ROCK FOR ROOTS - TAG2: SKYFORGER   MÅNEGARM   CRUADALACH   PORTA INFERI   MOR DAGOR   HAMARSHEIMT   FATAL EMBRACE   SIC ZONE   NEKYIA ORCHESTER   ASENBLUT  
06.09.2014 @ Freilichtbühne Nauen (D)

Ein weiterer sonniger Tag in Nauen und bereits ab 14.00 ging es mit den Auftritten auf der Freilichtbühne los.

Die für diesen Tag auch angekündigte Deutsche Progressive Black Metal Band AGRYPNIE musste ihren Auftritt leider absagen, so blieb für die anderen Bands dieses Tages mehr Spielzeit.

Leider waren um diese Zeit noch relativ wenige Leute am Gelände und als NEKYIA ORCHESTER zu spielen begannen, mussten sie das vor ziemlich leeren Rängen tun, aber sie ließen sich davon nicht beirren und nach einer Weile hatten sich doch einige Headbanger direkt vor der Bühne eingefunden, die sie ordentlich unterstützt haben. Diese Band aus Berlin besteht erst seit relativ kurzer Zeit und es gibt eine EP von ihnen. Musikalisch ordnen sie sich selbst dem Post Metal zu und ihre Musik wechselt zwischen beinhart und melodisch – dazu gibt es sehr intensiven Gesang. Eine extravagante Mischung!





Reichlich extravagant war auch die Musik der nächsten Band. SIC ZONE aus Köln ordnen ihre Musik in das Gerne Extreme Groove Metal ein und bereits das Intro bereitete einen darauf vor, was die Band musikalisch zu bieten hatte. Sie boten hämmernden Sound und zwischendurch gab es auch eigenwillige Gitarrenklänge, und der Gesang war auch von der harten Sorte. Rauchsäulen neben der Bühne waren noch ein optisches Schmankerl bei ihrem Auftritt bei dem sich schon etwas mehr Leute am Gelände eingefunden hatten.





Danach wurde den Trash Metal Fans etwas geboten. Die Berliner FATAL EMBRACE können schon auf 20 Jahre Bandgeschichte zurückblicken und sie haben in dieser Zeit mehrere Alben veröffentlicht. Nach einem düsteren Intro haben sie dem Publikum hämmernden Trash Metal gepaart mit beinahe aggressiv wirkendem Gesang dargeboten. Sie haben sehr viel Spielfreude an den Tag gelegt und auch einige Köpfe zum Bangen gebracht. Als sie zum Schluss noch ein Motörhead-Cover gespielt haben, hat es noch einige mehr von den Sitzen gerissen und der Band damit eine tolle Abschieds-Kulisse geboten.





Als nächste waren HAMARSHEIMT an der Reihe. Diese Band aus Berlin hat sich dem Viking Death Metal verschrieben, wie auch unschwer an den Transparenten mit dem Thorshammer erkennen konnte. HAMARSHEIMT existiert erst seit kurzer Zeit und sie haben sich an der Gitarre weibliche Verstärkung geholt, was ja nicht so oft vorkommt. Es war unschwer zu erkennen, dass sie am meisten von AMON AMARTH beeinflusst sind und sie haben auch einen Titel dieser Band gecovert. Was ich seltsam fand, dass von den vielen Leuten vor der Bühne kaum einer mitgebangt hat – die Musik wäre dazu bestens geeignet gewesen.





Dann gab es einen Wechsel zum Black Metal. Die Essener MOR DAGOR enterten schwarz beschmiert die Bühne und haben dem Publikum beinharte und aggressive Musik geboten. Sie sind schon seit vielen Jahren aktiv und haben auch mehrere Alben veröffentlicht. Mich haben sie mit einer heftigen Einspielung irritiert wo in einem grenzwertigen Text auch das Wort „Arschficken“ vorkam. Mich hat das eher abgestoßen – solche Texte sind meiner Meinung nach eher den Hiphoppern vorbehalten, aber natürlich fällt es unter künstlerische Freiheit. Ich bin danach aber weggegangen und auch sonst sind nicht so viele vor der Bühne geblieben.





Es ging danach auch mit Black Metal weiter – allerdings mit solchem wie ich ihn interpretiere. PORTA INFERI kamen mit Corpsepaint und blutverschmiert wirkender Kleidung auf der Bühne. Sie sind zwar schon seit zehn Jahren aktiv, haben aber nur ein einziges Album veröffentlicht. Dennoch konnten sie ihr Publikum mit ihrer zwar harten aber eher ruhigen Spielweise und dem kratzigen Gesang vollauf zufrieden stellen.





