WACKEN - METAL BATTLE & TAG1: ACCEPT   SAXON   STEEL PANTHER   HAMMERFALL   RUSSKAJA   BEYOND THE BLACK   HULDRE   [IN MUTE]   EVOCATION   CONVIVIUM   ROADWOLF   DIRTY SHIRT  
31.07.2014 @ W:O:A Festival Gelänade

Das ausverkaufte Festival jährte sich zum 25ten mal und zählte stolze 75.000 Besucher, 5.000 Mitarbeiter, 120 Bands und 7 Bühnen. Das Gelände selbst bot jedem Metalhead etwas, seien es die vielen Merchstände, Wackinger Village mit seinen Rollenspielern oder die riesigen Bühnen. Eines muss man den Veranstaltern lassen, zwei Mainstages nebeneinander, die abwechselnd bespielt wurden gaben den Fans die Möglichkeit, viele Bands zu erleben und möglichst wenig Umbaupause abwarten zu müssen. Gleich einem eigenen Staat waren auch wieder Zeitung, Radio und Wacken TV am Start.

Für das tägliche Leben war Wacken natürlich auch ausgestattet, Duschen und WCs sowie Dixie Häuschen gehören da natürlich ebenso dazu wie der Campingplatz, die Parkplätze und Einkaufsmöglichkeiten. Zur besseren Orientierung wurde auch die Wacken App verbessert und zur Aufbewahrung von allem, was einem lieb und vor Allem teuer ist, konnte man Schließfächer in einem Container mieten. Diese logistischen Dinge haben die Veranstalter ganz gut hinbekommen, die Preise an den Essensständen waren allerdings leider wie so oft auf Festivals relativ hoch.





Im Vorfeld gab es freilich Diskussionen darum, wer wohl die Headliner zu diesem großen Jubiläum sein sollten. Einerseits sind die Veranstalter in den letzten Jahren mit so vielen bekannten Bands aufgefahren, dass es natürlich keine leichte Aufgabe ist, so etwas noch zu toppen. Andererseits ist es auch Geschmackssache, ob man die großen Bands, die seit Jahren immer wieder auf dem Festival spielen, gerade deshalb auch zum Jubiläum einlädt.

Wie bei jedem Geburtstag sollten aber natürlich auch die Geschenke nicht fehlen. So machte Illustrator Kim Schmidt wie seit langen Jahren schon einige coole Cartoons und brachte sie rechtzeitig ein Bach damit. Ein weiteres Buch, allerdings mit tollen Fotos, veröffentlichte Pep Bonet . Er zeigte die Fans auf ihrem geliebten Wacken und nannte daher das Buch „We The People Of Wacken“. Einen Film gab es auch, der selbstredend als „Wacken 3D – The Movie“ in die Welt des Festivals eintauchen lässt.

Das Metal Battle feierte ebenfalls ein Jubiläum, denn auch das gibt es immerhin schon zehn Jahre lang. In diesem internationalen Wettbewerb gibt es in allen teilnehmenden Ländern einen Sieger, der in Wacken die Ehre hat im riesigen Zirkuszelt zu spielen. Außerdem stehen diese nationalen Sieger am Festival im internationalen Finale des Metalbattle. Bereits vor zwei Jahren hat man zur WET Stage auch noch die Headbanger´s Stage direkt daneben für die Metal Battle-Bands dazu genommen. Eine weitere entscheidende Änderung gab es heuer: erstmals bekam keine Band einen Plattendeal (das brachte scheinbar immer wieder Schwierigkeiten), sondern es gab gleich für fünf Gewinnerbands Unterstützung in Form von Bargeld und Sachpreisen, die von der Wacken Foundation an die Gewinner in einer Pressekonferenz übergeben wurden:

1.Platz [IN MUTE], Melodic Death Metal aus Brasilien 5.000
2.Platz DIRTY SHIRT, Hardcore Metal aus Rumänien 4.000€
3.Platz HULDRE, New Nordic Folk Metal aus Dänemark 3.000€
4.Platz EVOCATION, Death Metal aus China 2.000€
5.Platz CONVIVIUM, New School Thrash Metal aus Schweden 1.000€

Die Sponsoren des Metal-Battle, wie zum Beispiel Marshall, Paiste, Randall, Markbass, Washburn oder Parallaxe gaben im Bereich der Sachpreise ihr Bestes, aber auch als Plattform konnte die Teilnahme in Wacken genützt werden, um mit Bookern, Produzenten und anderen Vertretern in der Branche in Kontakt zu treten.

