NOVA ROCK 2014 - TAG2: IRON MAIDEN   ANTHRAX   AMON AMARTH   TRIVIUM  
14.06.2014 @ Pannonia Fields II

Der zweite Nova Rock Tag begann für Earshot auch erst etwas später und so bequemten wir uns erst zu den Modern Metallern TRIVIUM vor die Blue Stage. Gut mit CURSED BY THE FALLEN, EPICA, TUXEDO und EMERGENCY GATE, die ja mit Kult-Pop Held HADDAWAY einen Special Guest mit hatten, wären schon Themen für uns dabei gewesen, man muss dennoch Prioritäten setzen.

Und schnell wurde klar – TRIVIUM hätte man sich getrost sparen können. Wie schon bei zuvor besuchten Konzerten kam da einfach nichts rüber. Natürlich haben Matthew Heafy und seine Männer ein paar starke Songs am Start und der brutale Modern Metal Sound war auch nicht zu verachten, doch schnell wurde es eintönig und emotionslos sowieso. Einige junge Fans fanden sich natürlich trotzdem vor der Bühne ein und feierten zu Songs des neuen Album gleichermaßen wie die älteren und deutlich interessanteren Songs wie „Anthem“ oder „Dying In Your Arms“ mit den Amerikanern ab. Zu konstruiert und emotionslos zeigten sich TRIVIUM wiedermal als Metal-Boygroup ohne Seele. Schade eigentlich, denn das Talent wir ja definitiv da.





Setlist TRIVIUM

Brave This Storm
Bult To Fall
Strife
Black
Trhough Blood And Dirt And Bones
Anthem (We Are The Fire)
Dying In Your Arms
Down From The Sky
Capsizing The Sea
In Waves

Wahrscheinlich wäre mein Fazit zu TRIVIUM nicht ganz so negativ ausgefallen, hätten im Anschluss nicht ANTHRAX den Jungspunden einfach mal so mir nichts, dir nichts gezeigt, wo der Hammer hängt. Belladonna, Scott Ian und Co. stürmten auf die Bühne und bereits nach den ersten 30 Sekunden von „Caught In A Mosh“ war etwas zu spüren, wovon eben die vorher aufgetretenen weit entfernt sind. ANTHRAX brachten zudem viel Bewegung, Energie und Herzblut mit. Scott Ian grinste sich einen, Belladonna hüpfte und wirbelte über die Bühne, Frank Bello würgte posend seinen Bass und Neuzugang Jonathan Donais ließ die Haare kreisen, während Ersatzdrummer Jon Dette (SLAYER, TERROR, TESTAMENT) den ausgefallenen Charlie Benante mehr als würdig vertrat. Die Stimmung brach nicht ab, denn die zeitlosen Klassiker „Madhouse“, „I Am The Law“, „Indians“ und „Antisocial“ machen auch heute noch so viel Spaß wie vor 20 Jahren, aber auch das neue Material in Form von „In The End“ und „Fight Em Till You Can´t“ fügten sich fast nahtlos ins Set der Amerikanischen Legende ein. Leider verflog die Zeit wieder viel zu schnell und das AC/DC Cover „TNT“ hätte man sich bei der kurzen Spielzeit wirklich sparen können. Ansonsten sind und waren ANTHRAX mal wieder eine Bank!





Setlist ANTHRAX:

Worship
Caught In A Mosh
Got The Time
Indians
Hymn 1
In The End
T.N.T
Fight Em Till You Can´t
I Am The Law
Antisocial

Im Anschluss tat ich mich etwas schwer. Die schon zum gefühlten 30. Male gehörten AMON AMARTH standen am Plan, doch die Alternativen in Form von der Radio-Mainstream band SUNRISE AVENUE oder die mir komplett unbekannten BLITZ KIDS waren mir den Fußmarsch auch nicht wert. Somit durften AMON AMARTH erneut zeigen, dass sie live etwas auf dem Kasten haben. So lieferten die schwedischen Wikinger gewohnt solide Kost und einen Schwenk durch die Diskografie in der man „Father Of The Wolf“, „As Loke Falls“ und auch Klassiker wie „Twilight Of The Thundergod“ und „The Pursuit Of Vikings“ fand. Fans der Nordmänner können mit der souveränen Performance von AMON AMARTH durchaus zufrieden sein. Mir persönlich war das Ganze dann doch wieder zu eintönig.





