PAGANFEST 2015 - KORPIKLAANI   WINTERSUN   TURISAS   HEIDEVOLK   FINSTERFORST   OBSCURITY   FROSTTIDE  
28.03.2015 @ Arena

Seit einer Weile schon unken viele, dass die Pagan- und Folk Metal-Szene am absteigenden Ast ist! So ganz kann das nicht stimmen, wenn man die letzten Events in diesem Genre betrachtet. ENSIFERUM durften sich über ein ausverkauftes Haus freuen und auch beim Paganfest war dies der Fall. Sicher kann man sagen, dass die früheren Pagen- und Heidenfeste im größeren Gasometer stattfanden, aber die Arena ist wohl in jeder Hinsicht die passendere Location!

Laut Website war Einlass um 14.30 – da stand man aber noch vor verschlossenen Türen. Den Grund dafür konnte man nur gerüchteweise erfahren – eine Info war nicht vorhanden – die GRAILKNIGHTS mussten ihren Auftritt absagen. Deshalb wurden die Auftritte nach hinten verschoben und die eigentlich pünktlich erschienenen Besucher durften in der Kälte warten, was nicht gerade für Begeisterung gesorgt hat. Als man dann endlich hinein durfte, wurde nur eine Tür geöffnet, sodass erst nichts weiterging. Erst nach einer Weile hat man sich dazu bequemt eine zweite Tür zu öffnen, und so konnten sich die durchfrorenen Musikbegeisterten wieder etwas aufwärmen.

Um 15.45 kam dann endlich die erste Band auf die Bühne. FROSTTIDE aus Finnland waren schon vor zwei Jahren im Zuge der Heidenfest-Tour in Wien und auch damals waren sie Opener. Diese noch sehr junge Folk Metal-Band der härteren Sorte hat bereits zwei Alben veröffentlicht und wohl durch die Touren auch schon außerhalb Finnlands Fans gefunden. An diesem Abend war eine Kleinigkeit anders als bei den Konzerten zuvor – Sänger Joni konnte krankheitsbedingt nicht singen, so hat Gitarrist Juho diesen Part übernommen, aber er hat seine Sache sehr gut gemacht. Trotz der frühen Uhrzeit war bei ihrem Auftritt die Halle schon gut gefüllt und sie konnten mit ihrer dynamischen Spielweise alle mitreißen.





Setlist FROSTTIDE:

Blood Oath
Quest For Glory
Fate Redefined
Awakening
Traitor Within


Als nächste waren OBSCURITY aus Deutschland an der Reihe. In der Zwischenzeit war es in der Halle deutlich voller geworden. Mit ihrem Pagan/Viking Metal konnten sie von Anfang an das Publikum mitreißen. Sie haben kürzlich ein sehr erfolgreiches Album namens „Vintar“ veröffentlicht, aus dem sie an diesem Abend einiges präsentiert haben, aber auch ihre alten Erfolgstitel haben sie den Fans nicht vorenthalten. Bei ihnen gab es den ersten Moshpit des Abends und beim letzten Titel ist der Sänger in den Fotograben gesprungen und hat den Fans die Hände geschüttelt. Der Sänger hat eine Bemerkung gemacht, dass das Publikum sie als Piefke so gut annimmt! Tja, dazu kann ich nur sagen, wenn Piefke mit so geiler Musik und so viel Spielfreude zu uns kommen, dann sind sie mehr als willkommen! Hoffentlich dauert es nicht allzu lange bis zum nächsten Mal!





Setlist OBSCURITY:

Schicksal der Götter
Naglfar
Obscurity
Wer Wind Sät...
Vintar
Legiones Montium
Nach Asgard Wir Reiten
Bergischer Hammer
Tenkterra


Mit einem bombastischen Intro stürmten FINSTERFORST die Bühne. Wer diese Band kennt der weiß, dass sie immer schwarz angeschmiert auftreten, allerdings hab ich sie noch nie so „angezogen“ erlebt – früher traten sie immer mit nacktem Oberkörper auf, aber den verstecken sie jetzt unter fleckigen Hemden. FINSTERFORST stammen auch aus Deutschland und widmen sich in musikalischer Hinsicht dem Folk Metal. Auch sie haben kürzlich ein neues Album mit dem Titel „Mach Dich Frei“ auf den Markt gebracht und daraus einiges zum Besten gegeben. FINSTERFORST sind bekannt als Stimmungskanonen und auch an diesem Abend haben sie den Saal zum Kochen bzw. zum Mitsingen gebracht. FINSTERFORST haben auf jeden Fall einen starken Eindruck hinterlassen und sicher auch viele neue Fans dazugewonnen.





Setlist FINSTERFORST:

Nichts Als Asche
Lauf Der Welt
Des Waldes Macht
Zeit Für Hass
Försterhochzeit
Mach Dich Frei!
Sieg Und Ewig Leben
Finsterforst


Während der Abkühlpause wurde die Bühne umdekoriert für HEIDEVOLK. Die Niederländische Folk/Viking Metal-Band ist ein fixer Bestandteil der Szene und so haben sich wohl viele gefreut, sie im Zuge dieser Tour wieder einmal auf der Bühne erleben zu können, nachdem sie schon längere Zeit nicht mehr in Österreich waren. HEIDEVOLK haben immer zwei Sänger und 2013 gab es da einen Wechsel im Lineup. Ich war sehr erstaunt, als ich gesehen hatte, dass auch der zweite Sänger neu bei HEIDEVOLK ist. Aber die beiden haben ihre Sache sehr gut gemacht. HEIDEVOLK werden demnächst ein neues Album mit dem Titel „Velua“ veröffentlichen und sie haben daraus auch etwas gespielt. Bei ihren großen Hits haben fast alle im Publikum lautstark mitgesungen, auch wenn wohl die wenigsten Niederländisch können, aber darauf kam es ja nicht an. Die Stimmung war gewaltig bei ihrem Auftritt und den meisten ist wohl die Zeit viel zu schnell vergangen – mir auch!





