MASTERS OF ROCK 2015 - BLACK LABEL SOCIETY   HAMMERFALL   LEGION OF THE DAMNED   SEPTICFLESH   GUS G.   SERIOUS BLACK   NEONFLY   ANVIL  
10.07.2015 @ Areál likérky Jelínek

Lang und Gut schlafen im Zelt verträgt sich nicht wirklich und so wurde schon zeitig in der Früh Tag zwei analysiert, ab wann man sich den auf den Weg Richtung Bühne machen sollte. Es wurde Punkt Mittag, um den kanadischen Helden von ANVIL auf die Finger zu sehen.

Die Heavy-Metal legenden, die nie so ganz den Durchbruch schafften, dürfen dank einem gewissen Hype nun ihren zweiten Frühling zelebrieren und das mit einer Freude die ihresgleichen sucht. Steve „Lips“ Kudlow der durchgehend grinst und sein bester Freund Robb Reiner punkten vielleicht nicht mit originellem oder perfektem Stil, dafür mit einer netten und herzlichen Art, die einfach jeden diese Truppe mögen lässt. Am Bass agiert seit kurzem Chris Robertson, der das Trio ausgezeichnet ergänzt und optisch ein wenig an Otto Walkes erinnert. Musikalisch servierten die Jungs ihre größten Hits wie das simple und eingängige „Metal On Metal“ oder „666“. ANVIL sind bestimmt keine Metal-Götter, doch mit dem Herz zur Musik und ihrer ansteckenden Leidenschaft sind die Jungs bei jedem Festival eine Bereicherung.
[AndyVanHalen]





Nach diesem kleinen Ausflug in die Metal-Geschichte, durfte mit NEONFLY eine noch recht junge Band ran. In Vizovice sind sie aber definitiv keine Unbekannten mehr. Nachdem sie vor drei Jahren die Second Stage bespielten, durften sie im Folgejahr gleich die Hauptstage entern. Da beeindruckten die englischen Power Metaller so sehr, dass sie erneut eingeladen wurden. Mit neuen Album „Strangers In Paradise“ im Gepäck und dem sowieso starken Debüt „Outshine The Sun“ starteten die Briten energisch wie eh und je in ihr Set. Sofort war die Stimmung grandios und Willy Norton und seine Jungs hatten das Publikum sofort in den Bann gezogen. Bei brennend heißer Sonne wurden Hymnen und Hits wie „Ship With No Sails“, „A Gift To Remember“ oder die aktuelle Single „Better Angels“ abgefeiert. Vor zwei Jahren hatte man noch abgefahrene Tänzerinnen dabei, auf die dieses Mal jedoch verzichtete, fürs Auge wurde dennoch etwas geboten, denn bei „Heart Of The Sun“ kam Gitarrist Frederik Thunder mit schmuckem Maya-Outfit auf die Bühne um Feuer zu spucken. Auch die Show von NEONFLY flog an einem nur so vorbei und so konnte man bald das starke „Morning Star“ noch als Abschluss mitsingen. Ein verdammt starker Auftritt, bei dem aber der Sound leider nicht optimal passte, was sich ob der Energie der Band aber verschmerzen ließ.
[maxomer]





Setlist NEONFLY:

Whispered Dreams
Better Angels
A Gift To Remember
Ship With No Sails
The Revenant / The Ornament / Spitting Blood
Fierce Battalions
Heart Of The Sun
Highways To Nowhere
Morning Star

