WAVE GOTIK TREFFEN TAG4 - EQUILIBRIUM   MANEGARM   NACHTBLUT   EIS   INGRIMM   KITTY IN A CASKET  
09.06.2014 @ Leipzig

Auch am letzten Tag des Wave Gotik Treffens war es extrem heiß. Ich wollte eigentlich noch einige Nebenschauplätze besuchen, aber in der Stadt war es einfach unerträglich.

So hab ich mich wieder einmal auf den Weg ins Heidnische Dorf gemacht.
Dort haben INGRIMM dem Publikum noch zusätzlich eingeheizt, aber es haben sich doch viele gefunden um diese Bayrische Folk Metal Band gehörig abzufeiern. INGRIMM haben kürzlich eine neue CD mit dem freundlichen Titel „Henkt ihn!“ veröffentlicht und sie haben auch einige Titel daraus gespielt, aber zum Großteil haben sie ältere Songs dargeboten, bei denen die Besucher fleißig mitgesungen und mitgetanzt haben.





Danach hab ich den Kohlrabizirkus aufgesucht. In dieser Kuppelhalle finden jedes Jahr traditionellerweise auch immer Metal Konzerte statt.
Opener an diesem Tag war die Deutsche Black Metal Band EIS. Es hatten sich auch schon Einige eingefunden um sich deren Auftritt anzuschauen. Diese Band besteht seit 2010 und ist so eine Art Geheimtipp innerhalb der Szene und ich hab mich sehr gefreut, dass sie die Chance bekommen hatten, sich am Wave Gotik Treffen einem breiteren Publikum zu präsentieren. Für ihren Auftritt und ihre druckvolle Spielweise bekamen sie jede Menge Beifall und man konnte auch einige kreisende Köpfe beobachten.





Nach ihnen wurde es etwas düsterer – NACHTBLUT waren an der Reihe. Zu ihrem Auftritt hatten sich auch schon etwas mehr Leute eingefunden. Diese Dark Metal Band aus Osnabrück hat mir ihrer Präsentation gut zu diesem Festival gepasst, der Sänger Askeroth kam im langen Mantel auf die Bühne, aber nach bereits einem Titel hat er sich dessen entledigt – ihm war auch zu heiß. NACHTBLUT haben das Publikum mitgerissen und der Sänger hat sich persönlich ins Publikum begeben und einen Moshpit angezettelt. Er hat mehrfach die Bühne verlassen und mit dem Publikum Kontakt gesucht, was sehr gut ankam und alles in Allem haben sie ein begeistertes Publikum hinterlassen.





Als Kontrast wurde als nächstes Viking/Black Metal geboten. Die Schweden MANEGARM haben mit ihrer intensiven und druckvollen Spielweise viele Köpfe zum Kreisen gebracht. Sie haben in den vielen Jahren ihres Bestehens mehrere Alben veröffentlicht und einen Mix daraus gespielt. Die Halle war gut gefüllt und das Publikum zeigte sich begeistert von ihrem Auftritt.





Als Schlusspunkt standen EQUILIBRIUM auf dem Programm. Diese Viking/Folk Metal Band aus Bayern hatte in letzter Zeit einiges zu verkraften - geich zwei Bandmitglieder sind kürzlich ausgestiegen und so war Bandboss René Berthiaume gezwungen, neue Musiker zu suchen, die er mit Dom R. Crey und Jen Majura auch gefunden hat. Für beide war es der erste gemeinsame Auftritt mit EQUILIBRIUM und sie haben ihre Sache sehr gut gemacht, denn gleich von Anfang an ging das Publikum voll mit und beim Titel „Wirtshaus-Gaudi“ vom neuen Album „Erdentempel“ wurde fleißig mitgetanzt. EQUILIBRIUM waren ein würdiger Abschluss dieses Abends, und für mich des Wave Gotik Treffens 2014.





Es war ein sehr schönes Festival für Aug und Ohr – leider konnte man es durch die Hitze nicht so wie üblich genießen.
Die meisten werden aber wohl auch nächstes Jahr wieder kommen – bei hoffentlich erträglicheren Temperaturen!
Man sieht sich also in Leipzig – zu Pfingsten 2015!


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Nach nur zweieinhalb Stunden Schlaf und einer durchtanzten Nacht hieß es wieder ab auf die Piste. Die eigens für das WGT fahrende Schwarze Linie brachte mich zum Agra-Gelände. Nachdem ich die Tage zuvor quer durch die Stadt die verschiedensten Locations besucht hatte, wollte ich mir natürlich auch hiervon und vom Heidnischen Dorf einen Eindruck verschaffen. In der riesigen Markthalle der Agra waren die verschiedensten Aussteller im Bereich Gothic und Rock zu finden. Willkommen kühl ließ es sich gemütlich durch die Reihen flanieren und das Einkaufsherz eines jeden Gothikers höher schlagen.