Setlist HEIDEVOLK:

Winter woede
Ostara
Dondergod
Urth
Drankgelag
Vale Ouwe
Nehalennia
Einde Der Zege
Vinland
Vulgaris Magistralis


Danach wurde die Bühnenrückwand mit einem imposanten Wandbild geschmückt, das gewisse Ähnlichkeiten mit einem überdimensionalen antiken Kirchenbild hatte, auf dem in großen Lettern „TYPICAC“ aufgedruckt war, was dann von einigen im Publikum lautstark gerufen wurde. Zusätzlich wurden elektrische Kerzenständer aufgestellt und eigentlich hätte man aufgrund der Optik irgendwelche Düstermetaller erwartet! Aber natürlich kamen die Finnen TURISAS während eines tollen Intros auf die Bühne gestürmt! Sie haben mit einem etwas ruhigeren Song begonnen, aber dann haben sie richtig Gas gegeben und bei ihrem Auftritt haben sich die ersten Crowdsurfer auf den Weg gemacht. Wie immer waren sie schwarz/rot geschminkt und ihr Teufelsgeiger hat zusätzlich gewaltig für Stimmung gesorgt. Sie haben ein gemischtes Set gespielt, bei dem natürlich auch „Rasputin“ nicht fehlen durfte. Etwas überrascht war ich, als ich ihre Coverversion von „It´s A Sin“ von den Pet Shop Boys gehört habe – hat aber sehr gut geklungen. Nach 70 Minuten verließen sie die Bühne und hinterließen ein absolut zufriedenes Publikum.





Setlist TURISAS:

The March Of The Varangian Guard
A Portage To The Unknown
Piece By Piece
To Holmgard And Beyond
In The Court Of Jarisleif
Midnight Sunrise
Hunting Pirates
Rasputin
Battle Metal
End Of An Empire
It’s A Sin
Stand Up And Fight


Obwohl WINTERSUN auf den Plakaten an erster Stelle gestanden sind, kamen sie bereits als vorletzte Band auf die Bühne. Das Publikum war scheinbar noch so aufgeputscht, dass bereits beim sehr langen, stimmungsvollen Intro die ersten Crowdsurfer auf den Weg Richtung Bühne gemacht haben. Die Symphonic Melodic Death Metal-Band aus Finnland hat von Anfang an eine druckvolle Spielweise an den Tag gelegt. WINTERSUN spielen ja nicht so oft live und so gab es viele, die extra wegen ihnen zum Paganfest gekommen sind. Sänger und Mastermind Jari Mäenpää steht ja meist eher ruhig auf der Bühne aber an diesem Abend hat er extrem viel Einsatz gezeigt und das Ergebnis war ein wunderbar stimmungsvoller Auftritt mit dem sie alle fasziniert haben und obwohl sie 80 Minuten Spielzeit hatten, hätten die meisten gerne mehr von ihnen gehört! Man kann nur hoffen, dass sie bald wieder einmal den Weg nach Österreich finden.





Setlist WINTERSUN:

Sons Of Winter And Stars
Land Of Snow And Sorrow
Darkness And Frost
Time
Death And The Healing
Beyond The Dark Sun
Starchild
Forest
Winter Madness


Den Abschluss des Abends bildeten KORPIKLAANI. Diese Folk Metal-Band aus Finnland ist ja schon viele Jahre fixer Bestandteil der Szene und sie haben auch schon oft in Österreich gespielt. Anfang Mai werden sie ihr neuestes Album „Noita“ veröffentlichen und so war diese Tour bestens dafür geeignet, dem Publikum das neueste Werk zu präsentieren. Optisch haben sie eine gewaltige Veränderung präsentiert – den Mikroständer mit dem Geweih gab es nicht mehr und auch was die Bandbesetzung betrifft gab es nicht mehr sehr viele bekannte Gesichter zu sehen. Sänger Jonne hat für eine unfreiwillige Einlage gesorgt als er stolperte und hinfiel, aber im Liegen weitergesungen hat. Trotz der vielen Veränderungen war die Stimmung von Anfang an gut und natürlich ging es nicht ohne Moshpit. Der Großteil der Besucher hat bis zum Schluss ausgehalten und mitgefeiert und so mancher hat sich an diesem Abend voll verausgabt.





Setlist KORPIKLAANI:

Viinamäen Mies
Journey Man
Lempo
Sahti
Ruumiinmultaa
Petoelaimen Kuola
Sumussa Hämärän Aamun
Vaarinpolkka
Viima
Metsämies
Kultanainen
Rauta
Vodka
Wooden Pints
Pellonpekko
Juodaan Viinaa


Das war´s mit dem Paganfest 2015 – im Herbst steht dann das Heidenfest in der Arena am Programm und viele werden dann wieder hinpilgern, um mit ihren Bands so richtig abzufeiern!


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Beitrag vom 31.03.2015
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