WACKEN - TAG3: KREATOR   AVANTASIA   MEGADETH   AMON AMARTH   EMPEROR   SCHANDMAUL   DEVIN TOWNSEND PROJECT   BEHEMOTH   SODOM   ARCH ENEMY   PRONG  
02.08.2014 @ W:O:A Festival Gelänade

Am letzten Tag waren freilich die Fans schon sichtlich vom Festivalleben mitgenommen, wie das eben üblich ist. Früh aufstehen hieß es aber trotzdem, wenn man ARCH ENEMY, PRONG und BEHEMOTH sehen wollte.

Zu Mittag gab es am Samstag ARCH ENEMY mit ihrer neuen Frontfrau Alissa White-Gluz. Ja richtig gelesen, die Band spielte tatsächlich bereits um zwölf Uhr und konnte trotz der Uhrzeit am letzten Tag des Festivals so viele Zuhörer vor die Bühne bewegen, wie es andere Bands erst am Abend schaffen würden. Klassiker und neue Songs brachte die Sängerin gut rüber und wirbelte über die Bühne als gäbe es kein Morgen. Zum Mitsingen animieren und die Haare fliegen lassen, das kann eben sogar in der Mittagssonne möglich sein.

Setlist ARCH ENEMY:

Khaos Overture
Yesterday Is Dead And Gone
War Eternal
Ravenous
My Apocalypse
You Will Know My Name
Bloodstained Cross
As the Pages Burn
Dead Eyes See No Future
No Gods, No Masters
We Will Rise
Nemesis
Fields Of Desolation

Freilich trafen es die deutschen Thrash Urgesteine SODOM kurz nach 13 Uhr auch nicht viel besser, gaben sich aber ebenfalls routiniert und spielten eine coole Show, die ihren zahlreichen Fans einheizte und sie trotz der Hitze zum Bangen und Mitgröhlen brachte.

Nebenan auf der Partystage hatten PRONG auch noch den Nachteil, dass man dort die Beschallung nicht besonders laut aufgedreht hatte und daher auch dort ARCH ENEMY zu hören waren. Die Band, die ja für die Geschichte des Metal nicht unwichtig ist und den später so benannten „Groove Metal“ prägte, gab zum Abschluss „Power Of The Damager“ und „Another Worldly Device“ zum Besten. Trotz Soundproblemen, was vor Allem die Lautstärke betraf, gab es viel Einsatz auf der Bühne, der von den Fans inbrünstig zurückgegeben wurde.

Setlist PRONG:

Eternal Heat
Lost And Found
Ruining Lives
Unconditional
Beg To Differ
Turnover
Carved Into Stone
Revenge...Best Served Cold
Whose Fist Is This Anyway?
Snap Your Fingers, Snap Your Neck
Power Of The Damager
Another Worldly Device

Auch etwas früh für ihr Genre waren BEHEMOTH auf der Black Stage dran. Bis auf die ungünstige Uhrzeit war die Show aber ansonsten sehenswert und auch gut anzuhören. BEHEMOTH hatten sich wirklich bemüht, sei es über die Songauswahl mit Songs wie „Conquer All“, "Atlas, Lord Is Upon Me" und "As Above So Below" oder mit einem Logobanner, das von Weiß auf Schwarz wechselte als sie den Titeltrack des neuen Brockens „The Satanist“ spielten. Natürlich gibt es immer noch gemischte Gefühle über das jüngste Album der Polen, doch Nergal schafft es immer wieder diese live zu zerstreuen, zu übermächtig sind BEHEMOTH auf den Brettern, als dass so etwas in dem Moment irgendjemanden interessieren würde. So konnte auch "O Father O Satan O Sun! als gelungener Rausschmeißer nochmal punkten.





Setlist BEHEMOTH:

Blow Your Trumpets Gabriel
Ora Pro Nobis Lucifer
Conquer All
As Above So Below
Slaves Shall Serve
Christians To The Lions
The Satanist
Ov Fire and the Void
Alas, Lord Is Upon Me
At The Left Hand Ov God
Chant For Eschaton 2000
-
O Father O Satan O Sun!

Sehr gut gefüllt war der Platz vor der Bühne auch als DEVIN TOWSEND PROJECT auf der True Stage standen. Soundeffekte und eine unter Umständen sehr stark ausgeprägte Art sich in die Musik zu vertiefen, dafür ist der Meister Townsend bekannt. So soll es sein. Die Show wurde zwar zu Beginn kurz durch ein technisches Problem nicht von den vorbereiteten Videos auf den Walls begleitet, doch das brachte die Musiker nicht aus dem Konzept und wurde auch nach kurzer Zeit behoben. Nach dem letzten Song „Grace“ wurde auf Kommando von Devin ein Gruppenkuscheln vollzogen. Fett und verrückt wie eh und je gab sich der Amerikaner und präsentierte einen weiteren Auftritt der Extraklasse. Die Vorfreude auf das neue Doppelalbum "Z2" stieg gewaltig.





Männer großer Posen und Gesten, aber gleichzeitig auch großartige Musiker sind mit tollem Bühnenbild, Trinkhörnern und bewährter musikalischer Leistung waren AMON AMARTH auf der True Metal Stage. Klassiker zum Headbangen waren natürlich Pflicht und freilich gab es zu „Guardians Of Asgaard“, „Twilight Of The Thunder God“ und „Death In Fire“ eine sehenswerte Pyroshow. Johan Hegg bestieg sogar einen Plastik-Drachen und brühlte aus voller Kehle die Hymnen die seine schwedischen Kollegen musikalisch darbrachten und erfreuten die Wikingerschaft auf dem Festival gleichermaßen wie sie zum Trinken aus den genannten Hörnern animierten.





