UNHEILIG   STAUBKIND   FAQ  
25.07.2014 @ Kremspark, Ansfelden

Am 25. Juli 2014 beehrten UNHEILIG, im Rahmen ihrer “Alles hat seine Zeit”- Tournee, den Kremspark Ansfelden in Österreich. Eine fantastische Lokation und ein hervorragendes Veranstalterteam versprachen ein gut organisiertes Open-Air, bei dem auch das Wetter die Szenerie perfekt unterstützte. Mit im Gepäck als Support hatte “Der Graf” die Schweizer FAQ und die Deutschen STAUBKIND, die bereits auch in Österreich in den Charts landen konnten.

FAQ eröffneten den Abend, konnten das Publikum allerdings nicht so richtig überzeugen. Schlagzeug und Gitarre präsentierten einen guten vorantreibenden Sound zu dem der Gesang irgendwie nicht wirklich passen wollte. Den Open-Air Gästen wäre es wohl lieber gewesen, wenn der Frontsänger die Gesangspassagen alleine gesungen hätte, da sich die zweite Stimme, schlicht und einfach nicht ins Gesamtbild einfügen ließ und zu hoch, dünn und fiepsig klang. Allerdings machte sich besagter Backvocalsänger hervorragend am Keyboard und an den Percussion. Vielleicht sollte er dabei bleiben.





Anschließend betraten meine persönlichen Favorits des Abends die Bühne, STAUBKIND. Die Jungs, mit dem Sänger Louis Manke Staubkind, zogen gleich von Anfang an jede Menge Zuschauer nach vorne, was auch kein Wunder ist bei der offenen freundlichen Ausstrahlung des Fronters. Neben ihren alten Songs, spielten sie auch einige Songs ihres gerade erst neu erschienen Albums “Alles Was Ich Bin” und konnten damit mit Sicherheit einige neue Fans akquirieren, wie ich so an den Stimmen, die STAUBKIND noch nicht kannten, rund um mich hören konnte. Soundtechnisch und die Bühnenpräsenz betreffend gab es definitiv nichts zu bemängeln. Ein gut eingespieltes Team, das sich gegenseitig ergänzt. Vorantreibente Drums, ein damit gut konglomerierender Bass und fette Gitarrensounds, ergänzten die einfühlsame Stimme von Louis, dem man es am lächelnden Gesicht ablesen konnte, wie viel Freude er auf der Bühne hatte. Hoffen wir, dass ihr Plan für 2015, mehrere kleine Gigs in Österreich zu spielen, aufgeht und wir sie bei uns wieder begrüßen dürfen.





Nach ihrem Auftritt warf der Schlagzeuger seine Sticks in das Publikum, wo ich das absolute No-Go des Jahres miterleben durfte und ein Mann eine Frau, die einen der Sticks fing umriss und ihr das begehrte Stück aus der Hand riss. Wenigstens ein Entschuldigung hätte er ihr sagen können, aber er blieb präpotent neben ihr stehen und ignorierte sie. Zum Glück hatte sie sich nicht verletzt und die anderen rund um sie kümmerten sich rührend um die Gefallene.

Hier zwischendurch, bevor es zu UNHEILIG geht, ein kurzes Lob an die Tontechnik und vor allem an die Lichttechnik, die fantastische Effekte setzte und das Gesamtbild großartig abrundete.

Um 20:00 eroberten dann UNHEILIG die Bühne und mit dabei hatte “Der Graf” auch sein von früher gekanntes Charisma, das ich beim letzten Gig den ich gesehen habe, schmerzlich vermisst habe. Verständlicherweise erhoben sich nun auch die letzten Konzertbesucher um einen näheren Blick auf ihn erhaschen zu können und die Reihen standen bis ganz nach hinten relativ eng. Ein abwechslungsreiches Programm mit Auszügen aus den letzten zehn Jahren wurde geboten, obwohl ich hin und wieder die Sprünge zwischen den schnelleren Songs und den langsamen etwas zu heftig fand. Aber immerhin rockten sie die Bühne und erschufen, mit Hilfe der untergehenden Sonne, eine ganz eigene, irgendwie positiv mystische Stimmung.

Zwischendurch stellten sie dann auch noch das Debütalbum ihres UNHEILIG-Gitarristen Licky vor, mit dem Namen “Gravity Castle”, das vor drei Wochen erschienen ist. Zwei Songs daraus wurden gespielt und ich werde mit Sicherheit noch näher hineinhorchen, denn es klingt sehr vielversprechend.





Einen Clown schien der Herr Graf allerdings auch verschluckt zu haben, denn er machte einige kleine Späßchen. Nach einem "Uhhh" vom weiblichen Publikum, stand er da sah nach unten, dann wieder nach oben und fragte: “Hab ich etwa die Hose offen, oder was?” Weiters stellte er auch den lieben Peter vor, der immer wieder nach vorne über die Bühne flitzte: “Das ist der liebe Peter. Der liebe Peter bringt mir immer ein neues Mikro, denn in dem Mikro sieht es so aus.” Kopf schüttelnd wie ein Hund spritzte der Schweiß von seiner Stirn, der mit Sicherheit jedem der am Open-Air Anwesenden, wegen der doch heißen Temperaturen, auf der Stirn stand. Allerdings erwischte “Der Graf” bei dieser Aktion einige im Publikum, was ihn sichtlich peinlich berührte, da er große Augen bekam und ein: “Oh, tschuldige!” von sich gab.

Einen kleinen Einblick in das Backstage Leben gab er auch noch, indem er erzählte wie groß das Lampenfieber der Musiker vor den Auftritten immer wieder ist. Auch wenn sie auf der Bühne noch so charismatisch und sicher wirken, stellte er fest sind sie alle, ihn mit eingeschlossen, hinter der Bühne, doch einfach nur Weicheier: “Ich will ja nicht jammern, aber ehrlich, das ist so!”

Aufhorchen ließen mich UNHEILIG dann doch, als sie ein neues Lied, von ihrem voraussichtlich in den nächsten 1-2 Jahren erscheinenden neuen Album spielten, das richtig rockte und bei dem sie, wie “Der Graf” sagte, von Österreich inspiriert wurden. Wenn das ganze Album so wird, dann freu ich mich jetzt schon drauf. Weg von der ruhigen Sentimentalität, hin zur energiegefüllten Power früherer Zeiten.





Ein stimmungsvoller Konzertabend ging dem Ende zu und diesmal bin ich wieder wesentlich positiver gestimmt, was das Charisma des Grafen betrifft. Er scheint es wiedergefunden zu haben.

Nach dem Konzert standen dann am Merchstand noch STAUBKIND, FAQ und der UNHEILIG-Gitarrist LICKY für Autogramme und Fotos zur Verfügung. Im Speziellen STAUBKIND und FAQ blieben bis zum Schluss und kümmerten sich mit einer beneidenswerten Geduld und Freundlichkeit um ihre alten und neu gewonnenen Fans.

www.unheilig.com
www.staubkind.de


FOTOS + E-CARDS


Scatoelfen
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Beitrag vom 30.07.2014
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