TUSKA 2015 - ALICE COOPER   OPETH   MOKOMA   MORS SUBITA   STRATOVARIUS   THE SIRENS   WARMEN   DR. LIVING DEAD!   AT THE HOLLOW   KYLMÄ SOTA  
28.06.2015 @ Suhivlahti, Helsinki

Infos rund um das Festival findet ihr im Bericht von Tag 1!

Auch am dritten Festivaltag herrschte strahlender Sonnenschein und um 14.00 Uhr wurden die Pforten geöffnet. Bereits zehn Minuten später betrat die erste Band des Tages die Mainstage und durch die kurze Zeitspanne waren zu Beginn nur relativ wenige Leute da, aber nach und nach wurde es voller. Auf der Bühne war ein Podest mit dem Schriftzug MORS SUBITA aufgebaut und bald sind die gleichnamigen Finnen auf die Bühne gestürmt und haben von Anfang an ein gewaltiges Tempo an den Tag gelegt. Sie sind Vertreter des Melodic Death/Thrash Metal – also des verdammt harten Sounds - und der Sänger ist wie ein Wilder über die Bühne gefegt oder hat sich auf dem Podest in Pose gestellt und seinen aggressiv wirkenden Gesang ins Publikum gebrüllt, das daraufhin ziemlich gut mitgegangen ist.

Als Opener auf der Clubstage in der Halle waren KYLMÄ SOTA zu Gange, die auch aus Finnland stammen und sich ebenfalls den harten Klängen verschrieben haben. Sie droschen eine Mischung aus Punk und Metalcore ins Publikum und das einzig nett wirkende an ihnen war die blonde Bassistin – der Sänger hatte wohl eine schwere Nacht hinter sich – er hatte eine Sonnenbrille auf, obwohl der Gig ja in der Halle stattfand, aber er hat sich doch ziemlich verausgabt.





Deutlich friedlichere Klänge standen auf der Inferno Stage auf dem Programm. Die Pfütze im Fotograben vom Vortag war zwar kleiner geworden aber ohne wasserdichtes Schuhwerk noch immer nicht überwindbar. So hab ich mich so weit wie möglich in die Mitte gekämpft um halbwegs gute Bilder von den finnischen Power Metalern WARMEN machen zu können. Bei einem eigenwilligen und eher scheppernden Intro betraten sie die Bühne. Die Spielweise war sehr eingängig und der Gesang dazu eher hoch, auch wenn er zwischendurch ein bisschen krächzend war. Viele waren gekommen um ihnen zu lauschen, sie hatten sich auch ein paar Gastsänger geholt und zum Schluss gab es auch noch eine Überraschung: Bei den beiden letzten Tracks bekamen WARMEN Unterstützung von CHILDREN OF BODOM Sänger Alexi Laiho und da war dann auch die Spielweise deutlich härter. Unter viel Beifall haben sie nach 50 Minuten die Bühne verlassen.





Setlist WARMEN:

Intromental
The Race
My Fallen Angel
Separate Ways (Worlds Apart)
Beyond Abilities
They All Blame Me
Goodbye
The Red Letter
Suck My Attitude
Somebody’s Watching Me

Auch die Mainstage war wieder fest in Finnischer Hand. Ich hatte schon in den Tagen davor mehrere Leute mit MOKOMA-Shirts herumlaufen sehen, aber wie beliebt sie in Finnland sind, hat mir erst die große Menge vor der Bühne deutlich vor Augen geführt. Die Ansage für die Band hat nicht einer der Standard-Ansager gemacht sondern der Radio Rock-König persönlich. Während eines bombastischen Intros betraten MOKOMA die Bühne und sie haben gleich ordentlich mit ihrer Mischung aus Heavy und Thrash Metal losgelegt. Der Sänger wäre zwar auch als Hochschulprofessor durchgegangen mit seiner Brille und dem wallenden weißen Haar, aber mit seiner kräftigen Stimme hat er alle in seinen Bann gezogen, und nachdem die Texte in Finnisch gehalten sind, haben die meisten im Publikum lautstark mitgesungen, sodass aus ihrem Auftritt ein richtiges Fest geworden ist.