Setlist AMON AMARTH:

Father Of The Wolf
Deceiver Of The Gods
As Loke Falls
Varyags Of Miklagaard
For Victory Or Death
Guardians Of Asgaard
Cry of the Black Birds
We Shall Destroy
Asator
War Of The Gods
Victorious March
-
Twilight Of The Thunder God
The Pursuit Of Vikings

Für eine große Ansammlung an Fans sorgten MEGADETH auf der Black Stage. Zu Beginn war leider der Sound nicht gut, wobei sich das durch verständige Techniker nach einiger Zeit verbesserte und man die Instrumente differenzierter hören konnte. „Hangar 18“, „Sweating Bullets“ (bei dem der Gesang schlagartig leiser wurde) oder auch „Peace Sells“ kamen nicht bei allen Zuhörern gleich gut an. Dave Mustain trat als Showman auf wie man es gewohnt ist und es gab auch einige coole Soli von Megadave und Kollege Chris Broderick zu hören und zu sehen. Freilich wurde bei den Trashern vom Publikum aus vollen Kehlen mitgesungen, Luftgitarre gespielt und energisch im Kreis gebangt. Zu hören gab es neben bekannten und von den Fans geliebten Klassikern natürlich auch den einen oder anderen neuen Song wie "Kingmaker", doch offensichtlich freuten sich die Zuschauer über Hits wie "Symphony Of Destruction", "Peace Sells" oder "Holy Wars..." deutlich mehr.






Setlist MEGADETH:

Hangar 18
Wake Up Dead
In My Darkest Hour
Skin O My Teeth
Sweating Bullets
Tornado Of Souls
Poison Was the Cure
She-Wolf
Trust
Kingmaker
Cold Sweat
Symphony Of Destruction
Peace Sells
-
Holy Wars... The Punishment Due

Eine richtig lange Bandvorstellung konnte man sich bei AVANTASIA auf der True Metal Stage als Headliner anhören. Tobi gab sich wie immer redseliger als den meisten Zuschauern lieb war und scherzte zwischendurch etwas herum, doch im Vordergrund standen natürlich die ganzen Hits und Klassiker dieses Mammut-Projektes. Aber auch die Show und auch die gesamte Aufmachung von Bühnenbild und Licht über das Geschehen auf der Bühne waren an sich wirklich grandios. Egal ob man es gerne üppiger mag oder nicht, da konnte wohl kaum jemand etwas auszusetzen haben. Auf der Bühne tummelten sich natürlich wie gehabt unzählige Stars der Metal-Szene. Mit Michael Kiske (UNISONIC), Ronnie Atkins (PRETTY MAIDS) oder Bob Catley (MAGNUM) seien da nur ein paar Stars genannt, die Herr Sammet mal wieder um sich versammel konnte um die "Metal Opera" und deren Nachfolger gebührend auf die Bühne zu bekommen. Ganze zwei Stunden unterhielten AVANTASIA bei dieser 2014er Exklusiv-Show die Zuschauer und überzeugten mit Gänsehaut Songs wie "The Story Aint Over" und "Dying For An Angel" ebenso wie mit flotten Krachern der Marke "Promised Land" oder "Avantasia". Man kann gespannt sein, ob Tobias dieses Projekt in ein paar Jahren erneut zum Leben erweken kann.





Setlist AVANTASIA:

Spectres
Invoke the Machine
The Scarecrow
The Story Aint Over
Prelude
Reach Out for the Light
Avantasia
Whats Left Of Me
Dying Gor An Angel
Farewell
Shelter from the Rain
The Great Mystery
Twisted Mind
Promised Land
Lost in Space
-
Sign Of The Cross / The Seven Angels

Danach folgte der Promotor Dank und SCHANDMAUL machten zum süßen Abschluss eine Stunde lang als Late Night Act Party. Headliner auf der Black Stage waren die Trash-Titanen KREATOR, die in bekannter Manier einfach nicht zu bremsen waren. Immer gut, immer motiviert, immer recht ähnlich von ihrer Showleistung, aber einfach nicht wegzudenken aus der Szene und genial. Mille Petrozza und seine KREATOR waren mit Nummern wie „Endless Pain“, „Pleasure To Kill“ oder dem eingängigen Hit „Phobia“ ein schöner krönender Abschluss für ein Jubiläums-Wacken. Einmal mehr ein Grund zum Bangen, Gröhlen, Riffs anschaun und mitfeiern. Zur Aufheiterung teasten die Thrasher dann noch einen MICHAEL JACKSON Song und den JUDAS PRIEST Klassiker "Painkiller" an ehe man mit den üblichen Schlussprogramm in Form von "Flag Of Hate" / "Tormentor" entgültig die Lichter ausknipste.





Setlist KREATOR:

Phantom Antichrist
From Flood Into Fire
Warcurse
Endless Pain
Pleasure To Kill
Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite)
Phobia
Enemy Of God
Civilization Collapse
The Patriarch
Violent Revolution
United In Hate
Flag Of Hate / Tormentor

Gesamt gesehen waren also bis auch die Änderungen im Metal Battle Finale keine riesigen Neuheiten zu erleben und über Geschmack lässt sich bei der Auswahl der Bands bekanntlich immer streiten. Es gab viele schöne Geburtstagsgeschenke in Form von Büchern, Film und vielem mehr. Die Shows der Großen, die das Festival teilweise tatsächlich schon oft begleitet haben und immer noch ihre Fans begeistern, war gleichzeitig auch ein wenig Rückblick auf die letzten 25 Jahre. In diesem Sinne: Auf die nächsten 25 Jahre!


Gastbeitrag von crackthefirestarter


FOTOS + E-CARDS
www.wacken.com

gast
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Beitrag vom 03.10.2014
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