Wie mein Abendprogramm aussehen sollte, war die einzige Entscheidung die ich an diesem Tag noch treffen musste, Argahalle oder Täubchenthal. Beide Locations hatten interessante Bands zu bieten, dennoch entschied im mich fürs Täubchenthal, da die Stimmung in der Agra irgendwie schlaff war und ich neugierig auf die BLOOSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE war. Ein kleines Stück Österreich zum Abschluss.

Kaum angekommen im Täubchenthal starteten auch schon DEAD UNITED und machten ganz vernünftig Stimmung. Der Sänger war angenehm präsent und hatte offensichtlich jede Menge Spaß auf der Bühne, auch wenn das Publikum bei gewissen Coverversionen eine etwas lange Leitung hatte. Im Gesamten brachte die Band Schwung in die Location und war somit ein gut gewählter Opener.

Sie wurden von KITTY IN A CASKET, den ersten Österreichern an diesem Abend, abgelöst, welche mich in der Tat äußerst positiv überraschten. Bei Frauenstimmen bin ich äußerst wählerisch und skeptisch, außerdem sind weibliche Sängerinnen meist nicht so präsent wie ihre männlichen Gegenstücke. Hier wurde ich allerdings eines Besseren belehrt, denn die Sängerin war ein Energiebündel sondergleichen, die Lebensfreude, Spaß und Können in gleichem Maße dem Publikum vor die Füße knallte. Irgendwie erinnerte sie mich rein von der Power die sie an den Tag legte, an SKUNK ANANSIE, die ja auch wie ein Gummiball über die Bühne fegte. Ein gutes Zusammenspiel der Instrumente, treibender Beat und eine tolle Stimme sorgten für fantastische Stimmung, füllten die Halle und ließen den Zusehern keine Wahl, als einfach mitzurocken. Den einzigen Abbruch der Darbietung bot die Technik. Leider übersteuerte das Mikro immer wieder und die Stimme der Sängerin war definitiv zu leise eingestellt, sodass sie hin und wieder neben den Instrumenten etwas unterging.






Anschließend kam DER FLUCH über das Täubchenthal. Die Fürsten der Finsternis, wie der Sänger selbst es so schön feststellte. Alles wurde etwas dunkler, düsterer und trotzdem energiegeladen. Die Herren in Anzug präsentierten eine gut durchdachte Show und innerhalb kürzester Zeit war der Zuschauerraum zum Bersten gefüllt, sodass der Eingang geschlossen wurde und nur noch dann Gäste Zutritt erhielten, wenn andere die Halle verließen. Kurze Geschichten, als Überleitung zu den einzelnen Songs, ließ das Dargebotene zu einem interessanten Kopfkino verschmelzen und damit zu ein besonderes Erlebnis werden. Ein schönes, gut präsentiertes Konglomerat aus fantastischer Musik und guten Überleitungen.





Im Anschluss wurde das Schlagzeug des Sängers von den BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE auf die Bühne gerollt und die Jungs ließen das Täubchenthal erbeben. Kurz gesagt, einfach unglaublich was hier abging. Die Menge tobte, tanzte, rockte. Und wieder einmal ärgerte es mich, dass sich unsere heimische Musikindustrie vor dem Können unserer eigenen Musiker so sehr verschließt und ihnen nur wenig Chancen für einen Aufstieg gibt. Zwei so fantastische Bands aus Österreich an einem Abend, die durchaus auch radiotauglich wären.





Völlig geschafft von wenig Schlaf und vor allem von der Hitze, entschloss ich die letzte Band, THE CREEPSHOW, obwohl sie viel versprachen, was von draußen zu hören war, auszulassen. Allerdings lief mir vor der Tür noch ein lieber Bekannter über den Weg und hielt mich kurz auf, der Schweizer Chris Fuxal Fox, Schlagzeuger bei der sich leider mittlerweise aufgelösten Band LOST AREA. Zum Glück werden wir ihn dennoch auch in Zukunft zu hören bekommen, denn sein Weg führte ihn zu L’ÂME IMMORTELLE, einer meiner österreichischen Lieblingsbands. Auf diesem Wege wünsch ich dir, Fuxal, noch einmal viel Erfolg und Spaß für die Zukunft.



FOTOS + E-CARDS
www.wave-gotik-treffen.de

Metalmama
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Beitrag vom 18.06.2014
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