NOVA ROCK TAG1: MÖTLEY CRÜE   RISE AGAINST   LAMB OF GOD   SCOOTER  
12.06.2015 @ Pannonia Fields II

Obwohl das LineUp des elften Nova Rocks im Gegensatz zum Vorjahr für metalbegeisterte Fans doch ein gutes Stück schmaler ausfiel, waren Gründe wie ALL THAT REMAINS, MOTÖRHEAD, FIVE FINGER DEATH PUNCH, IN FLAMES oder NIGHTWISH, dennoch schnell gefunden.

Etwas später als geplant angekommen, hörten wir bei unserem beschwerlichen Weg zum Zeltplatz die mächtigen MASTODON auf der Stage nur von der Ferne und wunderten uns kopfschüttelnd sofort über die saumäßigen Zustände. Das durchschnittliche Publikum am Nova Rock ist verdammt jung, doch das heißt noch lange nicht, dass auf jedem Zentimeter Müll liegen muss. Positiv aber anzumerken, das optimirte und kompaktere Gelände vor der Stage. Die Hauptbühnen standen nun versetzt nebeneinander. Zwar war noch immer ein gutes Stück dazwischen zurück zu legen, doch auf jeden Fall um einiges näher als noch im Vorjahr.





Pünktlich zu LAMB OF GOD fanden wir uns vor der Blue Stage ein, wo es schon richtig rund ging. Dass sowohl internationale Größen wie GODSMACK oder DEATHSTARS sowie lokale Highlights in Form von DRESCHER und MOTHER´S CAKE verpasst wurden, war zwar verdammt schade, doch der nun mit Dreadlocks ausgestattete Randy Blythe und seine Mannen machten das mit der intensiven Show sofort vergessen. Man darf bei einer Show von LoG auch nie vergessen, dass diese Dank des Unfalls in der Tschechei fast nicht hätte stattfinden können, denn wenn es schlecht ausgegangen wär, säße Randy dort hinter Gittern. Aber die Metalgötter waren fair und so knallten uns die Amis erst „Deosltion“ und „Ghost Walking“ um die Ohren, ehe man mit „512“ einen Vorgeschmack auf das kommende Album gab, das es absolut in sich hatte und Lust auf mehr macht. Die mächtige Bühne wurde zwar nicht großartig dekoriert, doch die Truppe nutzte jeden Millimeter und konnte so mühelos die Fans anstecken. Selbige ließen sich somit auch nicht lange bitten wenn es um Mosh-, Circle-Pits und die Wall of Death ging, und das obwohl noch immer gut 30 Grad herrschten. „Walk With Me In Hell“, „Laid To Rest“ und der All-Time Favorite „Redneck“ durften natürlich bei der schweißtreibenden Show nicht fehlen. Viel zu schnell verging diese intensive Show und so freuen wir uns auf das neue Album und die dazugehörige Tour.





Setlist LAMB OF GOD:

Desolation
Ghost
Walking
512
Walk with Me in Hell
Ruin
Still Echoes
Now You’ve Got Something To Die For
Laid To Rest
Redneck
Black Label

Ein kurzer Besuch auf der Red Stage zeigte, dass auch dort richtig die Post abging. RISE AGAINST ballten eine fette Meute vor der Bühne und feierten auch einen Gig als gäbe es keinen Morgen, doch schon war es Zeit für den Headliner der Red Stage mit den legendären Herren von MÖTLEY CRÜE.