Setlist AMON AMARTH:

Father Of The Wolf
Deceiver Of The Gods
Cry Of The Black Birds
As Loke Falls
Asator
War Of The Gods
Twilight Of The Thunder God
The Pursuit Of Vikings


So gut der Sound auch meist auf der Blue Stage war, so hatte die Red Stage nicht selten mit Problemen zu kämpfen, so verfiel bei SUNRISE AVENUE die Anlage mal in Gestotter, was die Band aber souverän hinnahm, während MANDO DIAO Gerüchten zufolge mit den Zuschauern Zeichensprache sprechen musste.

Gut, dass der mächtige Headliner IRON MAIDEN schon seit jeher drei bis vier Songs zum Warmwerden braucht, ist man ja schon gewohnt, das Sound-Desaster vom Seerock im vergangenen Jahr wiederholte sich aber zum Glück nicht. Und so starteten die Briten gekonnt in ihre Maiden England Show, die sich keinen Milimeter geändert hat in dem Jahr, was aber bei dieser Bühnenproduktion absolut nicht verwunderlich ist, hatten die Jungfrauen auch wieder allen Schnickschnack mit. Gewohnt ertönte der UFO-Klassiker „Doctor Doctor“ aus den Boxen. Auch wenn ich kein Fan von Intros anderer Bands bin, so gehört das mittlerweile doch schon irgendwie dazu. „Moonchild“, das lautstark mitgesungene „Can I Play With Madness“ und das seltener dargebotene „Prisoner“ hatten noch mit einem zu übersteuerten Dickinson und zu leisen Gitarren zu kämpfen, doch spätestens mit „Revelations“ hatten IRON MAIDEN so ziemlich jeden in den Bann gezogen und von da an leichtes Spiel.

IRON MAIDEN sind fast am Ende dieser Tour angelangt, gaben sich immer noch enthusiastisch und bewegungsfreudig, jedoch merkte man eine gewisse Müdigkeit schon, da Bruce nicht mehr ganz so elegant über die Bühne fliegt und ein paar Kilometer weniger macht als die letzten Jahre. Trotzdem können sich noch viele junge Bands etwas abschauen und Hits wie „The Trooper“, „The Number Of The Beast“ oder „Run To The Hills“ lösen auch heute noch Begeisterungsstürme aus, während „Fear Of The Dark“ und „Phantom Of The Opera“ eher Atmosphäre erzeugten und zum Mitsingen animierten. Nachdem Bruce sich bereits mehrmals umgezogen hat, Eddie über die Bühne stolzierte, Pyros abgeschossen wurden und natürlich auch der Union Jack geschwungen wurde, verzogen sich Harris, Murray, Smith, McBrain, Gers und Dickinson hinter die Bühne und überließen Churchill das Wort, der nicht nur Gänsehaut erzeugte, sondern natürlich auch „Aces High“ ankündigte. "The Evil That Men Do“ brachte nochmal Party-Stimmung, ehe man mit „Sanctuary“ den metallischen Abend beendete.

Mein bereits sechster Besuch eines IRON MAIDEN Konzerts war vielleicht nicht der allerbeste, was an einer leicht spürbaren Müdigkeit der Band liegen kann, natürlich aber auch, dass ich genau diese Show bereits gesehen habe, dennoch sind und bleiben IRON MAIDEN ein mehr als herausragender Headliner und kommen hoffentlich bald mit neuer Show und vielleicht auch neuem Album zurück.

Setlist IRON MAIDEN:

Rising Mercury (Intro)
Moonchild
Can I Play With Madness
The Prisoner
2 Minutes To Midnight
Revelations
The Trooper
The Number Of The Beast
Phantom Of The Opera
Run To The Hills
Wasted Years
Seventh Son Of A Seventh Son
Fear Of The Dark
Iron Maiden
-
Aces High
The Evil That Men Do
Sanctuary

Eigentlich wollte ich das Review hier beenden, leider komme ich nicht umhin zum Festival-Kasperl DAVID HASSELHOFF auch ein paar Worte zu verlieren. Tausende Fans und Unterhaltungslustige erwarteten das Late-Night Special des einstigen Serien-Stars und Schlager-Sängers The Hoff mit einer Vorfreude, die nur enttäuscht werden konnte. Erzählungen zufolge startete er auch ganz gut, verfiel aber bald in langweilige Balladen und uninteressante Ansagen, sodass sich bald eine große Anzahl der Zuschauer auf den Heimweg machte.





Dafür kaschierte der Mann, der ja so einiges schon einstecken musste, Scherze wie fliegende Cheeseburger mit Humor – zeigte sich aber als Zeit- und Geldverschwendung des Veranstalters. Ein trauriger Ausklang nach den mächtigen IRON MAIDEN.




FOTOS + E-CARDS
www.nova-rock.at

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Beitrag vom 20.06.2014
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