Setlist MOKOMA:

Elävien kirjoihin
Ärräpää
Hei Hei Heinäkuu
Lunnaat
Haudan Takaa
Pohja On Nähty
Hujan Hajan
Valapatto
Sydänjuuret
Mutta Minulta Puuttuisi Rakkaus
Sinne Missä Aamu Sarastaa
Uhkakuva 6
Pahaa Verta

Ich hab dann doch wieder einen Abstecher zur Clubstage gemacht und da hat mich ein sehr seltsamer Anblick erwartet. Auf der Bühne war ein Herr im Smoking der einem weißen Kontrabass Klänge entlockt hat, ein Percussion-Set war aufgebaut, das auch ein Blechfass enthielt, hinter dem ein Mann mit weißem Pullover stand und in der Mitte der Gitarrist, der auch für den Gesang zuständig war. Mit diesen Instrumenten haben die Finnen AT THE HOLLOW extravagante Musik präsentiert und dazu gab es tiefen Gesang. Für mich waren sie eine echte Entdeckung und auch viele andere konnten sie faszinieren, wie man an der immer voller werdenden Halle deutlich erkennen konnte.





Auf der Inferno Stage war danach geballte Frauen-Power angesagt. Hinter dem Bandnamen THE SIRENS verbergen sich die drei Sängerinnen Liv Kristine (LEAVES EYES), Anneke van Giersbergen (THE GENTLE STORM, THE GATHERING) und Kari Rueslåtten, die sich auch als Solo-Künstlerinnen bereits einen Namen gemacht haben. Mit ihrem angenehmen Gesang und der sehr klangvollen Musik haben sie viele vor der Bühne gelockt und man hat ihnen deutlich die große Freude an diesem Bandprojekt angemerkt. Gesanglich haben sie sich sehr gut ergänzt und sie hatten stets ein Lächeln für das Publikum parat, das diesen Auftritt sichtlich genossen hat.





Setlist THE SIRENS:

Treat Me Like A Lady
Vervain
Saturnine
Death Hymn
Stay
Image
Fearless
Push
Venus
Ride
My Wilderness
Strange Machines
Sisters Of The Earth

Die Clubstage wurde dann von schaurigen Gestalten in Totenkopf-Masken gestürmt – DR. LIVING DEAD! aus Schweden sind berühmt für ihre schaurigen Auftritte. Das Intro hat sich stark nach Krieg angehört und hat sehr gut zu ihrer verdammt harten Spielweise gepasst. Der Sänger stand mit Gipsbein auf der Bühne aber davon haben sie sich in ihrer Dynamik nicht abhalten lassen und ich konnte gerade noch ein paar Fotos machen, bevor ich vor dem ersten Moshpit flüchten musste, der im Endeffekt auch nicht mehr abgerissen ist. Ich werde diese Band bei den Metaldays wieder auf der Bühne erleben und ich hoffe sehr, dass es nicht gar zu arg dort ist mit der Hitze, um ihnen den Erstickungstod unter ihren Totenkopfmasken zu ersparen.





Auf der Mainstage waren drei Ikonen-artige Transparente aufgehängt und während eines sehr schönen Intros betraten die Schweden OPETH die Bühne. Sänger Mikael Åkerfeldt war mit Sonnenbrille auf der Bühne, aber bei der tiefstehenden Sonne mehr als verständlich. Wie immer haben sie eine sehr eindrucksvolle und hochmelodische Show geboten, mit der sie die Besucher fesseln konnten. Mikael Åkerfeldt ist ja bekannt für seine launigen Ansagen und auch dieses Mal hat er das Publikum einige Male zum Lachen gebracht. OPETH haben einen Mix aus älteren und neuen Titeln präsentiert und aufgrund der Länge ihrer Songs war auch eine Stunde Spielzeit fast zu kurz. Aber nachdem sie ja fleißig sind was das Touren betrifft, gibt es sicher bald wieder einmal eine Gelegenheit sie im Langformat zu erleben.





