MELECHESH   KEEP OF KALESSIN   TRIBULATION   EMBRYO  
29.05.2015 @ ESCAPE Metalcorner

MELECHESH waren auf großer Europa-Tournee und haben bei dieser Gelegenheit auch in Wien Station gemacht.
Mit ihnen waren drei Supportbands unterwegs, die verschiedene Länder und Stile repräsentiert haben, sodass für jede Menge Abwechslung gesorgt war.

Die erste Supportband war die Melodic Death Metal Band EMBRYO aus Italien.
Während eines bombastischen Intros und in dichten Nebel gehüllt betraten sie die Bühne. Sie haben sich von den wenigen Zuschauern zu Beginn ihres Auftrittes nicht abschrecken lassen und gleich von Anfang an richtig losgelegt. Zur teilweise sehr rasanten Musik gab es düsteres Growling und dann wieder eher kreischenden Gesang, aber diese Variationen haben sehr gut zur rasant gespielten Musik gepasst. Im Verlauf ihres Auftrittes hat sich das Escape immer mehr gefüllt und EMBRYO konnten wirklich alle Anwesenden auf ihre Seite bringen, sodass die Stimmung im Verlauf immer besser wurde und es jedem leid getan hat, als sie nach 30 Minuten die Bühne räumen mussten.





Setlist EMBRYO

Intro
My Pounding Void
An Awkward Attempt
Manipulate My Consciousness
The Door To The Abyss
The Touch Of Emptiness
Embryo
No God Slave


Auf die nächste Band des Abends war ich schon sehr gespannt. Sie haben ein neues Album mit dem Titel „The Children Of The Night“ und das war wirklich genial gelungen. TRIBULATION aus Schweden sind Vertreter des Progressive Death/Black Metal und sie betraten düster geschminkt die Bühne. Alle hatten schwarz umrandete Augen um den schaurigen Eindruck noch zu verstärken. Am Mikro war eine Waage mit Kerzen und Knochen montiert und an den Monitor wurde ein Räucherstäbchen geklebt. Mittlerweile war es ziemlich voll geworden – es waren wohl auch noch andere neugierig auf die Live-Präsentation von TRIBULATION. Sie haben von Anfang an vollen Einsatz gezeigt und das Publikum mit ihrem Mix aus harter Spielweise und großartigen Melodien voll in ihren Bann gezogen. Warum der eine Gitarrist gar so herumgetorkelt ist, konnte ich zwar nicht mehr herausfinden, aber auf die Qualität der Präsentation hatte es keinen negativen Einfluss. Leider war nach 45 Minuten ihr Gig vorbei und viele hoffen wohl, TRIBULATION bald wieder live erleben zu können.





Setlist TRIBULATION

Strange Gateways Beckon
Beyond The Horror
The Vampyre
In The Dreams Of The Dead
Rånda
Ultra Silvam
When The Sky Is Black With Devils

(Metalmama)


Bekanntlich ist das Raumklima im Escape bei quasi-ausverkauften Konzerten ja eher irgendwo im tropischen Bereich angesiedelt. Da hilft es auch nicht unbedingt, dass einige Konzertbesucher es mit dem Rauchverbot vor der Bühne nicht ganz so genau nehmen. Das führt dann auch dazu, dass die Umbauphase zwischen zwei Bands dann gern als Gelegenheit zur Flucht in die obere Bar genutzt wird und nur eine handvoll Menschen die Wartezeit vor der Bühne verbringt. KEEP OF KALESSIN und Crew waren dann aber scheinbar so emsig beim Umbau, dass das Konzert satte 15 Minuten früher begann, als auf der Running Order verlautbart war. So spielte man also zunächst vor halb gefülltem Saal bis sich dann eben zur ursprünglichen Startzeit auch der Rest der Meute einfand und wieder für das richtige Raumklima sorgte.

Aber daran sollte man sich nicht stoßen. In der zu erwartenden souveränen Manier fegten die drei Herren aus Norwegen durch ihr Set. Vom Gesang über die Gitarrensoli bis hin zu der fast lächerlich schönen Haarpracht von Bassist Wizziac saß alles bombenfest. Nur die PA-Anlage wollte nicht ganz mitspielen (was dann bei MELECHESH leider auch der Fall sein sollte) und so war man teilweise eben nur mono unterwegs. Selbst das konnte der epischen Stimmung nichts anhaben, sobald Obsidian Claw und Wizziac im Duett über das Doublebass-Gewitter sangen. Gute Unterhaltung für circa 55 Minuten. KEEP OF KALESSIN eben.





Setlist KEEP OF KALESSIN

The Grand Design
Dark Divinity
Introspection
The Awakening
Judgement
Dragon Iconography
The Divine Land
Ascendant


Zum Schluss waren es dann an MELECHESH den Schritt auf die quälend heiße Bühne zu wagen. Leidtragender war Frontman Ashmendi, der erst exakt 45 Minuten vor Konzertbeginn aus seinem abendlichen Schläfchen gerissen und dann noch von einem Interview mit uns von ausreichend prophylaktischen Flüssigkeitsaufnahme abgehalten wurde. Das sollte sich aber erst in der Mitte des Sets bermerkbar machen. Doch wozu hat man Roadies, die man um ein kaltes Getränk schicken kann. Ungebrochen trotzdem Ashmenndis Euphorie für kleine Clubshows mit viel Publikumskontank. Ungleich intensiver, wenn auch sehr schweißgetränkt. Die Stimmung vor der Bühne gab ihm recht.

Zwar streckenweise nur in Mono über die Anlage verstärkt, präsentierte sich MELECHESH mit durchwegs gutem Sound. Die verspielten Gitarrenriffs sind in Kombination mit präzisem Schlagwerk auch in der Live-Umsetzung eine helle Freude. Bei komplexen Kompositionen à la MELECHESH ist das keine Selbstverständlichkeit. Hakt es beim Sound oder hadert die instrumentale Umsetzung, gehen die Nuancen flöten. Dann hätte man zwar noch immer einige einprägsame Riffs, das wirkliche beeindruckende Element ginge aber verloren. Umso schöner also, dass es an diesem frühsommerlichen Abend im Wiener Escape nicht so war. Sellbst wenn man wirklich gesucht hätte, hätte man kauf etwas gefunden, was zu bemängeln war. Auf der Bühne waren MELECHESH in Höchstform und an der Bar dann im Anschluss recht gesellig. Kaum jemand wird das Escape an diesem Abend unzufrieden verlassen haben.





Setlist MELECHESH:

The Pendulum Speaks
Tempest Temper Enlil Enraged
Ladders To Sumeria
Grand Gathas Of Baal Sin
Genies, Sorcerers and Mesopotamian Nights
Deluge Of Delusional Dreams
Multiple Truths
Triangular Tattvic Fire
Ghouls Of Nineveh
Rebirth Of The Nemesis: Enuma Elish Rewritten

(Asator)


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Beitrag vom 09.06.2015
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