NOCTURNAL DEPRESSION   ABSENTIA LUNAE   MELENCOLIA ESTATICA   HELEGION  
14.03.2015 @ Viper Room

Ein ganz besonderer Abend der schwarzmetallischen Klänge stand am 14.3.2015 im Viper Room auf dem Programm – so viele geniale Black Metal-Bands auf einmal bekommt man nur selten zu sehen und hören. Leider haben dennoch nicht sehr viele den Weg in den Viper Room gefunden, was ich total schade fand. Durch den Ausfall von LEADERS OF MARGOR aus Wien wurde der Einlass um eine Stunde verschoben, der weitere Zeitplan blieb erhalten.

Um 20.00 betrat die erste Band HELEGION die schaurig dekorierte Bühne. Es waren Kerzen entzündet worden, auf einem kleinen Tischchen lag auf einem schwarzen Tuch ein Totenschädel. Die Musiker waren in Kutten gehüllt, mit allerlei sakralen Gegenständen behängt und düster geschminkt. Ihr Intro bestand aus Glockenschlägen und einer Art Gebet. HELEGION stammen aus Frankreich, sind aber trotz langen Bestehens hierzulande weitestgehend unbekannt. Sie haben düsteren Black Metal dargeboten und eine sehr intensive Spielweise an den Tag gelegt. Ihre einzelnen Tracks wurden immer durch Glockenschläge eingeleitet und das hat die schaurige Stimmung noch verstärkt. Mir hat ihr Auftritt sehr gut gefallen und ich denke auch bei den anderen Besuchern haben sie bleibenden Eindruck hinterlassen.





Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Deko auch für die nächste Band bleibt – als ich MELENCOLIA ESTATICA das erste Mal in ihrer Heimat Italien gesehen habe, waren jede Menge Kerzen auf der Bühne. Aber leider waren keine Kerzen mehr da, und sie haben ihr Outfit geändert. Von den langen Kutten sind nur noch Kapuzen übriggeblieben. Es war übrigens das erste Mal dass sie nach Österreich gekommen sind. MELENCOLIA ESTATICA ist eigentlich das Soloprojekt der Bassistin Climaxia, die für Live-Auftritte einige Musiker um sich schart. Mit ihrer druckvollen Spielweise und der Mischung aus hartem Black Metal und melodischen Einlagen konnten sie das Publikum auf ihre Seite bringen und ich bin mir sicher, dass sie an diesem Abend neue Fans dazugewonnen haben.





Setlist MELENCOLIA ESTATICA:

Intro + Hel I
Letum II
Letum I
Hel V
Letum III
Letum V
Outro


Auch die nächste Band war aus Italen - ABSENTIA LUNAE können schon auf eine lange Bandgeschichte zurückblicken und zählen zu den bekanntesten Vertretern der Italienischen Black Metal-Szene. Das Erstaunen war groß, dass der Großteil der Band auch schon zuvor bei MELENCOLIA ESTATICA und auch Climaxia auf der Bühne stand. Alle Bandmitglieder hatten Armbinden mit einem Symbol und sie haben sich für den Auftritt Gasmasken aufgesetzt, nur der Drummer hat darauf verzichtet und der Sänger hatte anstatt der Gasmaske eine andere Maske auf, die ihm das Singen ermöglicht hat. Sie haben dem Publikum härtere Black Metal-Klänge präsentiert und dazu gab es wechselweise hartes Growling oder Klargesang. Sie haben an diesem Abend vielleicht nicht so ganz dazugepasst, dennoch wurden sie von einigen stark abgefeiert, sodass ihnen der Gig in Wien hoffentlich doch in guter Erinnerung bleibt.





Setlist ABSENTIA LUNAE:

Intro
Manipulated Statues Of Flesh
Sentenza Al Criterio
Dissolution Mechanism
Died Story Manifesto
Timeless Call
The Scream (L`Urlo)
Modern Cathedral
Vorwarts
Outro


Mainact waren die Franzosen NOCTURNAL DEPRESSION, die mit ihrem Depressive Black Metal in Österreich sehr viele Fans haben. Sie sind bereits seit zehn Jahren aktiv, haben mehrere Alben veröffentlicht und auch zwischendurch immer wieder einmal den Weg nach Österreich gefunden.
Die Reihen vor der Bühne waren dicht gedrängt und bereits nach kurzer Zeit haben sie alle Anwesenden mit ihrer intensiven Spielweise mitgerissen. Sie haben an diesem Abend ihre komplette Demo „Four Seasons To A Depression” von 2006 präsentiert und einen Querschnitt durch ihr Schaffen dargeboten. NOCTURNAL DEPRESSION schaffen es immer wieder mit ihrer Musik alle in ihren Bann zu ziehen. Hoffentlich finden sie bald wieder den Weg nach Österreich.





Setlist NOCTURNAL DEPRESSION:

Spring
Sommer Host
Vinter
L`Isolement
Acédie
They
Méditation Grisâtre
Nostalgia
Dead Children


So ging ein wirklich toller Konzertabend zu Ende! Ich hab einfach nicht verstanden, warum so wenige Besucher erschienen sind? Sind die Österreichischen Black Metal-Fans mittlerweile zu bequem, um zu Konzerten zu gehen, auch wenn solch tolle Bands nach Österreich kommen?

Mir waren die 200 km nach Wien nicht zu weit und mir und allen anderen Anwesenden bleibt dieser Abend sicher in bester Erinnerung.
Ich denke, die Fans werden sich überlegen müssen, ob sie ihre Bands und die Veranstalter unterstützen wollen, sonst wird es bald keinen mehr geben, der sich bemüht, solch tolle Bands nach Österreich zu bringen!


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Beitrag vom 20.03.2015
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