SCHANDMAUL   RUSSKAJA   DIE KAMMER  
22.02.2014 @ Gasometer

Wenn der Wiener Gasometer von Menschen in mittelalterlichen Gewändern gestürmt wird und das Gebimmel von Fußschellen erklingt, dann weiß man schon, dass einen an diesem Abend eine musikalische Reise in die Vergangenheit erwartet. SCHANDMAUL haben sich am 22.2.2014 wieder einmal auf den Weg nach Wien gemacht um ihrem Publikum ihr neues Album „Unendlich“ vorzustellen.

Viele haben an diesem Abend den Weg in den Gasometer gefunden um teilweise wohl nicht zum ersten Mal der Musik von SCHANDMAUL zu lauschen. Aber zuerst einmal betrat die deutsche Band DIE KAMMER die Bühne. Ein etwas irritierendes Bild – Notenständer sieht man bei solchen Konzerten ja nicht allzu oft auf der Bühne. Die Musik, die aus der KAMMER ertönt, ist rein akustisch und kommt ganz ohne synthetisch erzeugte Instrumente aus. Ein versiertes fünfköpfiges KAMMERorchester aus Cello, Viola, Violine, Tuba und Minimal Drums unterstützt die beiden Sänger und Gitarristen Ambré und Testory (der aus Österreich stammt). Ihre Musik war eher von der ruhigen Sorte, teilweise klang es auch ein bisschen nach Country-Music.





Nach gut einer halben Stunde KAMMER-Musik wurde umdekoriert – ein riesiges RUSSKAJA-Transparent wurde aufgezogen und bald betraten RUSSKAJA voller Elan die Bühne und hatten ihr Publikum von Anfang an fest im Griff. Viele waren ja auch wegen ihnen zum Konzert gekommen, obwohl sie von der Bandauswahl her ja nicht so ganz zu SCHANDMAUL gepasst haben. Die Halle war nun deutlich voller als bei der ersten Vorband und RUSSKAJA, die tanzend und hüpfend die Bühnenbretter zum Beben brachten, heizten die Stimmung immer mehr an. Als sie dann mit ihrem Titel „Psycho Traktor“ das Publikum zu einer Art Moshpit aufgefordert hatten, ging es so richtig um. RUSSKAJA sind an diesem Abend ihren Fans wirklich nichts schuldig geblieben und nach ihrem Auftritt konnte man viele zufriedene Gesichter sehen.





Nach etwa einer halben Stunde Umbaupause war es dann endlich so weit – SCHANDMAUL betraten die Bühne. Gleich zu Beginn wurde die Schwangerschaftsvertretung von Anna vorgestellt – Ally Storch mit einer Haartracht bis zu den Kniekehlen - hat aber mit ihrer Geige eine würdige Vertretung abgegeben. Es wurde eine Mischung aus alten und neuen Titeln gespielt und der Sänger Thomas hat immer wieder lustige Ansagen zu den einzelnen Stücken gemacht. Bei „Der Kurier“ ein bisschen eine anzügliche, bei „Trafalgar“ einen Verweis auf die Geschichte und wie die Welt wohl heute aussehen würde, wenn sie anders ausgegangen wäre.





Natürlich durfte auch ein Verweis auf die guten Chartplätze des neuen Albums nicht fehlen, aber ein bisschen stolz dürfen sie natürlich schon auf ihr Werk sein. Dann wieder hat Thomas das Publikum aufgefordert, den Nachbarn die Arme auf die Schultern zu legen und zu schunkeln. Das Ergebnis hat er dann „Menschenwürste“ genannt und er fand es toll, dass die meisten mitgemacht haben. Der Titel „Bunt Und Nicht braun“ wurde mit den Worten „wir sind intolerant gegenüber Intoleranz!“ angekündigt. Auch bei den neuen Songs wurden großteils mitgesungen und mitgetanzt und beim „Kaspar“ ging so richtig die Post ab.

Bei „Dein Anblick“ sang wie immer das ganze Publikum mit und sie verließen die Bühne. Natürlich gab es einige Zugaben und mit „Willst du“ fand ein großartiger Konzertabend sein Ende! SCHANDMAUL konnten wieder einmal ihr Publikum begeistern und hinterließen viele glückliche Gesichter.

Playlist SCHANDMAUL:

In Deinem Namen
Auf Hoher See
Tippelbruder
Teufelsweib
Der Kurier
Leb!
Das Tuch
Anderswelt
Trafalgar
Das Seemannsgrab
Little Miss Midleton
Der Pakt
Bunt Und Nicht Braun
Der Letzte Tanz
Krieger
Traumtänzer
Lichtblick
Kaspar
Dein Anblick
-
Der Teufel…
Vogelfrei
Walpurgisnacht
-
Euch Zum Geleit
Willst Du

Wer es nicht in den Gasometer geschafft hat, kann sie im Herbst noch einmal in Linz und in Wien erleben.


FOTOS + E-CARDS
www.schandmaul.de

Metalmama
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Beitrag vom 04.03.2014
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