TUSKA 2015 - SABATON   LAMB OF GOD   ARCHITECTS   KROKODIL   EXODUS   BLUES PILLS   GHOST BRIGADE   DEATH TOLL 80K   ALFAHANNE  
26.06.2015 @ Suvilahti, Helsinki

Das Tuska Open Air findet im Stadtteil Suhvilahti von Helsinki statt. Dabei handelt es sich um ein Industriegebiet und das Festivalgelände war wohl früher einmal von vielen Werktätigen frequentiert. Mit Metro, Straßenbahn oder Bus ist es einfach erreichbar.
Es gibt drei Bühnen: Die Radio Rock Stage ist die Mainstage mit seitlichen Videowalls, schräg gegenüber ist die Inferno Stage und auf diesen beiden Bühnen wird abwechselnd gespielt. Zusätzlich gibt es noch die Club Stage, die in einer Halle untergebracht ist. Dort gibt es zum Glück Videowalls, denn von manchen Stellen aus kann man leider durch die Säulen in der Halle sonst nichts sehen.

Was alle Finnischen Festivals gemeinsam haben ist der separate Bereich in dem Alkohol verkauft wird und dieser darf auch nur dort konsumiert werden – sein Bierchen vor der Bühne genießen ist somit nicht möglich, aber man kann von diesem Bereich aus auch gut auf die Bühnen sehen – man ist halt ein Stück weit weg. In den letzten Jahren wurde immer Gratis-Coca Cola verteilt – das war heuer leider nicht mehr der Fall.

Wenn man eine leere Flasche zur Verfügung hatte, dann konnte man diese an den Wasserstellen füllen und andere alkoholfreie Getränke oder einen Imbiss konnte man den im fahrbaren Alepa-Supermarkt kaufen, der auf dem Gelände aufgestellt war.
Es gab aber auch einige Essensstände bei denen man warme Mahlzeiten ab € 8,00 kaufen konnte und da alles nur in Finnisch beschriftet war, waren Fotos der Speisen über den Ständen sehr hilfreich.

Wenn man jedoch sein Festivalbierchen im Sperrbereich genießen wollte, dann war man ab € 7,00 für die 0,5 Liter-Dose dabei. Auch Cider und Schnäpschen wurden feilgeboten – letztere wurden von hübschen Damen verkauft und ich denke, die Geschäfte wurden dadurch gut angekurbelt.

Radio Rock ist wohl ein Hauptsponsor des Festivals und es wird täglich eine Königin oder ein König gekrönt, der dann in einem Wagen durch die Gegend gekarrt wird und teilweise die Auftritte von der Bühne aus genießen kann.
Natürlich gab es auch Signing-Sessions, diese fanden beim EMP-Stand statt und die Schlangen davor waren teilweise ganz schön lange.

Aber nun zum ersten Festivaltag:
Der Wetterbericht hatte zwar etwas Regen vorausgesagt, aber die Sonne war wohl auf Seiten des Tuska Open Airs und so hatte ich die Regenjacke umsonst mitgenommen. Bereits deutlich vor der Öffnungszeit um 14 Uhr hatte sich eine Schlange vor der Kontrollstation gebildet, wo auf einem großen Plakat zu lesen war, was alles verboten ist. Nach einem heruntergezählten Countdown wurden die Besucher durchgelassen und nach der Taschenkontrolle stand dem musikalischen Vergnügen nichts mehr im Wege.

Da erst ab 14.45 Uhr auf der Radio Rock Stage gespielt wurde, bin ich zuerst einmal in die Halle zur Clubstage gegangen und dort haben die Finnen DEATH TOLL 80K aufgespielt und mit ihrer hämmernden Mischung aus Death Metal und Grindcore den noch eher wenigen Besuchern die Ohren mit der Drahtbürste durchgefegt. Für mich war das eindeutig zu hart und so bin ich nach relativ kurzer Zeit zur Mainstage geflüchtet.





