INFERNO FESTIVAL TAG 1 - TAAKE   KRAKOW   MOMENTUM   GALAR  
01.04.2015 @ Oslo, Norwegen

Bereits zum 15. Mal fand in Oslo zu Ostern das Inferno Festival statt. Es ist halt immer die Frage ob dieser Termin gut oder schlecht ist. Gut deshalb, weil die meisten zu dieser Zeit frei haben, schlecht auf der anderen Seite, weil die Norweger wie verrückt Ostern feiern und ab Gründonnerstag fast alles geschlossen hat. Aber ein paar wenige arbeiten doch, sodass man um Beispiel mal nicht verhungern muss!
Wer ein bisschen an Geschichte interessiert ist, der kann sich in Oslo tolle Museen anschauen, die Stadt besichtigen oder mit der U-Bahn auf den Holmenkollen fahren. Also langweilig wird einem auf keinen Fall!

Das Inferno Festival ist DAS Festival für Freunde des Black Metal – sie werden hier bestens bedient. Die Veranstalter bemühen sich jedes Jahr ein ansprechendes Billing auf die Beine zu stellen und auch dieses Jahr war es nicht anders.

Hier ein paar Fakten rund ums Festival:
Nach Oslo kommt man am besten mit dem Flugzeug und vom Flughafen aus fahren regelmäßig Busse in die Innenstadt. Der Veranstalter bietet den Besuchern eine eigenes Festivalhotel an – das Clarion Hotel Royal Christiania. Die Übernachtungspreise sind für Oslo normal bzw. günstig, die Zimmer sind schön und auch die meisten Musiker schlafen hier. So kann es passieren, dass man beim riesigen Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen lässt, auf einmal neben Nergal von BEHEMOTH steht, wie es mir heute passiert ist. Die Frühstückszeiten werden für die Festivalbesucher bis 12.00 ausgedehnt, was sehr angenehm ist. Vom Festivalhotel aus, das in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof gelegen ist, kann man in relativ kurzer Zeit zu Fuß alle Locations des Inferno Festivals erreichen. Hier bekommt man auch die Festivalbändchen und ein Stoffsackerl mit ein paar kleinen Präsenten.





Die Hauptlocations sind das Rockefeller und das John Dee, die miteinander durch einen Gang verbunden sind. Das Rockefeller ist offenbar ein ehemaliges Theater, wie man an den Galerien erkennen kann, und fasst gut 1000 Leute, das John Dee ist deutlich kleiner – hier passen 400 Besucher hinein. Es wird abwechselnd in den Locations gespielt, sodass man wirklich alle Bands sehen kann. In diesen beiden Locations bekommt man auch gratis Wasser angeboten – falls einem das Bier um ca. 9,50 Euro für 0,4 Liter zu teuer ist. Auf dem Dach des Rockefeller war ein Imbissstand aufgebaut und dort konnten auch die Raucher ganz gemütlich ihrem Laster frönen.

Der erste Festivaltag – Mittwoch – ist traditionellerweise der „Club-Tag“, das bedeutet, dass in einzelnen kleineren Clubs gespielt wird. Man hat dann die Möglichkeit hin und her zu wechseln oder man sucht sich einen Club aus und bleibt dort.

Ich habe Zweiteres gemacht und den Abend im Club BLÅ verbracht. Dort standen an diesem Abend vier Bands am Programm und der Beginn war erst ziemlich spät – um 21 Uhr ging es mit GALAR in der gut gefüllten Halle los. Ich hatte zuvor noch nie von dieser Band aus Bergen/Norwegen gehört, aber sie haben es geschafft mich mit ihrer Mischung aus Black und Folk Metal auf Anhieb zu faszinieren. GALAR haben zwei Sänger – einen fürs Growling und einen für variantenreichen Klargesang. Eine originelle Einlage zwischendurch war, als der zweite Sänger zwischendurch ein riesiges Fagott ausgepackt hat und darauf gespielt hat – so etwas ist mir auch noch nie untergekommen. Sie haben es geschafft als Opener die Leute mit ihren tollen Melodien erfolgreich in ihren Bann zu ziehen und waren für mich eine echte Entdeckung und ein perfekter Festivalstart.





Die zweite Band des Abends kam aus Island – MOMENTUM sind Vertreter des Progressive Metals und sie haben dem Publikum eher ruhige Klänge dargebracht, die jedoch sehr intensiv gespielt wurden. Auch MOMENTUM haben kürzlich ein neues Album veröffentlicht, dessen Artwork aus einem seltsamen Gesicht geschmückt ist und auf einer Leinwand im Hintergrund war ein ähnlich seltsames Gesicht zu sehen, das immer wieder gezwinkert oder die Augen gerollt hat. Die Musik von MOMENTUM ist großteils sehr melodisch aber zwischendurch auch etwas extravagant, was einen zu Vergleichen mit einer anderen Isländischen Band verleitet hat, was jedoch nicht unbedingt von Nachteil war. Für MOMENTUM war ihr erster Ausflug nach Oslo bestimmt nicht umsonst und sie haben ihre Chance sich einem breiteren Publikum zu präsentieren erfolgreich genützt!





Danach waren wieder Norweger an der Reihe. KRAKOW stammen ebenso wie GALAR aus Bergen, machen experimentellen Post Metal und man hat an der gut gefüllten Halle gleich gemerkt, wie beliebt sie in Norwegen sind. Sie haben mit ganz ruhigen Klängen begonnen, aber im weiteren Verlauf hat sich ihre Spielweise immer mehr intensiviert und ist immer druckvoller geworden, und die Besucher sind voll mitgegangen. Beim ersten Track haben sie völlig auf Gesang verzichtet und auch in weiterer Folge kam nur spärlich welcher vor, was aber absolut nicht nachteilig war, da so das Hauptaugenmerk auf ihren tollen Melodien lag. Die Stimmung im Saal war jedenfalls blendend und die meisten waren enttäuscht, als nach fünf sehr langen Titeln alles vorbei war.





Mainact an diesem Abend waren die Norwegischen Urgesteine des True Norwegian Black Metal: TAAKE. Für mich war es erstaunlich, dass sie in diesem kleinen Club gespielt haben – beim Inferno 2010 wo ich auch dabei war, haben sie noch im Rockefeller gespielt. Dementsprechend lange war die Schlange vor dem Einlass und die Halle war mehr als übervoll, als Hoest und seine Mannen bei einem sehr schönen Intro die Bühne enterten. Wie immer traten TAAKE mit Corpsepaint auf und Hoest war etwas verändert durch den Vollbart den er jetzt trägt. Sie haben eine sehr intensive und aggressive Spielweise an den Tag gelegt und die Stimmung im übervollen Saal war am Überkochen. Das konnte man auch daran bemerken, dass es auf einmal beinahe eine Rauferei gab unter ein paar Festivalbesuchern und einem Fotografen – hat etwas befremdlich auf mich gewirkt, weil Metal im Prinzip eine friedliche Sache ist. TAAKE haben an diesem Abend ein wahrlich mitreißendes Konzert abgeliefert und Hoest hat vollen Einsatz gezeigt - somit ein perfekter Abschluss des ersten Abends!





www.facebook.com/taakeofficial
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FOTOS + E-CARDS
www.infernofestival.net

Metalmama
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Beitrag vom 13.04.2015
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