WAVE GOTIK TREFFEN TAG3: FINSTERFORST   XIV DARK CENTURIES   PERSEPHONE   WOLFENMOND   TOTUS GAUDEO   WIRRWAHR   SEELENFUNKEN  
08.06.2014 @ Leipzig

Ein noch heißerer Tag in Leipzig – deutlich mehr als 30° zeigt das Thermometer.
Trotzdem hab ich mich in die Stadt aufgemacht um ein paar Bilder von der Moritzbastei zu machen. Aber es war unerträglich und so habe ich mich bald wieder ins Heidnische Dorf verzogen, wo hohe Bäume für Schatten sorgten und musikalisch stand an diesem Tag wieder einiges am Programm.

Die Deutsche Band WIRRWAHR besteht zwar nur aus drei Personen, aber sie haben es perfekt verstanden, die Leute zu unterhalten. Mit Dudelsack, Gitarre und einem etwas eigenwilligen Drumset haben sie ihre Weisen präsentiert. Sie brachten dem Publikum eine Mischung aus typischer Mittelaltermarktmusik gespickt mit schönen, ruhigen Liedern und auch ein bisschen Partymusik dar. Einige sehr Hitzebeständige haben zu ihrer Musik sogar vor der Bühne getanzt – wie sie das ausgehalten haben, ist mir wirklich schleierhaft.






Auch die Bayern TOTUS GAUDEO konnten sich über ein ähnlich aktives Publikum freuen. Aber es hatten es sich auch viele im Schatten gemütlich gemacht, den die Bühne mittlerweile warf. TOTUS GAUDEO wiesen ein ganz besonderes Drumset auf – in Galgenform! So etwas war mir bisher noch nicht untergekommen. Mit Drehleier, Geige und Flöte sorgten sie für den typischen Mittelalterklang ihrer Musik und mit ihren schwungvollen Liedern konnten sie das Publikum vollauf zufrieden stellen.





Auf einer wunderschön mit Efeuranken dekorierten Bühne präsentierten sich danach WOLFENMOND. Sie widmen sich in ihrer Musik ebenfalls historischen Themen, die mit flotter Spielweise und intensivem Gesang dem zahlreichen Publikum dargebracht wurden. Sie konnten für ihren Auftritt viel Beifall einheimsen und auch sicher neue Fans dazugewinnen.





Nach den vielen Mittelalterlichen Klängen wurde es deutlich härter auf der Heidenbühne – die Thüringer Pagan/Folk Metal-Band XIV DARK CENTURIES enterte die Bühne! Als erste Metal Band des Tages konnten sie die auch zahlreich anwesenden Metal-Fans mobilisieren um vor die Bühne zu kommen und sie taten es reichlich. Mit ihrer mitreißenden Spielweise brachten sie zahlreiche Köpfe zum Kreisen und sie haben bei dieser Gelegenheit auch einen neuen Song vorgestellt, der sehr gut vom Publikum angenommen wurde.





Weg von den harten Klängen und hin zu den ganz weichen! Im Schauspielhaus präsentierte die Deutsch/Österreichische Band PERSEPHONE ihre sehr schönen Lieder. Die Sängerin Sonja Kraushofer konnte mit ihrem intensiven Gesang die zahlreich erschienenen Besucher in ihren Bann ziehen und nach ihrem Auftritt wurden sie mit Standing Ovations verabschiedet.

Und wieder ein sehr großer Kontrast! Gerade noch begeistert von der sanften Musik habe ich mich zu den wilden Typen von FINSTERFORST begeben. Die Folk Metal Band aus Baden-Württemberg trat wie üblich schwarz verschmiert auf und haben ihrem Publikum mit Akkordeon und Co eine tolle Show geboten. Auch eine Wall of Death gab es bei ihrem Auftritt, vor der ich aber zum Glück rechtzeitig geflüchtet bin.





Dann gab es noch eine kleine Tanzaufführung zu Mittelalterlichen Klängen. SEELENFUNKEN nennt sich dieses Projekt, das nur wenige Minuten gedauert hat.
[Metalmama]


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Der dritte Tag WGT-Leipzig brachte noch mehr Hitze mit sich als die Tage zuvor und die Temperaturen kletterten laut anderen WGT-Besuchern auf bis zu 41°C. Dennoch war diesmal die Parkbühne angesagt, da als Opener OST+FRONT am Programm stand und bereits beim Review zu ihrem neuen Album hatte ich beschlossen, dass ich diese unbedingt einmal live sehen wollte. Es entpuppte sich, trotz der sengenden Sonne, als fantastische Entscheidung.

