KALTENBACH OPEN AIR 2015: AGALLOCH   DARKFALL    CROWN   MORTAL STRIKE   EREBOS    SUCKING LEECH    INTERREGNUM    PROGERIA BUFFET  
20.08.2015 @ Kaltenbach Open Air

Das Kaltenbach Open Air hat gerufen und sehr viele sind gekommen!
Es ist eine Institution innerhalb der österreichischen Metalszene und hat eine sehr abwechslungsreiche Geschichte aufzuweisen. Nach vielen Problemen in den letzten Jahren mit der Location in Spital am Semmering, einem Versuch mit einer Ausweich-Location direkt neben der Autobahn, die von einem schweren Unwetter beinahe zerstört wurde, und dem Versuch im Jahr darauf, das Festival wieder am alten Platz zu veranstalten, wo leider zu wenige Leute kamen, war das Kaltenbach Open Air eigentlich tot.






Vor zwei Jahren hat dann ein Deutscher Veranstalter versucht, am alten Platz im Kaltenbachgraben das Festival wiederzubeleben, aber leider ist das auch nicht optimal ausgegangen. Dann haben doch die alten Veranstalter noch einen Versuch gestartet um 2014 das alte Kaltenbach Open Air wiederauferstehen zu lassen. Es wurde eine vernünftige Strategie erarbeitet um die Kosten für die Bands nicht ins Uferlose laufen zu lassen und dem Publikum doch ein tolles Event bieten zu können. All die Bemühungen der Veranstalter wurden dann sehr gut angenommen.

Und nun gab es das 10jährige Jubiläum zu feiern und das wurde auch ausgiebig getan. Das Kaltenbach Open Air verbindet wirklich die ganze Österreichische Metalszene und auch aus dem Ausland waren einige angereist. Auch der Wettergott war dieses Jahr auf der Seite des Festivals und im Vergleich zum Vorjahr blieb es weitgehend trocken, auch wenn die Nächte ganz schön kalt waren.

Bereits bei meinem Eintreffen am Parkplatz wurde ich sofort an die alten Zeiten erinnert. Die Zelte standen entlang der Straße und einige Mutige hatten auch ihre Zelte auf der Skipiste aufgebaut – ich habe keine Ahnung, wie man so schief schlafen kann aber scheinbar geht es doch irgendwie. Die Straße schlängelt sich in Serpentinen den Berg entlang und in der zweiten Kurve war die Bühne. Entlang der weiteren Straße hatten auch ein kleiner Metalmarket seine Stände.





Innerhalb des Bühnengeländes waren in weiser Voraussicht Bierbänke unter Zelten aufgestellt, die dieses Jahr zum Glück nicht wegen des Regens gebraucht wurden. Neben zwei Getränkeständen wurde auch ausgiebig für das leibliche Wohl gesorgt. Es gab ein Kaffee- und Kuchenbuffet, bei dem für einen guten Zweck gesammelt wurde, und ein großes Verpflegungszelt, das ein üppiges Speisenangebot für Fleischtiger und –verweigerer im Angebot hatte. Auch Autogrammstunden gab es, die von den Besuchern gerne angenommen wurden. Leider haben KRISIUN und MARDUK im letzten Moment doch keine Autogramme gegeben, aber alle anderen standen ihren Fans zur Verfügung.

Die Bühne und die dazugehörige Beleuchtung war wirklich gut ausgearbeitet und der Fotograben war breit genug gewählt, sodass wir auch bei Feuershows von direkt vor der Bühne Fotos machen konnten und auch was den Sound betrifft blieben kaum Wünsche offen.

Da ich am ersten Tag ein bisschen zu spät ins Kaltenbachtal gekommen bin, auf dem Weg hinauf zur Bühne noch einige Bekannte getroffen habe, und dann ein bisschen warten musste bis ich meinen Pressepass bekam, hab ich von der ersten Band des Festivals PROGERIA BUFFET nur akustisch etwas mitbekommen. Die Death/Grind Band aus Graz hat als Opener den Leuten ganz schön eingeheizt – jedenfalls kamen mir einige entgegen, als ich nach vorne gelaufen bin und ich hab es dann gerade noch geschafft ein Foto von den Jungs zu ergattern.

Dafür stand ich dann schon parat, als die Steirer INTERREGNUM auf die Bühne gestürmt kamen. Die Viking Death Metaller aus Graz konnten sich über eine große Fangemeinde freuen und haben von Anfang an Vollgas gegeben. Wie immer traten sie in Lederhosen auf und nicht nur optisch sondern auch in ihren Songs – besonders mit dem Titel „Steiermark“ - brachten sie deutlich die Liebe zu ihrer Heimat zum Ausdruck. Das Publikum ging bei ihrer druckvollen Spielweise von Anfang an voll mit und so wurde der Auftritt von INTERREGNUM zu einem richtigen Volksfest. Zum Ende hin setzte sich der Sänger dann noch eine knallrote Perücke auf und es gab auch beim Publikum kein Halten mehr. INTERREGNUM stehen immer für Spaß und beste Unterhaltung – genau das, was zu einem gelungenen Festival gehört!





