SUMMER BREEZE 2015: DEVILMENT   DEATH ANGEL   PANZER   AVATARIUM   BATTLE BEAST   STEVE N SEAGULLS  
12.08.2015 @ Festivalgelände

Nachdem das letztjährige Summer Breeze ein riesen Spaß war, durch eine perfekte Organisation glänzte und eine geniale sowie abwechslungsreiche Bandauswahl bot, war eigentlich schon vor unserer Abreise im vergangenen Jahr klar, dass wir 2015 erneut hier stehen werden. Und so sollte es auch sein. Am Mittwoch kamen wir am Nachmittag passend zur Nucler Blast Label Night an und bereitet uns auf vier Tage und Nächte voller Metal vor. Leider gingen sich aber DIABLO BLVD. nicht mehr ganz aus.

Den Anfang für uns machten somit die Finnen BATTLE BEAST. Bisher waren die Herren rund um Frontröhre Noora immer ein Garant für fette, energiegeladene Shows. Etwas Angst mussten Fans schon haben, wurde doch Hauptmotor und Songwriter Anton Kebanen gefeuert und durch einen recht unbekannten Live-Gitarristen ersetzt wurde. Gut, dass das Gespann auf der Bühne nichts an Power verloren hat und so gaben die Nordländer auch sofort Vollgas. Mit „Far Far Away“ und „I Want The World...“ heizte man die Meute in der Tent-Stage ein. Bei starkem Sound und mit Noora bei bester Stimme, konnte sowieso nichts mehr schief gehen. Die Band rundherum nutzte jeden Millimeter der Bühne, konnte sich nie das Grinsen verkneifen und feuerte das Summer Breeze vehement an. Mitsing-Spielchen gab es natürlich auch. Richtig laut wurde es aber zudem bei der etwas anderen Single „Touch In The Night“,das mächtig abgefeiert wurde, ehe „Enter The Metal World“ und das furiose „Out Of Control“ den starken Gig beendeten. BATTLE BEAST haben an nichts verloren und können dank drei Alben mit starkem Material und verdammt viel Energie live immer noch punkten. Ob man denn auch mit dem nächsten Album an die vorherigen Leistungen anschließen kann, bleibt natürlich noch abzuwarten.





Setlist BATTLE BEAST:

Far Far Away
I Want The World... And Everything In It
Out On The Streets
Black Ninja
Unholy Savior
Iron Hand
Touch In The Night
Enter The Metal World
Out Of Control

Da hatten es die T-Stage Nachfolger AVATARIUM natürlich nicht einfach und wollten bei mir auch nicht sofort zünden. Die langsamen und überlangen Songs der erst 2013 gegründeten Truppe rund um Frontlady Jennie Smith brauchen natürlich ihre Zeit. Dennoch erreichte das intensive Spiel sowie die Goldkehle der genannten Sängerin mühelos das Publikum, das gerne mit der Band mitfeierte. Es fehlte zwar leider Gründer Leif Edling (CANDLEMASS), doch mit TIAMAT-Gitarrist Anders Iwers ließ man sich natürlich nicht anmerken, dass irgendetwas anders wäre. So zeigten sich AVATARIUM als eingespielte Einheit mit genügend Erfahrung um ein Festival dieser Größenordnung fest im Griff zu haben. Mit tosendem Beifall verabschiedete das Summer Breeze AVATARIUM nach ihrem ersten Auftritt in Dinkelsbühl mit zufriedenen Gesichtern.





Setlist AVATARIUM:

Moonhorse
Bird Of Prey
All I Want
Deep Well
Pandoras Egg
Avatarium

Dann rollte der German PANZER an: Die neue Supergruppe rund um die beiden Ex-ACCEPT´ler Herman Frank und Stefan Schwarzmann sowie DESTRUCTION-Fronter Schmier versprachen natürlich Vollgas zu gehen. Mit dem Bandnamen PANZER und dem Albumtitel „Send Them All To Hell“ wird natürlich schon schön angedeutet wo der Hammer hängt. Somit gaben die drei alten Herren, die sich live noch Unterstützung an der zweiten Gitarre holten, von Anfang an Vollgas und zeigten auf ihrem insgesamt erst zweiten Auftritt, wie echter Heavy/Thrash Metal der teutonischen Art zu klingen hat. Songs wie „Hail & Kill“, „Death Kneel“ oder „Roll The Dice“ traten richtig in den Arsch und stachelten die Vorfreude auf die Big Teutonic 4 schon gewaltig an. Schmier schrie sich die Seele aus dem Leib, während Herman Frank als einziger für etwas Bewegung sorgte, während Schwarzmann mächtig Druck machte. Die Jungs gaben sich als Einheit und ließen fast glauben, dass der Panzer bereits seit den 80ern geschmiert und geölt unaufhaltsam läuft. Live eine kleine Sensation und die erste große Überraschung des Summer Breeze 2015.