Natürlich gehörte es als Österreicher am ersten Tag, dem Mittwoch 30.7.2014, zum Pflichtprogramm, sich ROADWOLF auf der W.E.T. Stage im riesigen Zirkuszelt anzusehen.

Besagte Wacken Foundation hatte auch in der Nähe des so genannten Infield ein eigenes Camp mit einem Art Tent, Pole Sitting, Kochkursen und mehr. Die Foundation veranstaltete erstmals auch ein Music Camp für 100 Jungmusiker im August.

Erst seit Kurzem gibt es die Wasteland Stage auf Wacken, doch das Programm dort brachte viele Steampunk Fans mit nackter Haut und Flammen ordentlich ins Schwitzen.

Am Donnerstag, 31.7.2014 startete das Programm auf den beiden Hauptbühnen.
BEYOND THE BLACK ist in Deutschland eine der wenigen "Female-Fronted-Metal“ Bands. Jennifer Haben, die erst 19-jährige Front-Frau und ihre Band hatte die Einladung nach Wacken genützt, um ihr Können unter Beweis zu stellen und heizten den Zuhörern der W.E.T. Stage am Donnerstag ordentlich ein.

Danach standen RUSSKAJA mit ihrem gerne gebuchten und gut besuchten Programm auf der Bühne. Die Gruppe ist ja in Österreich auch durch die Fernsehsendung „Willkommen Österreich“ auf ORF bestens bekannt. Ihre Turbo-Polka ist sicher gewöhnungsbedürftig, doch wie man richtig Party feiert wissen die Austro-Russen auf jeden Fall. Nicht umsonst gilt die Truppe als unser derzeitiger Exportschlager im deutschsprachigen Raum. Gespielt wurde vor allem das Material des aktuellen Werkes "Energia!", welches von Presse und Fans mehr als gut aufgenommen wurde - und sogar das mutige AVICII Cover wurde gut aufgenommen. Grund genug, dass Frontmann Georgij Alexandrowitsch Makazaria durchgehend grinsend über die Bühne wirbelte und die Wacken-Fanscharen anfeuerte als gäbe es kein Morgen.

Setlist RUSSKAJA:

Energia
Kartuli Vino
Change
Traktor
Wake Me Up
Tanzi Tanzi
Gop-Stop

Die erste auffällig gut besuchte Band war zweifelsfrei HAMMERFALL, die nach ihrem dreijähjrigen Winterschlaf mit Klassikern wie "HammerFall“ und „Blood Bound" einfach alle zum Mitsingen brachten. Nickende Köpfe und in die Luft gestreckte Arme bestätigten, was sich auf der Bühne tat. Das neue Album "(r)Evolution", das erst Ende August erschien, wurde nach dem Konzertbesuch von manchem Fan noch sehnsüchtiger erwartet, vor allem da man mit "Bushido" bereits einen neuen Song premierte. Als große Draufgabe grub man noch Jesper Strömblad (Ex-IN FLAMES, THE RESISTANCE) und Stefan Elmgren aus, damit diese fleißig mitzocken konnten. Die längere Pause hat den Schweden sichtlich gut getan und so präsentieren sich diese frischer denn je.





Setlist HAMMERFALL:

Glory To The Brave
Child Of The Damned
The Metal Age
Steel Meets Steel
Stone Cold
I Believe
Unchained
The Dragon Lies Bleeding
Glory to the Brave
HammerFall
-
Any Means Necessary
Blood Bound
Bushido
Hearts On Fire


Wie vorherzusehen war setzten sich STEEL PANTHER als „Glamourgirls“ wieder einmal gekonnt in Szene. Auf der True Metal Stage folgten sie auf BÜLENT CEYLAN, der als Comedian bekannt und wohl als Act vor der bunten Truppe am besten geeignet war. In Leggins, mit Spiegeln und Make Up ausgestattet, um keinen Spruch verlegen und mit eigensinnigen Texten, eben so wie ihre Fans sie lieben, machten sie Stimmung. Ob "Gloryhole", "Death to all but Metal" oder "Just like Tiger Woods" wurde textsicher mitgesungen und dazu getanzt. Wer die Band kennt, hat wohl schon einmal miterlebt, wie sich die Mädels aus dem Publikum gegen Ende der Show auf der Bühne tummeln. Die Motivation der Wacken Besucherinnen beeindruckte die Musiker allerdings, obwohl sie sicher schon Einiges erlebt haben. Ob man nun Fan der Band ist oder nicht, Musik machen können sie allemal und Showtalente sind sie sowieso – ihre Strategie geht auf.