Setlist OPETH:

Eternal Rains Will Come
Cusp of Eternity
The Drapery Falls
The Devil’s Orchard
The Grand Conjuration
Deliverance

An diesem Tag waren sehr viele Finnische Bands im Lineup und auch STARTOVARIUS zählen dazu. Diese Power Metal Band aus Helsinki zählt in ihrer Heimat zu den ganz Großen und die 30 Jahre ihres Bestehens kannte man ihnen fast nicht an – sie haben sich wirklich gut gehalten und dass sie auch noch immer riesigen Spaß an der Musik haben konnte man ebenso deutlich bemerken. Genau diese Freude ist auch auf das Publikum übergesprungen und sie konnten die Leute wirklich mitreißen. STRATOVARIUS sind in Finnland eine Macht und dass sie auch außerhalb ihres Landes viele Fans haben, beweisen ihre regelmäßigen Touren - wobei sie die nächste Tour am 13.10.2015 auch nach Wien führen wird.





Setlist STRATOVARIUS:

Forever Free
The Kiss Of Judas
Legions
Before The Winter
The Abyss Of Your Eyes
Holy Light
Paradise
Coming Home
Visions (Southern Cross)
Black Diamond

Es gibt den Spruch „Das Beste kommt zum Schluss“ – was das Tuska betraf konnte man den ein bisschen variieren zu „Der Berühmteste kommt zum Schluss“! ALICE COOPER ist zwar schon ein älteres Semester aber er hat es noch immer voll drauf und alle waren geblieben um sich seine Show zu geben. Ein riesiger weißer Vorhang war aufgezogen worden und darauf waren die Augen des Meisters aufgemalt. Dass er der absolute Herrscher auf der Bühne ist hat er gleich klar gemacht und seine Musiker hatten nicht unbedingt ein leichtes Leben. Am Anfang hatte er einen Stock in der Hand, den er spaßeshalber kurz als Gehstock verwendet hat. Als Deko gab es unter anderem auch einen Kinderwagen mit grausigen Puppen und blutige Köpfe waren an manchen Stellen befestigt.

Bei einem Song hatte ALICE COOPER eine Schlange um den Hals und die Zwangsjacke blieb ihm auch nicht erspart. Er wurde in eine Vorrichtung gespannt wo er in Rauch aufging und als riesiger Zombie wiederkam, und natürlich hat er wieder in der Guillotine seinen Kopf verloren. Es wurden Grabsteine berühmter Musiker aufgestellt, deren berühmteste Songs er gesungen hat und beim finalen „School´s Out“ hat er Michael Monroe auf die Bühne geholt. Dabei gab es jede Menge Seifenblasen, riesige Ballons wurden ins Publikum geworfen und Fontänen mit langen Folienstreifen auf die Leute abgeschossen.






Setlist ALICE COOPER:

Hello Hooray
House Of Fire
No More Mr. Nice Guy
Under My Wheels
I’ll Bite Your Face Off
Billion Dollar Babies
Lost In America
Hey Stoopid
Dirty Diamonds
Welcome To My Nightmare
Go To Hell
Wicked Young Man
He’s Back (The Man Behind The Mask)
Feed My Frankenstein
Ballad Of Dwight Fry
Killer
I Love The Dead
Break On Through (To The Other Side)
Revolution
Foxy Lady
My Generation
I’m Eighteen
Poison
------
School’s Out (with Michael Monroe)


Das Ende des Tuska war also ein einziges Fest und alle waren hellauf begeistert.
Nachdem ich ein paar Folienstreifen aufgesammelt hatte, hab ich schweren Herzens das Gelände verlassen, aber es wird hoffentlich auch nächstes Jahr wieder ein Tuska Open Air geben.
Wenn es mir irgendwie möglich ist bin ich sicher wieder dabei.




FOTOS + E-CARDS
www.tuska-festival.fi

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Beitrag vom 15.07.2015
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