MASTERS OF ROCK 2015 - POWERWOLF   GOTTHARD   KROKUS   DELAIN   BLUES PILLS   CRUCIFIED BARABRA   AVATAR   THE EXPLOITED  
11.07.2015 @ Areál likérky Jelínek

Nach einigen einheimischen Bands, machten wir uns erst zu den Schweden AVATAR, die bei strahlendem Sonnenschein die Bühne betreten durften, auf zur Ronnie James Dio Stage. Zwar durfte ich die Horror Melodic Death Metaller bereits einmal live erleben, doch was sie am Masters Of Rock abzogen, toppte das schon in den ersten Minuten. Mit atmosphärischem Intro startete die Show. Alle Musiker stellten sich in coolen Outfits der Reihe nach auf, als würden sie etwas erwarten, ehe man zu den Instrumenten griff und Frontmann Johannes Eckerström auf die Bühne stolzierte. In düsterem Clowns-Outfit und mit angemaltem Gesicht zog er einige Grimassen, ehe er zum furiosen Opener „Hail The Apocalypse“ vom aktuellen Album perfekt seine Vocals darbot. Hier hörte sich alles von der ersten Minute an wie auf den Platten. AVATAR konzentrierten sich nicht zufällig auf die letzten beiden Alben „Hail The Apocalypse“ und „Black Waltz“, sind das doch die stärkesten der Nordmänner. Und so zündeten „Get In Line“ und die düster-böse Single „Bloody Angel“ sofort, während „Paint Me Red“ für Gänsehaut sorgte. Auch das auf Deutsch vorgetragene Tsar Bomba“ schlug sofort ein und hinterließ wie der komplette Auftritt der Band mächtig Eindruck. Auch die Ansagen von Johannes blieben im Kopf, genauso wie sein Benzinkanister gefüllt mit Bier. Wir hoffen somit auf ein baldiges Wiedersehen und dann mit längerer Spielzeit und als Late-Night-Special, bei dem AVATAR definitiv noch besser zur Geltung kommen würden.
[maxomer]





Setlist AVATAR:

Hail The Apocalypse
Let It Burn
Get In Line
Bloody Angel
Vultures Fly
Death of Sound
Paint Me Red
Smells Like A Freakshow
-
Tsar Bomba

Da wir die jährliche Führung durch die ansässige Schnapsbrennerei machten, wurden ARAKAIN und die Mädels von CRUZIFIED BARBARA gezwungenermaßen ausgelassen. Erst zum Ende des Sets der Schweden von BLUES PILLS zog es uns wieder zur Bühne. Elin Larsson und ihre drei männlichen Mitstreiter erleben gerade einen Hype, den die Retro Welle hat uns voll im Griff. Harter Blues-Rock mit der Soul Stimme von Elin lasen einen sofort in die wilden 70er reisen. Recht viele Songs bekamen wir nicht mit (nein nicht der Schnaps war Schuld), doch der gebotene Stoff klang ganz ordentlich und optisch bietet die hübsche Sängerin auch etwas.
[AndyVanHalen]

Setlist BLUES PILLS:

High Class Woman
Ain´t No Change
Astralplane
No Hope Left For Me
Bliss
Elements And Things
Black Smoke
Little Sun
Devil Man

Als nächstes durfte die niederländische Symphonic-Metal Band DELAIN zeigen, ob sie sich mit den Großen des Genres messen können. Doch so ganz wollte das nicht gelingen. WITHING TEMPTATION und die am nächsten Tag aufgeigenden NIGHTWISH spielten dann doch in einer Liga höher. Charlotte Wessels gab ihr Bestes mit ihrer kraftvollen, jedoch recht hohen Stimme und konnte die Leute sofort mitreißen. Meinen Geschmack traf die Dame nicht ganz, denn hier wurde zu viel Süßholz geraspelt, doch wenn eine Dame am Mikro steht, ist das beim MoR Publikum schon die halbe Miete und so verflog der Auftritt blitzschnell. Zum Ende wurde die Stimmung bei „We Are The Others“ noch um eine Spur gesteigert ehe sich eine gut gelaunte Truppe verabschiedete.
[AndyVanHalen]





Setlist DELAIN:

Mother Machine
Get The Devil Out Of Me
Army Of Dolls
Stardust
Pristine
Sleepwalkers Dream
The Tragedy Of The Commons
Stay Forever
Not Enough
The Gathering
We Are the Others

