CALIBAN   BURY TOMORROW   DREAM ON DREAMER   ANY GIVEN DAY  
24.01.2015 @ Posthof

Im Linzer Posthof ist für die Metalheads lange nicht mehr so viel los wie früher, doch wenn zum Headbangen gerufen wird, dann kommen die Linzer auch zu gerne zu den seltenen Events. Das erste richtige Metal-Event 2015 stand ganz im Zeichen des Metalcore und füllte mühelos die große Halle – auch wenn die Tribüne gesperrt blieb. Die Gelsenkirchner Veteranen von CALIBAN luden zum Tanz und hatten Verstärkung in Form ihrer Nachbarn ANY GIVE DAY als Opener, sowie die multinationale Combo DREAM ON, DREAMER sowie die britischen Deathcore Helden von BURY TOMORROW. Somit versprach man einen Abend voller Aggression, Breakdowns, Moshpits und Headbanging, aber auch Emotion und Melodie kamen nicht zu kurz.

Leider wie so oft, gab es Verwirrung um den Start des Events. Weder um 19:00 noch 20:00 Uhr wurde losgeballert sondern zur merkwürdigen Zeit 19:20. Somit kamen wir eine Spur zu spät zum Aggressions-Feuerwerk von ANY GIVEN DAY, die im verdammt gut gefüllten Saal schon alles gaben. Das gehörte gefiel auf Anhieb, denn die Mischung aus brutalem Deathcore und eingängigen cleanen Vocals sowie einigen sehr schönen sowie teils melancholischen Melodien sorgte auch bei Zuschauern, die diese Band noch nicht kannten für gute Stimmung und lauten Jubel. Professionell und sattelfest spielten sie ihr kurzes Set und lieferten ein paar Hits ihres Debüts „My Longest Way Home“, welches erst im vergangenen Jahr erschien. Dass es die Gelsenkirchner erst seit gut zwei Jahren gibt, fiel dabei zu keiner Sekunde auf.

Auch die mir bisher gänzlich unbekannten DREAM ON, DREAMER feuerten ein starkes Melodie-Feuerwerk ab. Ihre Version des Metalcore war gut in Szene gesetzt, voller Energie und Elan und wusste vor allem in den verdammt emotionalen cleanen Vocals von Gitarrist Zachary Britt zu packen. Vielleicht kamen die an manchen Stellen etwas zu schmalzig daher, doch die Kombination mit Brüllmeister Marcel Gadacz funktionierte eigentlich ganz gut. Erste Moshpits wurden sichtbar und die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt schon wirklich gut. Auch am Sound, der mit Samples durchzogen war, gab es nichts zu bemängeln. Vor allem fiel aber auch die Bewegungsfreude der noch recht jungen in Australien ansässigen Metalcore´ler auf, die natürlich mühelos ansteckte und die kalten Temperaturen die draußen aktuell herrschen vergessen ließ. Auch dieser Auftritt verging wie im Flug.





Und kurz darauf standen die von Nuclear Blast in letzter Zeit sehr gehypten Briten von BURY TOMORROW auf der Bühne. Auch die Inselbewohner zeigten sich bewegungsfreudig, agil und voller Energie. Zwar hörte man den Männern sofort das etwas fortgeschrittenere Dienstalter an, doch Frontgurgler Daniel Winter-Bates und seine Jungs brauchten doch etwas Zeit, damit der Funke vollends übersprang. Moshpits, Crowdsurfer und so manch dicker Circle-Pit waren dennoch bald gefunden, um die Metalcore-Brutalo-Party gebührend zu feiern. Auch hier zeigte der Mann an der Gitarre, in diesem Fall Jason Cameron, dass mit Gefühl und cleanem Gesang ein wunderbarer Kontrast geschaffen werden kann. Die Jungs spielten sich souverän durch ihre Diskografie, wobei natürlich das neue Album „Runes“ nicht zu kurz kommen durfte, die Stimmung steigerte sich aber zum Ende hin erst so richtig als man den Hit „Lionheart“ rausfeuerte.





Setlist BURY TOMORROW:

Man On FIre
Garden Of Thorns
Of Glory
Royal Blood
Watcher
Knight Life
An Honourable Reign
Lionheart

Für CALIBAN ging es in den letzten Jahren immer mal wieder rauf und runter. Mit dem letzten Output „Ghost Empire“ aus dem vergangenen Jahr konnten Fronter Andreas Dörner und seine Mannen bei Fans und Kritikern auf jeden Fall wieder Boden gut machen. Live gab die Truppe seit jeher – und 18 Jahre sind für eine Band des Genres schon eine stattliche Lebenszahl – immer Vollgas und bemühten sich stets, den Fans etwas zu bieten. So präsentierten die Deutschen bereits im Vorfeld ein fettes Bühnenoutfit mit gelungener Lichtshow. Soundtechnisch gab es auch nichts zu bemängeln und mit „I Rape Myself“ war auch ein gelungener Einstieg vorprogrammiert. Doch richtig ab ging es dann als man zu „We Are The Many“, passend zum Titel, die Sänger der anderen Bands abwechselnd zum Gastauftritt lud. Das ließ Andi Zeit, um sich den Fans zu nähern und sogar ein Bad in der Menge zu nehmen. Mit 16 Tracks lieferten CALIBAN auch eine ansehnliche Spielzeit und ließen Fans keine Wünsche offen. Leider schlichen sich aber dann doch ein paar Längen ein und so manch softer Refrain wollte einfach nicht ganz ins Gesamtbild passen. Fans der Band ließen sich aber davon nicht beirren und so bildeten sich auch hier ansehnliche Circle-Pits und die eine oder andere Platzwunde wurde ihren Helden zuliebe auch erfolgreich ignoriert. Kurz gefühlt ob der Kopf noch dran ist, und schon ging es wieder ins Getümmel.





Ganze sechs Zugaben wurden geboten und Andi wurde nicht müde die Zuschauerschaft anzufeuern, die es ihm mit lautem Gebrüll und weiteren Pits dankte. So führte die Truppe einmal mehr durch die Diskografie und überzeugte vor allem mit dem Deutsch vorgetragenen Track „nebeL“ sowie beliebten Singles wie „Devil´s Night“ „Davy Jones“ oder „Memorial“. Den Abschluss machte das eingängige „Nothing Is Forever“, das tatkräftig mitgebrüllt wurde.





Setlist CALIBAN:

Intro
I Rape Myself
The Revenge
We Are The Many
Devil´s Night
nebeL
Forsaken Horizon
Davy Jones
I Am Ghost
Wolves And Rats
The Beloved And The Hatred
-
King
Memorial
Chaos-Creation
yOUR Song
The Bogyman
Nothing Is Forever

Nach gut 80 Minuten ging es verschwitzt, teils blutend, teils vielleicht sogar weindend hinaus in die kühle Nacht. CALIBAN und ihre Supporter hatten ihre Arbeit souverän durchgezogen und zeigten einmal mehr, dass Metal im Posthof keine Seltenheit mehr bleiben sollte, egal welcher Richtung.

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Beitrag vom 29.01.2015
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