn letzte Woche erschien bereits „The Wrong Side Of Heaven & The Righteous Side Of Hell Pt. II“, deutlich die Nase vorne.

Gut, aber das sollte ja nichts heißen. Die Fanbase von AVENGED SEVENFOLD war anhand der Besucher mit deren Merchandise am Körper, offensichtlich größer, dafür aber auch drastisch jünger. Viele Jungs und vor allem Mädels, im Teenageralter stellten den Großteil der Besucher dar. 5FDP war ohnehin egal, wer vor der Bühne steht, Hauptsache die Stimmung passt – und das war auch von Anfang an der Fall. Mit solchen Hits in der Hinterhand haben Ivan Moody und seine Jungs sowieso jede Möglichkeit offen. Leider mussten diese Hits in eine viel zu kurze 45 Minuten Show gepackt werden. Darum ging es ohne Umschweife mit „Under And Over It“ los. Sofort kam Bewegung ins Publikum und auch auf der Bühne ging es richtig rund. Wer da wen ansteckte, war zu diesem Zeitpunkt absolut nicht zu sagen, doch das war auch nicht mehr wichtig. Grinsend und bereits jetzt etwas außer Puste, aber bei bester Stimme überbrückte Moody zu „Burn It Down“, während das darauf folgende „Hard To See“ aus allen Kehlen mitgebrüllt wurde. Gänsehaut ist bei diesem Tausendfachen Chor natürlich vorprogrammiert.





Nicht nur Moody machte Kilometer auf der Bühne. Auch die uns mit fetten Riffs bedienenden Zoltan Bathory und Jason Hook wirbelten über die Bühne. Zudem zog Bass-Bart Chris Kael so manch Grimasse, leistete aber nicht weniger Aerobic-Arbeit. Im Anschluss zündete man endlich den ersten „Wrong Side Of Heaven…“ Hit „Lift Me Up“, der ja eigentlich einen Gastbeitrag von JUDAS PRIEST Legende Rob Halford beinhaltet. Diesen übernahm aber natürlich Ivan selbst. Der einzige weitere Songs des Albums war das ultrabrutale „Burn MF“. Von “Volume II” gab es jedoch noch nichts zu hören. Pflichtprogramm dafür aber das Cover „Bad Company“, das dem genialen Publikum gewidmet wurde. Moody entschuldigte sich auch dafür, dass er nicht 100% geben kann, da er mit einem gebrochenen Fuß auf der Bühne stand. Hätte er nichts gesagt, mir wär es nicht aufgefallen. Wie schon erwähnt beendeten FIVE FINGER DEATH PUNCH ihre Show, die viel zu schnell verging nach 45 Minuten mit „The Bleeding“.





Für mich zweifelsohne schon jetzt die Gewinner des Abends, denn da musste einiges draufgesetzt werden. Wir freuen uns aber bereits im März 2014 auf ein Wiedersehen als Headliner. Dann aber mindestens 90 Minuten, meine Herren!

Setlist 5FDP:

Under And Over It
Burn It Down
Hard To See
Lift Me Up
Bad Company
Burn MF
Coming Down
Never Enough
Far From Home
The Bleeding


Gut natürlich, sollte AVENGED SEVENFOLD eine Chance gegeben werden, sie haben nicht umsonst einen sehr guten Ruf. Aber da „Hail To The King“ im Gegensatz zu früheren, wirklich starken Werken eher wie eine Schlaftablette wirkt und 5FDP so gewaltig vorlegten, war ich skeptisch.