Nach so viel Frauenpower wurde es Zeit für ein bisschen Testosteron und wer konnte hier besser passen als die Schweizer Rock Veteranen von KROKUS. Musste man letztes Jahr noch krankheitsbedingt absagen, schafften es die fünf Eidgenossen rund um Sänger Marc Storace heuer das Verpasste nachzuholen. Und es lohnte sich den Musikern auf die Finger zu schauen und die Ohren aufzusperren. Böse Zungen behaupten, hier wäre eine weitere AC/DC Cover Band unterwegs, doch wenn KROKUS am Werk ist, dann hört das geschulte Ohr das. Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen, doch die Schweizer haben eindeutig ihren eigenen Stil. „Long Stick Goes Boom“ eröffnete das starke Set und sorgte für verruchtes Lächeln. Welch starke Nummer, bei dem Marc zeigte, dass er nichts von seiner Klasse verloren hat. Nicht umsonst war der kleine Kerl auch Gast beim heurigen Rock Meets Classic, dem wir in Linz beiwohnen durften. Das schöne Geschlecht wurde mit „American Woman“ (THE GUESS WHO Cover – kennt die noch wer?) und „Hoodoo Woman“ gewürdigt. Neben dem Sänger stach Fernando von Arb an der Rhythmusgitarre heraus, der die Coolness pachtete und ein fettes Riff nach dem anderen vom Stapel ließ. KROKUS haben inzwischen auch schon 40 Jahre am Buckel, und die Hits die alle hören wollen sind auch schon ein paar Jährchen alt, doch „Heatstrokes“ oder „Easy Rocker“ funktionieren wahrscheinlich auch in Jahrhunderten noch. Weitere Schmankerl durften nicht fehlen wie das gefühlvollere „Winning Man“, das für Gänsehaut sorgte oder die Zugabe „Fire“, die nochmals alles von den Fans abverlangte. Nur wo zum Teufel war der Meilenstein „Tokyo Nights“ an diesem Nachmittag. Dank hervorragender Leistung sei dieser Fauxpas verziehen. KROKUS, eins setzen!
[AndyVanHalen]





Setlist KROKUS:

Long Stick Goes Boom
American Woman (THE GUESS WHO)
Hoodoo Woman
Hellraiser
Winning Man
Eat The Rich
Heatstrokes
Easy Rocker
Fire
Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn) (BOB DYLAN)

Und nochmal Schweizer Rock, in melodischerer Form jedoch: GOTTHARD hatten so manch Hoch und Tief, aber aktuell erleben die Altrocker ihren dritten Frühling. Nach dem tragischen Ableben von Steve Lee wurde die Band von Nic Maeder gerettet und so feiern die Eidgenossen aktuell ihren 25. Geburtstag. Ein langes Intro läutete die Show ein und der Titeltrack des aktuellen Werkes „Bang!“ wurde losgelassen. Ein rockiger, auflockernder Start, wenn auch nicht perfekt. Danach spielte man sich souverän und mit viel Elan durch die Diskografie, regte zum Mitsingen an, gab Vollgas und erzeugte auch mal Gänsehaut. Vor allem das dramatische „Remember It´s Me“ ging wieder sehr nahe, aber auch „Starlight“ und „Anytime Anywhere“ regten so manch Gefühl an. Gitarrist und Gründer Leo Leoni war bei bester Laune und bewegungsfreudig wie man es sich nur wünschen kann, während Nic charmant durch das Programm führte und stimmlich auf voller Linie überzeugte. So steigerten sich GOTTHARD im Vergleich zum letzten Auftritt am Masters Of Rock vor ein paar Jahren nochmal deutlich und machten in den 75 Minuten immer noch Lust auf mehr. Unter lautstarkem Jubel verabschiedeten sich die Schweizer vom Publikum und lassen auf eine baldige Rückkehr hoffen.
[maxomer]





Setlist GOTTHARD:

Bang!
Get Up ´N´ Move On
Sister Moon
Right On
Master Of Illusion
Feel What I Feel
The Call
One Life, One Soul
Fight
Said & Done
Remember It´s Me
What You Get
Starlight
Hush
Lift U Up
Anytime Anywhere