Dort ertönte ein sehr schönes Intro aber mit dieser Friedlichkeit war es schlagartig vorbei und KROKODIL aus Großbritannien haben eindrucksvoll ihre musikalische Beißkraft demonstriert. Mit ihrem beinharten Death Metal haben sie die noch nicht allzu große Besuchermenge vor die Bühne bannen können. Der Sänger ist wie ein Wilder über die Bühne gefegt und nicht nur seine Stimme hat sehr aggressiv gewirkt – auch seine Erscheinung war ähnlich. Eine zwischendurch eingespielte Rede hat die böse Stimmung noch verstärkt und mit ihrer rasanten Spielweise haben sie kräftig für Stimmung gesorgt und den einen oder anderen zum Mitbangen gebracht. Auf jeden Fall haben sie damit einen bleibenden Eindruck hinterlassen und nachdem die Bandgründung noch nicht so lange her ist, auch einige Fans dazugewonnen.





Auf der Inferno Stage war ein Heimspiel angesagt: Die Finnen GHOST BRIGADE boten mit ihren ruhigen, epischen Klängen ein ziemliches Kontrastprogramm, aber wie man an der großen Zahl der Fans vor der Bühne deutlich erkennen konnte, waren sie mehr als willkommen. Sie haben erst vor wenigen Monaten ein neues Album veröffentlicht und der Großteil der gespielten Titel war von diesem neuen Werk. Der Sänger wirkte teilweise richtig entrückt und mit ihrer angenehmen Spielweise konnten sie auch das Publikum vollkommen in ihren Bann ziehen. Die meisten hätten sich wohl gewünscht dass GHOST BRIGADE mehr als 45 Minuten Spielzeit zur Verfügung gehabt hätten, aber leider lässt ein Festival das nur selten zu und so konnten die Rufe nach einer Zugabe leider nicht erfüllt werden.





Setlist GHOST BRIGADE:

Wretched Blues
Aurora
Into The Black Light
Breakwater
Electra Complex
Elämä On Tulta


Noch beschwingt von den angenehmen Klängen bin ich zur Mainstage geschlendert und dort standen ARCHITECTS am Programm – eine Britische Band die ich bis dahin nicht gekannt hatte. Nach einem Intro, das wie eine alte Radio-Durchsage klang wurde gleich in die Vollen gegangen. Beinharter Metalcore stand am Programm, der Sänger ist wie eine Wilder über die Bühne gestürmt und hat sich die Seele aus dem Leib gebrüllt. Mir war das deutlich zu wild aber die Menge ist bei diesen knallharten Klängen voll abgegangen und ich bin dann ehrlich gesagt ein bisschen geflüchtet, aber es ist ja schön, dass ein Festival den Fans verschiedener Musikrichtungen etwas bietet.





In musikalischer Hinsicht trennen Metalcore und Blues Welten – beim Tuska waren es nur wenige Schritte bis zur Inferno Stage. Dort waren BLUES PILLS an der Reihe. Diese Schwedische Band hat ja in den letzten Monaten für einiges Aufsehen gesorgt und so ist es nicht verwunderlich, dass sie derzeit bei allen großen Festivals in Europa anzutreffen sind. Ein riesiges Transparent hat an die Flower-Power-Zeit erinnert und auch musikalisch haben sie mit ihren flotten, vom Blues geprägten Sound Friedlichkeit demonstriert. Sängerin Elin Larsson hat eine sehr angenehme Stimme, die aber nicht durchgehend von ihr eingesetzt wurde – oft ging sie nur mit ihrem Schellenring über die Bühne. Dabei konnte man leider auch immer wieder ihr nicht perfektes Outfit betrachten – einen so ausgeprägte Laufmasche darf nicht passieren! Ist aber nur ein Detail am Rande, das wohl in erster Linie den Frauen aufgefallen ist. ;-)





Setlist BLUES PILLS:

High Class Woman
Ain’t No Change
Little Sun
Black Smoke
No Hope Left For Me
Devil Man


Danach folgte eines der Highlights des Tages – die Amis LAMB OF GOD hatten es mit mehrjähriger Verspätung endlich auf das Tuska geschafft. Letztes Jahr mussten sie ja wegen der Probleme ihres Sängers Randy Blythe die meisten Termine absagen, aber dieses Jahr holen sie alles nach und spielen auf beinahe allen großen Festivals. Der Platz vor der Mainstage war voll und mit lauten Rufen wurde die Wartezeit bis zu ihrem Auftritt überbrückt.
Und LAMB OF GOD haben ihre Fans absolut nicht enttäuscht. Von Anfang an war die Stimmung gewaltig und bald einmal entstand der erste Moshpit und auch vor einer Wall of Death galt es zu flüchten – außer diejenigen die voll Freude mitgemacht haben. Randy war in Hochform und auch alle anderen haben eine extrem große Spielfreude an den Tag gelegt. Damit haben sie die Fans wohl voll und ganz für die lange Wartezeit entschädigt.