Setlist PANZER:

Hail & Kill
Death Knell
Panzer
Freakshow
Mr. Nobrain
Roll The Dice
Bleed For Your Sins
Temple Of Doom

Natürlich wurde zwischendurch zur Überbrückung auch die Camel Stage wieder fleißig bespielt. Aktuell standen dort die Thüringer DESERTED FEAR, die eine beachtliche Anzahl an Fans vor die kleinste Bühne des Festivals lockten. Ihr Death Metal ließ schon bald die Matten kreisen und grölende Fans anstürmen. Die Bühnenerfahrung war ihnen anzusehen und die Deutschen hatten auch sichtlich viel Spaß bei ihrem Gig. Und so konnten sie auch gleich die erste Wall of Death der Bandkarriere feiern – und das zu Recht.

Freunde des gepflegten Death Metals hatten bald erneut die Chance sich auf der C-Stage eine nette Dosis abzuholen. DEMONICAL sind auf Festivals sowieso gern gesehene Vertreter ihrer Gattung. Somit versammelten sich auch viele Fans sehr bald vor der Bühne und feierten mit der Truppe ein kleines Death Metal-Fest ab. Das Energielevel, das DESERTED FEAR vorlegten wurde mühelos gehalten, wenn nicht sogar knapp übertroffen.

Etwas später freuten wir uns auf die Thrash-Giganten DEATH ANGEL, die mit viel Elan und gewohnter Qualität eine Reise durch die Diskografie bis hin zurück in die guten alten 80er versprachen. Das waren sie den Fans natürlich auch schuldig, denn diese brüllten schon einige Zeit bevor es offiziell losgehen sollte nach ihren Heroen aus den Staaten. Somit ging es wie auf dem Summer Breeze eh üblich, pünktlich los und „Left For Dead“ wurde gleich stimmgewaltig und natürlich auch bewegungsfreudig abgefeiert. Mittlerweile wurden die Temperaturen in den Tent-Stage auch halbwegs erträglich, weshalb es natürlich keine Ausrede mehr gab, nicht zu moshen. Und so staubte es bald gewaltig, was DEATH ANGEL mit einem mehr als soliden und gewaltigen Auftritt dankten.

Setlist DEATH ANGEL:

Left For Dead
Son Of The Morning
Claws In So Deep
Buried Alive
Seemingly Endless Time
Evil Priest
Succubus
The Dream Calls For Blood
Caster Of Shame
Thrown To The Wolves

Dani Filth gab es auf dem Summer Breeze gleich doppelt. CRADLE OF FILTH Fans mussten sich zwar noch gedulden, aber die neue Spielwiese namens DEVILMENT war durchaus auch einen Besuch in der T-Stage wert. Vielleicht etwas übertrieben den Briten bereits jetzt schon einen Slot nach DEATH ANGEL anzubieten, doch aus atmosphärischen Gründen sicher keine schlechte Idee das Gespann erst nach Mitternacht auf die Bretter zu schicken. Man merkte zwar, dass DEVILMENT noch nicht den großen Bekanntheitsgrad wie etwa COF haben, doch nach und nach wurde das Publikum beim Auftritt und dank Danis Erfahrung und Engagement immer munterer, was die Stimmung erheblich verbesserte. Das Material vom Debüt „The Great And Secret Show“ funktioniert live wunderbar, Mr. Filth konnte sich mit seinem ganzen Stimm-Repertoire ausleben. Vielleicht kein Highlight des Tages, aber definitiv überaus solide und eine nette Abwechslung im LineUp.

Setlist DEVILMENT:

Even Your Blood Group Rejects Me
Summer Arteries
Living With The Fungus
Girl From Mystery Island
Mother Kali
Sanity Hits A (Perfect) Zero
The Stake In My Heart
The Great And Secret Show

Wir schrieben mittlerweile 2:15 Uhr und ans Bettgehen war noch lange nicht zu denken, denn mit den STEVE ´N´ SEAGULLS stand noch ein spezielles Late-Night Special an. Nicht nur, dass die Herren aus Finnland einen lustigen Namen haben und aussehen wie verrückte Redneck-Farmer, das Youtube-Phänomen macht live auch noch mächtig Spaß. Wenn eine Band im Bluegrass-Style mit Metal-Hits wie „Holy Diver“, „The Trooper“ oder „Seek & Destroy“ auftrumpft, dann kann das nur sympathisch sein, zumal das Ganze mit Banjo, Akkordeon und Ukulele richtig witzig klingt. Klar Bier und Co. halfen zu der späten Stunde zudem zur ausgelassenen Stimmung, doch STEVE ´N´ SEAGULLS haben zum Schluss nochmal richtig abgeräumt. „Run To The Hills“ und „Thunderstruck“ beendeten die ausgelassene Party

Setlist STEVE ´N´ SEAGULLS:

Paradise City
Over The Hills
Holy Diver
The Trooper
Ich will
Cemetary Gates
You Shook Me All Night Long
Black Dog
Seek & Destroy
Nothing Else Matters
Run To The Hills
Thunderstruck

So ging der erste Abend spaßig und gelungen zu Ende. Brav begaben wir uns danach ins Zelt um Kraft für die weiteren Tage die da noch kommen mögen, zu tanken. Der Auftakt war auf jeden Fall gelungen und uns verlangte nach mehr.



FOTOS + E-CARDS
www.summer-breeze.de

maxomer
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Beitrag vom 22.08.2015
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