ROCK MEETS CLASSIC: IAN GILLAN   RICK PARFITT   ERIC MARTIN   JOHN WETTON   GIANNA NANNINI   MARC STORACE  
22.03.2015 @ TipsArena

Und so begab es sich, dass eine große Anzahl an Rockern (die meisten schon in gesetztem Alter) auf die Gugl in Linz pilgerten, um beim „Rock Meets Classic 2015“ mit Stars wie Ian Gillan (DEEP PURPLE), John Wetton (ASIA), Marc Storace (KROKUS), Rick Parffit (STATUS QUO), Eric Martin (MR. BIG) und als Special Guest GIANNA NANNINI mit dem BOHEMIAN SYMPHONY ORCHEESTRA PRAGUE unter der Leitung von Matt Sinner inkl. Band dabei zu sein. Das Star-Ensemble wurde weiters durch die Gitarristen Alex Beyrodt (PRIMAL FEAR), Oliver Hartmann (AVANTASIA), bezaubernden Backroundsängerinnen, darunter Amanda Somerville (TRILIUM, AVANTASIA), Keyboarder Jimmi Kresic sowie dem Anführer des ganzen Projektes, Mat Sinner (PRIMAL FEAR, SINNER), abgerundet.

Pünktlich um 19 Uhr ging es los und nach einem kurzen Streicher-Intro und dem Öffnen der Haare von Cellistinnen und Violinistinnen begrüßte man das Publikum mit „Thunderstruck“ von AC/DC, gesungen von Marc Storace (KROKUS). Der legte noch einen nach mit dem KROKUS-Klassiker „Long Stick Goes Boom“ und so wurde der Abend sehr erfolgreich eröffnet. Das Publikum war noch etwas zurückhaltend, aber das ist man bei bestuhlten Konzerten ja gewohnt. Matt Sinner und seine Mannen scheinbar aber nicht, denn die forderten das Publikum den ganzen Abend auf, aufzustehen und zu klatschen, nach vorne zu kommen und aus sich herauszugehen. Mit der Zeit funktionierte das Ganze auch einigermaßen, wurde aber von den Security-Leuten schnell wieder im Keim erstickt.





Auch das Fotografieren und Aufnehmen von Videos wurde schon vorher untersagt. Ist auch OK, aber dass man es auch den Presseleuten verbietet, vorne vor der Bühnenmitte aus zu fotografieren, hab ich so auch noch nicht erlebt. Eine Presse-Lady in der ersten Reihe musste dadurch immer wieder von ihrem Platz aufstehen, um links oder rechts neben die Bühne zu gehen, um dort ihre Bilder zu schießen.
Aber egal, denn nach der Eröffnung kam John Wetton auf die Bühne, um einige ASIA-Hadern wie „The Smile Has Left Your Eyes“, „Heat Of The Moment oder „Only Time Will Tell“ zum Besten zu geben. Einfach perfekt, mehr gibt es da nicht zu sagen!





Gut gelaunt und mit kurzem Haar (muss aber dazu sagen, ich hab ihn schon lange nicht mehr gesehen), erklomm Eric Martin die Bühne, ließ „Take Cover“ erklingen und danach begleitete er sich auf der Gitarre beim CAT STEVENS-Cover „Wild World“ selber, um nach „Take My Heart“ dann „To Be With You“ zu intonieren. Das Publikum kam immer mehr in Stimmung und mit „Green-Tinted Sixties Mind“ beendete Eric, der eine immer noch geniale und alle Töne perfekt treffende Stimme hat, einen sehr sympathischen und gelungenen Auftritt, zuvor gab es aber noch eine unterhaltsame sowie ausführliche Bandvorstellung von ihm, die natürlich auch den rockenden Dirigenten Bernhard Wünsch sowie die eine oder andere hübsche Dame aus dem Orchester nicht auszulassen sollte.





Dann war es Zeit für den „Very Special Guest“ - GIANNA NANNINI, von der ich mir nichts erwartet habe und ich wohl nicht der einzige war, der sich dachte, dass die holde Dame zu diesem Paket nicht wirklich passt. Mat Sinner begrüßte sie mit den Worten „Wir haben es 2015 mit einer Sprache zum ersten Mal probiert die von uns eigentlich keiner spricht“ und Nannini eröffnet mit „America“ ihr Set. Frau Nannini ist entweder der englischen Sprache nicht mächtig oder glaubt, dass Österreich zu Südtirol gehört und nur italienisch spricht. Also kein Wunder, dass sie bei dem italienischen Gebrabbel wenig bis gar keinen Zuspruch aus dem Publikum erfuhr. Nach „Bello E Impossibile“, „Dio è Morto“ und „Latin Lover“ gab es noch eine Coverversion von „Nel Blu Dipinto Di Blu“, das bei uns eher unter dem Liedrefrain „Volare“ bekannt ist, ehe man sich in die Pause verabschiedete. Im Großen und Ganzen war der Auftritt von Frau Nannini OK, denn stimmlich hat die Dame ordentlich Eier in der Hose, ich bin aber noch immer der Meinung, dass sie ins Gesamtbild nicht so richtig passte. Danach verabschiedete man sich erstmals in eine unnötige Pause von gut 15 Minuten.





Während der Pause versuchten wieder einige Fans näher an die Bühne zu kommen, wurden jedoch von den Sicherheitsleuten daran gehindert. Ich glaube auch einen kleinen Tumult am rechten Bühnenrand beobachten zu haben, bei der eine Frau aufgehalten wurde, die ein kleines Kind im Arm hielt und von der übereifrigen Security nicht zur Bühne gelassen wurde. Es handelte sich dann aber scheinbar um die Tochter von GIANNA NANNINI und die durfte dann mit der Gnade des Wachpostens doch zu ihrer Mutter und bekam noch ein Küsschen.