Ursprünglich hatte ich mir gedacht, dass die Umbaupausen mit 15 Minuten etwas kurz bemessen waren, aber dadurch dass die Drumsets immer bereits während der Auftritte hinter dem Bühnenvorhang umgebaut wurde, konnte der straffe Zeitplan tatsächlich eingehalten werden. Als nächste waren SUCKING LEECH aus Bayern an der Reihe. Sie haben als Vertreter des Grindcore für ein ziemliches Kontrastprogramm gesorgt und einen sehr aggressiven Sound präsentiert mit ebensolchem Gesang. Auch wenn bei ihrem Auftritt etwas weniger Leute vor der Bühne waren – denen die dabei waren, hat es gefallen – Grindcore ist halt nicht jedermanns Sache.





Nach diesem Dampfhammer auf die Ohren gab es die erste Verlosung von zwei Tickets für das nächste Jahr – an jedem Festivaltag wurden welche verlost - und in musikalischer Hinsicht ging es zurück in die Steiermark – die Murauer EREBOS haben kürzlich den Besuchern des Murauer Bierfestes mit ihrem knallharten Death Metal die Ohren zum Schlackern gebracht, nun waren sie beim Kaltenbach Open Air wieder in einem Ambiente, wo ihre Musik auch verstanden wurde. EREBOS haben zwei Sänger, und sie haben gleich von Beginn an ordentlich losgebrettert und die vielen Fans vor der Bühne sind voll mitgegangen. Mit urigen Ansagen wurde zusätzlich für gute Stimmung gesorgt und einige Headbanger haben ihre Mähnen fliegen lassen. Es war also ein gelungenes Heimspiel für die Murauer – und dass das Bier nicht aus ihrer Heimat war, konnten sie wohl auch verschmerzen.





Jenseits des Semmerings in Wien sind MORTAL STRIKE zu Hause. Bei einem bombastischen Intro betraten sie die Bühne und begannen gleich, dem Publikum ihren Thrash Metal ins Gehör zu hämmern. Sie haben eine große Spielfreude an den Tag gelegt und auch optisch waren sie vollkommen „trve“ – in Kutten mit jeder Menge Patches. Viele ihrer Fans waren gekommen und schon bald war der erste Moshpit im Gange der nur kurze Unterbrechungen aufwies, aber sonst bis zum Ende anhielt. Wer nicht beim Moshpit mitmachen wollte, hatte sich auf´s Headbangen verlegt – also eine wirklich gute Stimmung bei der Band und im Publikum. Vielen war wohl die Spielzeit von 30 Minuten zu kurz, aber es gibt für die Fans sicher wieder eine Gelegenheit, bei der sie MORTAL STRIKE länger erleben können.





Setlist MORTAL STRIKE:

Strike
Smash The Tyrants - Storm The Gates
Mg 42
The Tides Of War Arise
Here Comes The Tank
For The Loud And The Aggressive

Wenige Tage zuvor hatte ich bei einem anderen Festival bereits die Französische Sludge/Doom Metal Band CROWN zum ersten Mal gesehen und sie haben mich mit ihrem etwas extravaganten und sehr eindringlichen Sound dort schon fasziniert. Umso erfreuter war ich sie so rasch wieder auf der Bühne erleben zu können. Etwas irritierend war für manche vielleicht, dass die Drums vom Computer kamen, aber das hat der intensiven Spielweise kein bisschen geschadet. Optisch waren sie in rotes Licht und Nebel gehüllt und zum stampfenden Background gab es wunderbare Melodien. Gesang gab es nur spärlich und war eher Beiwerk. Viele hatten wohl die Band vorher nicht gekannt, aber an dem immer voller werdenden Zuschauerraum konnte man erkennen, dass sie nicht nur mich faszinieren konnten.





Als nächstes stand eine Geburtstagsfeier auf dem Programm: 20 Jahre DARKFALL!
Keine Band ist so sehr mit dem Kaltenbach Open Air verbunden wie sie, und sie hatten sich dafür einiges einfallen lassen. Beinahe alle Besucher waren vor der Bühne als DARKFALL mit einem lauten Knall die Bühne betraten. Zusätzlich gab es eine Feuershow, mit der die Stimmung noch extra angeheizt wurde und die Wärme der Flammen haben auch alle bei den doch schon frostigeren Temperaturen als recht angenehm empfunden. Die Feierlaune war der Band deutlich anzumerken und sie zogen damit alle in ihren Bann. Als besonderes Schmankerl gab es dann noch einen Schwertkampf auf der Bühne, der jedoch bei keinem der Anwesenden bleibende Schäden verursacht hat. Ein schöneres Jubiläumsgeschenk als diese Show hätten sich DARKFALL wohl kaum machen können, und alle haben sich von ihrer Begeisterung anstecken lassen. Am 7.11.2015 wird im Explosiv in Graz weitergefeiert – ich hoffe, dass auch dann viele dabei sind.





Mittlerweile war es sehr kalt geworden und so habe ich meinen Festivaltag mit AGALLOCH beendet und RECTAL ROOTER nicht mehr mitbekommen. Nachdem sich die US-Amerikaner AGALLOCH in letzter Zeit etwas rar gemacht haben, war dieser Auftritt eine willkommene Gelegenheit für viele Fans. Wie immer haben sie eine sehr atmosphärische Spielweise an den Tag gelegt und damit alle in ihren Bann gezogen. Ihre Mischung aus harten und melodischen Sounds mit wenig Gesang ist einfach etwas Besonderes, und für mich war es das perfekte Finale eines wunderbaren Festivaltages.





Bibbernd vor Kälte ging ich zum Auto und fuhr heim – und war sehr froh dass ich mich entschlossen hatte, nicht im Zelt zu übernachten.


FOTOS + E-CARDS
www.kaltenbach-openair.at

Metalmama
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Beitrag vom 31.08.2015
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