Fetter Sound, eine energiegeladene Performance, die man so alten Herren nicht mehr zugeträut hätte, sowie viel Effektspielerei inklusive Pyros ohne Ende, machten die CRÜE sofort zum würdigen Headliner des ersten Tages am Nova Rock. Mit „Saints Of Los Angeles“ war der Einstieg wunderbar gewählt und die Stimmung sofort großartig. Vince Neil war stimmlich gut drauf und auch an Bewegung mangelte es auf der Bühne nicht. Auch Nikki Sixx, Mick Mars und Tommy Lee gaben alles. Die Zuschauer taten es ihnen gleich. Es wurde gekreischt, getanzt, gebangt und es flogen überall die Fetzen. So vergingen die 90 Minuten wie im Flug und Highlights wie „Shout At The Devil“, „Kickstart My Heart“ oder „Girls, Girls, Girls“ blieben noch tagelang als Ohrwurm zurück. Natürlich ließ man sich auch ein ausführliches Gitarrensolo nicht nehmen und geposed wurde bis zum Umfallen. Auch die SEX PISTOLS sowie BROWNSVILLE STATION wurden je mit einem Cover geehrt. Natürlich ließen sich die Amis auch zu einer Zugabe in Form von „Home Sweet Home“ hinreißen. Eine verdammt fette Show, die zeigt, dass MÖTLRY CRÜE noch nicht zum alten Eisen gehören.

Wer die Herren aber nochmal erleben will, muss sich beeilen, denn im Herbst steht die allerletzte Tour mit niemand Geringerem als ALICE COOPER an.

Setlist MÖTLEY CRÜE:

Saints Of Los Angeles
Wild Side
Primal Scream
Same Ol’ Situation (S.O.S.)
Looks That Kill
On With The Show
Too Fast For Love
Smokin’ In The Boys’ Room (BROWNSVILLE STATION)
Mutherfucker Of The Year
Anarchy In The U.K.(SEX PISTOLS)
Intro: T.N.T. (Terror ’N Tinseltown)
Dr. Feelgood
Intro: In The Beginning
Shout At The Devil
Don’t Go Away Mad (Just Go Away)
Guitar Solo
Live Wire
Too Young To Fall In Love
Girls, Girls, Girls
Kickstart My Heart
-
Home Sweet Home


Die Vernunft und der Metaller in mir stritten lautstark, dass ich ins Bett oder wenigstens ins Partyzelt sollte, doch das Kind in mir wollte sich den Gig von SCOOTER nicht entgehen lassen. Als 8-jähriger musste einem damals „Hyper, Hyper“ doch gefallen? Sei es Nostalgie, Kult oder einfach nur Wahnsinn, ich blieb und erlebte H.P. Baxter und seine SCOOTER in voller Länge. Der Bass pumpte, die Synthies bohrten sich ins Ohr, auf der Bühne nebelte es, so dass man nichts sah und Laser schwirrten herum. Und da stand H.P. auch schon und sang zu billigen Synthies „Yeahehaha“ und verdammt, Gänsehaut bei den Chören von abertausenden Leuten, die im Rausch (der Musik) zu „Alway Hardcore“ mitbrüllten. Die Stimmung war grandios und man vergaß einfach mal für mehr als eine Stunde was da eigentlich grad abgeht. Es wurde getanzt, gehüpft, gebrüllt und gefeiert. Natürlich halfen Alkohol und die Hitze des Tages, die beide langsam aber sicher zu Kopf stiegen - doch der Scheiß machte einfach Spaß. Und natürlich musste man mindestens grinsen oder in schallendes Gelächter ausbrechen wenn SCOOTER Songs wie „Fuck The Millenium“ und „How Much Is The Fish?“ anstimmten. Ob man will oder nicht, man kennt den Scheiß einfach. Dank den Zugaben in Form von altem Zeug wie „Fire“ oder „Hyper Hyper“ sollte die Stimmung auch bis zum Schluss keinen Deut schlechter werden.





So ging ein erster erfolgreicher Nova Rock Tag im Jahr 2015 zu Ende. Ohne irgendwelche negativen Vorkomnisse konnte man sich noch zum ausgelassenen Feiern oder in die Heia begeben, was sicher kein Fehler gewesen wär, wie sich am nächsten herausstellen sollte.

novarock.at

maxomer
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Beitrag vom 19.06.2015
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