BLIND GUARDIAN   DRAGONY  
23.05.2015 @ Gasometer

Gut fünf Jahre hat es gedauert, bis die deutschen Power Metal-Veteranen BLIND GUARDIAN endlich den lang erwarteten Nachfolger zu „At The Edge Of Time“ veröffentlichten. Noch dazu machten die blinden Wächter rund um Frontstimmwunder Hansi Kürsch auch eine längere Auszeit – meldeten sich aber im vergangenen Jahr glücklicherweise kurz fürs Seerock in Graz zurück. „Beyond The Red Mirror“ ist erneut ein verdammt starkes Werk geworden und will natürlich auch adäquat auf die Bühne gebracht werden. Bei den teils bombastischen, opulenten und trotzdem verdammt heavy tönenden Songs, ist das auch für eine erfahrene Band wie BLIND GUARDIAN eine Herausforderung, aber die Vergangenheit hat schon gezeigt, dass sie diese mühelos meistern.

Bevor sie das erneut beweisen konnten, durften die Lokalmatadoren DRAGONY, Power Metal-Fans aus der Wiener Gegend unweigerlich schon in die Quere gekommen, sind sie im Gasometer schon seit Jahren bei vergleichbaren Events Stammgast (Support von SONATA ARCTICA, FREEDOM CALL, POWERWOLF oder PRIMAL FEAR) und seit ein paar Jahren auch Veranstalter des Dragon´s Cry Festivals in Wien.

Zwar starteten die Wiener energisch und energiegeladen, doch der Soundmatsch des ersten Songs „Burning Skies“ war leider nur schwer erträglich. Zwar besserte sich der Sound im Laufe des Auftritts, bei dem es reichlich Material des Debüts „Legends“ sowie einen wie immer charmanten Fronter Sigi (VISIONS OF ATLANTIS), der sich reichlich Mühe gab, die Fans bei Laune zu halten. Da der Gasometer zu diesem Zeitpunkt schon gut voll war, funktionierte das auch ganz gut. Zudem gab es neben dem JUDAS PRIEST-Klassiker „Living After Midnight“ auch schon Material vom kommenden Zweitling, der hoffentlich bald in den Läden steht. Wie erwähnt, trübte der Sound den Einstieg des Auftritt etwas und das hat der eine oder andere schon besser erlebt, doch DRAGONY haben ihren Anheizerposten würdig durchgezogen.





Setlist DRAGONY:

Burning Skies
Shadow Runners
Kiln Of The First Flame
The Longest Night
Wolves Of The North
Alcador
Living After Midnight (JUDAS PRIEST)

Die Spannung war groß und sollte nicht lange anhalten, denn BLIND GUARDIAN´s Intro zum neuen Epos „The Ninth Wave“ startete schon gut zehn Minuten früher als angekündigt. Aber wer nicht gerade noch austreten oder Bier holen war, der erlebte diesen bombastischen neuen Song bei glasklarem Sound, als hätte sie diesen schon seit Jahren fix im Repertoire. Die Stimmung war natürlich jetzt schon großartig, folgte doch der – vielleicht etwas grobe, aber starke Schritt 16 Jahre zurück in die Zeit zu „Banished From Sanctuary“ vom Klassiker „Follow The Blind“. Weitere Perlen bzw. UpTempo Kracher aus den Anfangsjahren sollten noch „Journey Through The Dark“ sowie „The Last Candle“ sein. Dass es ruhig auch geht, kündigte der wie immer gut gelaunte Hansi mit einem kurzen Akustik-Set mit der neuen Ballade „Miracle Machine“, die live schon Gänsehaut-Charme verspricht, sowie dem Mittelalter-Klassiker „A Past And Future Secret“, an. Das Bühnenbild war minimalistisch, doch zu sehen gab es genug dank der energischen Performance der Gründungsväter Kürsch, Olbrich und Siepen, sowie ihren neueren Mitstreitern Ehmke, Schüren und Courbois, die sich aber wie gewohnt dezent im Hintergrund aufhielten. Außerdem war die Lichtshow natürlich auch wieder aller erste Sahne.





Nach nur gut einer Stunde verabschiedete sich Hansi mit einem weiteren Epos in Form des unverzichtbaren „Imaginations From The Other Side“ von der euphorischen Zuschauerschafft, aber dass es das noch nicht gewesen sein kann, war klar und so ertönte bald das Intro „War Of Wrath“, das natürlich „Into The Storm“ ankündigte, das wie so ziemlich jeder Song auch mehr als stimmgewaltig mitgebrüllt wurde. Auch bei der neuen Single „Twilight Of The Gods“ sitzen die Lyrics bei den Fans bereits. Apropos mitsingen – auch bei „The Last Candle“ und wie nicht anders zu erwarten bei „Valhalla“ wurden die Fans umfangreich einbezogen, ehe man sich nochmal verabschiedete. Doch BLIND GUARDIAN waren alles andere als müde oder unmotiviert und so enterte man mit dem bombastischen überlangen Track „Sacred Worlds“ noch ein letztes Mal die Bühne, ehe man mit dem unausweichlichen Gänsehaut-Stück „The Bards Song“ sowie dem typischen Rausschmeißer „Mirror Mirror“ mühelos die 2 Stunden-Grenze knackte.





Setlist BLIND GUARDIAN:

The Ninth Wave
Banish From Sanctuary
Nightfall
Fly
Tanelorn (Into The Void)
Prophecies
The Last Candle
Miracle Machine
A Past And Future Secret
Traveler In Time
Journey Through The Dark
Imaginations From The Other Side
-
(War Of Wrath)
Into The Storm
Twilight Of The Gods
Valhalla
-
Sacred Worlds
The Bards Song – In The Forest
Mirror Mirror

Man kann jetzt zum Jammern anfangen und schade finden, dass das am Vorabend gebotene “And Then There Was Silence” sowie Klassiker wie „Majesty“, „Bright Eyes“ oder „Welcome To Dying“ nicht geboten wurden – von mir aus hätten die Guardians auch vier Stunden spielen können und die Zeit wäre verflogen wie nichts, doch das Leben ist leider kein Wunschkonzert und so gibt man sich mit über zwei Stunden BLIND GUARDIAN in Höchstform mehr als zufrieden.


FOTOS + E-CARDS
www.blind-guardian.com

maxomer
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Beitrag vom 27.05.2015
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