BLASTFEST TAG 3 - SATYRICON   FINNTROLL   DESTRUCTION   DECAPITATED   SARKE   DEMILICH   ASPHYX   IMPALED NAZARENE   TSJUDER   VALLENFYRE   BLOOD RED THRONE   WINTERFYLLETH   ESOTERIC   CRIB45  
21.02.2015 @ Bergen / Norwegen

Allgemeine Infos zum Festival findet ihr beim Bericht von Tag 1!

Nach einer weiteren kurzen Nacht ging es schon wieder um 12 Uhr mit den Konzerten in der „Garage“ los. Die erste Band war CRIB45 aus Finnland, sie machen Atmospheric Sludge Metal, sind seit 2002 aktiv und haben zwei Alben veröffentlicht. Ich hatte nie vorher von ihnen gehört aber sie haben mich von Anfang an fasziniert und waren für mich persönlich die Neuentdeckung des Festivals. Mit ihrer ruhigen und stimmungsvollen Spielweise haben sie eine sehr intensive Stimmung erzeugt und ich werde diese Band auf jeden Fall weiterverfolgen.

Die nächste Band hieß ESOTERIC, stammt aus Großbritannien und sie machen Funeral Doom/Death Metal. Bereits von Anfang an ließen sie erkennen, dass ihr Bandname auch ihre Art Musik zu machen bestimmt. Diese war sehr ruhig und sphärisch und sie konnte die mittlerweile zahlreich erschienenen Besucher in ihren Bann ziehen.



(c)Jarle H. Moe | jarlehm.com


Danach hätte eigentlich die Schweizer BÖLZER auftreten sollen, aber da gab es ein Problem mit der Flugbuchung und so sind sie nicht in Bergen angekommen. So blieb für die anderen Bands mehr Spielzeit.

Diese wurde auch von den Briten WINTERFYLLETH genützt um dem Publikum ausführlich ihren Black Metal zu Gehör zu bringen. Die Band besteht seit 2007 und erst Ende 2014 haben sie ein neues, vielbeachtetes Album veröffentlicht. Nach einem sehr schönen Intro ging es deutlich härter weiter, aber sie haben auch melodische Einlagen eingestreut, sodass sich ein abwechslungsreicher Gig daraus ergeben hatte. Leider wollten mehr Leute die Band sehen als die Location fasst und so haben einige unentwegte im Regen ausgeharrt um sie doch noch live erleben zu können.



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Auch bei der letzten Band des Nachmittags gab es eine Schlange vor dem Einlass. BLOOD RED THRONE stammen aus Norwegen, machen seit 1998 Death Metal und haben über die Jahre hinweg sieben Alben veröffentlicht. Zu Anfang gab es als Intro eine sehr düstere Ansprache und danach wurde losgebrettert was das Zeug hielt. Der Gesang war von eher blecherner Art und ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber die zahlreich erschienenen Fans haben sie ordentlich abgefeiert und so war es ein passender Abschluss für die „Garage“-Konzerte!



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Und wieder hab ich mich auf den Weg zur „USF“ gemacht. Auch wenn es in Bergen wirklich sehr viel regnet, mit den Metalfans hatte der Wettergott offensichtlich ein Einsehen, denn während des Fußmarsches zur „USF“ war es immer trocken.

Pünktlich um 17 Uhr betaten die Norweger SARKE die Mainstage um ihre Mischung aus Black und Thrash Metal dem mittlerweile zahlreich erschienenen Publikum zu präsentieren. Mit ihrer druckvollen Spielweise konnten sie alle im Saal mitreißen und der Sänger hat mit mancherlei launigen Ansagen das Publikum immer wieder zum Lachen gebracht. Ein wirklich gelungener Auftritt auf heimischem Boden!



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Zwei Etagen höher hatten die Briten VALLENFYRE ihren großen Auftritt. Sie machen eine Mischung aus Death und Doom Metal. Das Intro bestand aus einer Ansage mit Klavierklängen im Hintergrund. Sie haben ein sehr harte Spielweise an den Tag gelegt und dazu gab es tief growlenden Gesang, was sehr gut angekommen ist. Ein bisschen Kritik am Festival haben sie auch geübt und über das schlechteste Essen gejammert, das sie jemals bekommen haben.



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Die Mainstage wurde danach von DECAPITATED Polen geentert, die ihren Death/Groove Metal präsentieren konnten. Sie sind seit 1996 mit Unterbrechungen zusammen, haben mehrere Alben veröffentlicht, ihr letztes erschien 2014. Es gab ein sehr stimmungsvolles Intro mit Industrial-Einflüssen. Ihr Auftritt bestand großteils aus sehr hartem und aggressivem Death Metal, der nur von einem kurzen melodischen Zwischenspiel unterbrochen wurde. Offenbar hatten sie aber viele Fans im Publikum, das wirklich sehr gut mitging.



