OVERKILL   SANCTUARY   METHEDRAS   SUBORNED  
07.03.2015 @ Komma

Gleich drei Mal besuchten wir die wiedergeborenen Legenden SANCTUARY und die nicht tot zu bekommenden Veteranen von OVERKILL. Memmingen, Wörgl und Wien. Eine Rundreise voll metallischer Kult-Abende. Und unseren Vergleich von Wörgl und den Tag darauf in Wien, haben wir für euch verewigt.

- 07.03.2015 - Komma, Wörgl:
Nach dem vorangegangen Abend in Memmingen war die Freude und Erwartung riesengroß in Wörgl die Fortsetzung zu sehen, aber leider kommt es dann doch immer anders als man glaubt.

Heute mal die Chance genützt, um die erste Band des Abends zu sehen - SUBORNED - und feststellen müssen, dass man am Vorabend rein gar nichts versäumt hat. Die Schweizer waren zwar bemüht ihre sehr thrashigen Songs dem Publikum näher zu bringen, aber leider weiß das Ganze so gar nicht zu überzeugen. Zu eintönig rumpeln die Songs dahin und bis zur dritten Nummer dachte ich, die spielen immer wieder die erste. Das größte Problem ist aber die Sängerin, deren Gesang sowas von nervig ist. Nach vier Nummern zur Erkenntnis gelangt, dass es wohl besser ist, an der Bar was zu trinken. Sorry Jungs und Mädel, aber das geht gar nicht.

METHEDRAS waren auch in Wörgl wieder absolut Top. Die Mischung funktioniert einfach und nachdem vom Vortag schon was im Ohr hängengeblieben ist, war der Auftritt für mich noch besser als der erste. Der Sound war auch im Komma wieder top, die Songs vom aktuellen Album hauen immer noch gut rein und das noch etwas spärliche Publikum war in guter Stimmung.

- 08.03.2015 - Szene, Wien:
SUBORNED waren trotz pünktlichem Erscheinen in der Szene zum Glück schon wieder fertig, was Aufgrund der Erfahrung vom Vortag ja nicht das Schlechteste war.

METHEDRAS mit einer erneut starken Vorstellung, die von der schon ganz passabel gefüllten Halle honoriert wurde. Die extreme Spielfreude steckt einfach an und nachdem ich das Material nun zum dritten Mal hintereinander gehört habe ließ ich mich dazu hinreißen, mir die CD zu kaufen, was ich bislang keine Sekunde bereut habe (und sie läuft immerhin schon eine Woche bei mir im Auto). Die Songs haben irgendwie eine gewisse Dynamik die einfach Spaß macht und das Publikum mitreißt. Bislan eines der Highlights des Jahres.





Danach passierte dann das, was jeder SANCTUARY-Fan gelegentlich befürchtet - die Stimme hält nicht. Die ersten drei Songs ging es noch so halbwegs, obwohl man schon merkte, dass da was nicht stimmt. Warrel dürfte seinen 54. Geburtstag wohl etwas zu ausführlich gefeiert haben. Das Publikum brachte ihm noch ein kleines Ständchen und dann passierte es bei "Die For My Sins". Die ersten hohen Passagen und die Stimme war weg. Das Darauffolgende war dann eher traurig mitanzusehen. Trotz aller Bemühungen wurde der Gesang immer schlechter, bis zum Schluss auch die normalen und tiefen Passagen nicht mehr gingen. Dass der Abend nicht zum totalen Fiasko wurde ist dem Wörgler Publikum zu verdanken, die trotzdem jeden Song feierten. Schade, dass schon so früh auf der Tour stimmliche Probleme auftreten, aber in Tirol hat sich Warrel immer schwer getan. Ich erinnere mich da an ein NEVERMORE-Konzert in Innsbruck, wo es nicht viel besser war.

