HEAVEN SHALL BURN   PARKWAY DRIVE  
07.12.2014 @ Gasometer

Nachdem uns HEAVEN SHALL BURN am vergangenen Summer Breeze förmlich aus den Schuhen bliesen und eins der stärksten Konzerte 2014 ablieferten, konnten wir uns die aktuelle Tour gemeinsam mit den Australiern PARKWAY DRIVE unmöglich entgehen lassen. Anstatt der gewohnten Ladung der Band, die sie in den letzten Jahren als Headliner auf diversen Festivals und Tourneen in Linz und Wien zelebrierten, sollte dieses Mal alles irgendwie etwas anders kommen.

Als Supporter waren NORTHLANE und CARNIFEX angekündigt. Die Anreise dauerte etwas länger als geplant doch kurz vor 20 Uhr am Gasometer angekommen, dachten wir uns nichts Böses, als wir uns etwas Zeit ließen um in den Saal zu kommen, auch wenn es drinnen schon kräftig rumpelte und vermutlich eine der Vorbands das fast ausverkaufte Gasometer beackerten. Ein Reinkommen war ohnehin schon schwer, doch als wir kurz vor Primetime den Saal enterten, ballerten uns bereits Lametta als allen Rohren entgegen und HEAVEN SHALL BURN standen auf der Bühne mit fettester Soundwand und dem Hit „Voice Of The Voiceless“, der uns entgegen geschmettert wurde. Anscheinend hatten die Vorbands echt kurze Spielzeiten oder bereits nach dem Mittagessen angefangen. Mit einem so frühen Beginn rechneten wohl nicht alle, ausgehängt war aber draußen auch nichts. „Land Of The Upright Ones“ vom aktuellen Album sowie weitere Hits quer durch die Diskografie der Deutschen wie dem verdammt brutalen „Combat“ und „Trespassing The Shores Of Your World“ erzeugten sofort grandiose Stimmung, einen immer mehr erhitzenden Saal und viel Spaß! Fronter Marcus gab sich redselig und gut drauf und kündigte bald an, was diesen Abend so speziell macht.






HEAVEN SHALL BURN Set1:

Voice Of The Voiceless
Land Of The Upright Ones
Combat
The Omen
Trespassing The Shores Of Your World
Unrest (PARKWAY DRIVE Cover)

Vielleicht mag jemanden das zweite Schlagzeug auf der verdammt schick dekorierten Bühne mit allerlei Lichtlein schon irritiert haben, doch bald ist klar, dass PARKWAY DRIVE nicht nur schon auf den Brettern waren, sondern dies auch nochmal wiederholen würden. Der Übergang war gut gewählt, denn HSB zockten einfach mal einen PWD Song in Form von „Unrest“. Und plötzlich waren alle verschwunden und der flotte Spielerwechsel ging leicht von der Hand, ehe uns „Dark Days“ und „Deliver Me“ entgegen geprügelt wurden. Weitere Prügler in Form von „Romance Is Dead“ und dem abschließenden „Carrion“ brachten trotz drohender Platzangst nochmal viel Bewegung in die vor Schweiß triefende Halle und holten alles aus den Fans und dem doch sehr jungen Publikum der Band.

Die Idee an sich ist schon fein, denn so hat jede Band gleich viel Zeit und man muss sich nicht um die Stagetimes streiten, da sich auch jeden Tag die Rotation änderte und somit in München zum Beispiel HSB zuerst auf der Bühne standen und PWD dafür den Rausschmeißer machen durften. Sollte man sich für eine der Bands eher weniger begeistern können, war das hin und her wechseln natürlich nicht so optimal und doch irgendwie eine zerrissene Angelegenheit. Gut 30 Minuten durften die Australier alles geben und die Meute anheizen. Zu diesem Zeitpunkt war das aber eigentlich nicht mehr nötig, der gestopft volle Gasometer kochte förmlich über und man merkte dass PWD doch eine Spur mehr Fans locken konnte. Auch PARKWAY DRIVE präsentierten im vorangegangen Set mit „The Weapon They Fear“ einen Cover-Song des anderen Headliner, der gut ankam, wie ich erfuhr.

PARKWAY DRIVE:

Set1:
Wild Eyes
Sleepwalker
Karma
Dream Run
Idols And Anchors
The Weapon They Fear (HSB Cover)

Set2:
Dark Days
Deliver Me
Romance Is Dead
Home Is For The Heartless
Swing
Carrion

Das halbe Stündchen war vorbei und so standen ohne großes Tamtam HSB wieder auf den Brettern und fuhren erneut einen brachiale Soundwand auf. „Hunters Will Be Hunted“ erzeugte mit seiner Kombi aus Melodien und Brachialität sofort Gänsehaut, ehe man das allseits beliebte „Black Tears“ von EDGE OF SANITY abfeierte. Wie schon im Sommer-Set sollten auch „The Disease“ und „Counterweight“ zu dem es einen enormen Moshpit gab, viel Spaß machen, ehe sich die Jungs kurz von der Bühne begaben um das Intro zu „Endzeit“ besser wirken zu lassen.





HEAVEN SHALL BURN:

Set 2:
Hunters Will Be Hunted
Black Tears (EDGE OF SANITY Cover)
The Disease
Counterweight
The Worlds In Me
Like Gods Among Mortals
-
Endzeit

Irgendwie wollte es keiner so richtig glauben und wir erwarteten PWD nochmal auf der Bühne, aber was Marcus ankündigte war keine Lüge, die Geschichte war schon vorbei. Ein Blick auf die Uhr schockierte. 21:49?! – echt jetzt? PARKWAY DRIVE und HEAVEN SHALL BURN kamen nur noch für eine Verbeugung heraus und das war es. Kurz und knackig mag ja eine nette Sache sein, doch noch nie bin ich vor 22:00 Uhr aus einem Konzert gegangen, schon gar nicht vor einem Feiertag. So blieb dank gut 40 € Eintritt dann trotz zwei verdammt starker Bands, fettem Sound und einer ganz netten Innovation ein mehr als fader Beigeschmack, vor allem da Marcus meinte, dass HSB nicht so bald wieder in Wien zu sehen werden seien und irgendwas von 2025 faselte. Hoffen wir mal, dass dem nicht so ist, denn die Jungs hatten bei mir persönlich die Nase an dem Abend deutlich vorne, auch wenn ihre amerikanischen Kollegen bei dem verdammt jungen Publikum extrem gut ankamen.

www.parkwaydriverock.com
www.heavenshallburn.com


FOTOS + E-CARDS


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Beitrag vom 09.12.2014
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