Die Wölfe von POWERWOLF legten ja in den letzten Jahren eine wahre Bilderbuchkarriere hin. Vom Supporter namhafter Bands zum Headliner mit ausverkauften Venues in nur kurzer Zeit, regelmäßig starke Alben, das letzte „Preachers Of The Night“ in der Heimat sogar auf Platz 1 und sowieso fulminante Shows belohnten das fleißige Gespannt. Aktuell steht mit „Blessed & Posessed“ auch schon das sechste Werk der deutsch-niederländisch-transsilvanischen Truppe an. Das nahmen die Veranstalter des Masters Of Rock zum Anlass, die Band gleich als Headliner zu buchen. Meine Befürchtung, dass dies vielleicht doch noch etwas zu früh war blieb mir stets im Unterbewusstsein und so wurde der Auftritt recht kritisch beäugt. Die Wölfe zogen aber von Anfang an eine souveräne Show ab, auch wenn man dem einen oder anderen eine gewisse Anspannung vom Gesicht lesen konnte. Die Show und das Bühnenbild waren opulent und bis ins Detail durchdacht, aber schon die Ansagen von Frontwolf Atilla Dorn kamen mir zu bekannt und einstudiert vor. Wer schon mehere Shows von POWERWOLF gesehen hat, weiß was ich meine. Die Gebrüder Greywolf hingegen wirbelten über die Bühne wie zwei Furien und beschossen sich mit Riffsalven und auch Keyboarder Falk kam immer wieder in den Vordergrund, um der Meute anzuheizen. „Sanctified With Dynamite“ das flotte „Amen & Attack“ sowie das neue „Army Of The Night“ funktionierten live wunderbar und wurden lautstark mitgebrüllt.

Doch dann passierte es, was sich aufgrund der Aufnahmen zur ersten Live-DVD als fatal herausstellte, dass Drummer Roel van Helden beim neuen Titeltrack patzte und der Song ganze drei Mal gestartet werden musste, ehe er saß. Atilla versuchte die Situation mit Scherzen zu retten, aber man merkte die Anspannung mehr denn je. Pyros, Lichtshow und Auftreten der Band, inklusive Festivalweihe saßen dafür umso perfekter, ehe man sich hinter die Bühne verabschiedete. Als Zugabe wurden noch „Raise Your Fist, Evangalist“ und „In The Name Of God“ abgefeiert.
[maxomer]





Setlist POWERWOLF:

Lupus Daemonis
Sanctified With Dynamite
Coleus Sanctus
Army Of The Night
Amen & Attack
Resurrection By Erection
Armata Strigoi
Sacred & Wild
All We Need Is Blood
Drum Solo
Kreuzfeuer
Werewolves Of Armenia
Blessed & Possessed
We Drink Your Blood
Lupus Dei
-
(Opening: Prelude To Purgatory)
Raise Your Fist, Evangelist
In the Name of God (Deus Vult)
(Wolves Against The World)


POWERWOLF legten eine fantastische Show hin und überzeugten das tschechische Publikum fast auf ganzer Länge. Das Gefühl, dass es noch zu früh für einen Headlinerposten auf einem Festival dieser Größe ist, wollte auch nach der Show nicht weichen. Vielleicht mag ich da altmodisch sein, aber die Truppe auf eine Ebene mit NIGHTWISH, GAMMA RAY, GOTTHARD und HAMMERFALL zu stellen, will mir einfach noch nicht passen.
[maxomer]

Den Abschluss zu frostigen Temperaturen machte ein gewisser Wattie Buchan mit seiner Combo THE EXPLOITED. Nach diversen Absagen in den letzten Jahren schafften es die schottischen Punker diesmal aufs MoR, um ihren Sound auf einige Nachtaktive loszulassen. Ein ganz ansehnlicher Haufen wollte mit den vier Musikern mit viel Laufarbeit zu später Stunde die Sau rauslassen. Meinen Geschmack traf der Mix aus Trash, Punk und Hardcore nicht wirklich und so habe ich aussagekräftige Nummern wie „Let´s Start A War (Said Maggie One Day)“, „I Believe In Anarchy“ oder „Fuck The System“ nur am Rande wahrgenommen. Die Stimmung war nichts desto trotz recht gut und bis kurz nach zwei Uhr morgens wurde ordentlich gebangt, ehe Wattie und sein roter (aufgeklebter?) Irokese, der zu meist die Bühne vollrotzte anstatt sich mehr auf den "Gesang" zu konzentrieren, den Tag beendeten.
[AndyVanHalen]






FOTOS + E-CARDS
www.mastersofrock.cz

AndyVanHalen
Weitere Beiträge von AndyVanHalen


Zurück

Beitrag vom 22.07.2015
War dieser Bericht
interessant?

344 Stimme(n)
Durchschnitt: 5.35
Diesen Beitrag bewerten:
  
Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: