WAVE GOTIK TREFFEN TAG2 - ZACKENFLANKE   NEUSTROHM   HELD DER ARBEIT   DEVIL-M   OST+FRONT   MOONSPELL   SOL INVICTUS   MARK BENECKE  
23.05.2015 @

Ein wenig shoppen in der großen Markthalle der Agra darf natürlich auch nicht fehlen und war der perfekte Beginn des zweiten Tages am WGT. Sämtliche namhafte Hersteller der dunklen Szene sind hier vertreten und die Besucher finden hier alles was das Herz begehrt: von Cds, über Schuhe und Kopfbedeckungen, bis hin zu Bekleidungsartikeln in den verschiedensten Variationen.

Anschließend ging es kurz ins Heidnische Dorf, dem man unbedingt auch einen Besuch abstatten sollte. Nicht nur weil dort auch immer ein gutes musikalisches Rahmenprogramm ist, sondern einfach weil es gemütlich und sehenswert ist. Auf der Bühne standen gerade ZACKENFLANKE, die eine großartige Stimmung machten und jede Menge Besucher zum Tanzen animierten.





Gestärkt und ausgeruht hatte ich allerdings noch anderes geplant und so ging es ab an ein anderes Ende der Stadt, zu einer kleinen Lokation namens Nontox le e.v., die eine Open-Air Bühne aufgebaut hatten. Der eigentliche Beginn des Konzertabends verschob sich aufgrund technischer Probleme zwar etwas nach hinten, sodass ich das Ende des Soundchecks auch noch erleben durfte, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch, da ohnehin erst langsam das Publikum eintraf. Das Programm versprach einen guten Aufbau, von elektronisch bis handgemachter Musik, die gut kombiniert war.


Elektronisch eröffneten NEUSTROHM den Abend und präsentierten richtig gut tanzbare Titel, die die zu dieser Zeit leider noch sehr spärlichen Besucher, dennoch zum Tanzen und näher kommen animierten. Also wenn man Lust auf tanzen hat, NEUSTROHM mein neuester Tipp!





Weiter ging es mit HELD DER ARBEIT, einer elektrischen Steampunk Pop Band, die durchaus gute Stimmung unter den bereits Anwesenden machten. Texte über das Leben und der Arbeit die die Menschheit zu bewältigen haben und satter, rhythmischer Sound der ins Blut geht, erweckten mein Interesse die Band auf alle Fälle weiter zu verfolgen. Auch die gute Bühnenpräsenz war sehr ansprechend. Falls jemand von euch einmal in den Genuss kommen sollte an einem Ort zu sein, wo diese Band auftritt, ist sie mit Sicherheit einen Besuch wert.





Die Dritten, die die Bühne an diesem Abend im Nontox eroberten waren DEVIL-M mit Industrial Rock der feinen Sorte. Nun hatte ich auch den Veranstalter schon kennen gelernt und konnte direkt vor der Bühne einige Fotos schießen, denn einen richtigen Fotograben hatten sie nicht, eher nur eine Absperrung vor der Bühne. Das Publikum das mittlerweise anwesend war, war laut ihren eigenen Angaben, begeistert von DEVIL-M, genauso wie ich. Der Sänger hat eine gute charismatische Bühnenpräsenz und versteht es sich in Szene zu setzen. Der Rest der Band wirkt noch etwas jung und unverbraucht, was aber ihrem Können auf den Instrumenten keinen Abbruch verschafft. Die Entscheidung so weit raus zu fahren, zu einer so unbekannten Lokation war definitiv jetzt schon lohnenswert.





Anschließend an DEVIL-M kam dann der eigentliche Grund, warum ich ins Nontox gefahren bin. OST+FRONT stand am Programm. Unerwartet, da sie ja doch im Jahr zuvor bereits auf der Parkbühne gespielt hatten und normalerweise dann für zwei Jahre Spielpause ist auf dem WGT. Ich persönlich hab mich gefreut wie ein frisch polierter Pfennig, da sie grandios sind auf der Bühne, wie sie auch diesmal wieder bewiesen und ich hier in Österreich leider keine Chance hab sie live zu erleben.

Mittlerweile hatte sich der Platz vor der Bühne mehr als gut gefüllt und OST+FRONT riss trotz kleiner technischer Probleme ihre Fans mit, mit ihnen zu rocken. Blutig, schaurige Maskerade und böse vor Ironie tropfende Texte sind ein Markenzeichen der Band und auch wenn einige behaupten sie klingen wie RAMMSTEIN, haben sie sich in mein Herz gespielt und ich kann guten Gewissens sagen, sie gehören mittlerweile zu meinen Lieblingsbands. Zum Abschluss kamen sie dann auch noch heraus und bedankten sich bei ihren Fans mit ihrer Nähe zu ihnen, Autogrammen und vor allem die Möglichkeit Fotos mit ihnen machen zu können.





Zum Ausklingen des zweiten Tages nutze ich noch die Möglichkeit zu tanzen im Nontox, da dort noch DJs auflegen mit einem Open-End, das ich zum Glück nicht mehr miterlebte, da ich zuvor den Heimweg ins Hotel antrat, obwohl es noch lange Spaß gemacht hätte weiter zu machen.