Setlist STEEL PANTHER:

Pussywhipped
Party Like Tomorrow Is The End Of The World
Asian Hooker
Just Like Tiger Woods
Gold Digging Whore
Girl From Oklahoma
Community Property
Eyes Of A Panther
17 Girls In A Row
Gloryhole
Death To All But Metal
It Wont Suck Itself
Party All Day (Fuck All Night)

Als Headliner auf der Black Stage waren SAXON, bekannt als Mitbegründer der New Wave Of British Heavy Metal, am Donnerstag zu hören. Auch bei dieser Show waren natürlich Klassiker zu wie etwa „Heavy Metal Thunder“, „Solid Ball Of Rock“ und „Wheels Of Steel“ dabei. Das Publikum hatte sichtlich und auch hörbar seine Freude daran. Zu Jahresbeginn wurde ja das Album „Unplugged And Strung Up“ veröffentlicht, auf dem 14 Klassiker der Band neu arrangiert, eingespielt und gemixt wurden. Als lebende Legenden spielten sie auch schon in den Jahren 2004, 2007 und 2009 auf Wacken. Legende Biff Byford führte wie immer charmant durchs Set und begeisterte weiter mit Klassikern und neueren Songs ihre schier unendlichen lange Diskografie. Dass "Denim & Leather" mittlerweile aus der Setlist gefallen ist, mag vielleicht nicht jedem munden, doch bei so vielen Songs kann man halt nicht alle glücklich machen. Das kann aber im Herbst gerne im Linzer Posthof nachgeholt werden.





Setlist SAXON:

Motorcycle Man
Sacrifice
Heavy Metal Thunder
Solid Ball Of Rock
Wheels of Steel
747 (Strangers In The Night)
Crusader
Battalions Of Steel
The Eagle Has Landed
Power And The Glory
Dallas 1 PM
Princess Of The Night
Denim And Leather

Abschließend rockten ACCEPT auf der True Metal Stage eineinhalb Stunden lang und zwar nachdem sie zuletzt vor zehn Jahren auf Wacken gespielt hatten. Auch ein paar Regentropfen konnten der Show nichts anhaben und die Festivalbesucher in Wacken sind sowieso schon längst abgehärtet und haben in den letzten Jahren auch schon mal knietief im Schlamm stehen müssen, was diesmal zum Glück nicht der Fall war. Die Herren der 1971 gegründeten Band ACCEPT ließen es bei ihrer „Restless And Wild/Best Of“ Show jedenfalls ordentlich krachen. Eröffnet wurde mit einer Premiere des neuen Songs „Stampede“, den Mark Tornillo, der bereits vor Jahren einen gewissen Udo Dirkschneider vergessen machte perfekt intonierte, weiters hatten sie unter Anderem auch noch „Ahead Of The Pack“ und „Metal Heart“, den neuren Klassiker "Teutonic Terror" und Legenden wie "Princess Of The Dawn" oder dem Partykracher "Balls To The Wall" im Gepäck. Wacken war quasi der Vorgeschmack auf die Welt Tournee die im September startet und sich „Blind Rage World Tou“ nennt. Nach diesem Auftritt sei ein Besuch dieser Tour mehr als nur zu empfehlen, da Wolf Hoffmann und seine Mannen in bester Form sind und mehr als nur hungrig wirkten.





Setlist ACCEPT:

Stampede
Stalingrad
Losers And Winners
Monsterman
London Leatherboys
Breaker
Shadow Soldiers
Restless And Wild
Ahead Of The Pack
Flash Rockin Man
Princess Of The Dawn
Fast As A Shark
Starlight
Pandemic
Metal Heart
Teutonic Terror
Balls To The Wall
Burning

Die ersten beiden Tage gaben also schon einmal eine gute Einstimmung auf die verbleibenden beiden Festivaltage. Mit ROADWOLF aus Österreich, RUSSKAJA, STEEL PANTHER, SAXON und ACCEPT war auf jeden Fall ein guter Anfang gemacht.


Gastbeitrag von crackthefirestarter


FOTOS + E-CARDS
www.wacken.com

gast
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Beitrag vom 03.10.2014
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