Bereits vor ihrem Auftritt füllte sich der Platz von der Bühne und viele harrten in der brennenden Sonne aus. Zugegeben die vorhandenen Schatten wurden bis auf den letzten Platz ausgenutzt, dennoch brachten die hohen Temperaturen der Stimmung keinen Abbruch. Gleich von Beginn an legten OST+FRONT mit voller Power los und lieferten einen grandiosen Gig. Versteckt hinter schaurig, gruseliger Maskerade lieferten sie selbst visuell eine außerordentlich Bühnenshow, die ihre musikalische Darbietung hervorragend unterstrich. Hämmernde Beats, eingängige Synthies und die harte, manchmal weiche Stimme des Fronters Hermann Ostfront brachte das Publikum noch mehr zum Kochen, als es ohnehin schon tat. Spätestens bei “Mensch” wurde auch der letzte Zweifler mitgerissen und konnte sich der Stimmung nicht mehr entziehen. Absolut faszinierend war für mich allerdings auch, dass OST+FRONT trotz frontal auf sie niederglühender Sonne alles gaben und auch wenn die Schminke Minute für Minute, durch den in Strömen fließenden Schweiß, Stück für Stück nach unten wanderte. Es kam nicht das Gefühl auf, dass sie sich dadurch beirren ließen. Schade war nur, dass sie zu so einem frühen Zeitpunkt spielen mussten. Nachts mit Lichtshow wäre das ohnehin unvergessliche Konzert durch nichts zu toppen gewesen. Für mich persönlich war es mit Sicherheit eines der absoluten Highlights des ganzen WGTs.





Weiter ging es mit KOLDBRANN, die es schwer hatten, das vorgelegte Level zu halten. Allein schon, weil sie genretechnisch in eine ganz andere Richtung gingen. Der Zuschauerraum hatte sich weitgehend geleert und nur ein paar Hartgesonnene hielten es weiter in der prallen Sonne aus. Der Rest war in die umliegenden Schatten geflüchtet. Obwohl die Jungs durchaus eine ganz vernünftige Show hinlegten, war auch ich froh, im Schatten etwas abzukühlen und die Wasserreserven wieder aufzufüllen. Der Sänger präsentierte sich gut, hielt das Ruder fest in der Hand und die ganze Band arbeitete hervorragend zusammen.






Im Anschluss betraten PSYGNOSIS die Bühne, die nun leider niemanden mehr in der Hitze halten konnten und so vor leerem Platz spielen mussten. Ich fand den Sänger eigentlich ganz gut, da er eine gute, abwechslungsreiche Stimme hat, die er zwischen Growling und Klargesang gekonnt wechseln kann, jedoch passt sein Aussehen irgendwie nicht zu der harten Musik, die PSYGNOSIS präsentieren. Sorry, aber er sieht einfach zu “niedlich” aus. Weiters störte mich, dass kein Drummer mit auf der Bühne war, dadurch wirkte alles einfach nicht fertig und leer.

Bis zum Ende hielt ich dann nicht mehr durch, sondern verließ frühzeitig die Parkbühne, auch wenn noch ROTTING CHRIST und SATYRICON am Programm standen.

Anschließend machte ich noch eine kurze Stippvisite im Darkflowers bei der CD-Release Party von LORD OF THE LOST. Schließlich hatte mich ihr neues Album “From The Flame Into The Fire” durchaus begeistert. Hoch anzurechnen ist den Jungs ihre unglaubliche Fannähe, mit der sie versuchen wirklich jedem die Chance zu geben einmal mit ihnen zu reden und Fotos machen zu können, um ein besonderes Erinnerungsstück zu Hause an die Wand hängen zu können. Obwohl das mit Sicherheit immer wieder eine Herausforderung sein kann, im Speziellen dann, wenn sich diese Fans die Frechheit herausnehmen, ihren Lieblingsmusikern Vorschreibungen in Punkto Aussehen zu machen. Ja, Chris Harms, der Sänger von LORD OF THE LOST und Multitalent, trägt derzeit Bart, aber ich denke es sollte ihm persönlich überlassen werden, wie er sich am wohlsten fühlt. Schließlich kommt es auf die Musik an und nicht auf das Aussehen. Und Musik liegt ihm definitiv im Blut, wie er immer wieder mit seinen verschiedensten Projekten beweist.

Ich habe mir auf alle Fälle, mit ganz lieben Bekanntschaften vom WGT, die Nacht von ihm versüßen lassen, nachdem er als DJ Chris Harms, das Darkflowers zum Tanzen brachte. Schön abwechslungsreich, wie man es auch von seiner eigenen Musik kennt, legte er stundenlang auf und sorgte für ausgelassene Stimmung.
[Scatoelfen]


FOTOS + E-CARDS
www.wave-gotik-treffen.de

Metalmama
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Beitrag vom 18.06.2014
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