TUSKA 2015 - IN FLAMES   AMORPHIS   LOUDNESS   NE OBLIVISCARIS   BLOODBATH   ABBATH   ATOMIROTTA   EINHERJER   BOMBUS   MORBID EVILS   DARK SIDE OF THE MIME  
27.06.2015 @ Suvilahti, Helsinki

Allgemeine Infos zum Tuska Open Air findet ihr bei Tag 1!

Auch der zweite Tag stand wettermäßig unter einem guten Stern. Es hatte jedoch am späten Vormittag eine Weile ziemlich geschüttet, sodass vor der Inferno Stage eine riesige Pfütze war und nachdem ich keine Gummistiefel mit hatte, sind meine Fotos an diesem Tag etwas „einseitig“ geworden, da ich nicht jedes Mal durch das Wasser waten wollte.

Aber der Beginn war ohnehin auf der Mainstage. Dort waren BLOODBATH der Opener, was doch ziemlich erstaunt hat. Aber trotz der frühen Stunde waren sehr viele gekommen um sich den Auftritt der schwedischen Death Metaller reinzuziehen und sie haben wahrhaft nicht enttäuscht. Während eines schaurigen Intros mit Glockenschlägen betraten sie mit gruseligem Corpsepaint die Bühne. Seit Nick Holmes bei ihnen als Sänger eingestiegen ist, kann man sie ja öfter einmal live erleben und das hatten sich wohl viele schon sehr lange gewünscht. Nick Holmes trat mit verschmiertem Gesicht und Kleidung auf – die Sonnenbrille war zwar nicht ganz stilecht, die hat er aber damit erklärt, dass er ziemlich mit einem „Hangover“ zu kämpfen hatte, aber der Spielfreude hat das keinen Abbruch getan und sie haben es geschafft, das Publikum voll in ihren Bann zu ziehen!





Setlist BLOODBATH:

Let The Stillborn Come To Me
Mental Abortion
So You Die
Breeding Death
Anne
Cancer Of The Soul
Weak Aside
Unite In Pain
Like Fire
Mock The Cross
Eaten
Cry My Name

Danach folgte der erste Kampf mit der Riesenpfütze – die Inferno Stage hatten die Schweden BOMBUS in Beschlag genommen und in musikalischer Hinsicht boten sie ein ziemliches Kontrastprogramm. Als Vertreter des klassischen Hard Rock/Heavy Metal haben sie gewaltig für Stimmung gesorgt. Optisch haben sie sich etwas im Country-Style präsentiert, aber genau das hat ja zur Musik bestens gepasst. Mit großem Enthusiasmus und flotter Spielweise haben sie viele vor die Bühne gelockt, die dann ordentlich mitgefeiert haben. Für BOMBUS war dieser Auftritt sicher ein guter Schritt nach oben auf ihrer Karriereleiter und ich bin mir ganz sicher, dass sie dabei auch einige neue Fans an Land ziehen konnten.





Setlist BOMBUS:

Raised By Pigs
Master The Reality
Let Her Die
Enter The Night
Into The Fire
A Safe Passage

Auf der Mainstage waren als nächste NE OBLIVISCARIS an der Reihe und so gab es stilistisch einen Wechsel von den lockeren Klängen zu den sehr progressiven. Die Australier sind zwar schon eine Weile aktiv aber erst in letzter Zeit haben sie auch den weiten Weg nach Europa gefunden. NE OBLIVISCARIS haben eine sehr intensive und melodische Spielweise an den Tag gelegt und dazu gab es zweierlei Gesang. Einer der Sänger war in schwarze Kleidung gehüllt und hat für das tiefe Growling gesorgt, während der andere im Pullover auf der Bühne stand und seinen Beitrag mit heller und klarer Stimme abgeliefert hat. Nebenher hat er auch zwischendurch zur Geige gegriffen und eine gewisse Ähnlichkeit mit DAVID GARRETT war unverkennbar. Mich und wohl auch die meisten anderen haben sie voll überzeugt und ich freue mich schon sehr darauf, dass ich sie bald wieder live erleben kann, nämlich bei den Metaldays in Slowenien.