Setlist LAMB OF GOD:

Desolation
Ghost Walking
512
Walk With Me In Hell
Ruin
Set To Fail
Still Echoes
Hourglass
Now You’ve Got Something To Die For
Vigil
Laid to Rest
Redneck
Black Label


Viele verschwanden danach in die Bier-Area um ihren Durst von diesem schweißtreibenden Gig zu löschen, aber ein Großteil ist zur Inferno Stage übergewechselt, wo die Thrash Metal-Urgesteine EXODUS die Bühne in Beschlag nahmen. Von Anfang an legten sie eine sehr große Spielfreude an den Tag und so war es nicht verwunderlich, dass bald wieder ein Moshpit entstand. Dass sie den jungen Bands in diesem Genre absolut nicht nachstehen stellten sie mit neuen Krachern sowie einigen Klassiker unter Beweis.





Setlist EXODUS:

Black 13
Blood In, Blood Out
Children Of A Worthless God
Piranha
Blacklist
Body Harvest
Bonded By Blood
The Toxic Waltz
Strike Of The Beast


Es ging dann zur Club Stage in die Halle und dort standen als letzte Band des Abends ALFAHANNE auf dem Programm. Ich hatte die Schwedischen Death Cult Rocker bereits am Blastfest in Bergen/Norwegen erlebt und da habe ich die Gelegenheit gerne genützt, sie mir noch einmal anzuschauen. Der Drummer kam zu Beginn mit umgehängter Logo-Fahne, nacktem Oberkörper und einer Spraydose auf die Bühne, die er dafür eingesetzt hatte, die Leute ganz vorne mit Feuer zu erschrecken, dazu ließ er laute Schreie los. Bei einem wunderbar melodischen Intro kam der Rest der Band auf die Bühne und sie haben wirklich sehr klangvolle Musik präsentiert und der mit Jackett und Zylinder bekleidete Sänger hat seine angenehm düstere Stimme dazu erklingen lassen. Eine rundum gelungene Sache! Wie man an der immer voller werdenden Halle deutlich erkennen konnte, hat es auch den anderen sehr gut gefallen.





Letzte Band des Abends waren die Schweden SABATON! Irgendwie hat man bei ihnen den Eindruck, dass die derzeit an jeder Steckdose, ähm, auf jedem Festival spielen – ein Zeichen ihrer großen Beliebtheit und die konnte man auch an der großen Publikumsmasse deutlich erkennen. Auf der Bühne war ein riesiger Panzer aufgebaut – darauf das Drumset – und der war kunstvoll von einem Tarnnetz verhüllt, das dann während des Intros „The Final Countdown“ von EUROPE wieder ebenso stylisch entfernt wurde. Die Stimmung war von Anfang an sehr gut und viele haben auch tatkräftig bei den einzelnen Titeln mitgesungen. Als Ergänzung gab es noch eine tolle Feuershow – es wurde als den Fans alles geboten was das Herz begehrt und es war ein furioses Finale.





Setlist SABATON:

Ghost Division
To Hell And Back
Carolus Rex
Swedish Pagans
Resist And Bite
The Art Of War
Soldier Of 3 Armies
Gott Mit Uns
White Death
Night Witches
Talvisota
Primo Victoria
Metal Crüe


Viele sind danach noch zu den Aftershow-Parties in den diversen Klubs von Helsinki gegangen um dort die nicht vorhandene Nacht (mangels Dunkelheit) zum Tage zu machen. Für mich war danach Schluss, weil ich ja die Stunden außerhalb des Festivals für Sightseeing nutzen wollte.


FOTOS + E-CARDS


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Beitrag vom 10.07.2015
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