ALTER BRIDGE   THE TREATMENT  
10.06.2014 @ Posthof

Im Herbst werden es bereits wieder vier Jahre, dass sich Gitarrist Mark Tremonti und Gesangstalent Myles Kennedy mit ihren Jungs in den Linzer Posthof begaben. Doch hinterließen die Amerikaner offensichtlich Eindruck, denn trotz sengender Hitze und eines Dienstags war im großen Saal bei ihrer Wiederkehr kein Zentimeter Platz mehr frei, außerdem sorgten sie für ein gutes Rahmenprogramm in Form der energischen Supporter von THE TREATMENT.

Die 2008 gegründeten Jungs aus Camebridge legten von der ersten Minute nach dem das Licht ausging, bis zum Schluss eine impulsive sowie lebendige Rock-Show, gespickt mit allen Klischees des klassischen und sehr energischen Hard Rocks hin. Da flogen Haare, wirbelten Musiker über die Bühne, flogen die Gitarrenhälse in die Luft und fuhren wieder nieder. Bei der vielen Bewegenung und flotten Licht-Show wusste das Auge gar nicht, worauf es sich konzentrieren sollte. Musikalisch ließen dafür nicht selten Genrehelden wie AIRBOURNE, BULLET oder AC/DC grüßen. Der perfekte Live-Mix für gut Stimmung, schwitzende Körper und fliegende Haare. In gut dreißig Minuten gab es somit kurzweiligen Rock ohne viel Schnickschnack oder Tiefgang, dafür mit Arschtritt und Spielfreude, die man auf den drei bisher veröffentlichten Werken der Briten nachhören kann, aber nicht muss.





Das Wort CREED braucht man trotz der drei bei ALTER BRIDGE aktiven Mitglieder wohl nicht mehr erwähnen, dafür sprechen sowohl die kraftvolle Stimme von Myles Kennedy (SLASH) als auch die vier bisher veröffentlichten Werke viel zu sehr von sich selbst. Mark Tremonti musste aber trotzdem über eine Dekade gegen die Vergleiche mit seiner anderen, zur Zeit sehr inaktiven Band mit Scott Stapp kämpfen. Und erneut bewiesen die Männer mit einer sehr intensiven und an diesem Tag auch mehr als schweißtreibenden Live-Show, dass sie ihrem Namen mehr als Gerecht werden. Mit dem neuen Kracher "Addicted To Pain" und dem “Blackbird” Doppelpack “Come To Life” und “Before Tomorrow Comes” starteten die Amerikaner intensiv und eindringlich, jedoch mit sehr schwammigen Sound. Es dauerte etwas bis wir das Stimmvolumen von Myles richtig hören konnten und die Gitarren ihre komplette Vielfalt richtig ausspielen konnten. Doch dann nahm man mit „Bleed Dry“ und dem starken, aber nicht sehr leicht verdaulichen neune Epos „Cry Of Achilles“ vorerst den Wind wieder etwas aus den Segeln.





Die Stimmung blieb jedoch trotz sichtlich erschöpften Zuschauern, die sich ob der Hitze etwas zurückhalten mussten, großartig und auch die vier Musiker gaben auf der Bühne alles und ließen kein Stück von Müdigkeit erkennen und hielten fast zwei Stunden lang tapfer durch. Richtig laut wurde es bald wieder mit Dauerbrennern wie dem eindringlichen „Ties That Bind“, der Gänsehaut-Power-Ballade „Broken Wings“, die lautstark mitgesungen wurde oder dem unverschämt eingängigen „Metalingus“. Nicht sonderlich überraschend war auch, dass die neuen Songs wie der Titeltrack „Fortress“, bei dem sich Myles mit Akustik-Gitarre auf die Bühne stellte und „Water Rising“, bereits ebenso gut bei den Zuschauern intus sind und sich somit mühelos in die halbwegs abwechslungsreiche Setlist einfügten.





Man muss aber trotzdem festhalten, dass ALTER BRIDGE einige dezente Längen einbauten und sich die Spielzeit gegen Ende hin schon etwas lang anfühlte. Das mag vielleicht an der Hitze, aber auch an dem manchmal sehr ähnlich klingendem Material liegen. Schwer zu sagen, aber alleine die sympathische Art der Band konnte dies gut überspielen und so erfreute man die Fanscharen dann mit den Zugaben „Watch Over Me“ und „Rise Today“, welches nochmal einen gewissen Intensitäts-Schmelzpunkt erreichte und das Set gelungen abschloss.





Setlist ALTER BRIDGE:

Addicted To Pain
Come To Life
Before Tomorrow Comes
Bleed It Dry
Cry Of Achilles
Brand New Start
Ghost Of Days Gone By
Fortress
Ties That Bind
Waters Rising
Isolation
Broken Wings
Metalingus
Blackbird
Open Your Eyes
-
Watch Over You
Rise Today

ALTER BRIDGE sind live nach wie vor eine Bank, haben nur bei einer Spielzeit von über 100 Minuten hier und da etwas mit leichten Qualitätsschwankungen zu kämpfen, die man aber dank gut platzierten Hits immer wieder ausgleichen kann und somit an diesem Abend eigentlich nur zufriedene Fans nach Hause schickte. eigentlich nur zufriedene Fans nach Hause schickte.


FOTOS + E-CARDS
www.alterbridge.com

maxomer
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Beitrag vom 12.06.2014
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