BARTHER METAL OPEN AIR 2015 - GEHENNA   HORNA   SELBSTENTLEIBUNG   GERNOTSHAGEN   BIFRÖST   ATOMWINTER   AHNENGRAB   SABIENDAS   CRAVING   KRATEIN  
15.08.2015 @ Barth, Ostsee

Auch der dritte Festivaltag hat sehr sonnig begonnen und als um 13:15 Uhr die erste Band des Tages auf die Bühne kam, war es nicht verwunderlich, dass sie ein bisschen ins Schwitzen kamen. KRATEIN stammen aus Baden-Württemberg und machen eher ruhigeren Black Metal. Trotz der frühen Uhrzeit waren schon viele Leute da, aber die meisten haben halt noch die Sitzplätze bevorzugt. KRATEIN haben ein ziemlich abwechslungsreiches Set gespielt – teilweise schnell und druckvoll, teilweise ruhig und melodisch – und sie konnten für ihren Auftritt viel Beifall einheimsen.





Die nächste Band hatte ich bereits am Darktroll Festival gesehen und dort haben sie ziemlich für Stimmung gesorgt. Und auch beim BMOA war es nicht viel anders. CRAVING stammen aus Niedersachsen und in musikalischer Hinsicht widmen sie sich einer Mischung aus Melodic Death/Black und Folk Metal, was einen ziemlich flotten Sound ergibt. Der Sänger hat jede Menge launige Ansagen gemacht, Grimassen geschnitten und sogar das sitzende Publikum zum Mitmachen gebracht. Sie sind der Beweis dafür, dass etwas härtere Musik nicht immer nur eine todernste Angelegenheit sein muss - sie kann auch dazu dienen, die Leute zum Lächeln zu bringen und das haben CRAVING prima hingekriegt.





Auch die nachfolgende Band hat sehr große Spielfreude gezeigt - SABIENDAS sind in Nordrhein-Westfahlen zu Hause und bei ihnen ging es musikalisch deutlich härter zur Sache - Death Metal in Reinkultur stand auf dem Programm. Ich hatte sie bis dahin noch nie gesehen, aber die vielen headbangenden Fans vor der Bühne waren das beste Zeichen für die große Beliebtheit dieser Band und für SABIENDAS war dies der Auftrag, sie aufs Beste zu unterhalten. Von Stillstehen war bei ihnen auch keine Rede - die einzelnen Musiker sind immer wieder auf die Boxen vor der Bühne gesprungen und haben für Action gesorgt. Sie haben auch eine Gitarristin in der Runde und die ist den Herren in nichts nachgestanden und hat genauso Gas gegeben. Also alles in allem ein gewaltiger Angriff auf die Nackenmuskulatur - aber das hält ein Metalfan schon aus.





Danach wurde es wieder ein kleines bisschen ruhiger - aber nicht viel, denn die Pagan/Black Metaller AHNENGRAB wussten auch ganz genau, wie sie die Fans vor der Bühne zum Headbangen bringen. Für sie war es fast ein Heimspiel, da sie aus dem benachbarten Brandenburg stammen, und so war es nicht verwunderlich, dass sehr viele bei ihrem Auftritt dabei waren. Der betonierte Platz vor der Bühne war voll und im Graben dahinter sind einige auch so richtig zu ihrer Musik abgegangen. Sie haben eine härtere Spielweise mit tiefem Growling dargeboten, aber zwischendurch gab es auch tolle melodische Einlagen. AHNENGRAB haben also aus dem Fast-Heimspiel ein Ereignis gemacht, das der Band und den Fans sicher noch lange in Erinnerung bleibt.





Von der folgenden Band hatte ich noch nie etwas gehört, obwohl ich sehr oft bei Festivals und Konzerten bin. ATOMWINTER aus Niedersachsen sind auch Vertreter des Death Metal und ihre Spielweise war knochenhart und bretternd. Offenbar waren sie beim BMOA doch ziemlich bekannt, weil auch bei ihnen der Platz vor der Bühne und die Ränge gut gefüllt war, und es hat nicht lange gedauert, bis man die ersten Mähnen fliegen sah. Der Sänger hat sehr düsteres Growling vom Stapel gelassen und ist dabei wie ein Wilder über die Bühne gefegt. Ihr Auftritt war als einziger von etwas Regen begleitet, aber alle sind da geblieben, was ein sicheres Zeichen dafür war, dass es dem Publikum gefallen hat.





Es erstaunt mich jedes Mal, wie beliebt die Österreichische Pagan Metal Band BIFRÖST bei unseren Deutschen Nachbarn ist - sie haben sich dort in den letzten Jahren eine große Fanbase geschaffen. Ich habe die Jungs sowohl zu Hause als auch in Deutschland schon mehrmals live erlebt und während sie hierzulande gelegentlich vor relativ wenigen Fans spielen müssen, ziehen sie in Deutschland immer die Massen an. So war es auch bei ihrem Auftritt am BMAO - der Platz vor der Bühne war voll und auch auf den Rängen wurden die Sitzplätze knapp. BIFRÖST haben von Anfang an vollen Einsatz gezeigt und mit ihrer druckvollen Spielweise und dem harten Gesang gewaltig für Stimmung gesorgt. Die große Zahl der Headbanger und die vielen hochgerissenen Arme waren der beste Beweis für einen weiteren erfolgreichen Auftritt unserer Jungs.