Mit SERIOUS BLACK gab es den ersten, wenigstens teilweise Österreichischen Beitrag auf dem MoR. Dominik Sebastian, seines Zeichens Gitarrist von THIRDMOON und EDENBRIDGE, gehört zu der internationalen Supergroup, in der mit Thomen Stauch (Ex-BLIND GUARDIAN, SAVAGE CIRCUS), Urban Breed (Ex-BLOOD BOUND, EX-TAD MOROSE) oder Bob Katsionis (FIREWIND) so manch Größe zu finden ist. Die Truppe legte mit der Single „I Seek No Other Life“ fulminant los. Urban war bei bester Stimme, die Gitarristen wirbelten gemeinsam mit Bandgründer und Bassist Mario Lochert (EMERGENCY GATE) wie wahnsinnig über die Bühne und steckten damit sofort die Zuschauerschafft an. Leider war Keyboarder Jan Vacik (Ex-DREAMSCAPE) an den Backings so gut wie nicht zu hören, ansonsten ging soundtechnisch alles in Ordnung. Das abwechslungsreiche Set machte Spaß und bot neben Up-Tempo Krachern wie „Older & Wiser“ auch balladeske Momente, die teilweise für Gänsehaut sorgten und die Vielfalt der Band schön präsentierten. Toll, dass Urban seine alten Kollegen von BLOODBOUND auch nochmal erwähnte und lobte und auch ansonsten sehr sympathische Ansagen von sich gab. Die Band wirkte hier alles andere als zusammengewürfelt, dass Roland Grapow (MASTERPLAN) schon vor der ersten Tour ausstieg und auch Thomen auf dieser fehlte, merkte man an diesem Tag überhaupt nicht – SERIOUS BLACK zeigten sich als kompakte Band die wirkte als spiele sie schon seit Ewigkeiten zusammen. Wir freuen uns somit auf die Tour mit GAMMA RAY und einen Nachfolger zum Debüt „As Daylight Breaks“.
[maxomer]





Setlist SERIOUS BLACK:

Akhenaton
I Seek No Other Life
High And Low
I Show You My Heart
Sealing My Fate
Setting Fire To The Earth
Someone Else’s Life
Listen To The Storm
Older And Wiser

Auch der Grieche und Bandkollege vom vorher aufgeigeneden Bob namens GUS G. ist kein Fremder auf dem Festival, doch anstatt mit FIREWIND auf die Bühne zu steigen, ist der Mann, der auch bei OZZY OSBOURNE die Gitarre in die Hand nimmt, mit seinem Solo-Projekt unterwegs. Während auf seinem Debüt verschiedene Sänger, vor allem Mats Leven zum Zuge kamen, beschränkte sich Gus hier mit Henning Basse (METALIUM) auf nur einen Sänger. Dass der Mann es drauf hat, sollte hinreichend bekannt sein und so präsentierte er die meist furios rockenden Metal Songs wie "I Am The Fire" oder "My Will Be Done" in bester Form, während man bei "World On Fire", das ja von FIREWIND stammt, Apollos Stimme dann doch etwas vermisste. Auch vom neuen, bald erscheinenden Werk „Brand New Revolution“ gab es bereits Futter zum Antesten. Was viele vielleicht nicht mehr wissen, Gus war acuh Mitbegründer von weiteren Bands wie MYSTIC PROPHECY oder DREAM EVIL; von letzterem gab es mit "Children Of The Night" noch ein Guster-Stückerl sowie den Ozzy-Kracher "Crazy Train" zu hören.

Auch wenn GUS G. Solo-Werke und Auftritte nicht ganz an die Intensität und Power von seiner Stammtruppe heranreichen, so lieferte der Virtuose einen verdammt gelungenen Auftritt, der nur wenig Wünsche offen ließ und Saiten-Fanatiker sowie Melodic Metal Fans absolut zufrieden stellte.
[maxomer]





Setlist GUS G.:

My Will Be Done
Eyes Wide Open
Blame It On Me
Vengeance
Terrified
World On Fire (FIREWIND)
Redemption
Summer Days
Children Of The Night (DREAM EVIL)
I Am The Fire
Crazy Train (OZZY OSBOURNE)