(Scatoelfen)

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An diesem Tag habe ich mich zuerst einmal in das „Haus mit der runden Ecke“ begeben, das 40 Jahre lang Sitz der Stasi in Leipzig war. Heute gibt es darin eine permanente Ausstellung zum Thema Stasi und für das Wave Gotik Treffen gibt es immer eine Spezialausstellung mit dem Titel „Kinder der Nacht – unangepasst und überwacht“ die das Thema der Gothic-Szene zu DDR-Zeiten behandelt. Dort kann man auch Überwachungsprotokolle über Jugendliche nachlesen und diese Ausstellung ist stets sehr informativ gestaltet. Viele haben die Gelegenheit genützt und sind sehr nachdenklich geworden - kein Wunder, wenn man von den Repressalien gegenüber „unangepassten“ Jugendlichen zu DDR-Zeiten gelesen hat.

Danach war ich in der Leipziger Kunst Galerie, wo eine Ausstellung mit dem Titel „Morbide Kunst und verwunschene Orte“ die Besucher angelockt hat. Neben einigen Gemälden konnte man auch mehrere düstere Objekte besichtigen.

Und noch ein weiteres Museum habe ich an diesem Tag besucht – das Ägyptische Museum. Ägypten und seine Kultur fasziniert wohl jeden und so war es nicht verwunderlich, dass viele Wave Gotik Treffen-Besucher die Gelegenheit genutzt haben, diese Ausstellung zu besuchen. Hier werden auf relativ kleinem Raum sehr viele Objekte gezeigt und diese Sammlung braucht den Vergleich mit anderen nicht zu scheuen.





Alle Eintritte in diese Museen sind im Ticketpreis inkludiert und so können sich die Ausstellungen über große Besucherströme freuen – mehr als es wohl im Rest des Jahres sind.

Ein Fixpunkt beim Wave Gotik Treffen sind mittlerweile die Vorträge von Dr. Mark Benecke. Er ist ein deutscher Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie, und nebenher begeistertes Mitglied der schwarzen Szene. Bereits sehr früh hatte sich eine lange Schlange vor dem Schauspielhaus gebildet, wo er drei Tage hintereinander einen zweistündigen Vortrag gehalten hat. Ich hatte das große Glück gleich beim ersten Versuch hinein zu kommen und zur Einstimmung wurde eine neue Version von FALCOs „Jeanny“ auf die Videowall präsentiert. Das Publikum durfte abstimmen, welchen Vortrag er präsentieren würde und die Wahl fiel auf die „Mumien von Palermo“. Er hat sehr interessant über das Thema Verwesung erzählt und auch wie diese Mumien entstanden sind. Danach stand er seinen Fans noch für Fragen und Fotos zur Verfügung.





Danach hab ich mich in die Straßenbahn gesetzt und bin zum Völkerschlachtdenkmal gefahren. Dort stand in der Kuppelhalle ein ganz besonderes Konzert auf dem Programm mit dem Titel „Midgards Boten: Die EDDA – ein Mythos im Klang“. Als Sitzplätze standen die kalten Steintreppen zur Verfügung und in der Mitte der Kuppelhalle waren Stühle und Notenständer aufgebaut. Die Musiker waren im Gesicht schwarz/weiß bemalt und der Erzähler hatte einen goldenen Umhang um und eine weiße Langhaarperücke auf dem Kopf. Es war eine Mischung aus Erzählung und Gesang mit etwas extravaganter aber sehr melodischer Musik und alles zusammen hat ein ganz besonderes Musikerlebnis ergeben.

Auch mit der Straßenbahn kam ich zum Kohlrabizirkus, wo die Portugiesen MOONSPELL an der Reihe waren, das Publikum mit ihren düsteren Klängen zu begeistern. Und nicht nur ich bin auf die Idee gekommen, dort hin zu fahren – ich hab den Kohlrabizirkus noch nie so voll gesehen und viele mussten vorne draußen warten und wurden nicht hinein gelassen.





Eine kleine Änderung beim Bühnenaufbau gegenüber ihren letzten Konzerten gab es auch – das Keyboard hatte eine tolle Holzverkleidung bekommen.Bei einem tollen Intro betraten MOONSPELL die Bühne und hatten die Menge von Anfang an voll im Griff. Sie haben einen Mix aus älteren Titeln, und neuen aus ihrem aktuellen Album „Extinct“ präsentiert, die Stimmung war sehr gut und das Publikum ist voll mitgegangen. Somit war dieser Auftritt für Band und Besucher ein voller Erfolg.

Setlist MOONSPELL:

Breathe (Until We Are No More)
Extinct
Night Eternal
Opium
Awake!
The Last Of Us
Medusalem
Nocturna
The Future Is Dark
Malignia
Em Nome Do Medo
Vampiria
Ataegina
Alma Mater
Full Moon Madness

Zum Abschluss des Abends bin ich noch einmal ins Alte Landratsamt gefahren und erstaunlicherweise war an diesem Abend der Sound deutlich besser. Auf der Bühne standen SOL INVICTUS – die Mannen rund um Neo Folk-Legende Tony Wakeford aus Großbritannien. Die Halle war sehr gut gefüllt und die Stimmung war wirklich gut und alle haben gebannt den ruhigen Songs zugehört. Ein sehr stimmungsvoller Abschluss des Abends.





Setlist SOL INVICTUS:

Europa I
Stay
Believe Me
Down The Years
In The Rain
Fall Like Rain
Oh What Fun
An English Garden
The World Shrugged
In Days To Come
Europa II
-
Hedda Gabler
Old London
Sawney Bean
Blackleg Miner
Black Easter
Kneel To The Cross


(Metalmama)




FOTOS + E-CARDS
www.wave-gotik-treffen.de

Scatoelfen
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Beitrag vom 14.06.2015
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