Als nächste stürmten CRUADALACH die Bühne – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Sänger tobte während des ganzen Auftritts wie ein Wilder über die Bühne. Ich habe diese Band aus Tschechien schon mehrfach gesehen und mir ist aufgefallen, dass sie größer geworden ist. Mittlerweile sind es acht Leute, die dem Publikum ihren tollen Folk Metal präsentieren. Sie sind seit 2008 aktiv und haben für Ende dieses Jahres ein neues Album angekündigt, woraus sie bereits einige Titel präsentiert haben. Viele Leute hatten sich vor der Bühne eingefunden um kräftig mitzubangen und auch der ein oder andere Moshpit entstand bei ihrer mitreißenden Musik. CRUADALACH haben an diesem Abend sicher viele neue Fans dazugewonnen und auch ich würde mich freuen, sie bald wieder einmal live erleben zu können!





Bis zu diesem Zeitpunkt konnten sich die Besucher über schönstes Sommerwetter freuen aber nun war ein Gewitter im Anzug und ich hab das Gelände verlassen um mir meine Regenjacke zu holen. Leider gab es dann heftigen Regen und ich bin im Trockenen geblieben, wodurch ich den Auftritt der Göttinger Pagan Metal Band ASENBLUT verpasst, aber da ich sie dieses Jahr schon öfter gesehen hatte, war es nicht so schlimm für mich. Wie viele Wetterfeste bei ihrem Auftritt dabei waren kann ich nicht sagen, da ich erst danach wieder auf das Gelände kam.

Da hatten gerade die Norweger MÅNEGARM zu spielen begonnen und da der Regen vorbei war, war der Platz vor der Bühne gut gefüllt – fast alle Festivalbesucher hatten sich bei ihrem Auftritt eingefunden. MÅNEGARM spielen eine Mischung aus Viking/Black und Folk Metal - sie können schon auf eine sehr lange Bandgeschichte zurückblicken, und haben in dieser Zeit viele Alben veröffentlicht. Früher hatten sie einen Geiger in der Band – jetzt kommt die Geige vom Band, was viele langjährige Fans noch immer irritiert. Wie immer hat der Sänger das Publikum mit launigen Ansagen unterhalten. Ich habe MÅNEGARM an diesem Abend zum dritten Mal in diesem Jahr erlebt und ich muss ehrlich sagen, dass ihr Auftritt am Rock for Roots eindeutig der beste war – von mir aus hätten sie locker noch eine Stunde weiterspielen können!





Vor der letzten Band hatte sich der Veranstalter noch ein besonderes Schmankerl einfallen lassen. Die Berliner Feuerkünstler FLAMMENRAUSCH haben dem Publikum auf dem Platz vor der Bühne eine atemberaubende Show dargeboten. Es gibt scheinbar wirklich Menschen die keine Angst vor Feuer haben, denn was sie mit brennenden Stäben und Reifen aufgeführt haben, war wirklich etwas Besonderes und sie konnten viel Applaus dafür einheimsen.





In der Zwischenzeit hatte die letzte Band auf der Bühne umgebaut. SKYFORGER aus Lettland hatten sich in letzter Zeit etwas rar gemacht und so waren auch viele Besucher ihretwegen zum Rock for Roots gekommen. Auch bei mir war es schon einige Jahre her, dass ich sie zuletzt gesehen habe und ich war sehr erstaunt, dass auf einmal statt 5 Leuten nur 3 auf der Bühne standen. Vieles das früher live gespielt wurde kam dieses Mal vom Band. Mit ihrem Pagan/Folk Black Metal konnten sie das Publikum schwer begeistern und sie haben auch sehr große Spielfreude gezeigt. Der Sänger hat auch immer wieder die Geschichten zu den Songs erzählt und man hat gemerkt, dass ihnen der Auftritt Spaß macht! Alles in allem ein sehr schöner Festivalabschluss!





Das Rock for Roots war eine tolle Bereicherung meines Festival-Kalenders und eine wirklich gelungene Veranstaltung. Was ich sehr traurig fand, dass relativ wenige Besucher gekommen waren – ich hätte ihnen deutlich mehr gewünscht. Aber diejenigen die gekommen waren hatten genauso viel Freude daran wie ich und es ist doch ein Freudenfest daraus geworden!

Ich hoffe sehr, dass es auch nächstes Jahr eine Neuauflage dieses Festivals gibt – mit deutlich mehr Besuchern als dieses Jahr. Wenn ich es irgendwie schaffe werde ich auch nächstes Jahr hinfahren – allerdings bewaffnet mit Mückenspray, die Stiche haben ja doch einige Tage nachgewirkt!


FOTOS + E-CARDS
www.rock-for-roots.de

Metalmama
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Beitrag vom 16.09.2014
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