Setlist NE OBLIVISCARIS:

Devour Me, Colossus (Part I): Blackholes
Of Petrichor Weaves Black Noise
Painters Of The Tempest (Part II): Triptych Lux
Pyrrhic
And Plague Flowers The Kaleidoscope

Irgendwie war dieser Festivaltag von sehr vielen verschiedenen Stilen geprägt – als nächstes stand auf der Inferno Stage knallharter Viking Metal auf dem Programm. EINHERJER aus Norwegen zählen zu den bekanntesten Vertretern dieses Genres und so war es nicht verwunderlich, dass der Platz vor der Bühne sehr gut gefüllt war. Und die Zuschauer sind auch voll mitgegangen – man sah viele Mähnen fliegen und auch die Fäuste waren stets in die Höhe gestreckt. Sie haben einen Mix aus älteren Titeln und ihrem erst vor wenigen Monaten erschienenen Erfolgsalbum „Av Oss, For Oss“ präsentiert. Alles wurde begeistert aufgenommen und so war dieser Auftritt für Fans und Band ein richtiges Fest – ein gemeinsames Abfeiern im Zeichen der Wikinger!





Auf der Mainstage wurde es nun exotisch – ich hatte noch nie von den Japanern LOUDNESS gehört, aber in Finnland sind die scheinbar sehr bekannt, wie ein großes Transparent von Fans in der ersten Reihe bewiesen hat. Obwohl ich kein sehr großer Fan des typischen Heavy Metals bin, haben mich LOUDNESS wirklich fasziniert. Dschingis Khan an den Drums, der Gitarrist hatte gewaltige Dreads mit Schmucksteinen, und der Sänger war das dynamische und sehr lebhafte Abbild von Klaus Meine – einfach nur genial! Und aufgespielt haben sie auch gewaltig – von japanischer Zurückhaltung war da nichts zu bemerken! Einfach der Wahnsinn diese Typen – sie werden mir sicher in positiver Erinnerung bleiben, genauso wie der headbangenden Meute, die mit ihnen mitgefeiert hat.





Setlist LOUDNESS:

Crazy Nights
Like Hell
Heavy Chains
We Could Be Together
Crazy Doctor
In The Mirror
The Sun Will Rise Again
S.D.I.

Auf der Inferno Stage wurde in der Zwischenzeit ein grellgelbes Transparent aufgehängt und auch eine Ratte auf einer Rakete war drauf abgebildet. Die Finnische Band ATOMIROTTA verfolgt einen sehr eigenwilligen Stil. Auf der Bühne war ein Gestell mit einem Laptop aufgebaut, dahinter stand ein Typ im Matrosenanzug. Weiters war noch ein Gitarrist auf der Bühne und der Rest der Musik kam aus der Konserve. Der Sänger hatte eine Art Selfie-Stick mit Mikro in der Hand und ist damit auf der Bühne herumgeschlichen. Und ich hab mich dann auch geschlichen weil ich es so furchtbar fand – einige Fans blieben aber doch dort – aber wie ich immer sage, man muss nicht alles verstehen!





Meine Flucht hat mich zur Clubstage in die Halle geführt und dort waren MORBID EVILS am Werk. Die drei Finnen auf der Bühne haben sehr atmosphärischen Death/Doom Metal geboten, es waren ziemlich viele Leute in der Halle und es wurde stetig voller. MORBID EVILS haben sich mehr auf die Musik verlegt und Gesang war nur spärlich vorhanden, aber das Gesamtpaket war wirklich sehr faszinierend. Schade, dass ich bald wieder gehen musste, um pünktlich zur nächsten Stage zu gelangen.