- Zurück in due Hauptstadt am Folgetag:
Nach gespanntem Warten war es dann so weit, wir wollten ja wissen ob Warrel dieses Mal besser drauf war. SANCTUARY starteten mit "Arise And Purify" und oh Wunder, die Stimme passte wieder fast zu 100%. Trotzdem war noch Skepsis angesagt, wie lange das gut geht, aber selbst bei "Die For My Sins" gab es keine Probleme, auch wenn die ganz hohen Parts eine Spur tiefer ausfielen. Die Stimmung war in der fast proppenvollen Halle mehr als gut und jeder Song wurde nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Einzig "Battle Angels" fehlte vom regulären Set, was aber kaum jemanden verwunderte. So wurde es wieder ein absolut genialer Abend mit einer gelungenen Mischung aus alten und neuen Songs. Die Stimmung in der Band war auch wieder um Klassen besser als gestern und Warrel trieb mit dem Publikum das eine oder andere Scherzchen. Sympathisch auch, dass selbst bei so erfahrenen Bands nicht alles perfekt läuft. So brauchte Bassist Jim Sheperd fast zehn Minuten, um seinen Bass vor den letzten beiden Nummern zu stimmen. Trotz den Problemen in Wörgl war das wohl eines meiner besten Konzertwochenenden seit langem.





Setlist SANCTUARY:

Arise And Purify
Let The Serpent Follow Me
Seasons Of Destruction
Die For My Sins
The Mirror Black
Frozen
The Year The Sun Died
Future Tense
Taste Revenge

- Und tags zuvor in Wörgl:
Wie schon am Vortag agierten OVERKILL mehr als nur souverän und konnten das bis auf den letzten Platz gefüllte Komma von Anfang an in ihren Bann ziehen. Schon die extrem gute Stimmung beim Opener "Armorist" zeigte, dass viele wegen der Amerikaner hier waren. bei den Klassikern war dann die Hölle los. "In Union We Stand" und "Rotten To The Core" sorgten für ziemlich Bewegung in den ersten Reihen und das sollte sich auch bis zum Schluss nicht mehr wirklich ändern. Jeder Song wurde abgefeiert, egal ob neueres Material ("Ironbound") oder die alten Sachen, allen voran natürlich "Fuck You" und "Hello From The Gutter" und so sorgte eine bestens aufgelegte Band für einen würdigen Abschluss des zweiten Tages.





- Deja-vu in Wien:
OVERKILL konnten dann zwar keinen mehr draufsetzen, agierten aber wie gewohnt souverän und boten erneut eine sehr ansprechende Leistung. Wie an den beiden Tagen zuvor funktionierte auch in Wien die Mischung aus alt und neu. Die volle Szene verwandelte sich ab der ersten Nummer in ein echtes Tollhaus. Extrem viel Bewegung in den ersten Reihen sorgte auch bei der Band für gute Stimmung und Bobby Blitz sorgte mit dem einen oder anderen Spruch für Erheiterung. Das einzige wirkliche Manko war wie zuvor auch diesmal der Sound - zu schrill und zu laut und das obwohl OVERKILL als einzige Band einen eigenen Tontechniker hatten. Kam man bei den anderen Bands noch ohne Ohrstöpsel aus, waren diese bei OVERKILL schon notwendig und der schrille Sound vertrug sich absolut nicht mit der ohnehin schon hohen Stimme. Ansonsten kann man nicht meckern. Es ist halt Thrash vom Feinsten und die Erfahrung von über 30 Jahren macht sich halt auch bezahlt, wobei man sagen muss, dass die schon erwähnten "In Union We Stand", "Rotten To The Core", "Hello From The Gutter" und "Fuck You" zeitlose Klassiker sind, die man immer wieder gerne hört und so fand auch der dritte Abend einen mehr als würdigen Abschluss.

Setlist OVERKILL:

XDM (Intro)
Armorist
Hammerhead
Electric Rattlesnake
Powersurge
In Union We Stand
Rotten To The Core
Bring Me the Night
End Of The Line
Necroshine
Horrorscope
Overkill
Hello From The Gutter
Ironbound
-
Bitter Pill
Elimination
Fuck You

Alle drei Konzerte waren definitiv die Reise wert. Die Stimmabfälle waren schade, doch im Gesamtbild hatten beide Hauptbands absolut alles im Griff, so dass sich auch nach drei Tagen keine Müdigkeits- oder Abnutzungserscheinungen einstellten.

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Tom
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Beitrag vom 27.03.2015
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