Und A7X taten sich wirklich keinen gefallen, das zahme und langatmige METALLICA-look-alike „Shepherd Of Fire“ als erstes ins Rennen zu schicken. Mit „Critical Acclaim“ nahm man zwar gleich danach etwas an Fahrt auf, aber zum ersten Mal kam bei „Welcome To The Family“ Stimmung auf. Ersteres sorgte gleichmal für mächtig, mächtig Gänsehaut, spielte man die Stimme des verstorbenen Drummers Rev doch tatsächlich über Band ein. Die Fans geben extra jubel und geben reckzen die Hände hoch. Es wurde brav mitgesungen und gefeiert. Vor allem die Jugend hatte sichtlich Spaß. Die Bühne zierte der große geflügelte Schädel um den immer wieder in alle Richtungen Feuer geschossen wurde. Das sah nicht nur richtig cool aus, sondern war auch richtig heiß und erhitzte die Halle immens. Warum bei mir und vielen anderen trotz ganz gutem Songmaterial – über die Setlist lässt sich trotzdem streiten – wenig Stimmung aufkommen wollte, war wohl die Teilnahmslosigkeit der Musiker. Irgendwie sah es so aus, als wären sie hier bei der Arbeit, liefen von Punkt A nach Punkt B und verzogen keine Miene. Nur Frontman M. Shadows setze öfter mal nen Grinser auf und suchte spärlichen Kontakt mit den Fans.





Im Mittelteil wurde es dann sogar richtig langatmig. Wobei „Hail To The King“ live dann doch etwas besser tönt und sich als echter Ohrwurm entpuppte. Das Gitarren-Solo wäre auch nicht unbedingt nötig gewesen, dafür ging es mit „Chapter Four“ dann erst zum Schluss endlich mal in Richtung Roots. Der Überhymne stammt nämlich vom tollen Zweitling „Waking The Fallen“, welches bereits zehn Jahre auf dem Buckel hat. Die Old-School Fans freut dies natürlich immens. Es ging weiter mit dem flotten Happy-Track „Bat Country“, welcher die Stimmung zum Ende hin nochmal heben konnte und viel Bewegung verursachte. Trotz lahmer Motivation konnte man speziell in jenem Hit die spielerische Versiertheit der Gitarreros Synyster Gates und Zacky Vengeance heraushören – geil.

Nach einer kurzen Pause kam man nochmal für „Unholy Confessions“ zurück auf die Bühne. Obwohl M. Shadows zwischendurch verkündete, dass er Stimmprobleme hat, die er auf das Wiener Essen schob, meisterte er die Screams, die man bekanntlich nach dem Album komplett ablegte, sehr gut. Trotzdem strich man zwei Songs von der Setlist und verabschiedete sich nach knapp 90 Minuten in den Feierabend, was viele sehr ernüchterte Fans hinterließ.





Setlist AVENGED SEVENFOLD:

Shepherd Of Fire
Critical Acclaim
Welcome To The Family
Hail To The King
Doing Time
Buried Alive
Fiction
Nightmare
Afterlife
Guitar Solo / Jam Session
Chapter Four
Bat Country
-
Unholy Confessions

AVENGED SEVENFOLD konnten auf der Zielgerade zum Glück noch einige Meter gutmachen, als Fan beider Bands, muss ich FIVE FINGER aber dennoch den Vorzug geben, haben sie einfach mehr Elan auf die Bühne gebracht und mit den neuen Alben sowieso die Nase vorne. Die Meinungen zu A7X reichten aber trotzdem von „…Gott ist mir langweilig“ bis hin zu „…das Konzert des Jahres“. Die Wahrheit liegt sicher irgendwo dazwischen. Ich war einfach etwas enttäuscht, freute mich trotzdem über ein paar Hits. A7X hätten nicht nur songtechnisch so viel mehr Potential aus sich rausholen können, die Spielfreude hat einfach gefehlt und die Interaktion mit dem Publikum war kaum vorhanden, die wirklich schlecht gewählte Setlist hat dem ganzen dann noch einen drauf gesetzt. Und wie war das, hat Shadows tatsächlich gemeint es wäre das erste Mal für sie in Österreich?! Da hat wohl jemand das viel bessere Konzert am Nova Rock 2006 schon vergessen…

www.avatar.net
www.fivefingerdeathpunch.com


FOTOS + E-CARDS
www.avengedsevenfold.com

maxomer
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Beitrag vom 23.11.2013
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