Mit LEGION OF THE DAMNED bekamen nun auch die Fans der härteren Gangart endlich ihre Abrissbirne serviert, dieses Jahr war das LineUp ja nicht gerade mit viel Death oder Thrash gesegnet. Die Niederländer holten dennoch eine mehr als beachtliche Menge Headbanger vor die Bühne, um mit ihnen Kracher wie "Cult Of The Dead", "Son Of The Jackal", "Werewolf Corpse" oder den Klassiker "Legion Of The Damned" vom Debüt. Maurice und seine Truppe waren in bester Verfassung und erzeugten schnell Moshpits, Circlepits und eine Wall Of Death durfte natürlich auch nicht fehlen. Dank der Bewegung auf und vor der Bühne wurde es schnell staubig und schwitzende Körper prallten aneinander ohne Rücksicht auf Verluste zu nehmen. Aber natürlich lief alles halbwegs schmerzfrei ab, wenn man von den Nackenmuskelkatern absah. LEGION OF THE DAMNED sind und bleiben live eine verdammte Wucht und können gerne mal wieder bei uns vorbei schauen.
[maxomer]





Wer an diesem echt heißen Tag noch nicht vollkommen dahinschmolz, der durfte spätestens bei HAMMERFALL seine nassgeschwitzte Unterwäsche auswinden. In letzter Zeit wurde es etwas ruhiger um die Power-Metal Veteranen aus Schweden, die sich ja eine Auszeit gönnten. Und wenn so eine hervorragende Leistung aus so einer Pause hervorgeht, dann ein Tipp an andere Formationen: bitte nachmachen. Eröffnet wurde der für mich beste Auftritt des gesamten Festivals mit dem Kracher „Hector’s Hymn", das gleich lautstark mitgesungen wurde und zeigte: HAMMERFALL wurde eindeutig vermisst. Und um ja keinen verschnaufen zu lassen wurde gleich würdig nachgefeuert, „Renegade“, „Blood Bound“ oder „Let The Hammer Fall“ ließen keine Wünsche offen. Wer 22 Jahre Bandgeschichte am Buckel hat, der kann schon aus einem recht beeindruckenden Songkatalog auswählen.





Joacim Cans erwischte einen ausgezeichneten Tag und fast jeder Ton saß. Es wurde gescherzt, Kleidung gewechselt und eine tolle Show geboten. Aber auch die restliche Truppe zeigte sich in bester Verfassung und wieder im eigentlichen LineUp, nachdem auf der letzten Tour ja Bassist Fredrik Larsson zu Hause blieb und durch HAMMERFALL Legende Stefan Elgrem ersetzt wurde. Nur hinter der Schießbude war mit David Wallin ein neues Gesicht zu sehen.

Zwischendurch verzog sich der Sänger hinter die Bühne um seinen Mitstreitern Platz zu machen. Hüne Oscar Dronjak mit seiner futuristischen Gitarre nutze die Zeit um ein Instrumental-Medley aus „Hero´s Return“, „Riders Of The Storm“ und andern Songs auf die Fans abzufeuern. Besondern Songs von „Crimson Thunder“ aus 2002 kommen bei den Anwesenden besonders gut an und so war „Hearts On Fire“ der wohl am meisten abgefeierte Song. Als finalen Abschluss wurde während der ausgiebigen Verabschiedung „Dreams Come True“ vom Band gelassen und HAMMERFALL zeigten, dass sie die Power Metal-Macht schlechthin sind. Hoffentlich bald wieder auf Headliner Tour in unseren Gefilden.