Die Mainstage war danach fest in Finnischer Hand – AMORPHIS sind halt ein richtiger Publikumsmagnet und so mussten wir uns einen Weg durch die Massen bahnen, um zum Fotograben zu kommen. Sänger Tomi ohne Dreads ist nach wie vor ein ungewohnter Anblick aber ihrer intensiven Spielweise hat das absolut nicht geschadet. Sie werden im September ein neues Album veröffentlichen, aber daraus haben sie noch nichts präsentiert, stattdessen fast das gesamte Set vom „Tales From The Thousand Lakes“ Album, mit dem sie ja anlässlich des 20jährigen Jubiläums bereits seit einer Weile auf Tour sind. Ihre intensive Spielweise wurde von einer Feuershow begleitet, sodass uns vorne ganz schön heiß wurde. Witziges Detail am Rande: Während ihres Auftrittes erschien eine Drohne über der Bühne – da wollte wohl jemand gratis zuschauen.





Setlist AMORPHIS:

Into Hiding
The Castaway
First Doom
Black Winter Day
Drowned Maid
In The Beginning
Forgotten Sunrise
To Father´s Cabin
Magic And Mayhem
Vulgar Necrolatry
Better Unborn
My Kantele
Folk Of The North

Auf der Inferno Stage gab es danach eine Geburt zu beobachten – nachdem sich IMMORTAL wohl nun endgültig zerstritten haben, macht der Sänger Abbath Doom Occulta jetzt alleine weiter und hat ABBATH gegründet, die am Tuska zum ersten Mal live aufgetreten sind. In viel Rauch gehüllt betraten die Meister des Black Metal mit schwarz/weiß geschminkten Gesichtern die Bühne und gleich von Anfang an haben sie eine sehr düstere Stimmung verbreitet. Sie haben großteils IMMORTAL-Songs gespielt aber auch was Neues präsentiert. Der Platz vor der Bühne war sehr voll und die Leute haben sich voll mitreißen lassen. Zur Umrahmung gab es auch noch eine gewaltige Feuershow und so wurde alles zusammen zu einer phänomenalen Geburtstagsfeier wie man sie nicht alle Tage erleben kann.





Setlist ABBATH:

Warriors
Battalions
Fenrir Hunts
One By One
Tyrants
Cursed We Are
Nebular Ravens Winter
In My Kingdom Cold
Hordes To War
Withstand The Fall Of Time

Ich hab dann noch einmal kurz zur Clubstage in die Halle geschaut und dort war gerade ein Pantomime am Werk, der sich DARK SIDE OF THE MIME nennt. Er war im Chaplin-Stil gekleidet, weiß geschminkt und mit einer Kappe auf dem Kopf und hat allerlei Späße getrieben, über die man auch als Nicht-Finne lachen konnte.

Der Abschluss-Act auf der Mainstage waren dann IN FLAMES. Nach den beiden Feuershows hätte ich mir auch von ihnen eine erwartet – sie haben ja die Flammen schon im Band-Namen – aber es waren nur große Scheinwerfer-Batterien aufgestellt, die durch das nach wie vor vorhandene Tageslicht nicht besonders zur Geltung kamen. Sie feiern dieses Jahr 25jähriges Jubiläum aber von Altersschwäche ist bei weitem noch nichts zu bemerken. Sie zeigen nach wie vor sehr große Spielfreude und Sänger Anders Fridén gibt nach wie vor alles und kniet sich so richtig hinein. Er schaffte es gleich beim ersten Track, das gesamte Publikum zum Mithüpfen zu animieren. Die Stimmung war bei ihrem Auftritt gewaltig und so waren sie der perfekte Abschluss für diesen Festivaltag!





Setlist IN FLAMES:

Only For The Weak
Everything´s Gone
Bullet Ride
Where The Dead Ships Dwell
Paralyzed
With Eyes Wide Open
Alias
Deliver Us
Cloud Connected
Drifter
The Chosen Pessimist
The Quiet Place
Delight And Angers
Rusted Nail
The Mirror`s Truth
Take This Life
My Sweet Shadow

So fand ein sehr abwechslungsreicher Festivaltag, der für alle was zu bieten hatte, sein Ende. Viele waren dann wohl noch unterwegs aber ich war von neun Stunden Festival erledigt und hab mich mit all diesen tollen Eindrücken in mein Hotel zurückgezogen.


FOTOS + E-CARDS


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Beitrag vom 14.07.2015
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