Einen kurzen Besuch am Merchandise Stand will ich auch nicht unerwähnt lassen: Ich verstehe ja, dass es von der 2015er Tournee noch keine CD gibt, aber dass man mir ums teure Geld T-Shirts des „Rock Meets Classic“ aus dem Vorjahr mit dem Konterfei von ALICE COOPER (der war da nämlich der „Very Special Guest“) und natürlich mit der Jahreszahl 2014 unterjubeln will, find ich schon ein starkes Stück. Zumindest ist das Programmheft neu gedruckt worden.

Der zweite Teil wurde mit einer Hammerversion von MEAT LOAFs „I´d Do Anything For Love (But I Won´t Do That)” eingeläutet, dargebracht vom Orchester und der Matt Sinner Band, in der sich natürlich auch einige bekannte Namen befinden wie zB. Amanda Sommerville (AVANTASIA) (im 6. Monat schwanger und nicht wie ich mir gedacht habe „Der schmeckt das Essen aber in letzter Zeit auch gut“), Alex Beyrodt oder Oliver Hartmann und Backroundsänger Sasha Krebs, der hier eine grandiose Leistung bot.





Dann kam Rick Parfitt an die Reihe und es ist immer wieder erstaunlich, dass wenn auch nur ein Mann von STATUS QUO die Bühne betritt und ihre Lieder anstimmt, sofort der Partyexpress einfährt und das Publikum vollständig mitreißt. Das Publikum sprang auf, um bei „Whatever You Want“, „Rain“, „Down Down“, „Rockin´ All Over The World” und dem unsäglichen (aber es muss halt dabei sein) „In The Army Now” die Luftgitarre mitzuschwingen und lauthals mitzugröhlen! Versuche des Publikums ein Foto vor der Bühne mit Rick auf der Bühne zu machen wurde von dem Aufsichtspfosten sofort im Keim erstickt. Eine Dame bekam von einer Aufsicht einen Rempler, dass sie gleich wieder auf ihrem Platz reingedrückt wurde und Personen die im Mittelgang standen wurden aufgefordert sich gefälligst hinzusetzen.





Nichts desto trotz war die Stimmung am Siedepunkt und nach „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss, nahm Ian Gillan (DEEP PURPLE) die Bühne ein, um mit „Highway Star“ auch die Letzten aus den Sitzen zu reißen. Nach einigen charmanten Ansagen, „Strange Kind Of Woman“ und „Perfect Stranger“ (bei dem die Bühne in Flammen stand) schlug Ian Gillan etwas leisere aber dafür intensivere Töne an. „When A Blind Man Cries“ überzog das Publikum mit einer Global-Gänsehaut, nicht zuletzt durch ein gewaltiges Gitarrensolo von Alex Beyrodt, der dafür die klassische Blackmore-Pose (aus früheren Jahren) einnahm. Mit „Hush“ und „Black Night“ beendete er sein starkes Set. Gillan ist zwar immer noch verdammt bemüht, doch dass er andere Grenzen als vor 20 Jahren hat ist ihm bewusst und so passte er seine Gesangsleistung an, kann sich aber für sein Alter noch allemal hören lassen.





Mittlerweile ist aber auch Matt Sinner schon aufgefallen, warum die Leute nicht zur Bühne vorkommen, da er wieder eine Security-Aktion beobachtete, nach der er dem Personal die rote Karte in Form eines angedeuteten Vogels Richtung Sicherheitskörper zeigte, holte er nach der Vorstellung des Orchesters, der Band und den Gästen, das Publikum zum großen Finale, das natürlich aus „Smoke On The Water“ bestand, zur Bühne vor. Angesichts der anstürmenden Masse, die alle das Handy oder den Fotoapparat zückten, scheiterte der Versuch, die Zuseher von der Bühne wegzuscheuchen aber kläglich und bevor die Security im Gewimmel zurecht noch ein paar abfingen, zogen sie sich kleinlaut zurück.





Vor der Bühne wurde der wirklich wunderbare und gelungene Abend mit allen Gästen (außer GIANNA NANNINI, die hatte scheinbar ihre Tochter schon zu Bett gebracht) lautstark abgefeiert. Was da auf der Bühne abging waren mehrere hundert Jahre Kult, Rock und Party. Wer sieht schon Ian Gillan im Duett mit John Wetton, während Eric Martin die Meute anfeuert, Matt Sinner an Rick Parfitt lehnt um abzurocken, während ein fettes Orchester Vollgas gibt und sogar der Dirigent zur Sonnenbrille und Gitarre greift. So ergab sich ein merkwürdiges aber dann doch passendes Bild, das so manch Grinsen in die Gesichter zauberte. Handschlag mit Rick und Ian gab es bei den Fans in den ersten Reihen auch, während riesige schwarze Luftballons durch die Halle flogen. Man kann nur hoffen, dass auch 2016 „Rock Meets Classic“ seinen Weg in die Linzer Tipps-Arena findet!

Setlist Rock Meets Classic:

Overture
Thunderstruck
Long Stick Goes Boom
Dont Cry
The Smile Has Left Your Eyes
Only Time Will Tell
Heat Of The Moment
Take Cover
Wild World
Just Take My Heart
To Be With You
Green-Tinted Sixties Mind
America
Bello E Impossibile
Dio è Morto
Latin Lover
Nel Blu Dipinto Di Blu (Volare)
I´d Do Anything For Love
Whatever You Want
In The Army Now
Rain
Down Down
Rockin All Over The World
Highway Star
Strange Kind Of Woman
Perfect Strangers
When A Blind Man Cries
Hush
Black Night
-
Smoke On The Water


FOTOS + E-CARDS
www.rockmeetsclassic.de

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Beitrag vom 24.03.2015
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