Setlist HAMMERFALL:

Hector’s Hymn
Any Means Necessary
Renegade
B.Y.H.
Blood Bound
Let The Hammer Fall
Live Life Loud
Instrumental Medley:
(Genocide, Hero´s Return, The Dragon Lies Bleeding, Riders Of The Storm)
Threshold
Last Man Standing
HammerFall
-
Bushido
Hearts On Fire
(Dreams Come True)

Mit BLACK LABEL SOCIETY durften die Veranstalter einen noch nie zu Gast gewesen Akt begrüßen. Ob Zakk Wylde und seine Band wirklich groß genug sind den Headliner Slot zu füllen war einige Diskussionen wert, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen. Dass der Riese mit der Axt eine große Nummer ist, ist wohl dank OZZY OSBOURNE den meisten bekannt und mit mehr als einem halben Dutzend Alben im Gepäck war man auch songtechnisch ausreichend bestückt. Wer vom ersten Anblick von der imposanten Statur und dem wallenden Bart noch nicht beeindruckt war, der konnte „The Beginning... At Last“ auf sich wirken lassen und ordentlich bangen. Zakk hatte mit „Catacombs Of The Black Vatican“ auch ein neues Werk im Gepäck und so durften aktuelle Songs nicht fehlen. „Heart Of Darkness“ und „Damn The Flood“ sind typische BLS Nummern, ehe es bei „Angel Of Mercy“ gefühlvoll wurde. Hier zeigt der Meister, dass er es auch gefühlvoll kann. Den stärksten Zuspruch ernteten die Jungs bei „Suicide Messiah“, das zu den größten Hits des Gespanns zählt. Einfach eine Gänsehaut-Nummer mit fetten Riffs. Apropos Riffs, ein obligatorisches zehn Minuten-Solo durfte auch nicht fehlen, bei dem Herr Wylde alle Register zog.





Wer nicht wirklich zu den Fans von BLACK LABEL SOCIETY zählte, der zeigte ab der Mitte erste Ermüdungserscheinungen, den viel Material kling ähnlich und stimmlich ist der Fronter ebenfalls etwas limitiert und bei diesem Auftritt stellenweise wirklich unterirdisch. Doch sei es drum, die Stimmung war gut, die Soundwand episch und „In This River“ sorgte nochmals für Kuscheleinlagen ehe „Stillborn“ die Anwesenden ein letztes Mal wegblies. Solider Gig der US Amerikaner, bei denen eigentlich keiner der restlichen Musiker in Erinnerung blieb, da alles auf den namhaften Sänger zugeschnitten war und dass der Bursche sein Instrument, das er gerne auch mal hinter dem Nacken schredderte, beherrscht, sollte wohl auch jedem bekannt sein.





Setlist BLACK LABEL SOCIETY:

(Whole Lotta Sabbath)
The Beginning... At Last
Funeral Bell
Bleed For Me
Heart Of Darkness
Suicide Messiah
My Dying Time
Damn The Flood
Guitar Solo
Godspeed Hell Bound
Angel Of Mercy
In This River
The Blessed Hellride
Concrete Jungle
Stillborn

Mit SEPTICFLESH rückte nun nach LOTD die zweite Extreme Metal Band des Festivals an. Die Griechen sind schon lange bekannt für fulminante und brachiale Shows und so auch zur späten und mittlerweile verdammt kalten Stunde. Das Thermometer zeigte nicht mehr als 4°C an. Umso besser, dass uns Spiros und seine Mannen gehörig einheizten - da knallte man uns schnelle und brutale Brecher wie „Communion“, „Pyramid-God“ oder „Anubis“ um die Ohren. Aber auch das aktuelle Werk „Titan“ wurde mit „Prometheus“ und weiteren heftigen, aber durchaus symphonischen Titeln bedacht. Leider fehlt Sotiris live nach wie vor, was aufgrund der fehlenden cleanen Vocals so manch Song etwas den Charme nahm, dafür ist der Härtegrad live nochmal einen Tick höher und die Orchestration aus der Dose nimmt dem Ganzen auch nicht den Wums. Eine gute Stunde später wurde das Publikum in die Nacht zum Weiterfeiern entlassen und unzufrieden durfte an diesem verdammt abwechslungsreichen Tag mit einigen Highlights definitiv keiner sein.
[maxomer]






FOTOS + E-CARDS
www.mastersofrock.cz

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Beitrag vom 20.07.2015
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