LANTLÔS   FALLOCH   THROES  
30.09.2014 @ ESCAPE Metalcorner

Lange hat man auf sie gewartet, nun gingen sie endlich auf Europa-Tour und besuchten dabei auch Österreich. Die Blackgazer von LANTLÔS, rund um den Sänger/Songwriter/Gitarristen Herbst brachten dieses Jahr das nun insgesamt vierte Album "Melting Sun" unter die Leute. Grund genug also, sich auf die Straße zu begeben. Als Support war das schottische Gespann von FALLOCH mit dabei- ebenfalls mit neuem Album im Gepäck. Das Ganze fand dann vor der malerischen Kellerkulisse des Wiener Escape, mit seiner kleinen und verbauten Bühne statt.

Erste Band des Abends waren die Wiener THROES als Local-Support, die ihr Set vor einem recht überschaubaren Publikum beginnen mussten, aber zumindest füllte sich die Halle gegen Ende hin zunehmend. Musikalisch kam die Mixtur aus Post-Rock mit ein bisschen Post-Black, offensichtlich war Post-wasauchimmer ohnehin der musikalische Überbegriff des Abends. Vor allem was Gitarrentechnik betraf wurde für den noch zu kommenden Abend einiges vorgelegt. Sowohl Riffing als auch die Soli waren wohlüberlegt und treffsicher. Einzig in der Rythmussektion hakte es des Öfteren. Sei es, weil man als Drummer, vor allem in doomig-angehauchten Passagen schon einmal zwei Takte aushalten können sollte, ohne sich sofort in einen Tomlauf zu ereifern, oder weil man leider zu häufig besagte Tomläufe zu unsauber gespielt hat. Das fällt zwar, wenn es ein- oder zweimal passiert nicht auf, sobald es aber in so ziemlich jedem Song mehrmals passiert schon eher. Übrigens stellten THROES den einzigen Musiker des Abends, dessen Haare die Schultern erreichten. Das aber nur einmal so nebenbei.

FALLOCH spielten dann als zweiter Act des Abends vor einem ziemlich vollen Saal. Merkbar, dass sich einige Luete an diesem Abend nicht zuletzt wegen den Schotten ins Escape verirrt hatten. Diese gingen dann auch recht routiniert ans Werk und gaben ihren eigenen Zugang zum Blackgaze mit starken Folk-Einflüssen zum Besten. Musikalisch war alles sattelfest, selbst die kritischen Gesangslinien saßen gut. Von der Technik konnte man das leider nicht behaupten, zumal der Gitarrenamp von Frontmann Tony Dunn im Laufe des zweiten Songs den Geist aufgab. Das ist an sich schon sehr ärgerlich, ohne Roadie und ohne Platz auf der Bühne ist das Ganze für betroffene Musiker aber sogar noch um ein Eck lästiger. Dafür gabs für das Publikum eine sehr nette improvisierte Musikeinlage der restlichen Band zur Pausenüberbrückung zu hören, während Dunn sich aufmachte, um einen Amp von LANTLÔS auszuborgen. Nachdem dann eine etwas wackelig anmutende, aber augenscheinlich funktionierende Gitarrenamp/Box-Kombination aufgebaut war, ging der Rest des Sets reibungslos über die Bühne. Sowohl alte als auch neue Songs konnten überzeugen und dem Publikum gefiel es.

Ähnlich war es dann bei LANTLÔS, die zwar scheinbar mit der Bühnentechnik, speziell dem Monitoring nicht allzu begeistert waren, sich dann aber dann doch damit abfinden konnten. Zumindest gabs spielerisch nichts zu kritisieren. Einzig die Stimme machte Frontmann Herbst nach elf Tagen Tournee durch Europa bereits zu schaffen. Bei den Gesangspassagen fiel das weniger ins Gewicht als bei den Screams, die von Herbst - wie er selbst zugab - auf das Notwendigste reduziert wurden. Absolut an Liedern gemessen war davon die halbe Setlist betroffen, die insgesamt übrigens fast ausschließlich aus Songs der letzten zwei Alben "Melting Sun" und "Agape" bestand. "Coma" vom ".neon" als einzige Ausnahme. Abgesehen davon, dass die Screams also verständlicherweise etwas lasch waren, muss man doch zugeben, dass ein gehöriger Brocken der Atmosphäre der Songs der prä-"Melting Sun"-Ära von den stimmlichen Künsten Neiges (ALCEST) abhing. Das kann man LANTLÔS und vor allem Herbst, der sich alle Mühe gab, aber wirklich nicht vorwerfen. Und die stimmliche Angeschlagenheit sollte eigentlich auch der einzige Wermutstropfen des Auftritts bleiben. Auf jeden Fall sehenswert. Sie dürfen ruhig öfters auf Tour gehen.

Setlist LANTLÔS:

Intrauterin
Bloody Lips And Paper Skin
Melting Sun I: Azure Chimes
Melting Sun II: Cherry Quartz
Melting Sun III: Aquamarine Towers
Melting Sun IV: Jade Fields
Bliss
Coma


Asator
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Beitrag vom 11.10.2014
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