Die meisten sind gleich bei der Bühne stehen geblieben, da ein weiteres Highlight auf dem Programm stand. Die Thüringer Pagan/Black/Folk Metal Band GERNOTSHAGEN ist immer ein Garant für beste Stimmung. Bei einem sehr schönen Intro betraten sie in dichten Rauch gehüllt die Bühne. Sie waren in mittelalterliche Gewänder gehüllt und Sänger Askan hatte seine Lederrüstung übergezogen und schwang gleich einmal die Streitaxt - es haben jedoch alle überlebt. Er ist sehr oft ganz nach vorne zu den Fans gegangen und das hat zusätzlich für große Begeisterung gesorgt. GERNOTSHAGEN haben wie immer eine mitreißende Spielweise mit einer Mischung aus Klargesang und düsterem Growling präsentiert und das hat für viele fliegende Mähnen und noch mehr hochgestreckte Hände gesorgt. Auch im Graben haben einige zu ihrer Musik mitgetanzt und so wurde das Ganze zu einem gemeinsamen Fest für alle.





Mittlerweile war es dunkel geworden und somit gab es das passende Ambiente für schaurigen Black Metal. SELBSTENTLEIBUNG war die dritte Österreichische Band am BMOA und auch zwei Mitglieder von BIFRÖST sind Teil dieser Band. Allerdings traten sie hier, so wie die gesamte Band mit schwarz/weißem Corpsepaint und mit unheimlich bemalten Gesichtern auf, sodass sie gar nicht auf den ersten Blick zu erkennen waren. Auch SELBSTENTLEIBUNG haben schon einige Male in Deutschland gespielt und so war der Platz vor der Bühne bei ihrem Auftritt gut gefüllt. Bei einem furchteinflößenden Intro kamen sie auf die Bühne und haben sehr variantenreichen und auch melodischen Black Metal präsentiert. Das abwechslungsreiche Growling kam nur sporadisch zum Einsatz - die Musik stand hier eindeutig im Vordergrund.





Ganz anders war es bei der nächsten Band. Bei den Finnen HORNA dreht sich alles um den Sänger Spellgoth und die anderen treten deutlich in den Hintergrund. HORNA zählen zu den bekanntesten Vertretern des Black Metal und können bereits auf mehr als 20 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Alle traten mit Corpsepaint auf und Feuer- und Rauchsäulen haben für eine angenehm düstere Stimmung gesorgt. Sie sind dafür bekannt, dass ihre Auftritte immer mehr an Rituale erinnern als an ein Konzert. Und auch dieses Mal war es so - Spellgoth war in eine lange Kutte mit Kapuze gehüllt, hatte seinen Rosenkranz mit Pentagramm dabei, den er gelegentlich beschwörend erhoben hat und mit seiner tiefen Stimme hat er zusätzlich für eine schaurige Stimmung gesorgt. Offenbar waren HORNA so in ihr Spiel vertieft, dass sie gar nicht bemerkt haben, dass ihre Zeit vorbei war und haben überzogen, was die Veranstalter nervös gemacht hat - sie hätten wohl noch länger auf der Bühne bleiben wollen, aber mit Dunkelheit und Pausenmusik wurden sie dann doch von der Bühne getrieben.





Leider musste ich diesen Festivaltag aufgrund der weiten Heimfahrstrecke am nächsten Tag früher abbrechen und so NIVLHEL streichen - bei GEHENNA bin ich jedoch noch eine Weile geblieben. Es gibt viele Bands dieses Namens, im konkreten Fall war es die Black/Death Metal Band aus Norwegen. Wegen HORNA hatten sie einiges an Verspätung, aber dennoch sind die meisten noch geblieben. Bei einem wunderbaren Keyboard-Intro betraten sie mit bleich geschminkten Gesichtern die Bühne und sie hatten ebenfalls teilweise lange Kutten an, jedoch waren ihre mit verkehrten Kreuzen bestickt, sodass es ein bisschen an Kreuzritter erinnert hat. Sie haben sehr hämmernde Musik präsentiert und dazu gab es schaurigen Gesang, sodass eine ganz eigenartige Stimmung entstand. Es war wirklich schade, dass ich ob der späten Stunde früher gehen musste, aber vielleicht gibt es ja doch wieder einmal die Gelegenheit sie irgendwo live zu erleben. Sehr viele sind jedoch dort geblieben - die halten dann doch mehr aus als ich.





Das war´s mit dem Barther Metal Open Air - dieses Jahr das erste Mal dreitägig aber keine Sekunde langweilig. Zum Glück waren dieses Mal mit 1100 Besuchern wieder deutlich mehr gekommen als letztes Jahr und so kann man nur hoffen, dass es auch nächstes Jahr wieder ein BMOA gibt!
Wenn es sich irgendwie ausgeht bin ich dann wieder dabei!


FOTOS + E-CARDS
barther-metal-openair.de

Catrine
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Beitrag vom 17.09.2015
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