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Inzwischen hatte sich eine sehr lange Schlange vor der Treppe nach oben gebildet. Kein Wunder, als nächstes waren die Publikumslieblinge TSJUDER aus Norwegen an der Reihe. Sie sind bekannte Vertreter des True Norwegian Black Metal und mit Unterbrechungen seit 1993 aktiv. Ihr letztes Album erschien schon 2011 aber das hat ihrer Beliebtheit scheinbar keinen Abbruch getan. Die Halle war brechend voll und sie haben mit ihrer sehr harten Spielweise das Publikum vollauf begeistert.



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Auf der Mainstage hatten sich als nächste DESTRUCTION aus Deutschland eingefunden. Sie sind bekannte Vertreter des Thrash Metal und haben in über 30 Jahren Bandgeschichte vieles veröffentlicht. Nach einem sehr stimmungsvollen Intro haben sie so richtig losgebrettert und die Stimmung im Saal war grandios. Viele haben bei den Texten mitgesungen und es gab sogar einen Moshpit. Bergen wird der Band sicher in sehr positiver Erinnerung bleiben.



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Auf der kleineren Bühne hatten sich als nächste IMPALED NAZARENE aus Finnland eingefunden. Sie können bereits auf 25 Jahre Bandgeschichte zurückblicken und sind Vertreter des Black Metal. Über die Jahre hinweg haben sie 13 Alben und viel anderes veröffentlicht und sie haben ihren Auftritt mit einem sehr schönen Intro begonnen, danach wurde ordentlich losgebrettert und dazu gab es eher quietschenden Gesang. Auf einmal war Funkstille und was nach technischem Gebrechen aussah entpuppte sich als Feueralarm – alle mussten ins Freie und auch die Feuerwehr war binnen Minuten da, konnte aber zum Glück unverrichteter Dinge wieder abziehen. Nach ein paar Minuten wurden die Besucher wieder ins Gebäude gelassen und die Show konnte weitergehen.



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Auf der Hauptbühne waren als nächstes seltsame, langohrige Wesen erschienen. Die Finnische Folk Metal Band FINNTROLL enterte die Bühnenbretter. Bei ihrem Bekanntheitsgrad war es nicht verwunderlich, dass die Halle voll war. Sie haben Titel aus verschiedenen Alben gespielt aber auch Neues vorgestellt. Sänger Vreth hat allerlei launige Ansagen gemacht in einer Mischung aus Schwedisch und Norwegisch und damit das Publikum gut unterhalten. Dieses ist zwar bei vielen Titeln mitgehüpft aber einen Moshpit gab es nicht, der bei FINNTROLL-Konzerten sonst einfach dazu gehört.



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Zwei Etagen höher waren die Niederländer ASPHYX an der Reihe, ihren Death/Doom Metal dem Publikum zu präsentieren. Mit einem epischen Intro wurde ihr Auftritt eingeleitet und danach gab es eine sehr dynamische Spielweise mit beinahe aggressiv wirkendem Gesang. Es waren sehr viele Fans anwesend, die bei ihrem Auftritt ordentlich mitgegangen sind und so wird dieser Gig auch der Band in sehr positiver Erinnerung bleiben.



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Letzte Band auf der Mainstage und Oberheadliner laut Plakat waren die Norweger SATYRICON. Bei uns hat ihre Beliebtheit ja scheinbar in letzter Zeit abgenommen, wie man an den immer kleiner werdenden Locations für ihre Konzerte bemerken kann, aber in Norwegen sind sie immer noch extrem beliebt. Ihr Auftritt begann mit einem pompösen Intro mit kurzem Sprachvortrag, und von Anfang an hatten SATYRICON ihr Publikum fest im Griff, das bei ihrer Musik zu einer Einheit verschmolz. Sie haben auf jeden Fall einen beeindruckenden Auftritt hingelegt, der wohl allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.



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Die allerletzte Band des Festivals war DEMILICH aus Finnland. Musikalisch widmen sie sich dem Technical Death Metal und sind mit mehreren Unterbrechungen seit 1990 aktiv. 2014 gab es eine Reunion und beim Blastfest haben sie diese im großen Rahmen gefeiert.

So gingen drei Tage mit viel unterschiedlicher Musik zu Ende. Das Blastfest ist wirklich ein tolles Festival und auch das ewige Regenwetter in Bergen ist kein stichhaltiges Argument dagegen.

Die einzige Überlegung wäre, am Abend eine Band weniger spielen zu lassen – 14,5 Stunden Musik pro Tag sind wirklich fast zu viel. Aber sonst kann ich es allen nur empfehlen, nächstes Jahr den Weg nach Norwegen auf sich zu nehmen und sich dieses tolle Festival zu gönnen.


FOTOS + E-CARDS
blastfest.no

Metalmama
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Beitrag vom 19.03.2015
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