AUDREY HORNE   77   PET THE PREACHER  
12.12.2014 @ Arena

Dass die Norweger AUDREY HORNE seit Jahren die Bühnen gewaltig rocken und das Ganze gerne mal in eine Party die ihresgleiche sucht ausartet, ist wohl bekannt und durfte ich auch schon bei mehreren Gelegenheiten auf Festivals und vor kurzem im Vorprogramm von GRAND MAGUS erleben. Da musste natürlich nicht lange überlegt werden, als die sympathischen Jungs endlich ihre erste große Headliner-Tour durch Europa ankündigten. Die Freitagabend-Show in Wien war bereits die vorletzte der Tour und versprach somit ein gut eingespieltes Team und eine ausgelassenen Nacht.

Den Beginn durften an diesem vielversprechenden Abend die Herren von PET THE PREACHER aus Dänemark machen. Der kleine Saal der legendären Arena in Wien füllte sich bei den Rockern bereits ganz gut. Leider konnten wir nur Teile der Show mitbekommen, da uns Toshie Backstage zum Interview lud. Zwar gingen es die Dänen im Verhältnis zu den noch kommenden Truppen gemächlicher an, doch mit gutem Sound und toller Show wärmten sie die angereisten Wiener und auch eine große tschechische Delegation perfekt auf.

Es folgten die Jungs von 77 – die Truppe durfte bereits im Vorprogramm von BULLET mächtig einheizten und es eilt ihnen somit auch schon ein starker Ruf voraus – und dieser wurde nicht nur bestätigt sondern mehr als untermauert. Die vier Jungspunde aus dem Süden gaben von der ersten Sekunde an Vollgas. Die Arena rockte, schwitzte und kam mächtig in Bewegung. Kaum machte Frontmann Armand Valeta Diaz den Mund auf, waren wir auch schon in die 70er katapultiert. Wenn sich jemand an eine intensive Clubshow von AC/DC Anfang der 70er erinnert, da dürfte es wohl so ähnlich geklungen haben. Das Quartett fegte über die Bühne, headbangte ohne Halten, gab Vollstoff und animierte die Zuschauer zu gleichem Verhalten. Und so grinsten nicht nur Armand, sein Bruder LG an der Gitarre und Bassist Dolphin Riot unentwegt, sondern auch zahlreiche Partygäste, die nach knapp 50 Minuten purem Rock ohne viel Schnickschnack lautstark nach mehr forderten! Dass es in der Zeit richtig heißt wurde, zeigte auch, dass die Jungs sich nach und nach von ihren Hemden befreiten und schweißnass auf der viel zu kleinen Bühne standen. Doch das störte 77 keine Sekunde, es wurden fleißig weiter bewegungsfreudig die Gitarren gewürgt und das Platzproblem löste man mit einem beherzten Sprung in das Publikum, um dort mit den ausgelassenen Fans abzugehen. Nach ausgiebiger Verabschiedung musste natürlich erstmal getankt werden. Und kaum an der Bar angelangt, stand die sympathische Band auch schon nebenbei und prostete, scherzte mit den Fans und ließ sich auch zu Autogrammen und Selfies hinreißen.





Die Vorfreude war enorm – bereits seit Wochen machen die norwegischen Überflieger AUDREY HORNE auf ihrer Facebook-Seite mit täglichen Posts zu genialen Clubshows Lust auf dieses Konzert. Und das Warten sollte sich mehr als lohnen. Zwar wechselten die Jungs ihren Stil vom melancholischen Post-Rock zum klassischen Heavy Rock der ganz alten Schule, doch das sollte an diesem Abend niemand stören - ganz im Gegenteil - der erste Kracher vom neuen Werk „Pure Heavy“ in Form von „Wolf In My Heart“ wurde bereits lautstark mitgebrüllt und es dauerte keine 30 Sekunden bis richtig viel Bewegung in den Saal kam. Klar, AUDREY HORNE machten es ja auch perfekt vor. Frontmann Toschie hüpfte, tanzte und shakte was das Zeug hielt, das Gitarrenduo Thomas Tofthagen und Arve „IceDale“ Isdal wirbelten über die Bühne, befeuerten sich gegenseitig mit Riffs und Soli und grinsten was das Zeug hielt, während Espen und Kjetil für mächtig Druck sorgten. Auch das folgende „Holy Roller“ rockte gewaltig und tönte ebenso wie eigentlich alles der Truppe um einiges heftiger als auf ihren Platten. Das Hitfeuerwerk wollte aber nicht abebben. Der groovende Kopfnicker „There Goes A Lady“ vom Vorgänger „Youngblood“ wurde natürlich den zahlreich anwesenden Damen gewidmet und erzeugte erneut lautstarke Chöre, „Volcano Girl“ zog das Tempo erneut an und die aktuelle Single „Out Of The City“ kennt sowieso schon jeder auswendig. Auch Toschie ließ es sich nicht nehmen trotz Mikro-Kabel einen beherzten Sprung ins Publikum zu wagen, dort tanzte er mit den Fans, schüttelte Hände, schlug mit der Faust ein und gab alles was er konnte.





Später sollten ihm auch Arve und Thomas folgen, die sich mitten unter den Fans die Soli nur so an den Kopf ballerten. Kaum zu glauben, dass die Jungs die hier den Rocker durch und durch präsentierten, nebenbei noch mit Black Metal Truppen wie ENSLAVED und SAHG unterwegs sind. Natürlich wurde auch wieder gewitzelt, so dass Espen „The Old Guy“ Lien sein Fett abbekam, Fotos vom Publikum gab es ebenso wie ein paar kleinere Mitsingspielchen zum genialen neuen Kracher „Waiting For The Night“. Doch zuvor wurde der Zugabeblock mit dem früher noch als Opener verwendeten Überhit „Redemption Blues“ lautstark eingeleitet. Mit den Worten und dem gleichnamigen Song „This Ends Here“ kündigten AUDREY HORNE kurz vor Mitternacht ihren Abschied an und gaben nochmal 200%, ehe sie sich grinsend, schwitzend und hochzufrieden mit Picks, High-Fives und Verbeugungen von den ebenso zufriedenen Fans verabschiedeten. Auch die Hornys bemühten sich danach zum Merch-Stand, um uns unser Geld aus den Taschen zu ziehen, wie Toschie vorher lachend ankündigte.





Setlist:

Intro (Muppet Show)
Wolf In My Heart
Holy Roller
There Goes A Lady
Out Of The City
Tales From The Crypt
Pretty Little Sunshine
Into The Wild
Show And Tell
Blaze Of Ashes
Straight Into Your Grave
-
Redemption Blues
Waiting For The Night
This Ends Here

Wow, was für ein Ritt! AUDREY HORNE sind nicht nur die Rock-Helden von morgen, sondern auch schon von heute. Unglaublich, dass die Norweger noch keine Stadien füllen mit ihren intensiven Shows, doch andererseits bin ich froh, eine so intime und intensive Show mit dieser Ausnahmeband erleben zu dürfen. Einziger kleiner Wermutstropfen – mit „Blaze Of Ashes“ brachte man nur einen einzigen Song, der nicht von den beiden zuletzt veröffentlichten Alben stammte. Im Nachhinein aber scheißegal, denn AUDREY HORNE rockten als gäbe es keinen Morgen und so ist das Verlangen nach mehr, verdammt groß. Kommt bald wieder!


FOTOS + E-CARDS
www.audreyhornemusic.com/

maxomer
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Beitrag vom 14.12.2014
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